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EZ-Pokal, Tag eins:
Viel Niveau, wenig Licht

So ging es los: Neuhausen gegen Ostfildern. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr mit einem klaren Sieg für Neuhausen. Fotos: Paesler, Osswald (1)

Tag eins des EZ-Pokals 2018. Was bleibt?

Eine volle Halle schon während des ersten Spiels.

Eine immer noch volle Halle, während ein paar Kilometer entfernt die Nationalmannschaft spielt.

Ein supersouveräner Titelverteidiger TSV Neuhausen, der seine drei Gruppenspiele in der Manier gewann, wie es Trainer Ralf Bader verlangt hatte: „So, dass der Klassenunterschied erkennbar ist.“

Neuhausens Manager Bernd Locher bringt den Pokal. Am Sonntag möchte er ihn gerne wieder mitnehmen. Mit Deckel .

Ein spannendes Rennen um den Platz zwei in Gruppe 1, das der SKV Unterensingen fast noch vergeigt hätte. Aber eben nur fast.

Ein spannendes erstes Spiel in der Gruppe 3, in dem sich der TSV Wolfschlugen gegen den Württembergliga-Konkurrenten (und Tabellenführer) TSV Zizishausen letztendlich den Gruppensieg gesichert hat. Zizis ist trotzdem weiter.

Im Viertelfinale stehen: TSV Neuhausen, TSV Wolfschlugen, SKV Unterensingen, TSV Zizishausen.

Das ist EZ-Pokal: gut gefüllte Ränge in der Neckarsporthalle.

Ein insgesamt sehr gutes Niveau angesichts der Tatsache, dass die Mannschaften gerade erst wieder ins Training eingestiegen sind.

Wenig Licht in der Halle wegen eines defekten Trafos.

Ein fröhlicher Zuschauer Sinisa Mitranic. Der Trainer übernimmt Drittligist und Ex-Bundesligist TV Neuhausen/Erms.

In der Sprecherkabine im Einsatz: Der gewohnt spitzenmäßige Hallensprecher Axel Schönhaar (vorne) und der unermüdliche EZ-Liveblog-Schreiber Patrick Kuolt.

Weckle, Pulled Pork und weitere Leckereien – keine Maultaschen.

Ein sehr fleißiges und zuvorkommendes Team-Team an der Kasse, in der Küche, in der Sprecherkabine…

Die Presseecke mit Steffi Gauch-Dörre, Moritz Osswald und Pokal.

Ein sehr fleißiges EZ-Team (darf man auch mal sagen). Alles online nachzulesen.

Vorfreude auf morgen. 14 Uhr: HT Uhingen-Holzhausen gegen SV Vaihingen.

Wer gewinnt den EZ-Pokal?

So feierten die Spieler des TSV Neuhausen vor einem Jahr nach dem Finalerfolg gegen TSV Deizisau den Sieg. Fotos: Rudel

Wer gewinnt den EZ-Pokal? Diese einmal im Jahr gestellte Frage, mit der hier im Blog alles begann, schien selten so klar zu beantworten zu sein. Und trotzdem verspricht der EZ-Pokal in diesem Jahr so interessant wie selten zu sein.

Also. Selbst wenn man Ralf Bader, den Trainer des TSV Neuhausen, fragt, lautet die Antwort: TSV Neuhausen. Es gefällt mir gut, wie klar sich der Trainer des Vorjahressiegers äußert. „Wir müssen das Turnier gewinnen, und zwar so, dass der Klassenunterschied erkennbar ist.“ Das ist mal ’ne Aussage.

Und so postierten sich die Neuhausener für den EZ-Fotografen.

Klar, nach dem Aufstieg in die 3. Liga und angesichts der Tatsache, welche gute Rolle die MadDogs dort spielen, ist die Favoritenrolle tatsächlich klar verteilt. Auch, weil aus der BWOL der TV Plochingen leider, leider fehlt. Und der TSV Deizisau, der nun von der Papierform her Mannschaft Nummer zwei im Turnier ist, hat zurzeit genug mit sich selbst zu tun.

Die Deizisauer sind schon froh, dass sie die Trainersuche – Nummer drei in der laufenden Saison – noch vor Weihnachten erfolgreich abgeschlossen haben. Und Daniel Mayr, der Neue, spuckt natürlich keine allzu großen Töne. Er will die Gelegenheit nutzen und die Mannschaften besser kennenlernen.

Schöner Trick . . .

Dass es zum EZ-Pokal-Traumfinale Neuhausen gegen Deizisau kommt, kann also sein – aber es sind auch andere Konstellationen denkbar. Die Gruppe 1 mit Neuhausen, Unterensingen, Ostfildern und dem Team Esslingen dürfte die schwerste sein. Eine sehr interessante Gruppe ist aber auch die mit der Nummer 3. Und es ist gut möglich, dass es der TSV Zizishausen oder der TSV Wolfschlugen von dort aus ins Finale schaffen. Beide Mannschaften spielen in der Württembergliga oben mit – Zizishausen sogar ganz oben – und dürften entsprechend selbstbewusst auftreten.

Ich bin wirklich froh über das Teilnehmerfeld. Ja, die Plochinger fehlen, weil sie ein vorgezogenes Spiel in der BWOL bestreiten müssen. Sehr schade. Aber gerade Zizishausen und Unterensingen und auch Landesliga-Neuling Köngen bereichern das Feld. In diesem Zusammenhang möchte ich euch eine Geschichte über Steffen Rost ans Herz legen, die ich für die EZ-Ausgabe des 5. Januar schreiben werde. Titel: „Mr. EZ-Pokal“. Die große EZ-Pokal-Vorschauseite erscheint einen Tag früher am 4.

Und eine schöne Szene. Der EZ-Pokal 2018 bringt neue Bilder.

Gespannt bin ich aber auch auf die Gruppe 4. Ich habe es schon erwähnt: Hier machen wir ein kleines Experiment. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder die Aussage von unterklassigeren Mannschaften, dass sie keine Lust haben, sich von den Top-Teams die Hucke vollhauen zu lassen, und dass sie deshalb nicht mitspielen wollen. Diesmal haben wir für diese Mannschaften eine Extra-Gruppe gemacht. Denn der EZ-Pokal dient den Trainern ja auch als Teil der Vorbereitung und da sind Spiele gegen ähnlich starke Gegner hilfreich. Und wenn dann wegen der gestiegenen Chance aufs Weiterkommen im Viertelfinale noch eine interessante Mannschaft aus einer höheren Klasse wartet, umso besser.

Wir wollen die Erfahrungen abwarten. Bisher waren die Reaktionen insgesamt positiv. Die SG Esslingen aus der Bezirksklasse etwa spielt mal wieder mit. Ein Trainer hat sich auch kritisch geäußert und seine Argumente sind auch zu bedenken. Er fand es aber trotzdem okay, dass wir es versuchen. Wir werden am Ende des EZ-Pokals 2018 Bilanz ziehen. Vielleicht könnt ihr hier ein bisschen helfen und eure Eindrücke schildern.

So. Am Freitag, 14 Uhr, geht es los. Finale ist am Sonntag um 15.30 Uhr. Ich werde die ganze Zeit da sein. Die Vorfreude steigt. Man sieht sich in der Neckarsporthalle. Immer gerne auch auf ein Gespräch.

Mayr macht‘s

Daniel Mayr (links) und Jochen Masching. Früher gemeinsam in Reichenbach, beim EZ-Pokal treffen sie mit ihren neuen Clubs aufeinander. Foto: Rudel

Deizisau ist gerade oft mein Thema hier. Aber das liegt daran, dass Deizisau gerade die meisten Themen liefert im EZ-Handball-Land. Die Spekulationen, mit welchem Trainer die Mannschaft ins neue Jahr geht, sind nun jedoch vorbei: Daniel Mayr macht’s.

Auf den Namen konnte man kommen. Wie auf andere auch. Auf jeden Fall ist es eine interessante Konstellation. Und für Mayr eine Chance. Er kann nach seinen Erfolgen, die er mit dem TV Reichenbach hatte, zeigen, dass er auch bei anderen Clubs erfolgreich sein kann. Und er kann zeigen, dass er auch BWOL kann. Bisher war – in Reichenbach – die Württembergliga das Höchste, was er trainiert hat.

Die Deizisauer hätten gerne eine Lösung über die Saison hinaus gehabt. Aber es spricht für Mayr, wenn er erst einmal abwarten will, ob er das packt. Wobei das vor allem den Zeitaufwand betrifft. Veit Wager hat, nachdem er als Interimstrainer als Rascher-Nachfolger eingesprungen ist, erklärt, dass er die Doppelbelastung Handball/Beruf nicht auf Dauer stemmen kann. Das war fair. Und Mayr sagt nun, dass er guten Gewissens nur bis zum Saisonende zusagen kann. Auch das ist fair.

Und so haben beide Seiten eben auch die Chance zu merken, ob es überhaupt miteinander funktioniert. Wir erinnern uns: Bei Ralf Rascher waren die Erwartungen auch groß, und dann hat die Konstellation Rascher und Deizisau eben nicht gepasst. Die Chance ist nun da, dass beide Seiten im Februar oder so sagen: Passt, weiter so auch in der Saison 2018/2019. Hilfreich wäre natürlich, wenn die Deizisauer dann ein paar Punkte mehr für den Klassenverbleib hätten.

Beim EZ-Pokal vom 5. Bis 7. Januar wird man Daniel Mayr zum ersten Mal an der Seitenlinie der Deizisauer sehen. Ich fand es ja direkt schade, dass Deizisau und Reichenbach nicht in der gleichen Gruppe spielen. Mayr sagte aber zu mir: „Ich musste grinsen, als ich gesehen habe, was unser erstes Spiel ist.“ Achja, Deizisau gegen die SG Hegensberg/Liebersbronn. Da sitzt Jochen Masching, Mayrs langjähriger Kapitän und Co-Trainer aus Reichenbach, auf der Bank. Auch das ist eine schöne Geschichte. Und so passt auch das Foto gut, das ich für den Text in der EZ aus dem Archiv geholt habe (s.o.).

Ich bin mal gespannt, was als nächste Themen so anstehen. Vielleicht gibt es aus Neuhausen was Neues? Deizisau hat mich jedenfalls irgendwie zu Fußball-Überschriften gebracht. „Deizisau und der Stöger-Effekt“ hab ich hier am Kreis geschrieben. Die Headline in der EZ zur Mayr-Verpflichtung lautet  „Deizisau geht nicht den Bayern-Weg“. Eine Bitte-lies-mich-Überschrift nenne ich so was gerne.

Die Überschrift über meinen nächsten Text hier weiß ich auch schon. Es ist jedes Jahr die gleiche: „Wer gewinnt den EZ-Pokal?“.

Schöne Weihnachten allen. Ein paar ruhige Tage und einen guten Rutsch ins neue Jahr wünsche ich euch. Und vielen Dank fürs treue Lesen in 2017!

Deizisau und der Stöger-Effekt

Eine Szene aus dem Derby: Deizisaus Kapitän Dennis Prinz packt zu und hindert Plochingens Felix Zeiler am Wurf. Fotos: Rudel

Sie sind dran. Noch aber haben die BWOL-Handballer des TSV Deizisau keinen neuen Trainer. Aber, so hört man, es wird. Beim EZ-Pokal soll der Neue in der Neckarsporthalle dabei sein. Dabei haben die Deizisauer am Samstag ja Argumente gesammelt, die es den oder dem Kandidaten leichter machen müssten. Und der Blick auf die Tabelle sieht auch besser aus: Nicht mehr Letzter, eine von vier Mannschaften mit 11:19 Punkten, Platz acht nur zwei Zähler entfernt. Es ist nicht so viel passiert und trotzdem fühlt es sich aus Deizisauer Sicht viel besser an.

Ist wirklich nicht so viel passiert? Der 30:29-Derbysieg beim TV Plochingen – mit dem wohl nicht nur ich nicht unbedingt gerechnet habe – dürfte mehr gebracht haben als die zwei Punkte. Ich kann mir vorstellen, wie froh Interimstrainer Veit Wager ist, sich mit einem Sieg (insgesamt dem zweiten unter seiner Regie) aus Deizisau zu verabschieden. Es war bestimmt nicht leicht für ihn, dem Verein mitzuteilen, dass er nach Weihnachten nicht weitermacht.

Die Deizisauer Abwehr steht.

„Deizisau überrascht in Plochingen“ steht über dem Text von Steffi Gauch-Dörre in der EZ. Man hätte auch die Überschrift anwenden können, die in der Montagausgabe fünf Seiten weiter vorne steht. „Stöger erweckt den BVB zu neuem Leben“. „Wager erweckt Deizisau zu neuem Leben“. Deizisau und der Stöger-Effekt.

Die Situation ist nicht ganz vergleichbar, weil Stöger bei den Dortmunder Fußballern weitermacht. Allerdings, so heißt es – und das wiederum aus ganz anderen Gründen – auch nicht auf Dauer. Wer macht in Deizisau nun den Nagelsmann oder so?

Auf jeden Fall hat die Deizisauer Mannschaft bei in dieser Saison starken Plochingern gezeigt, was in ihr steckt. Nach der Trennung von Ralf Rascher standen auch die Spieler in der Kritik, und sie haben sie offensichtlich angenommen. Deshalb ist der Sieg zum Jahresabschluss auch für sie wichtig. Und auch für die Vereinsführung bei der Trainersuche.

Auch in der kommenden Saison zu beobachten: Daniel Brack beim TV Plochingen am Spielfeldrand.

Die Plochinger haben derweil schon mit Daniel Brack für die kommende Saison verlängert. Wie die Zeit vergeht, schon in seiner fünften Saison ist er beim TVP. Und im zweiten Anlauf hat er es ja nun auch geschafft, das „Spieler-“ vor dem Trainer zu streichen. Auch so ist Brack und Plochingen eine Erfolgsgeschichte.

Marcel Rieger beackert als Bracks Nachfolger den Plochinger Rückraum.

Es gab wohl einige, die sich Daniel Brack auch beim Drittligisten TSV Neuhausen vorstellen konnten. Auch wenn das offensichtlich kein Thema war (weiß man’s…?), ist das nun vom Tisch. Mir fällt da natürlich der eine oder andere Name ein, wer am Ende der Saison dem nach Bietigheim wechselnden Ralf Bader folgen könnte. Aber sie haben auf den Fildern ja noch ein bisschen Zeit, zumindest mehr als unten in Deizisau.

Ich bin sehr gespannt. Aus Deizisau hören wir vielleicht schon diese Woche noch mehr.

Falls nicht, also, falls ich dadurch nicht noch dazu komme, hier etwas zu kommentieren, wünsche ich euch jetzt schon schöne Weihnachtstage und einen guten Start in 2018. Man sieht sich beim EZ-Pokal. Um die Vorbereitungen kümmere ich mich jetzt noch ein bisschen.

EZ-Pokal – die Auslosung

EZ-Volontärin Maria Krell bei der Arbeit in der Sportredaktion. Sie ist die Losfee des EZ-Pokals 2018. Fotos: Paesler, Rudel (1).

Wer den Beruf des Redakteurs für sich ausgesucht hat, der macht – wenn er eins bekommt – klassischerweise ein Volontariat bei einer Zeitung, einem Radio- oder Fernsehsender oder einem Online-Dienst. Es gibt auch andere Weg zum Beruf. Aber Maria Krell hat die Variante gewählt wie auch ich vor vielen Jahren. Maria macht ihr Volontariat bei der Eßlinger Zeitung und zurzeit durchläuft sie im Rahmen ihrer Ausbildung das Sport-Ressort. Warum ich das erzähle? Ich könnte berichten, dass es Spaß macht, mit ihr zusammenzuarbeiten. Aber hierher gehört diese Geschichte: Maria hat dieser Tage die wichtige Rolle übernommen, die Gruppen des EZ-Pokals 2018 auszulosen.

Das Ergebnis der Auslosung ist nun also in der EZ nachzulesen. Weil wir in diesem Jahr mit 14 Mannschaften spielen, haben wir zwei Dreier- und zwei Vierergruppen. Warum die beiden Vierergruppen etwas unterschiedlich besetzt sind, könnt ihr in meinem Text in der EZ nachlesen. Auf jeden Fall gibt es sehr interessante Paarungen. In der Gruppe 1 – „Hammergruppe“ würde der Boulevard titeln – kommt es tatsächlich zur gleichen Auftaktbegegnung wie im Jahr zuvor: TSV Neuhausen gegen HSG Ostfildern.

Luis Sommer und der TSV Neuhausen treffen auch diesmal im Auftaktspiel auf die HSG Ostfildern.

Erinnert ihr euch? Im Januar 2017 hat der EZ-Pokal mit dem Überraschungssieg der Ostfilderner gegen die MadDogs begonnen. Die HSG ist diesmal wieder Außenseiter in der Gruppe, wie das Team Esslingen. Unser Ausrichter-Partner, der, wie ich mitkriege, sehr engagiert mit den Vorbereitungen beschäftigt ist, hätte es leichter erwischen können. Aber so ist nunmal die Auslosung gelaufen. Interessante Spiele gibt es für die Mannschaft von Daniel Kraaz und Volker Pikard allemal.

Ich freue mich sehr, dass Steffen Rost mit dem SKV Unterensingen (ebenfalls Gruppe 1) wieder dabei ist. Im vergangenen Januar konnte der SKV nicht mitspielen, weil ein Württembergliga-Spieltag anstand. Das hat der HVW diesmal besser geregelt und im HVW-Pokal sind die Unterensinger auch rechtzeitig ausgeschieden, um nicht beim Final Four am 6. Januar mitspielen zu müssen .

Das Team Esslingen kommt in die Gruppe 1.

Auch der TSV Zizishausen, damals noch mit Holger Breitenbacher auf der Bank, hätte bei der Ausgabe 2017 gerne mitgespielt, musste aber in der Liga ran. Diesmal war Zizishausen eine der ersten Mannschaften, die gemeldet hat. Und kommt mit Georgios Chatzigietim. Super fürs Turnier. Und spannend für die Mannschaften und die Zuschauer, dass es in der Gruppe 3 gleich zum Knaller zwischen Zizishausen und Wolfschlugen kommt. Ebenfalls am Vorrundentag eins.

Was ich in diesem Zusammenhang sehr spannend finde, sind zwei Trainerfragen. Drittligist Neuhausen wird auf jeden Fall mit Ralf Bader zum EZ-Pokal kommen. Worauf er sich freut, wie er mir kürzlich erzählt hat. Im Sommer geht er ja dann nach Bietigheim. In die 2. Bundesliga oder in die Bundesliga, das wird man bis dahin wissen. Beim TSV Deizisau hat Interimscoach Veit Wager nur bis Weihnachten zugesagt – also bis zum BWOL-Derby am morgigen Samstag gegen den TV Plochingen. Noch haben beide Vereine keinen Nachfolger und bei Deizisau heißt das, dass noch nicht klar ist, wer die Mannschaft beim EZ-Pokal betreuen wird.

Das Tableau…

Okay, das ist für die Deizisauer jetzt nicht so entscheidend. Wichtiger ist, dass der Verein den richtigen Trainer findet, der das Thema Klassenverbleib angeht und die Mannschaft auf die kommende Saison vorbereitet. Mir fällt ja für beide Vereine der eine oder andere passende Kandidat ein. Mal sehen.

Ich melde mich die Tage hier nochmal. Im neuen Jahr sieht man sich in der Neckarsporthalle! Vielleicht schaut Maria ja auch mal vorbei.

Die Plochinger Handballer treiben quer

Wer ist hier Wasser- und wer Handballer? Ein Blick in die Serie „Quertreiber“ in der EZ gibt einen Hinweis. Fotos: Rudel

Es gibt wahrscheinlich keine Sportart, bei der sich Wortspiele so sehr anbieten, wie Wasserball. Und bei der man sich deshalb so zurückhalten muss, sie zu vermeiden, wenn man darüber schreibt. Was bei mir manchmal vorkommt. Mannschaft XY geht baden oder unter, soundso schwimmt davon, gerät in gefährliches Fahrwasser oder schwimmt auf der Erfolgswelle. Es ließe sich fortsetzen.

Warum ich das hier schreibe? Ich hatte diese Woche einen sehr interessanten Termin, der viel Spaß gemacht hat. Und ich glaube, nicht nur mir. Ich habe die BWOL-Handballer des TV Plochingen zu einer Trainingseinheit bei den bundesliga-Wasserballern des SSV Esslingen begleitet. Daraus entstand der erste Teil einer Serie, die ich schon länger im Kopf habe. „Quertreiber“ habe ich sie genannt und ich (oder einer meiner Kollegen) begleiten dabei Sportler, die sich in einer anderen Sportart versuchen. Den Anfang haben also Handball und Wasserball gemacht. Wer eine Idee für einen weiteren Serienteil hat – einfach melden.

Das mit den Wortspielen hätte sich auch hier weiterführen lassen. Marvin hat kein Wasser unter dem Fuß. Oder wie nennt man das Becken, in dem sich der Plochinger Trainer aufhällt? Brack-… Ne, der war nicht so gut.

Ich schreibe das hier also auch, um euch auf die Serie hinzuweisen und um ein paar Bilder mehr zu zeigen. Viel Spaß.

Viel zu tun in Deizisau

Veit Wager (rechts) und die Spieler des TSV Deizisau haben schon glücklichere Handball-Tage erlebt. Fotos: Rudel

Ich wäre vor einer Woche gerne in Lauterstein gewesen. Mit 46:31 hat der TSV Deizisau da in der BWOL im ersten Spiel unter Trainer Veit Wager die dortige SG aus der Halle gefegt. War das wirklich die gleiche Mannschaft, die gestern in der Ertinger-Halle gegen Blaustein gespielt hat? 32:35 verloren und das hoch verdient. Einfach schwach.

Jetzt haben sie es ja wirklich nicht leicht in Deizisau. Dennis Prinz, der Kapitän, meinte gar sinngemäß, der hohe Sieg bei den ebenfalls kriselnden Lautersteinern habe einige in der Mannschaft geblendet. Den Blausteinern jedenfalls reichte eine unaufgeregte, solide Leistung, um die Deizisauer zu schlagen.

Mittlerweile weiß man auch, dass Wager nur Interimstrainer ist. Ich glaube nicht, dass dieser Umstand ansich das Problem war. Das habe ich versucht, in meinem Text in der EZ heute herauszuarbeiten. Die Mannschaft habe gut trainiert, haben alle gesagt. Wager hat es gut gemacht. Er konnte einem gestern fast leidtun. Er war engagiert an der Seitenlinie, hat in den Auszeiten versucht, auf die Mannschaft einzuwirken, hat immer wieder etwas ausprobiert. Und war am Ende genauso konsterniert wie Capitano Prinz.

Deizisau in Person von
Dennis Prinz obenauf und Blaustein am Boden? Gestern war es anders herum.

Was will Wager auch machen? Er ist kurzfristig eingesprungen und betreut die Mannschaft nur für vier Spiele. Drei davon auswärts übrigens. Da kann man nicht viel einstudieren, sondern eher schauen und stärken, was die Mannschaft kann. Und man muss auch deshalb von Spiel zu Spiel denken, weil danach ein Kollege die Arbeit übernimmt. Das ist das Problem.

Wenn der Neue nur schon gefunden wäre. Denn das ist gar nicht so einfach: Der Kandidat muss die vierthöchste Liga coachen können, muss zu haben und zu bezahlen sein. Die Zeit drängt.

Wie gesagt, ich war in Lauterstein nicht dabei. Aber gestern konnte man schon sehen, dass in der Deizisauer Mannschaft einiges nicht stimmt. Die Spieler scheinen nicht so richtig zu wissen, was sie tun sollen. Im Angriff fehlen die Ideen und das Zutrauen, in der Abwehr war auffällig, wie leicht die Blausteiner Lücken auftun konnten. Jeder der Deizisauer Spieler schien mit sich selbst beschäftigt zu sein. Auch die erfahrenen. Wie sollen sie da die Jungen führen? Dass von denen dann auch nicht viel kam, kann man ihnen nicht vorwerfen. Am besten haben mir noch Maxi Schmid-Ungerer und phasenweise Silvan Kenner gefallen, die eine gewisse Unbekümmertheit beim Abschluss gezeigt haben.

Yannik Taxis beim Torwurf. Zwei Treffer gelingen dem Youngster.

Ich weiß, das klingt jetzt alles ziemlich hart. Aber es ist mein frischer Eindruck von gestern. Dennis Prinz hat Recht, wenn er sagt, dass die Mannschaft seiner Meinung nach genug Potenzial hat, um in der Liga zu bleiben. Kürzlich hat er aber auch gesagt, dass die Stärke in den vergangenen Jahren eben gewesen sei, dass die Deizisauer gerade in den Spielen gegen direkte Konkurrenten da waren und die nötigen Punkte geholt haben. Blaustein hätten sie gestern zu einem direkteren Konkurrenten machen können. Jetzt liegen drei Punkte zwischen den Mannschaften.

Das heißt aber auch: Blaustein ist Neunter, Deizisau Vorletzter, dazwischen liegen nur diese drei Punkte. Der Elfte Viernheim hat nur einen Pluspunkt (und einen Minuspunkt, da ein Spiel mehr absolviert) mehr auf dem Konto als Deizisau, und das ist der nächste Gegner. „Ein Sieg dort ist ein Muss“, sagt Wager.

Es wäre gut, wenn der Dauerlösungstrainer bald gefunden ist. Denn es ist einiges zu tun in Deizisau. Aber auch noch nichts verloren.

Kurzer Exkurs: Es gab auch richtig positive Erlebnisse am Wochenende im EZ-Land: Drittligist TSV Neuhausen macht sich nichts aus der Nachricht, dass Trainer Ralf Bader am Ende der Saison nach Bietigheim wechselt, schlägt Balingen-Weilstetten II und ist als Aufsteiger jetzt schon Dritter. Der TV Plochingen holt in der BWOL gegen Viernheim einen Sieben-Tore-Rückstand auf und gewinnt mit einem Tor. Und die BWOL-Frauen des TSV Wolfschlugen sind nach dem 30:26 gegen Muggensturm/Kuppenheim Tabellenführerinnen. Chapeau!

Spuren hinterlassen

Ab Sommer in Bietigheim: Ralf Bader. Foto. Rudel

Mein Kommentar zum Wechsel von Trainer Ralf Bader im kommenden Sommer vom TSV Neuhausen zur SG BBM Bietigheim. Morgen in der EZ, heute schon hier:

Spuren hinterlassen

Im Nachhinein war die Verpflichtung von Ralf Bader für die Handballer des TSV Neuhausen ein Glücksfall. Kaum ein Trainer hat bei dem Verein in den vergangenen Jahren so nachhaltig gewirkt, und das, obwohl er gerade einmal eineinhalb Jahre da ist. Er hat der Mannschaft seine Idee von Handball vermittelt und sich dabei auch von anfänglichen Rückschlägen nicht beirren lassen. Er ging seinen Weg und nahm die Spieler mit. Das (Zwischen-) Ergebnis: Die bislang als Fahrstuhlmannschaft bekannten Neuhausener sind auf dem besten Weg, dieses Image abzulegen und sich in der 3. Liga zu etablieren. Platz sechs mit 16:10 Punkten nach 13 Saisonspielen sind ein ordentliches Zwischenzeugnis für einen Aufsteiger. Das Konstrukt wirkt sehr stabil.

Von daher verwundert es überhaupt nicht, dass andere Vereine auf den 37-jährigen früheren Bundesliga-Rechtsaußen aufmerksam geworden sind. Dass sie mit einer attraktiven Spielklasse und einem schlüssigen Konzept bei ihm auf offene Ohren stoßen würden, war bekannt. Denn Bader hat schon bei seinem Amtsantritt in Neuhausen im Sommer 2016 unmissverständlich kundgetan, dass er seine Zukunft in der Bundesliga sieht. Sollte die SG BBM Bietigheim den Sprung ins Oberhaus am Ende der laufenden Saison schon schaffen, ist ihm das sehr schnell gelungen. Ansonsten ist der Aufstieg sein Ziel für das Jahr darauf.

Die Enttäuschung der Neuhausener über Baders bevorstehenden Weggang ist verständlich, denn sie verlieren einen guten Trainer. Aber Bader hat sie nie im Unklaren darüber gelassen, was seine Ziele sind und sie können ihm den nächsten Karriereschritt von Herzen gönnen. Sie wissen, dass sie ihm für das dankbar sein können, was er in einigen Monaten übergeben wird. Ralf Bader wird in Neuhausen Spuren hinterlassen.

Blick nach Deizisau

Ein etwas älteres Foto von Veit Wager. Wenn er auch am Sonntag auf der Deizisauer Bank sitzt, gibt es neue Bilder. Foto: Rudel

Gestern Abend schaute die Nation nach Berlin in die baden-württembergische Landesvertretung, um zu sehen, was aus Jamaika wird. Heute blickt das EZ-Handball-Land nach Deizisau. Okay, es sind ein paar weniger Leute, die interessiert, wie die Trainerfrage bei den dortigen Baden-Württemberg-Oberliga-Handballern ausgeht, und die Tragweite der Entscheidung ist für die Nation auch nicht von ganz so großer Bedeutung. Dafür aber sind die Chancen für eine Einigung deutlich größer.

Nach der Trennung von Ralf Rascher hat Veit Wager für das Wochenende übernommen – mit einem fulminanten Ergebnis. Mit 46:31 haben die Deizisauer die Mannschaft der SG Lauterstein aus deren Halle gefegt. Was auch dazu führt, dass es jetzt in Lauterstein eine Trainerdiskussion gibt. Am heutigen Monntagaben setzen sich Wager und die Deizisauer Vereinsführung zusammen und beraten darüber, ob und wie es einen Weg für eine weitere Zusammenarbeit gibt.

Egal, wie es ausgeht: Für Wager spricht auf jeden Fall, dass er schonmal geholfen hat, noch bevor Klarheit über das weitere Vorgehen bestand. Ich habe gestern kurz mit ihm gesprochen. Lust, so mein Eindruck, ist vorhanden. Zeit aufgrund des Berufs nicht ganz so viel. Auch das spricht für ihn: Er macht es nur dauerhaft, wenn er sich der Aufgabe in dem dafür nötigen Umfang widmen kann. Ein passender Co-Trainer würde da helfen, die Suche läuft.

Die Deizisauer jedenfalls wollen mit Wager zusammenarbeiten. Sie kennen ihn gut aus der Zeit, als er die Frauen der HSG Deizisau/Denkendorf erfolgreich trainiert hat. Wager kennt dadurch den Verein auch. Ich halte viel von ihm – was im Übrigen aber auch für Rascher galt – und würde mich freuen, wenn er es macht.

Zeit für intensiven Austausch wird es dann auf jeden Fall beim EZ-Pokal vom 5. bis 7. Januar in der Neckarsporthalle geben. Deizisau ist dabei, so viel kann ich schon verraten. Ich bin gemeinsam mit dem Ausrichter Team Esslingen gerade in den finalen Zügen der Zusammenstellung des Teilnehmerfeldes. Dazu demnächst mehr in der EZ.

Auch Titelverteidiger Neuhausen wird natürlich beim EZ-Pokal mitspielen. Die MadDogs sorgen heute mit für eine schöne Seite 21 in der EZ. Oben der Text von Steffi Gauch-Dörre über den 25:23-Sieg der Neuhausener gegen Hochdorf, unten der über den Triumph der Deizisauer in Lauterstein. Und dazwischen der Bericht vom 32:30-Sieg des TV Plochingen beim Top-Team TV Willstätt. So happy habe ich TVP-Trainer Daniel Brack selten erlebt, als er gestern aus Willsätt in der EZ-Redaktion angerufen hat. Macht Spaß zurzeit, der Handball im EZ-Land.

Und allen, für die es am Wochenende nicht so gut lief, etwa die Landesligisten HSG Ostfildern und Team Esslingen: Kopf hoch, man kann nicht immer gewinnen.

Ein Kommentar zum
Deizisauer Trainerbeben

Ralf Rascher und der TSV Deizisau – das hat nicht funktioniert. Foto Rudel

Selten hatte man bei der Verkündung einer Trainerverpflichtung so sehr das Gefühl, dass die Konstellation passen müsste – und selten hat man sich so getäuscht. Baden-Württemberg Oberligist TSV Deizisau und Trainer Ralf Rascher trennen sich nach nur elf Saisonspielen. Auch Raschers Bruder Andreas hört als Co-Trainer auf. Die Probleme, die zur Trennung führten, sind klar. Wie die Probleme aufkamen, wissen die Beteiligten dagegen selbst nicht so genau.

Offenbar gab es von Anfang an große Verständigungsprobleme zwischen Trainer und Mannschaft. Und das mit einem Trainer, der eigentlich für seine Kommunikation und seinen Umgang mit jungen Spielern bekannt ist. Sowohl Rascher als auch Arne Staiger vom Management und Spielführer Dennis Prinz bemühten sich, nicht schlecht übereinander zu reden und nicht im Unfrieden zu scheiden. Es können sich sicherlich (zumindest bald wieder) alle in die Augen schauen. Aber alle machten deutlich, dass es so nicht weitergehen konnte.

Rascher hatte angekündigt, keine Handball-Revolution in Deizisau durchzuführen. Dann hat er aber offenbar doch mehr geändert, als die meisten Akteure der Mannschaft erwartet hatten. Und, so die Sicht der Spieler, er erklärte dies nicht ausreichend und offensichtlich nicht so, dass es die Mannschaft verstanden hat. Früh, wohl zu früh, haben gerade die erfahrenen Handballer dann dicht gemacht und sich gegen die Umstellungen gesperrt. Prinz gesteht das auch ein.

Es wird klar: Alle haben Fehler gemacht. Fehler, die sie so in Zukunft vielleicht nicht mehr machen werden. Und Fehler, die die Spieler sehr schnell nicht mehr machen sollten, denn sonst wird es auch Raschers Nachfolger schwer haben. Es wird auch klar: Bei allem anfänglichen Willen war das einfach ein Fall, in dem eine Zusammenarbeit nicht funktioniert hat. Das kommt vor. Rascher und eine andere Mannschaft oder die Deizisauer Mannschaft und ein anderer Trainer – das kann bestens funktionieren.

Allerdings, nochmal: Es sollten alle aus den Fehlern lernen, die zum Deizisauer Trainerbeben geführt haben, und der Versuch mit dem neuen Coach – der vielleicht schon am morgigen Freitag präsentiert wird – sollte nicht daneben gehen. Denn sonst, so einfach ist es im Sport, steigt der TSV Deizisau ab.