Wenn Handballer nicht kicken dürfen

Es war ein handballfreies Wochenende für mich, weil ich mir den VfB in Frankfurt angeschaut habe. 450 Kilometer für zwei Tore, naja. Ein Handballer kann darüber nur müde lächeln. Wobei, die Verbindung zwischen Handball und Fußball ist erstaunlich: Am Freitagabend hab ich mit Team-Trainer Thomas Freiwald telefoniert. Der war total angefressen, weil die Mannschaft mit drei Toren gegen Tabellenführer Bittenfeld II verloren hat. Okay, eher war er sauer, weil die Esslinger Spieler sich nicht an seine Vorgaben gehalten haben. „Es wäre so leicht gewesen, zu gewinnen“, hat er gesagt. Und was macht der Mann: Es lässt die Teamspieler Handball trainieren statt Fußball spielen, wie er es im Falle eines Sieges versprochen hatte. Konsequent ist das, aber warum kicken Handballer so gern? Und warum ist es eine Strafe, wenn sie es nicht dürfen? Dass Fußballer scharf aufs Handballspielen sind, hab ich dagegen noch nicht gehört. Wahrscheinlich ist es ihnen zu kompliziert.

Überhaupt weiß man von vielen Handballern, dass sie Fußball-Fans sind. Deizisaus Noch-Trainer Steffen Rost zum Beispiel. Und Wernaus Frank Ziehfreund hab ich mal in Gladbach vor dem Stadion getroffen und zwar (darf man das hier schreiben?) im Gladbach-Trikot. Der Mann hat‘s auch nicht leicht, zumindest was seine Fohlen betrifft. Mit dem HCW läuft es dagegen super. Im Gegensatz zu Rosts Deizisauern. Der Abstieg aus der BaWü-Oberliga ist wohl kaum noch zu vermeiden, während Neuhausen – da leg ich mich jetzt mal einfach fest – so langsam für die 3. Liga planen kann.


Face to Facebook

Heute mal was in eigener Sache: Ich bin jetzt seit fast acht Wochen „am Kreis“. Die Zahl der Besucher, hat meine Internet-Expertin gesagt, ist ziemlich gut. Kommentare gab’s einige, Tendenz allerdings fallend. Also: ran an die Tasten, ich mach’s doch auch. Und weder ich noch die anderen Leser beißen.

Es gibt übrigens eine gute Methode, wie man mitbekommt, wann es hier was Neues gibt. Die bereits erwähnte EZ-Internet-Fachfrau macht in der Regel auf der Facebook-Seite der Eßlinger Zeitung einen Hinweis. Dazu muss man bei Faceook nur auf „gefällt mir“ gehen – und schon ist man stets informiert. Natürlich nicht nur über den Blog, sondern auch sonst über alle möglichen Aktionen der EZ. Also, man sieht sich. Hier und auch bei Facebook. Spätestens am Montag wieder, am Sonntag geh ich nämlich fremd und schau mir an, was der VfB in Frankfurt reißt. Dazu gäb’s bestimmt auch einiges zu erzählen, aber hier geht es weiterhin um den wunderbaren Handball-Sport.


Respekt, Steffen Rost

Wir haben es morgen in der EZ – Steffen Rost hört am Ende der Saison als Trainer des TSV Deizisau auf. Der Mann ist beim TSV eine Institution. Ich bin jetzt seit fast elf Jahren bei der EZ. Als ich kam, war Rost schon lange da, als Mr. Zuverlässig auf dem Spielfeld der Deizisauer. Als er vor sechs Jahren vom Spieler zum Trainer wurde, war ich ehrlich gesagt ein bisschen skeptisch, ob er den Sprung vom Mitspieler zum Chef schaffen würde. Er hat es geschafft. Zwar hat sich die Mannschaft in dieser Zeit sportlich nicht nur positiv entwickelt, das hatte aber eher andere Gründe. Wirtschaftliche und so.

Steffen Rost wird nicht nur als guter Spieler, sondern auch als guter Trainer in die Geschichte der Deizisauer Handballer eingehen. Dass er und der Verein jetzt nach so langer Zeit einen sauberen Schnitt machen, ist okay und verdient Respekt. Egal, ob die Mannschaft noch den Klassenverbleib in der BaWü Oberliga schafft oder sich bei den Württembergligisten der Region einreiht. Ich bin jetzt nur mal gespannt, wer kommt – der „Markt“ gibt ja nicht so wahnsinnig viel her. Und ob Rost in einer anderen Funktion beim TSV weitermacht. Für die Personalpolitik war er zuletzt ja schon zuständig.

Andere Halle: Ich war heute in Neuhausen beim Spitzenspiel gegen Oftersheim/Schwetzingen. Und spätestens seit heute glaube ich, einen kommenden Drittligisten gesehen zu haben. Natürlich sagen sie auf den Fildern, dass es bis dahin noch ein weiter Weg ist, weil die Liga saustark ist. Ist auch so. Aber so konsequent, wie die Mannschaft ihr Ding durchgespielt hat – das wird was.


Überraschungen

„So ist halt Sport“, hat Michael Abele heute gesagt. Den Zusatz „und das ist auch gut so“, hat er sich in diesem Fall verkniffen. Denn die von ihm trainierten und zurzeit grippegeplagten Württembergliga-Handballer des HC Wernau haben gegen Laupheim überraschend mit 27:28 verloren. Überraschend, weil der HCW Zweiter und Laupheim (jetzt) Zehnter ist. Zu blöd für Wernau, dass der Sechste HSG Ostfildern am Tag davor die Überraschung gegen Tabellenführer Wangen um ein Tor verpasst hat (30:31). Ein Punkt wäre drin gewesen, findet HSG-Trainer Frank Illi. Aber so ist halt Sport.

Eins drüber in der BaWü-Oberliga gab es auch eine Überraschung. Nein, der TSV Neuhausen hat seine Aufgabe gegen Willstätt mit zehn Toren Vorsprung souverän gelöst. Aber die Stuttgarter Kickers mit dem neuen Bis-zum-Saisonende-Trainer Dago Leukefeld haben bei Kronau/Östringen II einen Punkt abgegeben, weshalb Neuhausen jetzt ganz ohne Rechnerei mit direktem Vergleich und so Tabellenführer ist. Die 3. Liga rückt näher. Für den TSV Deizisau nach der Niederlage bei Oftersheim/Schwetzingen allerdings gleichzeitig die fünfte.

Positive Überraschungen gab es auch für die Nellinger Zweitliga-Frauen. Nach zwei Liga-Niederlagen und einer im Pokal haben sie gegen Zwickau gewonnen und Platz zwei behauptet. Aber Spitzenreiter Bensheim/Auerbach hat in Weibern verloren. Und, was für mich die größere Überraschung ist: Bad Wildungen ist ohne Punkte aus Metzingen heimgefahren. Der TuS-Tross hat kürzlich in der Nellinger Sporthalle 1 offensichtlich ganz genau hingeschaut, wie Bad Wildungen die Hornets geschlagen hat. Beeindruckend war das – aber die Tussies haben es besser gemacht und damit für mächtig Spannung in der Liga gesorgt. Metzingen ist jetzt punktgleich mit Nellingen Dritter, Bensheim/Auerbach hat auch 21 Pluspunkte, aber ein Spiel weniger. Das ergibt für die Playoffs interessante Rechenspiele. So ist halt Sport. Und das ist auch gut so.


Alles wird gut, oder?

Ob das gut geht? Beim BaWü-Oberligist Stuttgarter Kickers schmeißt Trainer Hamza Catak nach Meinungsverschiedenheiten mit dem Vorstand hin. Und Dago Leukefeld soll das Team als Nebenjob zu den Bundesliga-Frauen des VfL Sindelfingen – wo er ja auch schon nicht nur Coach ist – in die 3. Liga führen. Der Ex-Deizisauer Mike Wolz, derzeit TSG Söflingen, steht bereits für die neue Saison in den Startlöchern. Irgendwie wird es bei den Kickers nicht langweilig. Und Leukelfeld, so mutmaße ich, konnte auch kaum Nein sagen, nachdem kürzlich erst beschlossen worden ist, dass die Sindelfingerinnen bald zu Kickers-Handballerinnen werden. Als Folge der Vor-der-Insolvenz-Rettungstat von Kickers-Präsident Jürgen Hollenbach.

Letzte Woche wussten die Spieler schon von Cataks Abgang und haben den Dritten Oftersheim mit 37:22 aus der Halle gefegt. Morgen treten sie beim Vierten Kronau II an. Die punktgleichen Neuhausener an der Tabellenspitze können also kaum darauf hoffen, dass die Kicker schwächeln. Aber man weiß ja nie.

Ob das gut geht? Die TVN-Frauen holen Agne Zukauskaite vom abgemeldeten TV Mainzlar zurück. Die kleine Litauerin hat bis zu ihrem Weggang (aus privaten Gründen) im Sommer zwar gut gespielt in Nellingen und war im Team beliebt. Aber inzwischen haben die Hornets für ihre Position Anna-Lena Unseld aus Göppingen geholt, die nach langer Verletzungspause endlich dabei ist, Fuß zu fassen und auch schon gute Ansätze gezeigt hat. Jetzt soll Unseld von der Spielmacherinnen-Position nach außen rücken. Und Tina Habiger dort die Seite wechseln.

Sportlich ist Zukauskaite ein Gewinn. Aber die Nellingerinnen können und müssen gerade jetzt zeigen, wie professionell sie mit dem größer gewordenen (Aufstiegs-) Druck umgehen. Nicht nur, weil der Kampf um Spielzeiten und Positionen härter geworden ist. Am Samstag spielen sie gegen Sachsen Zwickau. Ein Gegner, den sie schlagen müssen. Vor allem, um zu zeigen, dass sie weiter auf Playoff-Kurs sind. Die drei Niederlagen in Folge gegen Bad Wildungen und Bensheim/Auerbach sowie im Pokal gegen Buxtehude sind vertretbar. Aber so wie man sagen kann: Das war okay, so müssen die Hornets jetzt der Erwartung entsprechen und die nächsten Aufgaben lösen.

Zudem im Blickpunkt am Wochenende: Den abstiegsbedrohten Deizisauern trau ich nach dem Gut-tu-Sieg in Pfullingen bei den von den Kickers gerupften Oftersheimern durchaus was zu. Die Neuhausener würden sich freuen – sie erwarten in der Woche drauf Oftersheim.
Und alle (außer Wangen) würden sich wohl freuen, wenn in der Württembergliga der HSG Ostfildern eine Überraschung gegen das Überteam MTG Wangen gelingen würde. Alles wird gut, oder? Am Samstagabend wissen wir mehr.


Der kleine Unterschied

Das hat Spaß gemacht. Fragt sich nur, warum gerade mal 450 Leute das Pokalspiel der Nellinger Zweitliga-Frauen gegen Buxtehude sehen wollten. Immerhin ist der BSV zurzeit das zweitbeste Frauenhandball-Team in Deutschland. Die Stimmung in der Halle war trotzdem gut, weil zwar irgendwann absehbar war, dass alles seinen normalen Gang gehen und Buxtehude gewinnen würde. Weil die Nellingerinnen aber ihren Teil beigetragen und ein gutes Spiel gezeigt haben. Natürlich haben sie einige leichte Fehler gemacht. Aber das ist klar, wenn einem der Gegner ständige Konzentration abverlangt.

Die Hornets haben aber auch gesehen, was sie von einem Bundesliga-Team noch unterscheidet. Zumindest von einem Spitzenteam, denn in der Runde davor haben sie ja immerhin Bietigheim aus dem Pokal gekegelt. 60 Minuten lang absolute Taktiktreue, superschnelles Umschalten, ein hohes Grundtempo und eine robuste Abwehr – das ist Buxtehude. So weit weg ist der TVN davon nicht. Aber ein Stück ist es schon noch. Im nächsten Liga-Spiel gegen Zwickau sind die Nellingerinnen wieder Favorit – und nach der ungewohnten Erfahrung von drei Niederlagen in Folge, wovon nur die gegen Bad Wildungen etwas Kopfzerbrechen bereiten musste, täte ein Sieg gut. Ein souveräner möglichst.

Zwei weitere interessante Ergebnisse gab es am Wochenende: Beim TSV Deizisau in der BaWü-Oberliga schlägt das Pendel zwischen Hoffen und Bangen um den Klassenverbleib mal wieder in Richtung Hoffen. Ein 29:28-Kampfsieg in Pfullingen gibt zwei wichtige Punkte und einen Push für die Moral, bevor es jetzt zum Dritten – und Neuhausen-Verfolger – Oftersheim/Schwetzingen geht. Und dann war da ja noch das Württembergliga-Spitzenspiel der Wernauer in Wangen. Rums: 28:19 für Wangen – die zweite Niederlage des HCW in der Saison und die zweite gegen Wangen. Durch die komische Aufstiegsregelung war‘s das jetzt wohl für die Wernauer, selbst wenn sie in den Aufstiegsspielen dabei sind. Macht aber nichts, die wollen ja eh nicht unbedingt. Und wenn am Ende tatsächlich Platz zwei rausspring, ist da ein klasse Ergebnis.


Ein bissle Vorgeschmack

Bundesliga-Atmosphäre in der Sporthalle 1 zu Nellingen. Das wünschen sich die TVN-Frauen für die kommende Runde. Heute schon kommt das Bundesliga-Top-Team Buxtehuder SV auf die Fildern, zum DHB-Pokal. Ich hab im Vorfeld mit dem Trainer des Teams aus dem Norden gesprochen. Dirk Leun heißt der Mann – und er hat eine Menge zu sagen. Bevor er mit Buxtehude Erfolg hatte, hat er unter anderem die U-20-Juniorinnen des DHB betreut und mit dem TV Mainzlar hat er 2001 den DHB-Pokal gewonnen. Deshalb tut es dem Hessen richtig weh, dass Mainzlar letzte Woche nach X Jahren in der Bundesliga und der 2. Bundesliga das Team zurückgezogen hat. In Buxtehude wird, so beteuert er, solide gewirtschaftet und auf die Jugend gesetzt. Und Dirk Leun wünscht sich, dass das überall in Deutschland so gemacht wird. Dann, so glaubt er, wird es auch beim Nationalteam wieder besser. Das Interview gibt’s – wie immer, wenn ich hier so was schreibe – morgen in der EZ.

Das Spiel morgen Abend wird auf jeden Fall ein Highlight. Die Halle wird voll sein. Ich bin gespannt, was wir von Buxtehude zu sehen bekommen und wie sich die Hornets dem entgegen stemmen. Und wer weiß, vielleicht ist es ja ein bissle ein Vorgeschmack auf kommende Runde.


Aufstiegsgeschichten

Als ich Wernaus Trainer-Duo-Hälfte Frank Ziehfreund kürzlich beim EZ-Pokal ganz fröhlich nach den Aufstiegsaussichten gefragt habe, hat er nur mit der Stirn gerunzelt und mir dann erklärt, wie schwer das wird – obwohl die Mannschaft in der Württembergliga Zweiter ist. Abgesehen davon hat er mir klar gemacht, dass es den HCW gar nicht so unbedingt nach oben zieht. Auf jeden Fall hab ich mir dann die Aufstiegsregelung angeschaut. Und mich gewundert. Und mich gefragt, wer da durchblickt. Also hab ich gestern einfach mal Bezirks-Boss Kurt Ostwald angerufen und bin mit ihm zusammen durchgegangen, wie das denn so von oben bis unten geregelt ist. In fast jeder Liga ist das anders. In der BaWü-Oberliga etwa steigt der Zweite direkt auf, die Wernauer eins drunter haben kaum Chancen, falls sie Zweiter bleiben. Das Ganze ist heute in der EZ nachzulesen und ich hoffe es stimmt alles. Kurt Ostwald hat es jedenfalls so bestätigt, und der muss es wissen.

Natürlich hängt so mancher Unterschied – vor allem was die Zahl der Absteiger betrifft – damit zusammen, dass es in den verschiedenen Ligen unterschiedlich viele Staffeln gibt. Aber ich bin trotzdem der Meinung, dass es nicht sein kann, dass da auf jeder Verbands-Ebene ein eigenes Süppchen gekocht wird. Eine möglichst große Vereinheitlichung wäre gut, wäre fair, würde für Transparenz sorgen und vor allem für mehr Ansporn bei den Handballern.

Was mir allerdings auch aufgefallen ist: Die Saison dauert noch eine ganze Weile und für erstaunlich viele Mannschaften aus dem EZ-Land geht es noch um was. Und besonders erfreulich: Für die meisten davon geht es um was in Richtung oben. Da steht für uns von der EZ die eine oder andere Aufstiegsgeschichte an. Und die schreiben wir besonders gern.


Was geht?

Was war das für ein Spieltag in der Württembergliga. Tabellenführer Wangen – verloren. Der Dritte Plochingen – verloren. Der Vierte Wolfschlugen – nur ein Punkt. Bleibt der Zweite Wernau – der hat seine Aufgabe gelöst und gewonnen. Der HCW hat nun einen Punkt und ein Spiel weniger als Wangen und fährt am Samstag – klar, nach Wangen. Respekt, was die Wernauer in dieser Saison abziehen. Vom Aufstieg reden sie zwar nicht. Aber falls sie doch ein kleines bisschen daran denken, wäre ein Sieg im Allgäu nicht schlecht, obwohl viele so ein Unterfangen als unmöglich bezeichnen. Die etwas schräge Regel besagt nämlich, dass man in die Aufstiegsspiele die Punkte gegen die Teams mitnimmt, die aus der eigenen Staffel dabei sind – also für den HCW bei zwei Teilnehmern Stand jetzt die gegen Wangen. Und das Hinspiel hat schonmal Wangen gewonnen. Mal seh’n, was geht.

Die Frage stellt sich auch für die Zweitliga-Frauen aus Nellingen. Sind wir mal ehrlich: Die 33:36-Niederlage beim Tabellenführer in Bensheim liegt nur deshalb im Magen, weil die TVN-Frauen in der Wochen davor gegen Bad Wildungen verloren haben. Und das heftig. Macht zwei der bislang drei Saisonniederlagen direkt hintereinander. Ansonsten könnte man sagen: Zwei gute Spiele gegen Bensheim, daheim gewonnen, auswärts verloren, alles okay.

Für den Rest der Runde heißt das nun: Wenn die Nellingerinnen nicht einbrechen, wovon ich mal ausgehe, schaffen sie es in die Playoffs. Dort aber wird es ganz schön schwer, weil in der zweiten und entscheidenden Runde Bad Wildungen oder Bensheim der Gegner sein könnte. Aber das ist noch Zukunftsmusik. Am Samstag kommt der Bundesliga-Zweite Buxtehude zum Pokalspiel in die Sporthalle 1. Da könnte es die dritte Niederlage in Folge geben, worüber aber keiner meckern müsste und was auch keinen Knacks fürs Selbstvertrauen geben müsste. Aber wie hat Trainer Stefan Haigis hier geschrieben: „Darauf werden wir uns dezidiert vorbereiten…und dann schauen wir was geschieht. Ein Traumlos!“ Dem ist nichts hinzufügen. Ich freu mich auf das Spiel.


Der DHB ist gefordert

In der 2. Frauen-Bundesliga geht es rund. Und beim TV Mainzlar geht gar nichts mehr. Der Drittletzte wurde vom Ligabetrieb abgemeldet – weil die Hälfte der Spielerinnen weggelaufen ist. Und weil es Geldprobleme geben soll. Alles sehr dubios. Eigentlich wollte Hans-Jürgen Gerlach den TV ja an die Spitze führen, so wie er es einstmals mit dem TV Lützellinden gemacht hat. Jetzt sind beide weg. Und Gerlach steht vor einem Scherbenhaufen. Umstritten war der 65-jährige Trainer-Guru ja schon lange. Jetzt aber hat er es sich, so hört man, mit den Spielerinnen endgültig verscherzt. Auch Agne Zukauskaite sucht wieder einen Club. Vor der Runde war die Litauerin aus privaten Gründen vom TV Nellingen nach Mainzlar gewechselt. Beim TVN hat man sie ungern gehen lassen. Trotzdem kann ich mir schwer vorstellen, dass sie zurückkommt. Immerhin haben die Nellinger auf ihrer Position Anna-Lena Unseld aus Göppingen geholt, und die ist nach langer Verletzungspause endlich dabei, Fuß zu fassen. Trotzdem bin ich mir sicher, dass die vier Abtrünnigen aus Mainzlar unterkommen, zuvor waren ja schon drei Spielerinnen nach Weibern gegangen und hatten damit die Auflösungserscheinungen losgetreten.

Auch über die HSG Bad Wildungen wurde zuletzt viel diskutiert. Nicht nur, weil das Team am vergangenen Samstag die Hornets aus der eigenen Halle gefegt hat – was schon lange keiner mehr gewagt hat. Dem Verein haben im November noch 150 000 Euro gefehlt. Bei einem Etat von 250 000 ist das ne Menge Holz. Aber wie man aus Hessen hört, geht es weiter. Jemand, der das schon öfters getan hat, macht den Geldbeutel auf. Bis zum Saisonende ist der Spielbetrieb gesichert. Und für danach haben sie in Bad Wildungen schon große Ziele. So wie das Team in Nellingen aufgetreten ist, ist es ein heißer Aufstiegskandidat – und damit ein harter Konkurrent des TVN.

Aber soll man einer Mannschaft, die es sportlich sicherlich drauf hat, den Aufstieg gönnen, wenn das finanzielle Drumherum dubios ist? Der DHB ist jedenfalls gefordert, bei der Lizenzierung genauer hinzuschauen, denn aus der Vergangenheit gibt es viel zu viele negative Beispiele, bei denen Finanz-Chaos zu Chaos in der Tabelle und Insolvenzen oder Beinahe-Insolvenzen ebenfalls zu schiefen Tabellen und Wettbewerbsverzerrung gesorgt haben. Sportlicher Erfolg soll eine vernünftige wirtschaftliche Grundlage haben. Das wird ein Wunschtraum bleiben, aber die Verbände müssen endlich dafür sorgen, dass die schlimmsten Fälle verhindert werden. Gerlachs Lützellinden, das Bayern des Frauenhandballs, ist ja 2005 auch in der Insolvenz geendet.

Noch was Erfreuliches: Lars-Henrik Walther, 456-facher Bundesligaspieler unter anderem von Frisch Auf Göppingen, ist wieder da und hilft dem TSV Deizisau, in der Baden-Württemberg Oberliga zu bleiben. Morgen haben wir eine Geschichte über den mittlerweile 42-jährigen Hünen in der EZ. Es ist das Abschiedswerk meiner Kollegin Beate Wockenfuß, die am Samstag zurück in die sächsische Heimat zieht.