Ralf Wagner ist der Trainer der Saison

Ralf Wagner. Foto: Rudel

Man kann es durchaus einen Außenseitersieg nennen. Und verdient hätten ihn alle, sonst wären sie ja nicht nominiert gewesen. Ihr habt entschieden: Ralf Wagner vom TSV Denkendorf ist der Trainer der Saison im EZ-Land!

Ein Bezirksligacoach hat das noch nie geschafft. Aber es zeigt: Es kommt nicht auf die Liga an, um gute Arbeit zu leisten, die entsprechend gewürdigt wird. So konnte etwa auch Daniel Brack, der übrigens in Denkendorf wohnt, vom Baden-Württemberg-Oberligisten und vielleicht bald Drittligisten TV Plochingen mit dem Ergebnis der Wahl leben und gratulierte Wagner.

Danke allen fürs Mitmachen und die hohe Wahlbeteiligung! Hier das Ergebnis:

  1. Ralf Wagner (TSV Denkendorf) 43,94 Prozent
  2. Daniel Brack (TV Plochingen) 24,24 Prozent
  3. Veronika Goldammer (TV Nellingen II) 18,69 Prozent
  4. Rouven Korreik (TSV Wolfschlugen) 9,60 Prozent
  5. Frank Ziehfreund (HSG Ostfildern) 2,02 Prozent

Dass diesmal auch ein bisschen nach dem Motto „the winner takes it all“ abgestimmt wurde, zeigt das Ergebnis von Frank Ziehfreund. Der Nachfolger bei der HSG Ostfildern von Michael Schwöbel, der Trainer der Saison 2017/2018, hat den Württembergliga-Aufsteiger zum einigermaßen sicheren Klassenverbleib geführt. Ebenso eine starke Leistung wie die Aufstiege der Kollegen, finde ich.

Wenn der TVP am Samstag den Aufstieg in die 3. Liga schafft, und dafür stehen die Chancen nach dem 28:28 im Hinspiel beim MTV Rheinwacht Dinslaken sehr gut, dann wird es im EZ-Land die Saison des TV Plochingen gewesen sein. Aber es war eben auch die Saison des TSV Denkendorf. 20 Jahre war der Verein in den Niederungen der Bezirksliga abwärts vertreten, jetzt ist er wieder da in der Landesliga. Und auch noch Bezirkspokalsieger. Ein ganzes Dorf nimmt daran Anteil. Und offensichtlich auch das ganze EZ-Handball-Land.

Daher sieht Ralf Wagner seine Wahl auch als Anerkennung für das, was im ganzen Verein geleistet wurde, wie er mir heute fröhlich erzählt hat und wie es in der EZ nachzulesen ist.  

Ich mache jetzt wie immer nach der Trainerwahl Am-Kreis-Sommerpause. Kann gut sein, dass ich die Entwicklung bei den Plochingern kommentiere – so wie ich es beim Abstieg des TSV Neuhausen aus der 3. Liga getan habe. Das wird dann aber in der Druck und Online-Ausgabe der EZ geschehen. Falls mir zwischendurch etwas auffällt, was ich hier im Blog unbedingt beschreiben will, bekommt ihr das wie gewohnt über Facebook mit.

Guten Sommer allen, vielen Dank für eure Treue! Gratulation an Ralf Wagner und den TSV Denkendorf. Und den Plochingern viel Erfolg in der Relegation.


Wer ist der Trainer der Saison?

+++ Montag, 17 Uhr. Das „Wahllokal“ ist geschlossen, jetzt wird ausgezählt. Vielen Dank fürs Mitmachen! +++

Was war das nochmal für ein Handball-Wochenende? Für einige Teams ist die Saison schon seit ein paar Wochen beendet – aber für die meisten, die noch im Einsatz waren, war noch richtig Pfeffer drin. Vor allem für den TSV Neuhausen, der doch noch die Entscheidungsspiele zum Verbleib in der 3. Liga erzwungen hat. Wow. Auch der TV Plochingen darf noch ins Relegations-Nachspiel.

Die EZ war am Wochenende bei sieben Spielen vor Ort, davon fünf Mal beim Handball – ich kann mich nicht erinnern, dass wir das schonmal hatten. Viel Spaß beim Lesen!

Aufstiege wurden gefeiert, Abstiege beweint, Mittelfeldplätze so oder so bewertet. Zeit also nun, den Trainer der Saison im EZ-Land zu suchen. Die Wahl ist schon eine gute Tradition – und wie immer seid ihr es, die entscheidet. Bewährt hat sich auch das Verfahren: Ich schlage einige Kandidaten vor und ihr stimmt in der Kommentarfunktion bei Facebook oder hier am Kreis ab. Gerne auch mit einer kurzen Begründung. Und unbedingt sportlich fair: Bitte hier oder auf Facebook abstimmen, also jeder nur ein Mal. Gewählt werden kann bis zum Montag, 13. Mai um 17 Uhr, dann wird ausgezählt und gekürt.

Hier meine Kandidatenliste. Klar ist, dass es einen neuen Trainer der Saison geben wird, denn Michael Schwöbel, der Sieger des vergangenen Jahres, ist mangels Verein diesmal nicht dabei. Es könnte aber eine(n) geben, die oder der schon zum zweiten Mal gewinnt. Daniel Brack (TV Plochingen), Veronika Goldammer (TV Nellingen II), Rouven Korreik (TSV Wolfschlugen), Ralf Wagner (TSV Denkendorf) und Frank Ziehfreund (HSG Ostfildern) stehen zur Wahl.

Der (alphabetischen) Reihe nach:  

Daniel Brack (TV Plochingen)

Daniel Brack. Fotos: Rudel

Gelingt den Plochingern durch die Relegation der Sprung in die 3. Liga – und dafür sieht es beim Modus zehn aus zwölf schon grundsätzlich nicht schlecht aus – , dann hat der Verein tatsächlich zum TSV Neuhausen aufgeschlossen oder gar den Machtwechsel im EZ-Land vollzogen, falls es die MadDogs in den Entscheidungsspielen gegen den TV Willstätt erwischt. Die männliche Nummer zwei im EZ-Land sind die Plochinger schon eine Weile. Beim TVP wurde im Hintergrund viel geackert, aber niemand wird bestreiten, dass Trainer Daniel Brack DER Vater des Erfolges ist. Er hat seinen Weg als Trainer gefunden, eine Mannschaft geformt und zum Drittliga-Kandidaten gemacht. Durch Fachkenntnis, Menschenführung und Motivationskunst. Nun verabschiedet er sich und wechselt zum VfL Pfullingen, mit dem er in der kommenden Saison gerne nach Plochingen zurückkehren möchte und dann herzlich empfangen werden wird.

Veronika Goldammer (TV Nellingen)

Veronika Goldammer.

Veronika Goldammer ist das Trainerinnen-Urgestein beim TVN. Sie hat bei dem Verein viel mitgemacht. Mit den Frauen II ist sie von der 3. Liga in die Württembergliga abgestiegen – und kommt jetzt wieder hoch in die Baden-Württemberg Oberliga. Dazu hat sie Jugendteams von Erfolg zu Erfolg geführt. Folgerichtig übernimmt sie nach dem Rückzug des Vereins aus der Bundesliga das neue Drittliga-Team und steht damit in der ersten Nellinger Trainerreihe. Viel Engagement und Gespür für die Spielerinnen zeichnen Goldammer aus.

Rouven Korreik (TSV Wolfschlugen)

Rouven Korreik.

Bei seinem zweiten Engagement in Wolfschlugen hat er das Team in die 3. Liga geführt. Ein Aufstieg, den viele versucht, Wolfschlugen aber jetzt geschafft hat. Ein riesen Erfolg für einen Club und eine Gemeinde von der Größe Wolfschlugens. Den Aufstieg haben sie sich im Verein von ihm erhofft – und er hat geliefert. Ebenso froh sind die Wolfschlugenerinnen, dass Korreik das Team auch in der dritthöchsten Spielklasse betreuen – und hoffentlich zum Klassenverbleib führen –  wird.

Ralf Wagner (TSV Denkendorf)

Ralf Wagner.

Ralf Wagner hat den TSV Denkendorf sozusagen wachgeküsst. Er hat die Mannschaft vor vier Jahren nach dem Abstieg in die Bezirksklasse übernommen. Dort hat er den Neuaufbau vorangetrieben und die Mannschaft zunächst zurück in die Bezirks- und dann in die Landesliga geführt, wo der Verein seit 20 Jahren nicht war. Verein und Ort sind mächtig stolz auf die Handballer. Wagner hat dabei eine Mannschaft so geformt, dass er gemeinsam mit den vielen jungen Spielern Ernsthaftigkeit und Spaß zu einer erfolgreichen Mischung gemacht hat. Die Landesliga kann kommen.

Frank Ziehfreund (HSG Ostfildern)

Frank Ziehfreund.

Es ist nicht immer ein Aufstieg, der als Erfolg gefeiert wird. Alle im Sport werden es wissen: Nach dem Aufstieg drinzubleiben ist mindestens so schwer. Der HSG Ostfildern mit Trainer Frank Ziehfreund ist das in der abgelaufenen Württembergliga-Saison eindrucksvoll gelungen. Ziehfreund kam nach ein paar Jahren in der handballerischen Fremde in die Region zurück und machte das einigermaßen überraschend aufgestiegene HSG-Team zu einem gestandenen Württembergligisten. Es dauerte nur wenige Wochen, bis man in Sachen Spielstärke und Abgeklärtheit kaum einen Unterschied zu den etablierten Liga-Kräften erkennen konnte. Vor allem verantwortlich dafür ist der Trainer. Zwar mussten die Ostfilderner wie drei Viertel der Liga während der Saison den Blick mehr nach unten als nach oben richten, aber der Klassenverbleib gelang rechtzeitig genug, um nicht bis zum Schluss zittern zu müssen.


Spannung bis zum Schluss

Fabian Sokele versucht es immer wieder und erzielt zehn Treffer, am Ende aber verliert HeLi das Derby gegen Deizisau. Fotos: Rudel

Irgendwie habe ich in dieser Saison Pech mit der SG Hegensberg/Liebersbronn. Immer, wenn ich die Mannschaft sehe, enttäuscht sie. Okay, HeLi würde nicht in Abstiegsnot schweben, wenn es eine super Runde wäre. Aber es waren gute Spiele dabei, habe ich mir sagen lassen. Das am Samstag im Derby gegen den TSV Deizisau war keins. Ich weiß nicht, ob es Psychologie war, aber man hat der Mannschaft nicht angemerkt, dass sie die große Chance hatte, den Klassenverbleib am vorletzten Spieltag klarzumachen. Da hat was gefehlt. Jetzt heißt es Zittern bis zum Schluss und zu hoffen, dass Hohenems am letzten Spieltag nicht gewinnt. Denn in Heiningen wird es für HeLi schwer, auch wenn es für den Gegner um nichts mehr geht – wie für Deizisau am Samstag. Trotzdem reichte den Deizisauern eine maximal solide Leistung, um zu gewinnen.

Arne Helms in Aktion.

Ich hoffe vor allem für Jochen Masching, dass die Mannschaft nochmal die Kurve kriegt und drinbleibt. Vier Jahre war Masching bei HeLi, zwei Aufstiege hat er geschafft und einmal den Klassenverbleib. Und ihr habt ihn hier am Kreis zum Trainer der Saison gewählt. Es wäre wirklich schade, wenn seine insgesamt so erfolgreiche Ära auf dem Berg mit dem Abstieg enden würde. Für den Verein wäre es besonders bitter, weil es die Frauen ja schon erwischt hat.

Für Maschings Nachfolger Sinisa Mitranic, der am Samstag natürlich in der Halle war, wird es schwer genug. Auch das sieht man der Mannschaft an: Sie braucht einen gewissen Umbruch. Die neue Abteilungsleitung, da bin ich mir sicher, wird gemeinsam mit Mitranic mit Hochdruck daran arbeiten.

Und Marvin Schatz in Aktion.

Bleibt HeLi drin, bleibt aus EZ-Land-Sicht in der Württembergliga alles beim Alten – in einer Saison 2019/2020, nach der wenig so bleibt wie es ist. Dazu aber ein andermal wieder. Wolfschlugen darf als Zweiter ja nun nicht Relegation spielen. Trotzdem wird es am kommenden Sonntag nochmal ein schönes Match in Wolfschlugen geben: Der Zweite erwartet zum Saisonabschluss den uneinholbaren Meister TSB Schwäbisch Gmünd. Schade, dass es kein Endspiel wird. Aber damit haben sich die Wolfschlugener abgefunden und freuen sich trotzdem auf das Spiel.

Die EZ wird in der Halle vertreten sein. Es wird nochmal ein richtig spannendes Handball-Wochenende. Unser „Einsatzplan“ sieht (ohne Gewähr) so aus: am Samstag ist Karla Schairer beim vorletzten Bundesliga-Spiel des TV Nellingen gegen Oldenburg, Steffi Gauch-Dörre beobachtet, ob der TSV Neuhausen doch noch den Klassenverbleib in der 3. Liga schafft, und Jan Geißler feiert mit den Wolfschlugener Frauen nochmal den Aufstieg in die 3. Liga mit. Am Sonntag berichtet Steffi von besagtem Spitzenspiel der Wolfschlugener Männer und ich bin beim Liga-Abschluss des TV Plochingen, dem ja, das wissen wir seit gestern sicher, noch die Relegation folgt.

So ein Jubeltänzchen nach geschafftem Aufstieg macht Spaß: Der TSV Wolfschlugen spielt künftig in der 3. Liga. Foto: Weißenbrunner

Ich habe das hier schonmal geschrieben und bekräftige es nochmal: Mein Wunsch wäre ja, dass wir im EZ-Land in der kommenden Saison vier Drittligisten haben. Stand jetzt: Bei den Frauen ist alles klar, Nellingen nach dem Rückzug aus der Bundesliga und Wolfschlugen sind dabei. Bei den Männer könnte es tatsächlich eine Wachablösung geben, an die vor einer Weile wohl noch keiner geglaubt hätte: Für die Neuhausener sieht es in Sachen Klassenverbleib, so realistisch muss man sein, schlecht aus. Aber wer weiß, vielleicht haut die Mannschaft gegen Dansenberg nochmal einen raus und profitiert von einer gleichzeitigen Niederlage der Willstätter. Damit ist die Konstellation genau anders herum als bei der SG HeLi, die es noch selbst in der Hand hat. Bei den Plochingern stehen die Chancen angesichts dessen, dass zehn der zwölf Relegationsteilnehmer den Sprung in die 3. Liga schaffen, richtig gut aus. Das wäre was: Plochingen in der dritthöchsten Spielklasse.

Zum Thema Nellingen und Spitzenfrauenhandball allgemein durfte ich übrigens wieder Gast im Podcast „Kreis ab“ meines lieben Kollegen Sascha Staat sein. Wie immer hat Sascha noch viele weitere interessante Themen, hört mal rein!.

So, Endspurt. Dieser Saisonabschluss hat es echt in sich!  


Das Karussell dreht sich

Veronika Goldammer

Es war das Wochenende der (Vor-)Entscheidungen im EZ-Handball-Land. Klar, so kurz vor oder zum Saisonschluss. Die HSG Ostfildern hat endgültig den Klassenverbleib geschafft und die „Zweite“ spielt zukünftig in der Bezirksklasse. Dazu mehr in der Dienstagausgabe der EZ.

Die Männer des TV Plochingen und die Frauen des TSV Wolfschlugen nähern sich der 3. Liga, während sich Männer-Drittligist TSV Neuhausen leider der BWOL nähert. Ich hab das hier schonmal geschrieben: Von einem (TV Nellingen – nochmal leider) bis vier (Nellingen, Wolfschlugen, Neuhausen, Plochingen) Drittligisten ist in der kommenden Saison alles drin.

Die Männer des TV Reichenbach haben den Aufstieg in die Württembergliga trotz ihres Sieges im letzten Saisonspiel nicht geschafft. Und die TVR-Frauen verabschieden ihren Trainer. Genau. Das führt mich dazu: Es tut sich einiges in Sachen Trainer. Weil man bei so vielen Mannschaften im EZ-Land leicht den Überblick verlieren kann, fasse ich das mal zusammen. Voila:

Es sind bei den Handballern der Region noch nicht alle sportlichen Entscheidungen gefallen, und auch noch nicht alle personellen. Auffällig ist jedoch bereits, dass sich auf den Trainerstühlen im Hinblick auf die kommende Saison einiges tun wird. Der Abschied von Eckard Nothdurft vom Männer-Drittligisten TSV Neuhausen und der von Uwe Pätzold vom Frauen-Württembergligisten TV Reichenbach sind die frischesten Trainer-Neuigkeiten im EZ-Land. Hier ein Überblick.

TSV Neuhausen – 3. Liga Männer: Eckard Nothdurft hatte als Nachfolger von Ralf Bader einen schweren Stand beim TSV Neuhausen – so merkwürdig das anmutete, da Nothdurft den Spieler Bader mal trainiert hatte. Aber Bader hat die MadDogs zurück in die 3. Liga geführt und dort nach dem Aufstieg – trotz Nachlassens in der Rückrunde – zum sicheren Klassenverbleib geführt. Ein Jahr später schwebt die Mannschaft in akuter Abstiegsgefahr und Nothdurft hat erklärt, dass er „nicht der Richtige“ für die kommende Saison sei und seinen Zweijahresvertrag nicht erfüllen möchte. Nothdurft geht und die Neuhausener haben noch keinen Nachfolger, der die Mannschaft im Fahrstuhl wieder nach oben oder im Fall des doch noch gelungenen Klassenverbleibs in der 3. Liga etablieren soll.

Eckard Nothdurft

TV Plochingen – Baden-Württemberg Oberliga Männer: Kaum zu glauben, der TVP ist ein ernsthafter Anwärter auf den Aufstieg in die 3. Liga. Die Aussichten auf die Relegation sind gut, dort wird es dann aber nicht einfach. So oder so wird Erfolgstrainer Daniel Brack, dieser etwas überstrapazierte Begriff greift in diesem Fall, den Verein verlassen und auf jeden Fall den Sprung in die 3. Liga schaffen: zum VfL Pfullingen, wo schon sein Vater Rolf und sein Bruder Benjamin als Trainer und er selbst als Spieler tätig waren. Der Nachfolger in Plochingen stand schon lange fest, lange, bevor das mit der 3. Liga konkret wurde: Michael Schwöbel, Urgestein der HSG Ostfildern, übernimmt. Egal, in welcher Liga.

Michael Schwöbel

TSV Wolfschlugen – Baden-Württemberg Oberliga Frauen: Auch die Wolfschlugener Frauen haben sich beste Aussichten auf den Aufstieg in die 3. Liga erarbeitet. Gewinnen sie weiter, ist er ihnen nicht zu nehmen. Schon seit einiger Zeit steht fest: Trainer Rouven Korreik bleibt.

TV Nellingen – Bundesliga und Württembergliga Frauen: Bei den Hornets ist die Sache ein bisschen kompliziert. Das Bundesliga-Team wird zurückgezogen – und hätte nach den jüngsten Ergebnissen wohl auch sportlich den Klassenverbleib nicht geschafft. Nach 15 Jahren Bundesliga- und Zweitliga-Geschichte treten die Nellingerinnen zukünftig in der 3. Liga an. Das zweite Team – das ist die erfolgreiche Seite der aktuellen Vereinsgeschichte – hat auf den Spielfeldern des Landes den Aufstieg von der Württemberg- in die Baden-Württemberg Oberliga geschafft. Das heißt für die Zukunft: Die Hornets treten statt in der ersten und der fünften künftig in der dritten und der vierten Liga an. Bundesliga-Feuerwehrmann Ralf Rascher tritt ab, die bisherige Württembergliga-Trainerin Veronika Goldammer übernimmt das neue Drittliga-Team und ein Coach für das Baden-Württemberg-Oberligateam wird noch gesucht. Es gibt offensichtlich einen Kandidaten.

TSV Wolfschlugen – Württembergliga Männer: Die Mannschaft hat als aktuell Zweiter Chancen auf den Aufstieg in die Baden-Württemberg Oberliga – und Trainer Veit Wager bleibt.

TSV Deizisau – Württembergliga Männer: Das Team spielt nach dem Abstieg aus der Baden-Württemberg Oberliga eine Spitzenrolle. Alle im Verein freuen sich darüber – auch darüber, dass Trainer Olaf Steinke seinen Vertrag schon lange verlängert hat.

Olaf Steinke

HSG Ostfildern – Württembergliga Männer: Nach der Rückkehr hat die Mannschaft eine gute Saison gespielt, am vergangenen Wochenende endgültig den Klassenverbleib geschafft – und wird mit Frank Ziehfreund, dem Nachfolger von Aufstiegstrainer Schwöbel, natürlich weitermachen.

SG Hegensberg/Liebersbronn – Württembergliga Männer: Nach jahrelangem Aufwärtstrend hat die Entwicklung auf dem Berg eine Delle bekommen, der Klassenverbleib steht auf sehr wackeligen Füßen. Klar ist schon eine Zeitlang, dass Jochen Masching, der Vater der Erfolge der vergangenen Jahre, seinen Posten räumt. Sinisa Mitranic, ein bekannter Trainerfuchs in der Region, übernimmt.

TV Reichenbach -Württembergliga Frauen: Die TVR-Frauen haben den Aufstieg (erneut) knapp verpasst. Trotzdem wird die Ära von Trainer Uwe Pätzold als eine erfolgreiche in die Vereinsgeschichte eingehen. Sie ist nur vorbei. Pätzold verabschiedet sich, einen Nachfolger, der den Sprung in die vierthöchste Spielklasse endlich packen soll, hat der Verein noch nicht gefunden.

Uwe Pätzold

HSG Deizisau/Denkendorf – Württembergliga Frauen: Die HSG hat sich in der Liga etabliert und eine starke Saison gespielt. Das Trainer-Duo Steffen Irmer-Giffoni/Markus Kuschke wird es in der kommenden Saison nicht mehr geben: Kuschke hört aus familiären Gründen auf, Irmer-Giffoni macht weiter und sucht einen neuen Partner.

SG Hegensberg/Liebersbronn – Württembergliga Frauen: Die SG geht wieder runter in die Landesliga. Das ist angesichts des Aderlasses vor der Saison keine riesige Überraschung. Trotzdem haben sich die Spielerinnen und Trainer Markus Weisl mit Macht gegen den Abstieg gestemmt. Es hat nicht gereicht. Aber für Trainer und Team spricht, dass sie die Abstiegssaison mit einem Sieg in Biberach beendet haben. Weisl geht nach einem Jahr, es kommt Frank Haas, dem der Neuaufbau zuzutrauen ist.

Markus Weisl

TSV Köngen – Württembergliga Frauen: Eine ordentliche Saison haben die Köngenerinnen gespielt. Es spricht nichts dagegen, dass das mit Trainer Tim Wagner in der kommenden Spielzeit wieder so läuft.

TV Reichenbach – Landesliga Männer: Wie die Frauen des Vereins waren die TVR-Männer in ihrer Spielklasse lange Aufstiegskandidat Nummer eins. Aber wie die Frauen haben sie es nicht geschafft. Im Verein herrscht nun das Bemühen vor, das Positive zu sehen: Insgesamt hat die Mannschaft eine starke Saison gespielt und in der kommenden Runde soll sie wieder eine gute Rolle spielen. Durch die beschlossene Strukturreform des Handball-Verbandes Württemberg ist das mit dem Aufstieg nicht so einfach – Ziel und machbar dürfte die Qualifikation für die wieder eingeführte Verbandsliga sein.

Team Esslingen – Landesliga Männer: Das Team war während der Saison weit weg von der Württembergliga und auch weit weg von der Bezirksliga. Trainer Daniel Kraaz soll in der kommenden Saison dafür sorgen, dass etwas mehr geht.

TSV Köngen – Landesliga Männer: Die Mannschaft hatte am letzten Spieltag die Chance, die Saison auf Platz fünf abzuschließen. Es wurde Rang acht. Egal, es war eine gute Runde. Der bisherige Spielertrainer Moritz Eisele wird in Zukunft „nur“ noch mit dem Ball in der Hand aktiv sein, Simon Hablizel hat als Trainer das Sagen.

Moritz Eisele

TSV Denkendorf – Bezirksliga Männer: Die Geschichte ist so schnell erzählt wie erfolgreich: Trainer Ralf Wagner wird mit den Denkendorfern drei Ligen durchlaufen: Nach seinen Antritt konnte er den Abstieg in die Bezirksklasse nicht verhindern, er schaffte mit der Mannschaft den Wiederaufstieg in die Bezirksliga und jüngst nach 20 Jahren die Rückkehr der Männer des Vereins in die Landesliga. In seiner sechsten Saison in Denkendorf soll er die Mannschaft dort halten.


Neuhausen und Nothdurft:
Es hat nicht geklappt

Eckard Nothdurft vor der Neuhausener Bank: Das ist bald Geschichte. Fotos: Rudel

Ganz überraschend kam es nicht, dennoch war es die Nachricht des Wochenendes im EZ-Handball-Land: Eckard Nothdurft wird den TSV Neuhausen am Saisonende nach nur einem Jahr verlassen. Und leider sieht es im Moment so aus, dass die Station Neuhausen seine Vita nicht schmücken wird: Als Nachfolger von Ralf Bader sollte Nothdurft die Mannschaft weiterentwickeln – jetzt steht sie vor dem Abstieg aus der 3. Liga in die Baden-Württemberg Oberliga.

Man muss bei dem Restprogramm der MadDogs –  es geht gegen den Ersten, den Vierten und den Zweiten – schon sehr optimistisch sein, um an den Nicht-Abstieg zu glauben. Aber Aufgeben gilt natürlich nicht.

Der Sieg beim EZ-Pokal war ein Highlight in der laufenden MadDogs-Saison. Vielleicht kommt ja doch noch der geschaffte Klassenverbleib dazu.

Die Gründe für das Ende der Zusammenarbeit sind vielschichtig. Fakt ist, dass der Verein entgegen anders lautender Gerüchte mit Nothdurft weitermachen wollte. Er selbst hat darum gebeten, den Zweijahresvertrag aufzulösen. „Ich bin der Überzeugung, dass ich in der kommenden Saison nicht der Richtige für Neuhausen bin“, sagt er. Könnte auch heißen: Neuhausen ist nicht der richtige Verein für ihn.

Meine Kollegin und Neuhausen-Expertin Steffi Gauch-Dörre hat das Thema in der Montagausgabe treffend kommentiert. Ein Verein wie Neuhausen tut sich bei aller Mühe und allem Engagement schwer, Drittligahandball zu wuppen. Das gilt generell. Einen erfahrenen Trainer zu holen, ist gut – aber reicht alleine nicht aus. Nothdurft hat schon im EZ-Interview im November auf die Frage „Warum gehört Neuhausen in die 3. Liga?“ folgende interessante Antwort gegeben: „Weil Neuhausen ohne professionelle Bedingungen und mit einem total familiären Umfeld versucht, zu den besten 100 Mannschaften in Deutschland zu gehören. Ich hoffe, dass das belohnt wird.“ Das klingt nach viel Sympathie, aber auch danach, dass er sich manches professioneller gewünscht hätte. „Es gibt Situationen, in denen es keinen Schuldigen gibt“, betont Nothdurft jetzt.

Es hat nicht geklappt mit dem TSV Neuhausen und Eckard Nothdurft. Alle Beteiligten werden sich aber weiter in die Augen schauen können.

Die Rahmenbedingungen können aber nicht der einzige Grund dafür sein, dass es in der laufenden Runde sportlich so schlecht läuft. In der vergangenen Saison unter Bader spielte die Mannschaft – auch begünstigt durch die Aufstiegseuphorie – mit einem sehr ähnlichen Kader viel erfolgreicher. Nothdurft hat also auch sportlich nicht das gebracht, was man von ihm – und auch er von sich selbst – erwartet hat.

Ich bin sehr gespannt, wer nun neuer Trainer bei den MadDogs wird. Einige geeignete Kandidaten sind nicht mehr zu haben, dafür ist die Entscheidung einfach sehr spät gefallen. Der Noch-Plochinger Daniel Brack wäre sicherlich ein Thema gewesen. Er hat aber schon längst in Pfullingen unterschrieben, was auch passt und wo er auf jeden Fall Drittliga-Trainer sein wird. Bader ist wieder frei, aber eine Rückkehr nach seinem Bundesliga-Intermezzo in Bietigheim ist schwer vorstellbar.

Verabschiedet sich Daniel Brack mit dem Aufstieg aus Plochingen? In der kommenden Saison trainiert er auf jeden Fall in der 3.Liga: den VfL Pfullingen.

In die Köpfe muss man übrigens auch erst einmal kriegen, dass es in der kommenden Saison heißen könnte: Plochingen 3. Liga, Neuhausen Baden-Württemberg Oberliga. Das wäre echt ein Ding. Aber so weit ist es noch lange nicht. Neuhausen kann den Klassenverbleib noch schaffen. Und die Plochinger müssen in der BWOL erstmal Platz zwei verteidigen und die Relegation wird dann auch nicht einfach. Eines ist allerdings sicher – bei allem Reiz zum Glück irgendwie: Ein Relegation zwischen Neuhausen und Plochingen wird es angesichts der Auf- und Abstiegsregelungen nicht geben.

Die Wunschvorstellung wäre natürlich, dass es in der kommenden Saison ein Drittliga-Derby zwischen Neuhausen und Plochingen gibt.

Jubel beim TV Nellingen II.

Es kann sein, dass wir bald eine Plochinger Aufstiegsgeschichte in der EZ haben werden. Ich hatte ja schon das Vergnügen, die Aufstiege des TV Nellingen II und des TSV Denkendorf zu beschreiben. Sowas macht Spaß. Möglicherweise kommen die Wolfschlugener Frauen noch dazu.

Und weil’s so schön ist nochmal:Jubel beim TV Nellingen II.

Die Denkendorfer steigen mit dem Sprung in die Landesliga auch in den Kreis der „Montags-EZ-Teams“ auf. Freut mich, herzlich willkommen! Mit dem Abstieg der HeLi-Frauen – schade – und der Rückkehr der Nellinger Frauen I vom überregionalen in den lokalen Sport wird es dort ab September noch enger. Ich habe gerade durchgezählt: Wenn alle spielen, bilden wir ab der kommenden Saison 16 Teams in der Montagausgabe ab. Zeige mir mal einer eine Handballregion, in der es so viel Spitzenklasse gibt?   

Und Jubel beim TSV Denkendorf. Foto: Krug

 


2-1-10

Julian Mühlhäuser und der TV Plochingen verlieren gegen Weinsberg. Unglaublich. So einfach ist es nicht und zudem bleibt der TVP im Rennen um den Aufstieg dabei. Foto: Rudel

Was war das für ein Handball-Wochenende? Als unser Mitarbeiter Max Bruns am Sonntag in die Redaktion kam, um die Berichte vom Samstagabend aufzunehmen, haben wir schon drüber gesprochen. Hast du schon gesehen: Plochingen hat gegen Weinsberg verloren. Und Deizisau hat auch verloren. Und Reichenbach auch. Und die Wolfschlugener Frauen auch. Im Laufe des Vormittags trudelten dann die Anrufe der Unterlegenen des EZ-Handball-Landes ein. Köngen, Team, HeLi Männer und Frauen und Nellingen. Am frühen Nachmittag kamen dann noch die Reichenbacher Frauen dazu – denen es danach offenbar die Sprache verschlagen hat.

Am frühen Abend gibt es bei uns in der Redaktion immer die sogenannte Blattabnahme. Seiten- oder Spätkonferenz heißt das bei anderen Zeitungen. Da schauen Vertreter aller Ressorts inklusive der Chefredaktion die Seiten an, soweit sie zu diesem Zeitpunkt fertig sind. Die Kolleginnen und Kollegen hatten beinahe Mitleid mit uns Sportlern. „Die Lichter gehen aus“, „Erbärmliche Abwehr“, „Hängende Köpfe“, „Sehr schade“, „Serie reißt“, „Gemischte Gefühle“ und „Am Tiefpunkt“ waren Überschriften (-Fragmente), die da der Beamer an die Wand warf.

Am späteren Sonntagabend kam zumindest noch der Sieg des TSV Wolfschlugen auf die Seiten, wodurch die Mannschaft von Trainer Veit Wager im Aufstiegsrennen bleibt. Aber insgesamt lautet die Bilanz der 13 EZ-Land-Teams, die am Wochenende im Einsatz waren: Zwei Siege (neben Wolfschlugen die HSGDD), ein Unentschieden (Neuhausen), zehn Niederlagen.

Die Gründe und die Auswirkungen sind sehr unterschiedlich und es würde den Rahmen sprengen, wenn ich alles hier aufführen würde. In Kürze ein paar Dinge: Bei den Nellinger Bundesliga-Frauen ist die Niederlage beim bisherigen Letzten Union Halle-Neustadt auch deshalb schade, weil es in der Republik nun möglicherweise heißt, die Spielerinnen würden sich nach dem angekündigten Rückzug aus der Bundesliga hängen lassen. Nellingen ist jetzt Letzter, wozu man sagen könnte: Ist doch egal. Trainer Ralf Rascher hat aber erneut beteuert, dass ihm und den Spielerinnen das nicht egal ist.

Ich fand Raschers Aussagen sehr gut und sehr ehrlich. Dass am Ende ein paar Prozent fehlten bei allem, was passiert ist und in Anbetracht dessen, dass Halle wirklich noch gegen den Abstieg kämpft, wollte er nicht einfach so ausschließen. Er beteuerte aber, dass der Auftritt nicht darauf schließen lässt, dass es die Hornets schleifen lassen. Ich glaube ihm das. Und man darf auch nicht vergessen, dass Halle zuletzt gute Spiele und gute Ergebnisse hatte. Ist traurig genug, das alles in Nellingen.

Beim TVP erstaunt die Niederlage gegen den bisherigen Zwölften. Aber auch Weinsberg ist besser als es der Tabellenplatz vermuten lässt und die Plochinger haben in der BWOL noch nie gegen sie gewonnen. Die verpasste Chance, die ebenfalls patzenden Köndringer zu distanzieren, ist ärgerlich, aber noch stehen die Plochinger auf dem Relegationsplatz zwei und haben es selbst in der Hand, diesen zu verteidigen. Und mal ehrlich: Wer hätte gedacht, dass die Mannschaft von Coach Daniel Brack nach 24 Spielen überhaupt da stehen würde?

Irgendwie schade ist die Sache bei beiden Reichenbacher Teams. Sie haben in den vergangenen Wochen – die Männer genauer vor einer Woche – die Aufstiegschancen so gut wie verspielt. Jetzt scheint da nicht mehr viel zu gehen. Ich hoffe, dass von 80 bis 90 Prozent klasse Saison nicht das Ende und die Ernüchterung hängen bleiben. Neuer Anlauf in der kommenden Saison!

Die mit den gemischten Gefühlen waren die Neuhausener. Ein Punkt ist im Abstiegskampf zu wenig. Aber einen bei Oppenweiler/Backnang zu holen, nicht schlecht. Was der wert ist? Wird man sehen. Was soll man auch sagen?

Und Deizisau? „Kein Beinbruch“, sagte Ex-Spieler und Management-Mitglied Arne Staiger nach der Niederlage in Langenau. Es war die erste nach zuvor elf Spielen ohne. „Rückschlag im Aufstiegsrennen“ hätte die EZ auch titeln können, wenn sie sich dem Boulevard zurechnen würden. Tun wir aber nicht. Deizisau wird wohl nicht aufsteigen – trotz Punktgleichheit mit dem Dritten Wolfschlugen und einem Zähler weniger als der Zweite Heiningen. Und ich meine das überhaupt nicht negativ, wenn ich sage: Nicht schlimm. Oder vielleicht sogar: Gut so. Denn, ich habe das hier schon ein paar Mal geschrieben: Bei den Deizisauern wird in jedem Fall hängen bleiben, dass sie nach dem Abstieg in die Württembergliga eine ganz starke Saison gespielt haben. Eine, in der sie sich berappelt haben. In der sie sich gesammelt haben. In der sie wieder Spaß und Erfolgserlebnisse hatten. Wenn es gleich wieder hoch in die BWOL gegangen wäre, wäre da wahrscheinlich Schluss mit Lustig gewesen. Mal sehen, vielleicht schreibe ich in ungefähr einem Jahr hier sowas wie: Deizisau ist reif für die Aufstieg.

Zuvor fallen aber in der laufenden Spielzeit noch ein paar Entscheidungen. Die eine oder andere vielleicht schon am kommenden Wochenende. Ich bin gespannt.


Schade, Reichenbach

Volle Ränge in der Brühlhalle – und Peter Scheffold kämpft mit der gut besetzten Altenstädter Abwehr. Fotos: Rudel/Paesler


Es hätte das Wochenende des TV Reichenbach werden sollen. Es hätte das Wochenende des TV Reichenbach werden können. Aber es wurde nicht das Wochenende des TV Reichenbach. Wahrscheinlich haben sowohl die Männer als auch die Frauen den Aufstieg verspielt. So deutlich muss man es sagen und so sehen sie es wohl auch im Filstal.

Ein Ausschnitt aus der heutigen EZ. Reichenbach ist zwei Mal Zweiter.

Der Blick auf die Tabellen: Männer-Landesliga: 1. Altenstadt, 2. Reichenbach. Frauen-Württembergliga: 1. Nellingen II, 2. Reichenbach. Aber bereinigt stehen die TVR-Frauen nicht auf dem Relegationsrang – den es bei den Männern gar nicht gibt. Aber dazu später mehr.

Die TVR-Frauen müssen nach der Niederlage bei Burlafingen/Ulm, der vierten im siebten Spiel 2019 – und alle mit einem Tor – nun auf Patzer der Konkurrenz hoffen. Die Tabelle ist allerdings aufgrund der ungleichen Anzahl an Spielen so schrägt, wie sie in dieser Phase der Saison nicht sein sollte. Friedingen/Mühlheim, gegen das Nellingen am Mittwoch zum Nachholspiel antritt, hat zum Beispiel zwei Spiele weniger als Reichenbach absolviert. Aber auch zwei Minuspunkte weniger. Da braucht man ganz schön Hirnschmalz und Vorstellungsvermögen, um den möglichen Verlauf der Restrunde und den Stand der Dinge nachzuvollziehen.

Ein packendes Spitzenspiel. Alexander Stammhammer (Mitte) bekommt es zu spüren.

Das ändert aber nichts daran: Die Aussichten der Reichenbacher Frauen auf den Aufstieg waren schon deutlich besser. Ohne die besagten vier Niederlagen im laufenden Jahr hätte ich hier ein ganz anderes Thema. Schade, denn das ist ein richtig gutes Team.

Das gilt auch für die Reichenbacher Männer. Die haben allerdings, so wie es aussieht, im TV Altenstadt ihren Meister gefunden. Hier ist an der Tabelle nichts schräg. Alle Mannschaften 23 Spiele, Altenstadt und Reichenbach beide 38:8 Punkte, Altenstadt hat nach dem 26:22-Sieg in der Brühlhalle den direkten Vergleich gewonnen. Und zum großen Pech für die Reichenbacher steigt diesmal nur der Meister auf. Relegation fällt aus.

Die Szene, in der Max Liegat sein Feldtor erzielt. Es kamen noch zwei erfolgreiche Siebenmeter dazu.

Mein junger Kollege Max Bruns war beim Spitzenspiel in der Halle und hat das schön beschrieben. Es waren viele Nicht-Reichenbacher da, einige Deizisauer etwa hat er auf der Tribüne gesehen. Das Spiel hat die Szene bewegt. Ich habe gerade nochmal mit Max gesprochen, nachdem er das (Fußball !)-Nachspiel für die morgige EZ-Ausgabe geschrieben hat. „Sie haben das im Angriff nicht hinbekommen, die Abwehr aber stand gut“, sagt er über die Reichenbacher. Er kann es beurteilen, er spielt selbst Handball. Auch ein „Ticken Dynamik“ hat ihm beim TVR gefehlt, Altenstadt war seiner Beobachtung nach „abgezockter“. Der verdiente Aufsteiger also?

Auch Timo Häußermann hat es schwer.

In Reichenbach sind sie enttäuscht. Klar, wenn man so nah dran ist. Aber sie werden versuchen, in den verbleibenden drei Spielen ihre Aufgaben zu lösen, um sich nichts vorwerfen zu müssen, falls die Altenstädter patzen. Denn der TVR ist ja erst in die gute Ausgangsposition vor dem Spitzenspiel gekommen, weil der Konkurrent in der Woche davor gegen Steinheim verloren hat. Die Reichenbacher Frauen haben noch zwei Spiele und damit die wenigsten des Spitzenquartetts.

Wenn es nicht klappt mit dem (Doppel-) Aufstieg, dann wird in Reichenbach auch in der kommenden Runde Handball gespielt. Und das vermutlich nicht vor weniger Zuschauern als eins drüber. Hier lebt man den Handball ligaunabhängig. Gegönnt hätte ich es ihnen aber schon, und wäre damit wahrscheinlich auch nicht allein. Oder ist die Vergangenheitsform noch zu früh? Also: Ich tät’s ihnen ja schon gönnen!


Bittere Erkenntnis

Neustart mit Veronika Goldammer. In der kommenden Saison spielt der TV Nellingen in der 3. Liga. Fotos: Rudel

Was für ein Handball-Wochenende. Da schlägt der TV Plochingen in der BWOL in wirklich beeindruckender Weise die SG Köndringen/Teningen und erklimmt Platz zwei – ebenso wie eine Klasse darunter der TSV Deizisau durch den Derbysieg in Wolfschlugen. Ganz stark.

Das Thema im EZ-Handball-Land ist aber die Entwicklung bei den Frauen des TV Nellingen. Nach drei Spielzeiten in der Bundesliga und davor zwölf Saisons in der 2. Bundesliga zieht der Verein das Team zurück und tritt in der kommenden Runde in der 3. Liga an, wo einstmals das eigene zweite Team beheimatet war. Es ist eine traurige Entwicklung, die der TVN aber nicht exklusiv hat, wie ich in meinem Kommentar für die Dienstagausgabe der EZ schreibe und den ich hier ranhänge.

Es ist schade für die Region. Ich beobachte das Geschehen in der Sporthalle 1 schon seit vielen Jahren, lange davon war ich bei fast jedem Heimspiel und auch bei den (Nicht-) Aufstiegsdramen in Buchholz und Celle war ich damals dabei. Seit einiger Zeit berichtet vor allem meine Kollegin Karla Schairer von den Hornets, sie hat auch den Text zum Rückzug geschrieben.

Ich hoffe, dass die Nellingerinnen zumindest in absehbarer Zeit wieder in der 2. Bundesliga spielen. Denn da haben sie sich offensichtlich wohl gefühlt. Und da gab es viele schöne Spiele. Und da haben auch noch mehr Spielerinnen aus Nellingen und der Region in der Sporthalle 1 gespielt. Alles Gute jedenfalls Veronika Goldammer, die als Trainerin den Neustart rocken soll.

So haben die Nellingerinnen 2004 den (zweiten) Aufstieg in die 2. Bundesliga gefeiert. 15 Jahre waren sie jetzt Zweit- und Bundesligist.

Hier also mein Kommentar. Wie ist eure Meinung?

Bittere Erkenntnis

Noch acht Spiele, dann endet in Nellingen eine 15-jährige Ära mit Bundesliga- und Zweitligahandball. Eine Ära mit packenden Begegnungen, Integrationsfiguren, Aufstiegsspielen – und dem Sprung ins Oberhaus im Jahr 2016. Dieser, so sehr und zurecht er von den Nellingerinnen und ihren Fans gefeiert wurde, tat dem Verein letztlich nicht gut. Das ist eine bittere Erkenntnis, die vorher schon andere Clubs gemacht haben.
Spitzen-Frauenhandball ist – vor allem langfristig – schwer zu finanzieren, wenn man nicht einen potenten Top-Sponsor oder Mäzen hat. Einige Vereine sind gekommen, eine Zeit lang geblieben, und wieder gegangen. Nun auch Nellingen. Der Aufstieg kam einigermaßen überraschend, die Strukturen waren nicht mitgewachsen. Einen hauptamtlichen Geschäftsführer hatte der Verein gut zwei Jahre zuvor wieder abgeschafft. Auch seither hat es der TVN nicht geschafft, die Strukturen, den Etat und damit das Team fit für eine mittelfristige Zukunft in der höchsten deutschen Spielklasse zu machen. Durch den Abstieg des zweiten Teams von der 3. Liga in die fünftklassige Württembergliga fehlte das Sprungbrett zwischen der guten Jugendarbeit und dem Bundesligateam. Die Folge: Im momentanen Team steckt wenig Nellingen. Dadurch und durch die vielen Niederlagen gingen auch die Zuschauerzahlen zurück.
Die Chance im Rückzug gleich in die 3. Liga liegt in der Rückkehr zu den Tugenden, die der TV Nellingen eigentlich schon lange für sich beansprucht: Wieder ein Team aufzubauen, das die Region repräsentiert und in dem sich die Jugendarbeit wiederfindet. Gleichzeitig muss der Verein seine Hausaufgaben machen und die Strukturen professionalisieren. Damit vielleicht irgendwann wieder eine Ära zumindest in der 2. Bundesliga beginnen kann. Eine Liga, in der Nellingen die schönste Zeit hatte.


Ein schöner Abend für Simon Kosak

Simon Kosak (vorne) hat schon ein paar Mal gegen Wolfschlugen gespielt, wie hier im Oktober 2018. So speziell wie diesmal war es aber noch nie. Foto: Rudel

Völlig überrascht war Simon Kosak von dem Anruf aus der EZ-Sportredaktion nicht. Wobei das Telefon des 21-jährigen Kreisläufers während der laufenden Handball-Saison einige Male geklingelt hat. Viele Vereine wollten den Spieler des Württembergligisten TSV Deizisau verpflichten – der TSV Wolfschlugen hat es geschafft. Und so spielt Kosak in der kommenden Saison regelmäßig genau 15,5 Kilometer entfernt von der noch heimischen Hermann-Ertinger-Halle in der Wolfschlugener Sporthalle – wo er bereits am Samstag um 20 Uhr mit den Deizisauern zum Derby antritt. Ein ganz besonders Spiel.

Die Fragen zu diesem ganz besonderen Spiel beantwortet Kosak gut gelaunt. „Die Aufregung ist jetzt schon da“, sagt er und man hört es ihm auch ein bisschen an. Natürlich will er eine gute Leistung zeigen, wie zum Beispiel sein Mannschaftskamerad Patrick Kleefeld kürzlich gegen seinen zukünftigen Club TSV Heiningen. Er weiß aber auch, „dass das mit dem Druck nach hinten losgehen kann“.

Simon Kosak im Oktober 2016 im Spiel gegen Plochingen.

Deshalb will er sich nicht allzu viele Gedanken machen, auch nicht über die Tabellensituation. Was freilich nicht ganz gelingt. „Klar ist die Ausgangslage spannend“, sagt er. Wolfschlugen ist Zweiter, Deizisau Vierter mit nur einem Pluspunkt weniger – bei einem Spiel mehr. „Mein Ziel war es, mit Deizisau aufzusteigen“, erklärt Kosak. Aber auch: „Es wäre schon schön, mit Wolfschlugen in der kommenden Saison eine Liga höher zu spielen.“

Seine Lösung, was sie auch beim Gegner und zukünftigen Club verstehen werden: „Das muss Wolfschlugen aus eigener Kraft schaffen, ich stehe dafür nicht zur Verfügung.“

Für Kosak, der in Denkendorf geboren ist und noch immer dort wohnt, ist es nicht der erste Weggang von Deizisau beziehungsweise der JSG Deizisau/Denkendorf. Aber irgendwie der erste richtige. Nachdem er mit der JSG unter Trainer Daniel Kraaz württembergischer Meister geworden war, wechselte er zu Frisch Auf Göppingen in die A-Jugend-Bundesliga. Aber in der zweiten Saison in Göppingen (2015/2016) lief er bereits für die Deizisauer Männermannschaft auf. „Danach war es für mich klar, dass ich ganz nach Deizisau zurückkehre“, erzählt er.

Simon Kosak kürzlich im Spiel gegen Schwäbisch Gmünd.

Dass er nun wieder geht und das auch noch zu einem Verein, der sportlich vergleichbar dasteht, können in Deizisau nicht alle verstehen. Kosak erklärt es so: „In Wolfschlugen wusste ich, woran ich bin. Ich kenne Trainer Veit Wager gut und bleibe in der Region. Und es wird eine richtig gute Mannschaft sein.“ Vor allem der Wolfschlugener Rückraum unter anderem mit Rückkehrer Marcel Rieger hat es ihm angetan – ein wichtiger Punkt für einen Kreisläufer, der darauf angewiesen ist, mit Bällen gefüttert zu werden.

Dass es ihn überhaupt wegzog, begründet Kosak, der in Stuttgart Immobilientechnik und Immobilienwirtschaft studiert, so: „Ich hatte für mich Lust, etwas Neues zu machen. Als ich den Schritt nach Göppingen gegangen war, habe ich mich unheimlich weiterentwickelt.“ Das erhofft er sich auch jetzt. Es ist ihm zuzutrauen.

Noch aber trägt Simon Kosak das Trikot der Deizisauer. Auch am Samstag in Wolfschlugen. Seine persönliche Situation vor dem Derby fasst Kosak sehr schön so zusammen: „Noch liegt mein Fokus auf Deizisau. Es ist ein Derby. Ich kenne in Wolfschlugen viele Leute. Es wird ein schöner Abend.“ Viel Spaß dabei!


Monat der Vor-Entscheidungen

Trainer Veit Wager während des Hinspiels der Wolfschlugener bei seinem Ex-Club in Deizisau. Wolfschlugen gewann mit 37:32. Fotos: Rudel

Am 16. März kommt es in der Württembergliga zum Derby zwischen dem TSV Wolfschlugen und dem TSV Deizisau. Diese Begegnung hat es in sich. Und hatte es in der Vergangenheit auch immer wieder. Die Deizisauer etwa haben in der Wolfschlugener Halle seinerzeit den Aufstieg in die BWOL gefeiert – jetzt sind sie zurück in der Württembergliga.

Es gab viele schöne Duelle zwischen den beiden Teams: 2014 feierten die Deizisauer in Wolfschlugen den Aufstieg…

Es wird aber nicht nur ein Derby sein, sondern auch das Verfolgerduell des Dritten gegen den Vierten. Wobei, das ist noch nicht so sicher. Und es hängt wiederum vom kommenden Wochenende ab. Vor dem Derby haben beide Mannschaften noch eine andere schwere – und reizvolle – Aufgabe zu lösen. Wolfschlugen ist im Moment Dritter und tritt beim momentanen Zweiten TSV Heiningen an. Wolfschlugen hat zwei Punkte, aber auch ein Spiel weniger. Das nennt man mal ein Spitzenspiel.

…und ein gutes Jahr später trafen sich die Mannschaften in der BWOL wieder. Frieder Gänzle (hinten) spielt mittlerweile in Köngen, Marcel Rieger (links) bald wieder in Wolfschlugen.

Und der Vierte Deizisau erwartet den Sechsten SG Lauterstein, der ebenfalls zwei Punkte und ein Spiel weniger als der kommende Gegner hat. Auch ein Top-Duell. In beiden Spielen ist der Ausgang völlig offen – es wäre dem Derby nicht abträglich, wenn am 16. zwei Sieger des Spieltages davor gegeneinander antreten würden. Lest dazu auch die EZ-Vorschau auf das kommende Handball-Wochenende.

Wir werden am 16. in der Wolfschlugener Halle sein. Wie an diesem Samstag in Deizisau. Und in Neuhausen, wo ja auch kein ganz unwichtiges Spiel ansteht. Überhaupt habe ich es heute in den Gesprächen mit den Handballern für die Vorschau gespürt: Die Anspannung steigt. Der März ist der Monat der Vor-Entscheidungen. „Da kannst du mit 8:0 Punkten dastehen oder mit 0:8″, sagt Wolfschlugens Trainer Veit Wager.

Dieses Foto vom EZ-Pokal 2016 darf natürlich nicht fehlen.

Egal, wie das Duell Wolfschlugen gegen Deizsau nächste Woche ausgeht, und egal, ob eine der beiden Mannschaften die Rückkehr in die BWOL schafft: mittelfristig traue ich beiden Teams etwas zu. Die Richtung stimmt (wieder). Deizisau hat sich nach dem Abstieg gefangen und baut wieder etwas auf.

Wolfschlugen wird in der kommenden Saison eine richtig gute Mannschaft haben. Eine bessere als jetzt schon. Die Leistungsträger wie auch Trainer Veit Wager bleiben und in Rückkehrer Marcel Rieger und dem Noch-Deizisauer Simon Kosak kommen zwei richtig Gute dazu. Sie werden dem Team noch mehr Struktur geben und ich glaube auch, dass das Spiel Rückraum-Kreis zwischen Rieger und Kosak gut funktionieren wird.

Nächste Woche sind sie noch nicht dabei, zumindest nicht im Wolfschlugener Trikot – klar, dass es für Simon Kosak ein ganz besonderes Spiel wird.

In eigener Sache: Mitarbeiter gesucht!
Nachdem das vor einiger Zeit so gut geklappt hat und wir auf diesem Weg jemanden für unseren Sonntagabenddienst gefunden habe, versuche ich es noch einmal, diesmal für zwei andere Jobs: Die EZ-Sportredaktion sucht Mitarbeiter, die sonntags Handball- und Fußball-Berichte aufnehmen. Habt ihr Spaß am Sport, traut euch zu, (unter Anleitung) darüber zu schreiben, und habt Lust, am Wochenende in der Redaktion mitzuarbeiten und ein bisschen was dazuzuverdienen? Dann meldet euch für nähere Informationen bei mir unter 0711/9310457 oder sport@ez-online.de.