Württembergliga: Zwei oben, Zwei unten

Nicht aufzuhalten: Simon Kosak erzielt für Deizisau sechs Tore gegen Heiningen – und wechselt im Sommer nach Wolfschlugen. Fotos: Rudel

Bevor ich zu meinem heutigen Thema komme, unsere vier Württembergligisten, möchte ich mich bei meinem Kollegen Sascha Staat bedanken, bei dessen Handball-Podcast ich heute Gast sein durfte. Im zweiten Teil seiner Sendung (so ab Minute 14) geht es um Ralf Bader und die EZ-Aktion „Keine Pfiffe gegen Pfiffe“. Tolle Sache, was Sascha da seit Jahren macht, hört ruhig (öfter) mal rein.

Bei den vier Württembergligisten im EZ-Land heißt es grob: Zwei oben, Zwei unten. Wobei die Entwicklungskurven der Mannschaften interessante Verläufe nehmen. Und beim Blick in die Zukunft gibt es das eine oder andere Fragezeichen.

Dritter ist immer noch der TSV Wolfschlugen, trotz der jüngsten Niederlage gegen Absteiger SG Lauterstein. Die Wolfschlugener scheinen aktuell das Pech gehabt zu haben, dass die ambitionierten Lautersteiner gerade jetzt zu ihrer Form gefunden haben. Der Relegationsplatz zwei – in der Württembergliga gibt es ja noch eine Relegation – ist weiterhin vier Pluspunkte entfernt, dank des Sieges des TSV Deizisau gegen den TSV Heiningen.

Ob die Wolfschlugener den Sprung in die BWOL schaffen, ist also fraglich. Dazu braucht die Mannschaft im Saison-Endspurt jede Menge Konstanz. Der Blick in die Zukunft ist aber in jedem Fall rosig: Die Mannschaft der kommenden Saison wird stark sein, egal, in welcher Liga sie antritt. Durch die Rückkehr von Marcel Rieger und die Verpflichtung von Kreisläufer Simon Kosak aus Deizisau haben die Wolfschlugener einen ohnehin schon starken und breit besetzten Kader nochmal gut verstärkt. Gerade die Kombination Rieger/Kosak klingt vielversprechend. Zusammen mit dem guten Trainer Veit Wager spricht das dafür, dass die Wolfschlugener uns viel Freude bereiten werden.

Auch Patrick Kleefeld verlässt Deizisau – gegen seinen zukünftigen Club Heiningen trifft er neun Mal.

Das tun die Deizisauer jetzt schon, auf jeden Fall mehr, als man es vor der Saison erwarten konnte. Auf Platz vier hat sich die Mannschaft von Trainer Olaf Steinke vorgearbeitet. Richtig stark, wie die Deizisauer die bisherigen Spitzenspielwochen bestreiten: zuerst den SKV Unterensingen geschlagen und von Platz vier verdrängt, dann Spitzenreiter TSV Heiningen besiegt – kommenden Samstag geht es gegen den neuen Tabellenführer TSB Schwäbisch Gmünd.

Man merkt so richtig, dass die Deizisauer nach den vielen Jahren des Abstiegskampfes in der BWOL eins drunter wieder Spaß am Gewinnen haben. Noch sind einige Personalien für die kommende Saison offen – nach Kosaks Abgang unter anderem am Kreis. Aber der momentane Lauf dürfte die Gespräche mit potenziellen Zugängen erleichtern.

Fabian Sokele und die SG Hegensberg/Liebersbronn tun sich gegen die HSG Ostfildern schwer – auch im Rückspiel gibt es eine Derby-Niederlage.

In den Tabellenkeller: Beide Derbys zwischen der HSG Ostfildern und der SG Hegensberg/Liebersbronn habe ich gesehen. Und mir scheint: Ich habe die zwei besten Saisonspiele der HSG und die zwei schlechtesten von HeLi gesehen. Beim 33:27-Sieg der Ostfilderner haben es beide Trainer sehr gut auf den Punkt gebracht. Ostfilderns Frank Ziehfreund über den bärenstarken Auftritt: „Dass wir nach zuvor sieben Niederlagen hier mit so breiter Brust auftreten, ist eine grandiose Leistung, darauf können wir stolz sein.“ Und HeLis Jochen Masching zu der ganz schwachen Leistung: „Es gab überhaupt keinen Grund dafür, mir fällt jedenfalls keiner ein.“

Eine Szene aus dem Derby: Philip Strobel (links) und Arne Helms.

Sehen wir es aus EZ-Land-Sicht mal so: Für HeLi war es ein Rückschlag im Kampf um den Klassenverbleib. Mit einem Sieg gegen Ostfildern hätte sich die Mannschaft ein kleines Polster verschafft. Aber sie müsste stark genug sein, es zu schaffen. Das hat sie davor ja gezeigt. Für die HSG war der Derbyerfolg ein Big Point. Sie bleibt zwar Drittletzter, ist aber einen Punkt an HeLi und Laupheim dran und damit wieder dick im Rennen. Vor allem die Art und Weise des Auftritts dürfte Mut machen: So spielt kein Absteiger.

Heißt: Es wäre schön, wenn beide Mannschaften auch in der kommenden Saison in der Württembergliga spielen. Und bei Wolfschlugen und Deiziau: Wer weiß, vielleicht geht nach oben noch was.

Eine gute Woche allen.


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