Links und rechts von Esslingen

Er saß schon auf der Bank des Team Esslingen - übernimmt aber erst später: Vasile Oprea. Fotos. Rudel
Er saß schon auf der Bank des Team Esslingen – übernimmt aber erst später: Vasile Oprea. Fotos. Rudel

Der Mann ist in der Handballszene eine Nummer. Wer sofort aufzählen kann, bei welchen Vereinen Vasile Oprea schon alles war, der ist gut. Ich habe den heute 57-Jährigen kennengelernt, als er einstmals Trainer des TSV Neuhausen war. Zurzeit ist der Rumäne beim Bezirksligisten TSV Owen – demnächst will er dem Team Esslingen zu altem Glanz verhelfen.

Momentan läuft es nicht gut beim Team. Am Ende der vergangenen Saison wäre die Mannschaft fast in die Württembergliga aufgestiegen und ist dann an der HSG Ostfildern gescheitert. Jetzt spielt sie in der Landesliga gegen den Abstieg – und der langjährige Trainer Thomas Freiwald ist ein bisschen mit seinem Latein am Ende. Die ganze Sache lässt ihn nicht kalt.

Guter Mann, aber bald nicht mehr Team-Trainer: Thomas Freiwald.
Guter Mann, aber bald nicht mehr Team-Trainer: Thomas Freiwald.

Als ich heute mit Oprea telefoniert habe, hat er nur so gesprüht vor Energie. Der Mann lebt Handball. Am liebsten hätte er mir gleich sein ganzes Konzept erläutert. Auf jeden Fall wird er Vollgas geben, sobald er beim Team anfängt. Starke Sprüche hatte er heute schon parat. Ein paar Kostproben:

„In Esslingen gucken sie nach links und sie gucken nach rechts – überall kleinere Orte, die höher spielen.“
„Warum spielt so eine Stadt in der Landesliga?“
Esslingen ist so eine große Stadt mit einem solchen Potenzial, wir wollen peu a peu höher spielen – ein, zwei, drei Ligen, je nachdem.“
„Obwohl sich die Mannschaft Team nennt, kann ich im Moment kein gutes Team sehen.“

Seinen Sohn Dragos, dessen am Saisonende auslaufender Vertrag beim Bundesligisten Frisch Auf Göppingen nicht verlängert wird, wird Oprea übrigens nicht mitbringen, hat er mir lachend erklärt. „Nein, nein, vielleicht irgendwann, aber er kann noch ein paar Jahre Bundesliga spielen.“

Zur weiteren Lektüre kann ich euch die Seite 17 der morgigen EZ empfehlen, dort gibt es die ganze Geschichte und es kommen alle Beteiligten zu Wort.

Cut.
Am Wochenende war ja nicht nur beim Spiel FAG II gegen Team was los, wie man heute auf den Seiten 19 und 20 nachlesen kann. Ehrlich gesagt, hatte ich meinen Blog-Text schon fertig, ehe ich mit der Oprea-Geschichte angefangen habe, die ich hier natürlich auch nicht unkommentiert lassen wollte. Deshalb bekommt ihr die Team-Esslingen-freie Version jetzt auch noch zu lesen. Gibt’s halt heute ein bissle mehr:

Mit einspaltigen Überschriften ist das so eine Sache. Da kann man einfach nicht so viel reinschreiben wie beim Mehrspaltern. „HSG schlägt den Tabellenzweiten“ und „HSG hält mit, aber verliert“. HSGs gibt’s wie Bälle in der Handballhalle. Okay, aus der einen HSG noch eben „Ostfildern hält mit, aber verliert“ gemacht. Passt. Aber HSG Deizisau/Denkendorf in eine Überschriftenspalte kriegen, oder gar HSG Deizisau/Denkendorf II? No Chance. Und so haben wir heute eben auch noch „HSG II geht in Biberach baden“ im Blatt.

Aber alles halb so wild, die EZ-Leser finden sich da schnell zurecht. Und so kommen sie auch mit den Überschriften „Wolfschlugen baut Vorsprung aus“ auf Seite 19 und „Wolfschlugen verliert Spitzenspiel“ auf Seite 20 klar. Letzteres besagt, dass die Wolfschlugener Frauen in der Württembergliga nach der 27:32-Schlappe gegen Ober-/Unterhausen nur noch punktgleich mit Biberach, Wangen und Ober-/Unterhausen oben stehen, die Wolfschlugener Männer in der gleichen Spielklasse aber mit großen Schritten Richtung Meisterschaft marschieren.

Die Mannschaft von Trainer Lars Schwend hat ja auch beim EZ-Pokal als Finalist geglänzt. Jetzt ein deutlicher Sieg gegen Laupheim, während Verfolger TV Plochingen das doppelte Brüderduell gegen den SKV Unterensingen klar mit 24:30 verloren hat. Dem TVP gehen, wie selbst befürchtet, Leute und Luft aus. Und Spielertrainer Daniel Brack sagt schonmal: „Damit ist Wolfschlugen so gut wie aufgestiegen.“ Wolfschlugen 25:3 Punkte, dahinter zwei Mal 20:8 (Plochingen und Unterensingen).

Da werden sie in Wolfschlugen natürlich laut protestieren. Müssen sie auch, die Runde ist ja noch lang. Aber die Mannschaft ist spätestens jetzt sowas von favorisiert, das kann man drehen und wenden, wie man will.

Leidtun kann einem die HSG Ostfildern. Da hat die HSG („hält mit, aber verliert“) irgendwann mal endlich die ersten beiden Saisonsiege eingefahren – und dann geht es mit dem Verlieren gerade so weiter. Was für die Ostfilderner zum Verzweifeln ist: Mal kommen sie unter die Räder und unterliegen hoch, dann halten sie gegen viel stärker eingeschätzte Teams wie Zizishausen gut mit und verlieren mit eins oder zwei.

Jeder Pott braucht seinen Deckel...
Jeder Pott braucht seinen Deckel…

Noch was Positives zum Schluss: Drittligist TSV Neuhausen hat nicht nur einen wichtigen Sieg gegen H2Ku eingefahren und dabei eine überzeugende Leistung abgeliefert, sondern auch den geklauten EZ-Pokal-Deckel aus Wolfschlugen wieder. Bier gegen Blech. Alles ist gut.


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3 Antworten auf „Links und rechts von Esslingen“