Typisch Derby

Es geht zur Sache: Wernaus Manuel Tremmel stellt sich Wolfschlugens Marcel Rieger in den Weg. Foto: Rudel
Es geht zur Sache: Wernaus Manuel Tremmel stellt sich Wolfschlugens Marcel Rieger in den Weg. Foto: Rudel

War ich zu hart? Als ich vorhin meinen Text über das Württembergliga-Derby zwischen dem TSV Wolfschlugen und dem HC Wernau (30:25) geschrieben habe (morgige EZ auf Seite 20), waren Formulierungen wie „wenig zimperlich“ oder „insgesamt harte Gangart“ dabei. Aber so war eben mein Eindruck gestern. Nach dem Spiel war alles okay, es kennen sich ja alle und es konnten sich auch alle in die Augen schauen. Aber während der Begegnung war mir schon manchmal ein bisschen zu viel Einsatz dabei. Am Ende kann man aber wohl so sagen, wie ich es auch über meinen Text geschrieben habe: „Typisch Derby“

Die Schiris mussten sich von der Tribüne einiges anhören. Dabei fand ich ihre Leistung im Gegensatz zu HCW-Trainer Markus Illitsch absolut in Ordnung – ohne Fehlentscheidungen geht nie ein Handballspiel über die Bühne. Vor allem haben sie erkannt, dass sie früh mit Ermahnungen arbeiten mussten. Am Ende 8:10 Zweiminutenstrafen sind im normalen Rahmen. Sie „hätten aber durchaus manchmal noch härter durchgreifen können“, hab ich auch geschrieben. Dabei habe ich vor allem die Unsitte des In-den-Arm-Greifens gemeint. Das ist einfach gefährlich und kam mir in diesem Spiel zu oft vor. So, das dazu.

Handballerisch war das Spiel kein Hochgenuss. Wolfschlugens Trainer Lars Schwend war das aber egal. „Es wäre mir auch im Vorfeld egal gewesen“, hat er gesagt, als ich ihn heute nochmal wegen einer Nachfrage angerufen habe. Das ist auch völlig okay. Lars Schwend ist ein Freund des gepflegten Handballsports. Aber es ist in Ordnung, dann auch hin und wieder einen Arbeitssieg hinzunehmen, wenn man vorher schon weiß, dass man nur über die Arbeit zum Sieg kommen kann.

Das haben die Wernauer auch versucht. Aber es hat eben nicht gereicht. Insgesamt waren die Wolschlugener konzentriert genug, um ihre Vorteile in einen Sieg umzumünzen. Und der war dann auch verdient. Da die Wolschlugener zu den Spitzenteams gehören, dürfte die Niederlage für den HCW nicht so schlimm sein. Er muss gegen andere punkten, hat das zuletzt ja auch getan und wird es auch wieder tun.

Noch ein Hinweis zu den Wolfschlugenern: Die haben eine neue Internetseite gebastelt, wo es auch einen Liveticker zu den Spielen gibt – den auf Facebook gibt es dafür nicht mehr. Gute Arbeit. http://www.tsv-wolfschlugen.de/handball/

Die Wernauer Frauen haben auch verloren, eine Woche nach der Derby-Niederlage gegen die HSG Deizisau/Denkendorf nicht nur mit 26:33 in Mannheim – sondern in Christine Gall schon wieder eine Spielerin. Das ist schon bitter. Von den Top-Spielerinnen des HCW war sie zuletzt die einzig wirklich gesunde. Marion Radonic hat in Mannheim wieder nicht gespielt, Maike Brückmann ist eh nicht fit und Christiane Haas noch nicht wieder bei ihrem vollen Leistungsvermögen – und jetzt fällt Wirbelwind Gall wegen einer Sprunggelenksverletzung für sechs bis acht Wochen aus, wie sie meiner Kollegin heute selbst erzählt hat – sie klang wohl ziemlich niedergeschlagen.

Und was macht die HSGDD? Ich war ja vergangene Woche beim Derby in Wernau. Und ich hab noch in den Ohren, wie da alle von der HSG gesagt haben, der Überraschungssieg gegen den HCW sei nur die Hälfte wert, wenn gegen den Abstiegskonkurrenten Pflugfelden nicht nachgelegt wird. Naja, dann ist er nur die Hälfte wert. Gegen Pflugfelden gab es ein 25:29. Der Abstiegskampf geht weiter.

Ein besonderes Spiel war es für das Team Esslingen in der Landesliga. Und es gab dabei ein gutes Ergebnis. Das Team hat beim Tabellenführer SG Leonberg/Eltingen ein 27:27 geholt – und damit bei Ex-Trainer Frank Ziehfreund, der mit Jetzt-Trainer Thomas Freiwald noch viel Kontakt hat. Leonberg bleibt mit 26:4 Punkten vorne, die Esslinger mit 22:8 als Vierter auf Tuchfühlung.

So, und während ich ein paar Minuten Luft im langen Sonntagsdienst nutze und hier schreibe, trudeln die heutigen 17-Uhr-Spielergebnisse ein (in order of HVW-appearance): Deizisau gewinnt zum zweitem Mal innerhalb von vier Tagen gegen Ober-/Unterhausen (30:25) und ist wieder Zweiter der Württembergliga. Die HSG Ostfildern verliert in der Landesliga in Nürtingen 22:25, bleibt aber Zweiter. Neuhausen verliert in der BWOL beim Dritten Lauterstein 28:33 und damit erstmal den Kontakt zur jetzt fünf Punkte entfernten Spitze. Plochingen schafft – wow – in der Württembergliga ein 26:26 gegen Tabellenführer Schwäbisch Gmünd. Und schließlich Reichenbach dort ein wichtiges 22:19 in Altenstadt.


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2 Antworten auf „Typisch Derby“

  1. Plochingen schafft dieses wow-Unentschieden nach einem 9(!!!)-Tore Rückstand in der 35. Minute! Dann fackelte die Mannschaft ein kämpferisches und das Trainerteam ein taktisches Feuerwerk ab-das war richtig geil 🙂