Ohne und mit Block

Gestern Abend war ich seit gefühlten hundert, aber tatsächlich wohl sechs oder sieben Jahren wieder bei einer Sportveranstaltung, über die ich nicht schreiben musste. Das letzte Mal war glaube ich mit einem Kumpel das Fußball-Bundesliga-Spiel Bremen gegen Hertha, mit Kurve, Bier und so – das geht ja sonst nicht. Gestern hab ich mir auch Bundesliga angeschaut, aber Handball-Frauen-Bundesliga Metzingen gegen Buxtehude (ohne Bier). Buxtehude hatte ich Anfang 2011 schonmal im Pokal in Nellingen gesehen. Mal von den Anfangsminuten abgesehen war Metzingen chancenlos. Ähnlich wäre es wohl auch den Hornets gegen dieses Spitzenteam aus dem Norden ergangen, wenn sie den Aufstieg geschafft hätten.

Aber die Tussies wissen, dass sie gegen solche Teams nicht gewinnen müssen. Sie haben gar nicht schlecht gespielt, obwohl man das Fehlen von Annamaria Ilyes natürlich gemerkt hat und obwohl nur Spielerinnen auf dem Feld standen, die schon vergangene Saison im Zweitligakader waren. Aber zu nervös halt. Was mich bei Buxtehude begeistert hat, war die Ruhe im Spiel. Und das Rückzugsverhalten. Alexandra Kubasta hat am Anfang einen Tempogegenstoß versemmelt, danach haben es die Metzingerinnen gar nicht mehr versucht, weil die Buxtehuderinnen so schnell wieder am eigenen Kreis standen – super. Die wussten, dass sie gewinnen und haben das Spiel aus ihrer Sicht ordentlich heimgeschaukelt.

Gut war auch die Stimmung in der Öschhalle. Nach dem Ende gab es minutenlangen Applaus für die unterlegenen Tussies. Aber, ich muss es einfach sagen, mir ist wieder einmal aufgefallen, was Schiedsrichter so aushalten müssen. Nichts gegen das Metzinger Publikum im Speziellen, aber das wundert mich schon manchmal. Die Jungs waren echt gut, haben wie immer ein paar kleinere und eine größere Fehlentscheidung (nur Freiwurf statt Siebenmeter und Zweiminuten) getroffen, aber sie hatten das Spiel voll im Griff. Und wenn sie dann unter Pfiffen in die Kabine müssen, ist das schade. Oder wenn sie sich vorher schon beschimpfen lassen müssen, weil Julia Smideliusz nach einem Foul zwar getroffen, aber eben auch einen Schrittfehler begangen hatte und sie das abpfeifen. So sind halt die Regeln.  

Spaß hat es gestern trotzdem gemacht. Ich hoffe, das tut es auch morgen. Dann werde ich wieder mit Block und Stift in der Sporthalle 1 zu Nellingen sitzen und mir die Hornets in der 2. Bundesliga gegen Halle-Neustadt anschauen. Heute hab ich schon mit Spielführerin Daniela Stratmann gesprochen, die mir ihre Sicht zum Saisonstart undsoweiter erzählt hat. Das Ganze gibt es morgen in der EZ auf Seite 19 als Interview. Und den Text vom Spiel am Montag.

Wo seid ihr denn so am Wochenende?


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4 Antworten auf „Ohne und mit Block“

  1. In seinem Selbsinterview vom 11.10.12 auf der Hornets-Website schreibt Stefan Wiech über Monic Burde, sie stehe wie jede Saison in der Sünderliste ganz oben. Solche eine Aussage einer engagierten, jungen Sportlerin gegenüber halte ich für äußerst unsportlich und unserös. Wenn das jetzt die Mittel des TVN sein sollen, um im Vorfeld eines Spiels die Schiris zu beeinflussen, dann kann ich nur viel Erfolg wünschen.