„Jetzt reden wir vom Aufsteigen“

Vielleicht ist er morgen Abend schon der Neuhausener Aufstiegstrainer: Alexandr Prasolov. Foto: Rudel
Vielleicht ist er morgen Abend schon der Neuhausener Aufstiegstrainer: Alexandr Prasolov. Foto: Rudel

Der Handball-Blog-Schreiber hat sich in den vergangenen Tagen vor allem mit Fußball beschäftigt. Morgen ist mein Interview mit VfB-Kapitän Christian Gentner im Blatt – also unbedingt EZ kaufen. Aber nicht nur wegen Gentner. Meine Kollegin Stefanie Dörre hat sich mit Trainer Alexandr Prasolov von den Handballern des TSV Neuhausen unterhalten, der morgen Abend den Aufstieg in die 3. Liga schaffen kann. Wir drucken das in der morgigen Ausgabe als Fließtext ab, hier für euch gibt es aber jetzt weltexklusiv die Version als Wortlaut-Interview. Die EZ kauft ihr ja alle trotzdem oder habt sie eh abonniert.

Bevor es losgeht darf ich aber nicht vergessen, darauf hinzuweisen, dass noch weitere Entscheidungen anstehen. Die Frauen des TSV Wolfschlugen und des TSV Neuhausen haben Relegations-Rückspiele vor sich, in Scharnhausen kommt es zum Männer-Landesliga-Relegations-Derby zwischen der HSG Ostfildern und dem Team Esslingen. Gewinnt die HSG, spielt sie in der kommenden Runde in der Württembergliga, gewinnen die Esslinger (wie im Bezirkspokalfinale), fehlt ihnen noch ein Sieg am kommenden Samstag gegen Bad Saulgau.

Sodele, jetzt aber das Gespräch Dörre – Prasolov. Viel Vergnügen.

Ihre Mannschaft ist in der komfortablen Situation, dass sie es selbst in der Hand hat und die Konkurrenten auf einen Ausrutscher hoffen müssen.

Prasolov: Wir haben gekämpft, eine gute Rückrunde gespielt und die Konkurrenten haben verloren. Deshalb stehen wir jetzt da und haben eine sehr gute Chance aufzusteigen. Wir werden nicht auf die anderen Mannschaften schauen, sondern im entscheidenden Spiel noch einmal alles geben.

Sie lobten vor der Saison die Qualität im Team. Anfangs lief es aber nicht optimal?

Prasolov: Das stimmt. Im Team gibt es viel Qualität. Deshalb stehen wir jetzt auch auf Platz zwei. Zudem ist die Erfahrung einiger Spieler wichtig. Dass es anfangs nicht so gut lief, hat mehrere Gründe: Der Abstieg, der neue Trainer und verletzte Spieler. Zum Beispiel waren Philipp Schöbinger nach seinem Auslandsaufenthalt und Philipp Frey sowie Dominik Eisele nach ihren Verletzungen noch nicht in der Form, in der sie jetzt sind. Bis die 5-1-Abwehr verinnerlicht war, hat es Zeit gebraucht.

Wann war Ihnen klar, dass der direkte Wiederaufstieg machbar ist?

Prasolov: Vor einigen Wochen war ich noch nicht so optimistisch. Das bin ich erst, seit wir auf dem zweiten Platz stehen. Davor haben wir auch innerhalb der Mannschaft nicht oft vom Aufstieg gesprochen. Wir wollten immer von Spiel zu Spiel das Beste geben, ohne Druck. Das haben wir geschafft. Jetzt reden wir vom Aufsteigen.

Für die TSG Söflingen geht es um nichts mehr.

Prasolov: Ja, das stimmt. Die Mannschaft kann locker bei uns aufspielen. Söflingen wird aber kämpfen und ein gutes Spiel machen. Wir müssen guten Handball zeigen, um zu gewinnen.

Wie nervös sind Sie?

Prasolov: Bis jetzt bin ich noch nicht nervös. Vielleicht kommt das noch … Es ist wichtig, dass wir unser Bestes geben und nicht nur Aufstieg, Aufstieg, Aufstieg im Kopf haben. Eine gewisse Anspannung ist natürlich da. Aber der Spaß muss auch dabei sein. Den hatte die Mannschaft beim Sieg in Oftersheim.

Was spricht denn abgesehen von der guten Ausgangslage dafür, dass es klappt?

Prasolov: Die Rückrunde war sehr gut und wir haben uns stetig weiterentwickelt. Wir haben zeitweise auf eine 6-0-Abwehr umgestellt, weil Simon Wohlrabe geschäftlich selten da war und Timo Durst mit seinem Handbruch ausfiel. Ich muss sagen, die Umstellung hat sehr gut funktioniert. Die Mannschaft hat diese schwierige Situation sehr gut gemeistert und gegen direkte Konkurrenten gewonnen. Da haben wir Selbstvertrauen gewonnen.

Falls die Mannschaft den Aufstieg schafft, sind zu den bereits feststehenden Neuzugängen Daniel Roos, Luca Holder und ihr Sohn Alexej weitere Verstärkungen nötig?

Prasolov: Wir haben das noch nicht entschieden. Aber ich glaube, dass wir mit dieser Mannschaft in der 3. Liga bestehen können. Wir haben eine gute Bank.

Warum wollen Sie unbedingt in die 3. Liga?


Prasolov: Ich weiß, dass die Mannschaft in der 3. Liga spielen kann. Unser Ziel war oben mit-spielen und ein Platz zwischen drei und fünf. Ich habe den Aufstieg nicht als Ziel ausgegeben. Aber ein siebter oder achter Rang wäre für ein Team mit der Qualität und Erfahrung zu wenig.

Was ist ihr Verdienst am Erfolg?

Prasolov: Für mich ist Disziplin wichtig. Wenn wir konzentriert spielen und geduldig im Angriff sind, hat jede Mannschaft Probleme gegen uns. Die Mannschaft hat einen Schritt nach vorne gemacht. Wenn es in der Hinrunde einmal schlecht lief, gingen die Köpfe nach unten, die Kampfbereitschaft ließ nach. Jetzt zeigt die Mannschaft, dass sie nach Fehlern direkt wieder umschaltet und daraus lernt.

Sind die Strukturen im Verein wieder bereit für die 3. Liga?

Prasolov: Ich war in diesen Bereich bisher nicht sehr involviert. Aber ich denke, dass der Verein gut und breit aufgestellt ist. Alle haben ihre Erfahrungen in dieser Liga.

Wer hat das Sagen im Team?

Prasolov: Die Spieler denken mit und die Leistungsträger bringen ihre Erfahrung ein. Sie übernehmen Verantwortung. Während einer Auszeit ist es OK für mich, wenn diese Spieler ihre Ideen einbringen.


Schreibe einen Kommentar

Eine Antwort auf „„Jetzt reden wir vom Aufsteigen““