Zeit der Suche

Wenn nach der kurzen Winterpause die ersten Tore geworfen werden, beginnen für die Handball-Macher die heißen Tage. Es heißt: Gespräche führen, den Kader für die neue Saison zusammenstellen. Nach neuen Spielern schauen, umworbene Spieler zum Bleiben überreden oder ihnen alles Gute wünschen. Das Ganze betrifft auch die Trainer. Wolfgang Stoll etwa ist in diesem Punkt gerade nicht zu beneiden.

Der Abteilungsleiter des TSV Wolfschlugen muss gleich zwei Trainer suchen: Einen für die BWOL-Mannschaft der Männer, wobei er da nach dem Abgang von Lars Schwend in Christoph Massong erstmal eine ordentliche Interimslösung zur Verfügung hat. Auch für die Württembergliga-Frauen – die in der kommenden Saison wahrscheinlich endlich auch in der BWOL spielen – braucht er auch einen Neuen.

Überhaupt ist bei den Frauen in der Region gerade viel in Bewegung: Pascal Morgant hat bei Zweitligist TV Nellingen bereits verlängert. Aber dann geht’s los: Die JSG Deizisau/Denkendorf sucht den Wager-Nachfolger, Wolfschlugen den Korreik-Nachfolger und Reichenbach die Lenz&Haug-Nachfolger. Die Telefondrähte glühen.

Gerade in Wolfschlugen kann nach dem Wechsel von Wager zur HSGDD nicht gerade von Kontinuität die Rede sein, wofür aber wohl keiner was kann. Ob Wager zurückkehrt? Glaub ich nicht. Macht’s sein HSGDD-Vorgänger Horst Fritz? Glaub ich auch nicht. Der könnte was für Reichenbach sein. Aber die Funktionäre haben ja ihr ganzes Handy-Telefonbuch voll und gerade im Frauenbereich wurde in den vergangenen Jahren immer wieder einer ausgegraben, den hier keiner auf der Rechnung hatte. Warten wir’s ab.

In den vergangenen Wochen hab ich hier ja schon ein bissle rumspekuliert. Ich gebe zu, das reizt, es fallen einem für alle möglichen Vereine alle möglichen Namen ein. Fritz, Wager, Greiner, Beck, Brack (Benjamin), Abele, Haigis (immer) undsoweiter. Hab ich einen vergessen? Aber andererseits warte ich auch gerne ab. Wir werden es erfahren.

Wie sieht es sonst so aus? Ich bin mir sicher, dass noch weitere Vereine aus dem EZ-Land eine Veränderung auf der Trainerposition vor sich haben. Wolfschlugen kann da zumindest schon frühzeitig planen. Plochingen, Deizisau und Wernau eher nicht. Beim Rest unserer Top-Teams bin ich mir schon nicht so sicher. Da sind einige lange dabei, einige nicht so zufrieden, bei anderen hat der Verein mehr erwartet. Und ein Privatleben gibt es ja auch noch. Fast jeden Abend und jedes Wochenende in der Halle und das neben einem normalen Job – das lässt sich mit Familie nicht so leicht vereinbaren. Aber viele kennen es nicht anders und brauchen es. Da sind Handballer und Sportjournalisten gar nicht so verschieden.

Und die, die gerade keinen Club haben – oder im Sommer keinen mehr haben werden – tauchen auch irgendwann irgendwo wieder auf.

Aber neben der Suche nach Personal müssen erst mal die Ziele für die laufende Saison angegangen werden. Beides kann ja zusammenhängen. Und da hat eine Mannschaft, über die ich vergangene Woche in der EZ und hier am Kreis geschrieben habe, mächtig geschwächelt: Das Team Esslingen, das viele gerne zumindest wieder in der Landesliga sehen würden, hat das Bezirksliga-Derby gegen Köngen verloren. Die SG Hegensberg/Liebersbronn geht vorne noch einsamer ihres Weges. Das Team hatte seinen Trainerwechsel in der laufenden Runde schon, HeLis Jochen Masching gehört alles andere als zu den Wackelkandidaten. Bei allen anderen schauen wir genau hin. Gutes Gelingen, Wolfgang Stoll und allen anderen Funktionären.


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