Ostfildern zieht durch

Michael Schwöšbel kann mit seiner HSG Ostfildern zurzeit sehr zufrieden sein. Fotos: Rudel

Am Wochenende hat wirklich alles Handball gespielt, was Handbälle auf Tore werfen kann. In der Montagausgabe der EZ wird es dann ganz schön eng. Ein Derby gab es – wie gefühlt jede Woche in der Württembergliga der Frauen – zwischen Köngen und Reichenbach. Macht 13 Spielberichte.

Etwas kürzer ist so der Text über Landesligist HSG Ostfildern geworden – ging halt nicht anders. Über die HSG muss man sich zurzeit aber auch wirklich keine Sorgen machen. Im Gegenteil, die Mannschaft macht richtig Spaß. Es herrschen sowas von geordnete Verhältnisse in Scharnhausen und Ruit: Michael Schwöbel hat angekündigt, am Ende der Saison als Trainer aufzuhören, in Frank Ziehfreund steht ein anerkannter Mann bereit. Und die Mannschaft gewinnt. Spiel für Spiel.

Zuletzt gab es ein sattes 36:23 gegen H2Ku II. Schwöbel war zufrieden. Nur acht Gegentore in Hälfte eins waren stark. Dass es in der zweiten bei klarem Siegkurs mehr waren, könne man verbessern, sagt er. Allerdings mit einem Lächeln. Deswegen wird es bestimmt kein Straftraining geben.

Frank Ziehfreund kann sich auf seinen neuen Club freuen.

Sechs Siege in Folge hat die HSG nun geholt, darunter die im Derby beim TSV Köngen und beim Team Esslingen. Schwöbel ist entsprechend glücklich, auch darüber, wie die Mannschaft seit seiner Abschiedsankündigung mitzieht. Ostfildern zieht durch. „Die Mannschaft hat einen riesen Charakter“, sagt Schwöbel. Und: „Die Spieler haben schon gut mitgezogen, als noch nicht klar war, dass ich aufhöre. Und seither tun sie es auch. Sie wollen etwas erreichen.“

Und was ist das? Schwöbel spricht davon, Platz drei festigen zu wollen. Naja, das ist der Goldene-Ananas-Platz. Vorerst Platz drei, behaupte ich. Und Schwöbel lässt sich auch entlocken, er habe „nichts dagegen“, sich mit dem Aufstieg zu verabschieden.

Das wäre ja auch was: Da spielt der Mann Jahr um Jahr mit der HSG in der Relegation – mal um den Auf- und mal gegen den Abstieg – und dann soll das in seiner letzten Saison anders sein? Die Fakten: Der Zweite SG Ober-/Unterhausen hat am Samstag gegen Weilstetten II verloren, dadurch beträgt der Rückstand der HSG nur noch vier Punkte. Das ist aufzuholen bei dem Lauf. Am 18. März kommt es zum direkten Aufeinandertreffen. Spitzenreiter HSG Böblingen/Sindelfingen ist nochmal zwei Punkte weiter weg.

Nochmal Fakten: Der Erste steigt direkt auf, der Zweite geht in die Relegation. Wie in der vergangenen Saison gibt es da die recht komfortable Situation, dass zwei von drei Mannschaften den Sprung in die Württembergliga schaffen. Die HSG war vor einem Jahr dabei. An den Ausgang erinnern sie sich auf den Fildern nicht so gerne – einer von drei schafft es eben auch nicht.

Im Moment sollten sie bei der HSG aber vor allem den guten Lauf genießen, konzentriert bleiben und weiter gewinnen. Am kommenden Wochenende haben sie aber erst einmal frei. Fasching. Da spielt aus dem EZ-Land nur Drittligist TSV Neuhausen. Bei den MadDogs läuft es weniger gut, seit auch dort bekannt ist, das Trainer Ralf Bader am Ende der Saison geht. Vier Niederlagen in Folge. Aber das ist ein anderes Thema. Und für alle anderen gilt: Genießt das handballfreie Wochenende.

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