Neuhausen und Nothdurft:
Es hat nicht geklappt

Eckard Nothdurft vor der Neuhausener Bank: Das ist bald Geschichte. Fotos: Rudel

Ganz überraschend kam es nicht, dennoch war es die Nachricht des Wochenendes im EZ-Handball-Land: Eckard Nothdurft wird den TSV Neuhausen am Saisonende nach nur einem Jahr verlassen. Und leider sieht es im Moment so aus, dass die Station Neuhausen seine Vita nicht schmücken wird: Als Nachfolger von Ralf Bader sollte Nothdurft die Mannschaft weiterentwickeln – jetzt steht sie vor dem Abstieg aus der 3. Liga in die Baden-Württemberg Oberliga.

Man muss bei dem Restprogramm der MadDogs –  es geht gegen den Ersten, den Vierten und den Zweiten – schon sehr optimistisch sein, um an den Nicht-Abstieg zu glauben. Aber Aufgeben gilt natürlich nicht.

Der Sieg beim EZ-Pokal war ein Highlight in der laufenden MadDogs-Saison. Vielleicht kommt ja doch noch der geschaffte Klassenverbleib dazu.

Die Gründe für das Ende der Zusammenarbeit sind vielschichtig. Fakt ist, dass der Verein entgegen anders lautender Gerüchte mit Nothdurft weitermachen wollte. Er selbst hat darum gebeten, den Zweijahresvertrag aufzulösen. „Ich bin der Überzeugung, dass ich in der kommenden Saison nicht der Richtige für Neuhausen bin“, sagt er. Könnte auch heißen: Neuhausen ist nicht der richtige Verein für ihn.

Meine Kollegin und Neuhausen-Expertin Steffi Gauch-Dörre hat das Thema in der Montagausgabe treffend kommentiert. Ein Verein wie Neuhausen tut sich bei aller Mühe und allem Engagement schwer, Drittligahandball zu wuppen. Das gilt generell. Einen erfahrenen Trainer zu holen, ist gut – aber reicht alleine nicht aus. Nothdurft hat schon im EZ-Interview im November auf die Frage „Warum gehört Neuhausen in die 3. Liga?“ folgende interessante Antwort gegeben: „Weil Neuhausen ohne professionelle Bedingungen und mit einem total familiären Umfeld versucht, zu den besten 100 Mannschaften in Deutschland zu gehören. Ich hoffe, dass das belohnt wird.“ Das klingt nach viel Sympathie, aber auch danach, dass er sich manches professioneller gewünscht hätte. „Es gibt Situationen, in denen es keinen Schuldigen gibt“, betont Nothdurft jetzt.

Es hat nicht geklappt mit dem TSV Neuhausen und Eckard Nothdurft. Alle Beteiligten werden sich aber weiter in die Augen schauen können.

Die Rahmenbedingungen können aber nicht der einzige Grund dafür sein, dass es in der laufenden Runde sportlich so schlecht läuft. In der vergangenen Saison unter Bader spielte die Mannschaft – auch begünstigt durch die Aufstiegseuphorie – mit einem sehr ähnlichen Kader viel erfolgreicher. Nothdurft hat also auch sportlich nicht das gebracht, was man von ihm – und auch er von sich selbst – erwartet hat.

Ich bin sehr gespannt, wer nun neuer Trainer bei den MadDogs wird. Einige geeignete Kandidaten sind nicht mehr zu haben, dafür ist die Entscheidung einfach sehr spät gefallen. Der Noch-Plochinger Daniel Brack wäre sicherlich ein Thema gewesen. Er hat aber schon längst in Pfullingen unterschrieben, was auch passt und wo er auf jeden Fall Drittliga-Trainer sein wird. Bader ist wieder frei, aber eine Rückkehr nach seinem Bundesliga-Intermezzo in Bietigheim ist schwer vorstellbar.

Verabschiedet sich Daniel Brack mit dem Aufstieg aus Plochingen? In der kommenden Saison trainiert er auf jeden Fall in der 3.Liga: den VfL Pfullingen.

In die Köpfe muss man übrigens auch erst einmal kriegen, dass es in der kommenden Saison heißen könnte: Plochingen 3. Liga, Neuhausen Baden-Württemberg Oberliga. Das wäre echt ein Ding. Aber so weit ist es noch lange nicht. Neuhausen kann den Klassenverbleib noch schaffen. Und die Plochinger müssen in der BWOL erstmal Platz zwei verteidigen und die Relegation wird dann auch nicht einfach. Eines ist allerdings sicher – bei allem Reiz zum Glück irgendwie: Ein Relegation zwischen Neuhausen und Plochingen wird es angesichts der Auf- und Abstiegsregelungen nicht geben.

Die Wunschvorstellung wäre natürlich, dass es in der kommenden Saison ein Drittliga-Derby zwischen Neuhausen und Plochingen gibt.

Jubel beim TV Nellingen II.

Es kann sein, dass wir bald eine Plochinger Aufstiegsgeschichte in der EZ haben werden. Ich hatte ja schon das Vergnügen, die Aufstiege des TV Nellingen II und des TSV Denkendorf zu beschreiben. Sowas macht Spaß. Möglicherweise kommen die Wolfschlugener Frauen noch dazu.

Und weil’s so schön ist nochmal:Jubel beim TV Nellingen II.

Die Denkendorfer steigen mit dem Sprung in die Landesliga auch in den Kreis der „Montags-EZ-Teams“ auf. Freut mich, herzlich willkommen! Mit dem Abstieg der HeLi-Frauen – schade – und der Rückkehr der Nellinger Frauen I vom überregionalen in den lokalen Sport wird es dort ab September noch enger. Ich habe gerade durchgezählt: Wenn alle spielen, bilden wir ab der kommenden Saison 16 Teams in der Montagausgabe ab. Zeige mir mal einer eine Handballregion, in der es so viel Spitzenklasse gibt?   

Und Jubel beim TSV Denkendorf. Foto: Krug

 


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