Jetzt nicht schwächeln

Das Derby in Deizisau ist gut besucht - da macht auch Nils Kühl das Torewerfen besonders viel Spaß. Foto: Rudel
Das Derby in Deizisau ist gut besucht – da macht auch Nils Kühl das Torewerfen besonders viel Spaß. Foto: Rudel

„Denn seit der Winterpause schwächeln die Deizisauer, vor allem in der Abwehr.“ Das ist ein sehr interessanter Satz, den meine Kollegin Steffi Dörre in ihrem Text über das Württembergliga-Derby zwischen dem TSV Deizisau und dem TV Reichenbach (heutige EZ, Seite 26) geschrieben hat. Mit 32:31 haben die Reichenbacher gewonnen und damit wieder einmal für eine Überraschung gesorgt. Die Abwehr ist eigentlich das Prunkstück der Deizisauer Mannschaft, und dennoch wollte Trainer Mike Wolz diesen Bereich in der Rückrunde noch verbessern.

Das hat bislang nicht geklappt. Umso ärgerlicher ist die Deizisauer Schwächephase, weil es ein Rückschlag im Aufstiegsrennen war. Die Mannschaft ist zwar immer noch Dritter, mit einem Spiel weniger gefühlt sogar Zweiter. Aber die vergebenen Punkte könnten am Ende wehtun – zumal den Deizisauern von hinten auch noch die wiedererstarkten Plochingen-Besieger aus Zizishausen auf die Pelle rücken.

Noch sind die Deizisauer dran, aber sie sollten sich bald fangen. Denn als Nachteil haben sie die schweren Auswärtsspiele in der Rückrunde aufgeführt – und jetzt verlieren sie in eigener Halle gegen ein Mittelfeldteam.

Ein Mittelfeldteam sind die Reichenbacher immer noch, allerdings auf gehobenem Niveau. Und das hört sich bei einem Verein, der vor der Saison vor allem drinbleiben wollte, doch gut an. „Ich bin sehr glücklich und stolz auf die Mannschaft“, hat TVR-Coach Daniel Mayr der EZ-Reporterin in den Block diktiert. Bemerkenswert ist das Auftreten der Reichenbacher auch, weil schon lange feststeht, dass Mayr nach dem Sommer nicht mehr der Trainer sein wird. Das spricht für Charakter.

Und wer weiß, vielleicht bekommen wir ja zurzeit einen Fingerzeig auf goldene Reichenbacher Handball-Tage: In Runde eins nach dem Aufstieg haben sie sich gut behauptet, Runde zwei werden sie vermutlich gut in der vorderen Hälfte der Tabelle abschließen (momentan sind sie Sechster). Wenn sie jetzt (wieder) einen guten Trainer kriegen, wer weiß, was nächste Saison möglich ist.

Auch die Plochinger und die Wolfschlugener werden sich für die kommende Spielzeit einiges vornehmen, die jetzige dürfte nicht erst seit den Niederlagen vom Wochenende gelaufen sein. Was aber auch nicht allzu dramatisch ist.

Dass man die HSG Ostfildern in der kommenden Saison auch in der Württembergliga sehen wird, ist durch die Schlappe im Spitzenspiel gegen Friedingen/Mühlheim etwas unwahrscheinlicher geworden, der Aufstieg des Team Esslingen aus der anderen Landesliga-Staffel durch den Erfolg gegen Horkheim II etwas wahrscheinlicher. Bei beiden wird es aber eng. Weiterarbeiten und Daumendrücken.

Das gilt auch für den TSV Neuhausen, der in der BWOL weiter oben dran ist. Die jüngste Entwicklung auch mit dem 36:29-Sieg in Flein macht Mut. Am übernächsten Sonntag kommt es zum Spitzenspiel zwischen dem Dritten Neuhausen und dem Zweiten Pfullingen. Die Pfullinger mit Trainer Volker Greiner spielen eine bärenstarke Saison, wie auch die Neuhausener bei ihrer Hinspiel-Niederlage in der Kurt-App-Halle zu spüren bekommen haben. Von daher haben sie auch noch was gutzumachen. Es war damals das vielleicht schlechteste Saisonspiel, ich durfte (oder musste?) es miterleben. Wichtiger als die Revanche sind aber die Punkte. Mit einem Sieg wären die Maddogs einen Punkt am VfL dran. Und Spitzenreiter Nußloch ist auch nicht weit weg. Auf jeden Fall wird das das Knallerspiel des Spieltags aus EZ-Land-Sicht. Sonntag, 9. März, 17 Uhr, in der Egelseehalle.

Am kommenden Wochenende schunkeln die Handballer, und vorneweg die Neuhausener, in den Hallen statt auf Tore zu werfen. Ich vertreibe mir derweil die Zeit mit dem VfB in der Frankfurter Fußball-Arena. Mal sehen, was das für ein Spaß wird.


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