Im Netz der Möglichkeiten

Um ehrlich zu sein, gehöre ich zu denjenigen, denen das soziale Netzwerk Facebook nicht in all seinen Facetten geheuer ist. Viel zu viele vor allem junge Leute stellen da viel zu viele viel zu private Sachen rein. Das ist nicht gut. Ich bin auch bei Facebook, seit ich bei der EZ zu denen gehöre, die sich über die Online-Auftritte unserer Zeitung ein paar Gedanken machen. Und da ist klar: Ohne geht es heute in der Medienbranche nicht mehr. Und nicht nur da. Für Zeitungen, für Firmen, für Bands und auch für Sportvereine ist Facebook eine tolle Plattform, um seine Leser, Kunden oder Fans mit Informationen zu versorgen und sie an sich zu binden. 665 Millionen Menschen sind weltweit bei Facebook, 18 Millionen in Deutschland – Tendenz rasant steigend. Einige davon interessieren sich bestimmt für das, was man so macht.

Und da ist auch der Unterschied zum privaten Gebrauch. Ich weiß nicht, wem es nützt, wenn ich meinen (noch überschaubaren) Facebook-Freunden mitteile, dass ich gerade irgendwo einen Burger mit Extrakäse gegessen habe. Aber etwa als ambitionierte Handball-Mannschaft seinen Fans und wohlgesonnenen Beobachtern schnell Infos oder auch mal was zum Schmunzeln zu liefern, ist eine Sache, die für beide Seiten einen Mehrwert hat. Und die Spaß macht. Ich habe mich in letzter Zeit auf einigen Handballseiten auf Facebook umgeschaut und habe mittlerweile auch bei ein paar auf „gefällt mir“ geklickt. Interessant ist dabei, dass etwa der zukünftige Landesligist TV Reichenbach deutlich aktiver ist als der höherklassigere TSV Deizisau, der zwar eine Gruppe auf Facebook gebildet hat, der sonstigen Menschheit aber darüber hinaus nichts zu bieten hat.

Die Reichenbacher machen das wie die Jungs von der SG Hegensberg/Liebersbronn mit viel Enthusiasmus, beim TSV Neuhausen und beim TSV Wolfschlugen geht es ziemlich professionell zu. Beides „gefällt mir“.

Eines noch: Es wird ja seit einiger Zeit diskutiert, welchen Einfluss das Internet auf die gedruckten Zeitungen hat. Klar ist, dass diese den Weg mitgehen müssen. Aber im Gegensatz zu den Vereinen und ihren Auftritten ist es weiterhin die Aufgabe von uns Journalisten, den manchmal auch kritischen Blick von außen zu liefern. Und den über den vereinseigenen Tellerrand hinaus. Das machen wir. Auch uns hilft eine gute Öffentlichkeitsarbeit der Clubs, bei der Facebook ein immer wichtiger werdender Aspekt ist. Und, nochmal was für die Rubrik „um ehrlich zu sein“, wenn auf einer Vereinsseite auf meinen Blog hingewiesen wird, wie zuletzt bei den „Offspring Hornets“ (für alle, die es noch nicht wissen: das ist die JSG Nellingen/Wolfschlugen), dann freut mich das.

So, weil ich mich aber mindestens so freue, wenn die Ergebnisse meiner Arbeit in der Printausgabe der Eßlinger Zeitung gelesen werden, sei auf meine Geschichte in der morgigen Ausgabe hingewiesen. Thema – manche ahnen es schon: Die Handballvereine der Region und Facebook.


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Eine Antwort auf „Im Netz der Möglichkeiten“

  1. Bin ich also der Erste. Nach 5 Tagen. Irgendwie schade. Aber erstmal ein Lob für die Idee und die Realisierung. Nicht, Social Media einfach aufzugreifen und darüber zu schreiben, sondern im Umfeld der lokalen Handball-Vereine. Das passt. Vielleicht hat das aber bei den bisher eher zurückhaltenden Teams einen Stein ins Rollen gebracht. Auf in den Facebook-Konkurrenzkampf 😉