„Die Vorbereitung beginnt im Juni“

„In so einem Spiel kann alles passieren.“ Das hat Daniel Hebisch am Freitag gesagt, als ich mit ihm telefoniert habe. Dieses Spiel war sein letztes als aktiver Handballer. Und das vorerst letzte des TSV Neuhausen in der 3. Liga. Und es ist eine Menge passiert in diesem Spiel. Ich hab am Samstagabend gleich mal im Netz nachgeschaut, wie es ausgegangen ist. SG H2Ku Herrenberg – TSV Neuhausen 32:31 stand da in nüchternen Zahlen. Aber allein schon diese Zahlen sprachen für Dramatik.

Mit Leben gefüllt hat sich das dann, als ich den sehr guten Text unserer Mitarbeiterin Steffi Dörre für die EZ gelesen habe und nachdem ich noch mit ihr telefoniert habe. Neuhausen hatte mit 31:30 geführt. Das hätte gereicht. Aber Neuhausen hat mit 31:32 verloren. Und das hat nicht gereicht. Über allem aber stand die schwere Schulterverletzung von Philipp Frey, die er sich in der Schlussphase zugezogen hat. Sogar die Herrenberger Spieler, die durch den Sieg den Klassenverbleib geschafft haben, wollten nicht so richtig ausgelassen feiern. Das galt auch für die als laut bekannten Zuschauer von H2Ku. Wobei – wann hat es das in der Region bei einem Handballspiel zuletzt gegeben – vor dem Anpfiff gar nicht alle in die Halle gekommen sind, die rein wollten. 1100 Zuschauer waren schließlich dabei.

Neuhausen ist also wieder mal abgestiegen. Und auch wenn es nach Phrasenschwein klingt: Der Abstieg war irgendwie unnötig. Denn der Kader ist eigentlich gut genug, um damit in der 3. Liga zu bestehen. Oder zu gut, um abzusteigen. Aber was hilft’s? Was schiefgelaufen ist, ist schwer zu beurteilen. Wahrscheinlich waren es die berühmten Kleinigkeiten.

Es hat eine Weile gedauert, aber der Verein hat einige Weichen gestellt, ehe die Ligazugehörigkeit feststand.  Ein neuer Trainer ist mittlerweile gefunden und die Mannschaft bleibt so ziemlich zusammen. Auch deshalb muss es, nachdem die Wunden geleckt sind, das Ziel sein, dass die Maddogs den direkten Wiederaufstieg schaffen. Das haben sie ja auch schon zwei Mal geschafft. Der Druck ist groß, aber damit muss die Mannschaft umgehen. Und ich glaube, sie kann es auch.

Der zukünftige Trainer Alexander Prasolov  hat ganz genau beobachtet, was da in den vergangenen Wochen bei den Neuhausenern passiert ist. Wie ich jetzt mitbekommen habe, aus doppeltem Interesse: Denn der TSV Schmiden, den er acht Jahre im Stück und in der abgelaufenen Saison nochmal als Feuerwehrmann trainiert hat, steigt nun aus der BWOL ab – weil Neuhausen in die BWOL absteigt. Hätte es Groß-Umstadt oder Hochdorf erwischt, wäre Schmiden dringeblieben.

Ganz schön bitter. Aber sehen wir es positiv: Prasolov kennt sich in der BWOL bestens aus. Und alle, mit denen ich gesprochen habe, sind sehr angetan von ihm. Die Neuhausener selbst. Ich hab heute aber auch mit einem Kollegen von der Fellbacher Zeitung telefoniert, der viel Positives berichtet hat. So was nennt man wohl Vorschusslorbeeren. Bei dem, was Steffi Dörre aus Herrenberg berichtet, kann man eine Gänsehaut bekommen. Wer weiß, vielleicht haben wir ja in einem Jahr einen großen Neuhausener Aufstiegstext im Blatt. Erste entsprechende Aussagen hat man schon gehört, noch ehe der Schweiß abgeduscht war. „Die Vorbereitung beginnt im Juni“, hat Timo Durst gesagt. Hoffentlich dann auch schon wieder mit Philipp Frey. Alles Gute von dieser Stelle! Und eine schöne Handball-Auszeit für Trainer Florian Beck.

Steffi Dörre hat heute übrigens mit Alexander Prasolov gesprochen. Was der zu der ganzen Abstiegsgeschichte und Neuhausen überhaupt zu sagen hat, ist dann ausführlich in der Mittwoch-Ausgabe der EZ zu lesen.

Ich werde in den kommenden Tagen noch eine Handball-Geschichte über die Ü-40-Senioren des Bezirks schreiben, die dann auch demnächst in der Zeitung erscheint. Arbeitstitel: „Die, die es nicht lassen können.“ Und ansonsten mach ich jetzt erst mal Am-Kreis-Sommerpause. Wie und wann und ob es dann weitergeht, lasse ich rechtzeitig vor Saisonbeginn wissen.   

 

 


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