Wie lange geht das noch gut?

Es wird Handball gespielt – aber nicht mehr viel.

Der TV Plochingen ist nach dem 33:30-Sieg gegen den HC Erlangen II Dritter der 3. Liga, der TSV Deizisau in der Württembergliga nach dem 34:26-Erfolg gegen den SKV Oberstenfeld Zweiter, die HSG Ostfildern nach dem 27:24 im Derby gegen die SG Hegensberg/Liebersbronn Zweiter der Verbandsliga. Es gibt das eine oder andere Erfreuliche aus dem EZ-Handballland zu berichten.

Aber ist das das Thema zurzeit? Ja, ganz bestimmt. Wir von der EZ waren bei den drei erwähnten Spielen vor Ort und haben in der Montagausgabe darüber berichtet. Platz genug war dafür. Denn wo es sonst aufgrund der vielen Handball-Teams von der Landesliga aufwärts eng wird, konnte unsere Sonntags-Planerin Karla Schairer große Texte mit großen Bildern platzieren. Oder musste.

Denn das augenscheinlichste Bild vom vergangenen Handball-Wochenende bekommt man, wenn man auf die Internetseite des HVW geht und dort auf „Spielbetrieb“ klickt. „abgesetzt, COV19“ ist dort x-fach unter der Rubrik „Bemerkung“ zu lesen. Wenn man auf die Unter-Rubrik des Bezirks Esslingen-Teck geht, steht dort fast nur das Wort „abgesetzt“. Ab der BWOL aufwärts wird dagegen regelmäßig gespielt. Es ist so: Corona ist das Thema zurzeit – in der Gesellschaft, im Sport und damit auch in den Medien. Es interessiert, und wir machen unseren Job.

Jannik Hausmann und der TV Plochingen haben am Wochenende gespielt – und gewonnen. Fotos: Rudel

Es ist eine verrückte Situation. Von Spielen mit Zuschauern über welche ohne bis zu den vielen Absagen findet alles statt – oder eben nicht. Wobei weiterhin mehr Spiele abgesetzt werden, weil einzelne Mannschaften oder Vereine nicht spielen wollen, als dass es konkrete Corona-Fälle gibt.

Die Frage ist: Wie lange geht das noch gut? Oder: Wann entscheidet der HVW wie etwa der bayerische Verband und verordnet der Runde eine Pause, wo doch eh kaum gespielt wird? Im Gegensatz zu den Fußballern, die bereits kräftig am nachholspielen sind, stellt sich auch die Frage, wann denn die ganzen Begegnungen, die jetzt nicht angepfiffen werden, neu angesetzt werden sollen. Von einer Schräglage der Tabellen und möglicherweise Wettbewerbsverzerrung gar nicht zu sprechen. Vom HVW ist im Laufe der Woche noch eine Erklärung zu erwarten.

Wie haben wir uns auf die Verbandsliga-Derbys gefreut. Das zwischen Ostfildern und HeLi fand statt, und sogar ein paar Fans waren dabei.

Ich lasse es für heute mal dabei. Das Thema wird noch viele Zeilen nötig machen. Dass ich seit mehr als einem halben Jahr mehr Corona- als Sport-Reporter bin, daran habe ich mich gewöhnt. Versprochen: Wir werden euch in der EZ informiert halten. In Sachen Corona. Und falls am kommenden Wochenende gespielt wird, werden wir vor Ort sein und für euch darüber berichten. Und ich werde hier am Kreis auch sehr gerne wieder über sportliche Erfolge und Misserfolge schreiben. Etwa des TV Plochingen, des TSV Deizisau oder der HSG Ostfildern.

Ich freue mich darauf – wahrscheinlich ungefähr genauso sehr, wie ihr darauf, mal wieder unbeschwert Handball spielen zu können oder zuzuschauen.

Und es gibt ja auch noch andere Sportarten. Am Freitagabend etwa werde ich beim Fußball-Landesligaderby zwischen Köngen und Deizisau sein. Falls das Spiel stattfindet.


Absage von unten

An der Römerstraße wurde am Samstag ohne Zuschauer gespielt. Den Unterschied kann man auf diesem Bild nicht erkennen – denn die Halle ist so gebaut, dass unsere Fotografen Spieler und Fans gar nicht gleichzeitig ablichten können. Fotos: Rudel

Zu gerne würde ich mehr Texte schreiben, in denen es nicht um Corona geht. Deshalb habe ich auch für die Samstagausgabe der EZ die Geschichte über Neuhausens Timo Durst und sein bevorstehendes Comeback nach langer Verletzung gemacht.

Aber auf dem Rest der Lokalsportseite gab es fast nur ein Thema – und das wird auch das beherrschende Thema der kommenden Wochen bleiben. Im Sport und in der gesamten Gesellschaft. Und damit auch in der Zeitung. Im Sport und (noch mehr) in allen anderen Ressorts.

An diesem Montag sind in Baden-Württemberg neue Bestimmungen in Kraft getreten. Inwieweit sie den Sport und damit auch den Handball betreffen, ist (zumindest mir) nicht ganz klar. Aber das war schon in den vergangenen Wochen so. Und das ist auch mit das Problem. Darf man jetzt mit Zuschauern spielen? Darf man nicht? Wie lange darf man überhaupt noch spielen?

100 Menschen sind ab jetzt „bei der Durchführung von Veranstaltungen“ erlaubt. Also auch bei Handballspielen? „Beschäftigte und sonstige Mitwirkende“ bleiben „außer Betracht“. Also Mannschaften, Betreuer, für den Spielbetrieb nötige Personen? Ausnahmen soll es geben. Es gibt eine Menge Klärungsbedarf.

Die Nellinger Drittligafrauen haben mit Unterstützung der Trommler und ein paar Zuschauern den ersten Saisonsieg geholt.

Was bei der ganzen Sache komplett neu ist: Im Frühjahr waren es die Sportverbände, die den Spielbetrieb eingestellt haben. Ich werde diesen Donnerstag in der Redaktion wohl nie vergessen, an dem eine Sportart nach der anderen abgebrochen hat. Jetzt kommt die Absage von unten.

Die Verbände, also auch der HVW, hängen sich an die Politik und empfehlen, ohne Zuschauer zu spielen. Das hat auch dazu geführt, dass die Vereine, die in ihr zuvor ja überprüftes und abgesegnetes Hygienekonzept vertraut haben und vor (ein paar) Fans aufgelaufen sind, zum Teil mächtig Kritik abbekommen haben. Das ist keine gute Situation für alle. Die Vereine wünschen sich auch diesmal eine klare Vorgabe von den Verbänden. Die erklären wiederum, dass sie das ohne entsprechende Beschlüsse der Politik nicht tun können. Also sagen viele Vereine die Spiele von sich aus ab. Davon war am vergangenen Wochenende vor allem die Staffel 2 der Männer-Verbandsliga betroffen. Mit Köngen, Denkendorf, Reichenbach und Team. Auch in der Jugend fand viel nicht statt.

Dass es schwierig ist, die Vorgaben der Politik für den Sport zu übersetzen, ist unbefriedigend. Es zeigt aber, dass der Sport in der momentanen Situation nicht die Hauptrolle spielt. Und das ist angemessen. Trotzdem muss auch der Sport, in den so viele Menschen so viel Herzblut – und Freizeit – stecken, planen können.

Die vergangenen Monate haben gezeigt, dass es sehr, sehr schwer ist, den weiteren Verlauf vorherzusagen. Aber ich kann mir vorstellen, dass die Entscheidungen aus dem Sport heraus einen vorzeitigen – also sehr vorzeitigen – Saisonabbruch oder eine Unterbrechung zumindest beschleunigen. Warten wir es ab, etwas anderes bleibt uns nicht übrig.

Naja, nicht ganz: Wir können und sollten uns dringend an die Regeln halten. Das Problem ist allerdings, dass Maßnahmen mit einer Verzögerung von ungefähr zwei Wochen greifen. Bis dahin werden noch viele Spiele abgesetzt sein. Mindestens.

Wir Sportjournalisten werden also weiter viel über Corona schreiben müssen. Und flexibel sein. Noch flexibler jedenfalls, als wir es in diesem Beruf ohnehin sind – was grundsätzlich ein Bereich ist, den ich daran mag.

Wir mussten etwa auch die Montagausgabe umplanen. Zwei Mal TSV Denkendorf gegen TV Reichenbach, in der Württembergliga der Frauen und in der Verbandsliga der Männer. Wir hatten uns schon was überlegt, wie wir das aufbereiten mit einem interessanten Layout. Alles ausgefallen. Stattdessen haben wir unseren Mitarbeiter Max Bruns an die Römerstraße zur SG Hegensberg/Liebersbronn geschickt.

Am kommenden Samstag tritt HeLi zum Derby in Ostfildern an. Das ist wieder ein interessanter Termin, den wir eingeplant haben. Ob gespielt wird? Zurzeit kann man das ein paar Tage vorher nicht sagen. Alles dazu erfahrt ihr wie immer in der EZ.


Geister-Spieltag

Ein ungewohntes Bild: So sah es am Samstag in der Schafhausäckerhalle vor dem Anpfiff des Drittliga-Spiels zwischen dem TV Plochingen und den Rhein-Neckar Löwen II aus. Fotos: Paesler, Rudel (1)

Wenig Zuschauer, viel Gesprächsbedarf. So kann man den ersten kompletten Handball-Spieltag der Saison 2020/2021 zusammenfassen. Dazu kommt ein ungewisser Blick in die Zukunft.

Bevor am vergangenen Donnerstag der Esslinger Landrat Heinz Eininger seine angekündigte Pressekonferenz gab, in der er weitere Maßnahmen zur Corona-Krise bekanntgab, habe ich zumindest nicht ausgeschlossen, dass (unter anderem) der Handball abgesagt wird, bevor er richtig angefangen hat. Dann kam die Empfehlung, Sportveranstaltungen in der Halle ohne Zuschauer durchzuführen. Es konnte also gespielt werden, aber vor leeren Rängen.

So sah es EZ-Fotograf Herbert Rudel vom Innenraum aus.

Vor leeren Rängen? Nicht ganz. Zwar schlossen sich der HVW und der Handball-Bezirk Esslingen-Teck Einingers Empfehlung an. Aber Empfehlung ist nur Empfehlung – und so wurde zum Teil mit Fans gespielt, unter anderem in Deizisau und in Ostfildern. Davon waren bei anderen Vereinen nicht alle begeistert, das Unverständnis war teilweise sogar mächtig. Die Deizisauer und Ostfilderner begründeten ihre Entscheidung damit, dass ihr Hygienekonzept mit der Kommune abgestimmt worden sei. Das war es bei anderen Vereinen allerdings auch – und da wurde angesichts der neuen Entwicklung trotzdem ohne Zuschauer gespielt.

Das Thema wird uns noch lange beschäftigen. Auch dahingehend, wie Vereine in anderen Kreisen damit umgehen. In einigen Hallen, so berichten Heimkehrer von Auswärtsspielen, war es auf den Rängen „fast wie früher“, in anderen wurden Teams aus dem Risikogebiet Kreis Esslingen ausgeladen. Wie in Altenstadt – wo die Denkendorfer nicht spielen durften, Jugendteams aber doch. Auch das sorgte für Unverständnis. Wobei insgesamt wenige Erwachsenen-, aber viele Jugendspiele abgesagt wurden.

Beste Sicht vom Presseplatz aus.

Auch wie damit umgegangen werden soll, wenn einzelne Spieler in der aktuellen Situation nicht zu einem Handballspiel antreten wollen und damit ihre Mannschaft geschwächt aufläuft, muss geklärt werden – Beispiel Köngen. Oder wenn der wichtigste Mann fehlt, weil er Lehrer ist und wegen eines Falles an seiner Schule in Quarantäne muss – Beispiel Neuhausen. Das Ganze ist sportlich schon etwas verzerrt. Andererseits, und das sagen ja auch alle Beteiligten, geht die Gesundheit vor. Und jeder Spieler fühlt sich zurzeit mit dem Handball in der Hand unterschiedlich wohl.

Eines ist spätestens seit dem vergangenen Wochenende deutlich: Es braucht klare Ansagen!

Die Gremien von HVW und Bezirk tagen am heutigen Montagabend und diskutieren genau darüber. Deshalb werde ich in der EZ auch (erst) für die Mittwochausgabe etwas Größeres zur aktuellen Lage und zur weiteren Entwicklung schreiben.

Gute Laune bei Livestream-Kommentator Michael Ehret (rechts) und „Experte“ Daniel Hebisch.

Ich selbst hatte am Samstag mein erstes Geister-Punktspiel. Es war tatsächlich ein bisschen gruselig, gemeinsam mit nur 13 anderen Menschen weit verteilt auf der Tribüne der Schafhausäckerhalle zu sitzen und das Drittliga-Spiel zwischen dem TV Plochingen und den Rhein-Neckar Löwen II (32:37) anzuschauen. Okay, Gedränge wäre mir sicher nicht lieber gewesen. Die Fans mussten draußen bleiben, auch die meisten Funktionäre mussten draußen bleiben.

Im Innenraum habe ich neben den Mannschaften und ihren Betreuern nur die zwei Schiedsrichter, zwei Wischer, einen Löwen-Funktionär und zwischenzeitlich den EZ-Fotografen Herbert Rudel gesehen. Auf den Rängen waren nur Leute, die für den Ablauf dringend notwendig waren plus meine Wenigkeit als Multiplikator für die Leser. Einen ähnlichen Job hatten Livestream-Kommentator Michael Ehret und sein „Experte“ Daniel Hebisch. Ich konnte das auf sportdeutschland.tv ja nicht anschauen, weil ich live dabei war. Aber ich denke, sie werden das gut gemacht haben.

Das hat sich alles ziemlich komisch angefühlt. Und es wird vermutlich komisch bleiben, wenn die Saison nicht ganz abgebrochen wird. Dabei war die Vorfreude auf Handball nach der langen Pause so groß. To be continued.


Die Saisonprognose

In der Verbandsliga wird es viele Derbys geben, auch wieder das zwischen der HSG Ostfildern und dem Team Esslingen, wie hier im Jahr 2017. Fotos: Rudel, Vereine

Die Sommerpause war lang. Für die Handballer und damit auch für den Blog. Aber Handball geht wieder los – wobei ich gestern vor der Pressekonferenz des Esslinger Landrates Heinz Eininger kurz meine Zweifel daran hatte, ob es so kommen würde. Jetzt wird erst mal gespielt, aber ohne Zuschauer. Wobei ich gerade erfahren habe, dass in der einen oder anderen Halle im Landkreis doch ein paar Leute kommen dürfen. Ausführlicher lest ihr darüber morgen in der EZ und heute natürlich schon auf esslinger-zeitung.de.

Über Corona und die Folgen für den Sport habe ich in den vergangenen Monaten so viel recherchiert und geschrieben – jetzt möchte ich hier das machen, was ich immer mache, wenn es am Kreis wieder losgeht: Ich wage mich an meine Saisonprognose. Ist vielleicht ein bisschen herausfordernder als in den vergangenen Jahren und wer weiß, ob die Saison überhaupt zu Ende gespielt wird. Ich hoffe es natürlich sehr, weil das dann auch heißt, dass die Infektionszahlen nicht zu sehr gestiegen sind. 18 Teams von der Landesliga aufwärts sind zu berücksichtigen. Also: Los geht’s. Vielleicht habt ihr ja auch eine Meinung dazu, lasst sie mich wissen.

3. Liga

Schon ein Spiel gewonnen: Drittligist TV Plochingen.

Zwei Mal Frauen, ein Mal Männer haben wir im EZ-Land in der dritthöchsten Spielklasse. Die Männer des TV Plochingen haben ja schon ein Spiel hinter sich und das etwas überraschend in Balingen gewonnen, jetzt kommt morgen die „Zweite“ der Löwen nach Plochingen. Ich habe das Glück, als einer der wenigen Menschen in die Schafhausäckerhalle zu dürfen und für die EZ zu berichten. Bin sehr gespannt. Was die Runde betrifft, glaube ich, dass die Plochinger aus der vergangenen Premierensaison in Liga drei gelernt haben und dass sie sich gut genug verstärkt haben. Heißt: Es wird Höhen und Tiefen geben und eng bis zum Schluss, aber ich traue ihnen zu, dass sie gerade so den Klassenverbleib schaffen.

Auch die Frauen des TV Nellingen wären abgestiegen, wäre die vergangene Runde nicht ohne Absteiger abgebrochen worden. Aber sie haben die Spielzeit ohnehin als Lern-Saison gesehen. Glück gehabt, drin geblieben, weiterentwickelt – diesmal schafft das Team sportlich den Klassenverbleib, wird aber auch keine Bäume einreißen. Für den TSV Wolfschlugen, der zuletzt deutlich vor dem TVN lag, wird es schwer. Das Team hat mit vielen Verletzten zu kämpfen. Abstiegskampf also, aber irgendwie wird es auch hier klappen. Wir hatten ja schon alles Saisonvorschauen in der EZ, mit Ausnahme der 3. Frauen-Liga, die kommt nächste Woche.

Baden-Württemberg Oberliga

Den TSV Neuhausen drängt es zurück in die 3. Liga.

Nach dem freiwilligen Rückzug des TV Nellingen II sind hier noch die Männer des TSV Neuhausen übrig. Auf dem Weg zurück in die 3. Liga wurden die MadDogs von Corona ausgebremst. Sie haben sich damit abgefunden und greifen jetzt wieder an. Mit der Rolle des Top-Favoriten muss man erst einmal umgehen. Aber die Mannschaft und ihre Trainer haben so viel Erfahrung, außerdem ist der Kader gut, zu dem Spielmacher Timo Durst nach langer Verletzung irgendwann zurückkehren wird. Um aufzusteigen, muss vieles klappen und vieles ist eben auch unvorhersehbar. Aber ich sage mal: In der Saison 2021/2022 kommt es in der 3. Liga zum Derby zwischen Plochingen und Neuhausen.

Württembergliga

Der TSV Deizisau startet ambitioniert in die Saison.

Schöner könnte es aus EZ-Land-Sicht nicht sein: Der TSV Deizisau und der TSV Wolfschlugen sind bei den Männern in der Württembergliga dabei und beide wollen oben mitspielen. Die Wolfschlugener gehören als Zweiter der vergangenen beiden Spielzeiten beinahe automatisch zu den Favoriten. Die Deizisauer haben den Stamm der Mannschaft gehalten und sich gut verstärkt, auch mit dem ambitionierten Trainer Stefan Eidt. Und sie gehen die Runde sehr selbstbewusst an. Aber: Die Liga ist jetzt eingleisig mit dem Besten, was die Süd- und die Nord-Staffel zuletzt zu bieten hatten. Ich will mich ja festlegen: Ich würde es beiden wünschen, aber aus dem Bauchgefühl heraus sage ich: Deizisau und Wolfschlugen spielen in der Spitzengruppe mit, den Aufstieg in die BWOL aber schaffen andere.

Auf dieses Spiel freuen sich die Spielerinnen beider Teams: Reichenbach gegen Denkendorf.

Bei den Frauen sind im TSV Denkendorf, dem TV Reichenbach – beide mit neuen Trainern – und dem TV Nellingen II drei Teams dabei, die vorne zu erwarten sein dürften. Wie weit vorne, ist die Frage. Ich glaube, die Denkendorferinnen werden zumindest ernsthaft um den Aufstieg mitspielen, die Reichenbacherinnen hören sich zumindest selbst etwas vorsichtiger an. Der TVN ist nach der vergangenen Murks-Saison in der BWOL die große Unbekannte. Nur soweit kann man sich da wohl aus dem Fenster lehnen: Ohne Sieg wird es diesmal vermutlich nicht bleiben. 

Verbandsliga

Kommen wir zur neuen Verbandsliga, die bei den Männern auch die neue EZ-Land-Liga ist, oder Derbyliga, wie ich über die Vorschauseite geschrieben habe. Sechs Teams aus der Region, mit dem VfL Kirchheim sieben aus dem Bezirk – wow. Aber zur Prognose, einer nach dem anderen: Die HSG Ostfildern wird Meister, alle anderen landen im Mittelfeld, keiner steigt ab – in der Reihenfolge TSV Denkendorf, TV Reichenbach, SG Hegensberg/Liebersbronn, TSV Köngen (oder soll ich dem Tiefstapler Simon Hablizel nicht glauben?),  Team Esslingen. Oder ein bisschen anders, wird alles sehr eng beieinander sein.

Bei den Frauen ist nur der TSV Köngen übrig, nachdem es alle anderen Teams aus der vergangenen Württembergligasaison in die eingleisige Staffel geschafft haben. Auch die Köngenerinnen haben in Johannes Martin einen neuen Trainer. Ich denke, das Team wird weit vorne, aber nicht ganz vorne landen.

Landesliga

Bei den Männer ist hier kein einziges Team aus dem EZ-Land mehr dabei, bei den Frauen die SG Hegensberg/Liebersbronn und Aufsteiger TSV Wolfschlugen II. Da die Top-Teams nicht mehr da sind, wird HeLi diesmal nicht so weit hinten landen wie zuletzt und keine Abstiegssorgen haben. Die Wolfschlugenerinnen sind schwer einzuschätzen, wohl auch für sich selbst. Aber sind wir mal optimistisch: Das Team ist jung und schnell, wird dazulernen und so genug Siege sammeln, um den Klassenverbleib zu schaffen.

Sodele, mal schauen, ob ich Recht behalte. Es kann losgehen. Ich wünsche uns allen, dass die Saison zu Ende gespielt wird. Und vor allem, dass alle gesund bleiben. Falls wieder Zuschauer in die Hallen dürfen, haltet euch an die Regeln!


Spannende Wahl, würdiger Sieger

Steffen Irmer-Giffoni. Foto: Herbert Rudel

Von einem Preis fürs Lebenswerk würde ich nicht sprechen. Aber es ist schon etwas Besonderes, dass Steffen Irmer-Giffoni von der HSG Deizisau/Denkendorf von euch Lesern des Blogs zum Trainer der Saison gewählt wurde. Eine gute Wahl, ein würdiger Siger. Und eine Wahl-Woche, die viel Spaß gemacht hat. Mir jedenfalls und ich habe auch entsprechende Reaktionen bekommen. Es hat kein Meistertrainer gewonnen, sondern einer, der sich nach insgesamt neun Jahren von einem Verein – in diesem Fall einer Spielgemeinschaft – verabschiedet und dafür so eine fette Wertschätzung erfährt. Das freut mich. Und ich kann mit gut vorstellen, dass auch die Kollegen auf den Plätzen dahinter gut damit leben können.

Ich war sehr gespannt, wie groß die Resonanz sein würde. Und siehe da, die Handballgemeinde hat mitgemacht.

Vielen Dank dafür. Die Wahl verläuft über Facebook ja ziemlich offen und so kann man ein bisschen verfolgen, wie es läuft. Irmer-Giffoni und Simon Hablizel haben sich zunächst ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert, dann ist Irmer-Giffoni etwas davongezogen und im Laufe der Woche hat Volker Haiser Hablizel noch überholt.

Hier das Ergebnis, die ganze Geschichte könnt ihr schon auf www.esslinger-zeitung.de lesen.

1. Steffen Irmer- Giffoni  34,41 %

2. Volker Haiser  27,60 %

3. Simon Hablizel  25,81 %

4. Markus Locher  11,11 %

5. Rouven Korreik  1,08 %

Schön, dass es so eng war, das spricht für die Trainer. Wobei es mich auf der anderen Seite wundert, dass Markus Locher und Rouven Korreik so weit abgeschlagen sind. Ein Grund ist bestimmt, dass vor allem die Wolfschlugener in den sozialen Medien nicht so sehr getrommelt haben wie die anderen Vereine. Beide Trainer haben aber auch super Arbeit geleistet –  sonst hätte ich sie ja nicht vorgeschlagen.

Als ich vorhin mit Steffen Irmer-Giffoni telefoniert habe, hat er sich sehr gefreut – für sich und sein Team. Er ist ein echter Teamplayer und überhaupt ein sympathischer Typ. Gefreut hat mich auch, dass er gesagt hat, dass er nach der Pause, die er nun einlegen will, auf jeden Fall wieder eine Aufgabe im EZ-Land übernehmen will – obwohl er als Schorndorfer außerhalb davon wohnt. Ich bin gespannt, wo er landen wird und freue mich dann wieder auf die Zusammenarbeit.

Und weil es alle fünf nominierten Trainer verdient gehabt hätten, als Sieger aus dem Rennen zu gehen, hier noch ein paar Zitate von euch aus Facebook über die Unterlegenen.

Ich verabschiede mich derweil in die Am-Kreis-Sommerpause. Bleibt gesund. Und wohl noch nie kam der Wunsch so von Herzen: Man sieht sich in der Halle!

Jens Uckmann: „Volker Haiser…Einfach top, wie er die letzten drei Jahre den TVR aufgebaut und nach vorne geführt hat.“

Murat Ertugrul: „Simon Hablizel (TSV Köngen). Fairer Sportsmann, auch gegenüber dem Schiedsrichter.“

Andrea Schiele: „Markus Locher! Er hat aus einem Scherbenhaufen wieder eine handballgeile Truppe gemacht! Chapeau!!“

Nadine Wiume: „Rouven Korreik ganz klar. Die 3. Liga ist in meinen Augen die härteste Liga. Es geht um Geld, Sponsern,…. da kommen zum Teil richtige Brocken auf einen zu. Man spielt gegen 2. Mannschaft (manchmal auch indirekt gegen die 1.), hat zum Teil weite Auswärtsfahrten,…. die Klasse zum einen zu halten und zum anderen dann auch noch so einen klasse Platz zu machen, da gehört viel dazu.“


Wer ist der Trainer der Saison?

Symbolfoto: dpa

!!! Montag, 17 Uhr: Die Wahl ist beendet. Vielen Dank fürs eifrige Mitmachen, bald gibt es das Ergebnis!!!

Die Handball-Saison ist beendet – auf eine ganz andere Art, als wir uns das jemals vorstellen konnten und wir uns gewünscht haben. Die Corona-Krise macht auch im Sport einen dicken Strich durch viele Rechnungen. Aber viele Spiele wurden gespielt und Ergebnisse gibt es auch. Deshalb spricht überhaupt nichts dagegen, auch in diesem Jahr die traditionelle Wahl zum Trainer der Saison im EZ-Land hier am Kreis durchzuführen. Ich bin gespannt auf das Ergebnis.

Es wurde viel gute Arbeit geleistet, nicht nur von den Trainern, die ich ausgewählt habe – von ihnen aber besonders, wie ich finde. Klar ist, dass es einen neuen Trainer der Saison geben wird. Denn von den Kandidaten stand der eine oder andere zwar schonmal zur Wahl, aber von den bisherigen Gewinnern ist niemand dabei.

Über den Sieger entscheidet wie immer ihr, nach bewährtem System: Ihr könnt in der Kommentarfunktion bei Facebook oder hier am Kreis abstimmen. Gerne auch mit einer kurzen Begründung. Und unbedingt sportlich fair: Bitte hier oder auf Facebook abstimmen, also jeder nur ein Mal. Gewählt werden kann bis zum Montag, 4. Mai, um 17 Uhr, dann wird ausgezählt und gekürt.

Ich hoffe, dass ihr nicht schon zu sehr im handballfreien Modus seid und so kräftig mitmacht wie in den vergangenen Jahren!

Also, wer wird Nachfolger von Ralf Wagner vom TSV Denkendorf? Zur Wahl stelle ich, und schreibe (in alphabetischer Reihenfolge) noch ein paar Zeilen zu ihnen: Simon Hablizel (TSV Köngen), Volker Haiser (TV Reichenbach), Steffen Irmer-Giffoni (HSG Deizisau/Denkendorf), Rouven Korreik (TSV Wolfschlugen) und Markus Locher (TSV Neuhausen).

Simon Hablizel (TSV Köngen)

Fotos: Rudel

Simon Hablizel ist selbst noch als Spieler aktiv und lebt auch als Trainer von seiner großen Erfahrung auf dem Feld. Sein größter Trumpf neben dem Handball-Sachverstand aber ist seine Begeisterungsfähigkeit. Er liebt und lebt seinen Sport und kann mitreißen. So hat er mit der Köngener Landesliga-Mannschaft auch eine kleine Leistungsdelle während der Saison durchstanden, den Fans viele begeisternde Spiele geboten und die Meisterschaft in der Staffel 2 gefeiert. Auf die kommende Saison in der Verbandsliga dürfen sich die Köngener freuen – mit Hablizel auf der Bank. Oder meistens antreibend davor.

Volker Haiser (TV Reichenbach)

Drei, zwei, eins – Meister. So haben es die Landesliga-Handballer des TV Reichenbach in den vergangenen drei Spielzeiten gemacht und feiern jetzt den Titel in der Staffel 3. Kontinuierliche Verbesserung nennt man das. Und Vater des Erfolges ist Volker Haiser. Kompetent, ruhig und immer über den eigenen Tellerrand hinausschauend arbeitet er. Und eben kontinuierlich. Klar, dass sie in Reichenbach hoch zufrieden mit ihm sind und auch das Abenteuer Verbandsliga gemeinsam angehen. Reichenbach und Haiser, das ist eine Erfolgsgeschichte.

 Steffen Irmer-Giffoni (HSG Deizisau/Denkendorf)

Nach der Tabellenführung zum Hinrundenende ist es am Ende für die Württembergliga-Handballerinnen der HSG Deizisau/Denkendorf zwar „nur“ Platz vier geworden, die Qualifikation für die eingleisige Staffel war aber nie in Gefahr. Steffen Irmer-Giffoni kann sich so mit einem sehr guten Gefühl verabschieden und das Team, das in Zukunft als TSV Denkendorf aufläuft, an Jana Novak übergeben. Irmer-Giffoni hat die HSG geprägt: Von 2006 bis 2011 und dann wieder von 2016 bis jetzt war er bei der Spielgemeinschaft tätig und hat es geschafft, ein erfolgreiches und in jeder Hinsicht funktionierendes Team aufzubauen.

Rouven Korreik (TSV Wolfschlugen)

Vor einem Jahr stand Rouven Korreik als Aufstiegstrainer zur Wahl – jetzt darf er stolz darauf sein, mit den Wolfschlugenerinnen die 3. Liga auf Platz sechs abgeschlossen zu haben. Drinbleiben ist schwieriger als hochkommen, heißt es. So betrachtet ist das ein hervorragendes Ergebnis. Mit viel Kompetenz und Teamführung hat Korreik einen etablierten Drittligisten geformt. Das Team weiter zu stabilisieren, ist das Ziel für die kommende Saison.

 Markus Locher (TSV Neuhausen)

Es hat nicht ganz gereicht für den Wiederaufstieg in die 3. Liga. Wäre die Saison zu Ende gespielt worden –  die Maddogs hätten eine realistische Chance gehabt, den gerade verlorenen Aufstiegsplatz zwei zurückzuerkämpfen. Trainer Markus Locher aber nimmt die Situation sportlich fair und schaut optimistisch in die Zukunft. Nach mehreren Jahren als Co-Trainer ist Locher zu Saisonbeginn auf den Chefcoachposten zurückgekehrt – die meisten Spieler waren begeistert und blühten unter ihm auf. Das spricht für den Trainer, das Gezeigte auf dem Spielfeld tut es auch. Locher kann was, kommt an. Und macht mit Alexander Trost an seiner Seite weiter.


Entschieden

Ziemlich ungewöhnlich: So feierte der TSV Köngen gestern Abend die Meisterschaft. Das Bild kommt demnächst auch noch in der gedruckten EZ und auch eins des anderen Landesliga-Meisters TV Reichenbach. Foto: Simon Hablizel

Hier am Kreis war jetzt auch eine Weile Sendepause. Das heißt nicht, dass wir bei der EZ nichts zu berichten hatten. Es war erstaunlich: Keine Wettkämpfe heißt noch lange nicht, dass es keine Themen gibt. Und wir hatten ja auch unsere Serie „Sportler in der Warteschleife“, die nach 26 Folgen in der heutigen Donnerstagausgabe zu Ende ging und in der wir auch den einen oder anderen Handballer porträtiert haben.

Den Einfall zu der Serie hatte ich, als ich ganz am Anfang des Shutdowns als Beispiel für die Auswirkungen auf den Sport einen Text über den TV Plochingen und Christos Erifopulos geschrieben habe. Als Überschrift für den Anreißer auf der Titelseite ist mir „Sportler in der Warteschleife“ eingefallen – und dann ging es los.

Und so sah die Feier beim TSV Neuhausen II aus. Foto Marco Schwab

Nichts mehr los ist in den Sporthallen. Endlich ist eine Entscheidung gefallen, wie die Tabellen gewertet werden. Dass es keine optimale Lösung geben kann, war allen klar. Es sollte eine sein, mit der möglichst viele Vereine leben können. Und das ist, glaube ich, gelungen.

In Württemberg war das zusätzliche Problem, dass geklärt werden musste, ob die geplante Strukturreform kommt oder nicht. Sie kommt. Natürlich gab es Einwände. Ich finde zum Beispiel den Vorschlag von Reichenbachs Trainer Volker Haiser interessant, der meint, man hätte zunächst nur eine Verbandsligastaffel einführen sollen, in die dann nur die Aufsteiger aus den Landesligen kommen. Nachzulesen in meinem aktuellen Text in der EZ. Ich hätte mir auch vorstellen können, dass man die Reform ganz um ein Jahr verschiebt. Ob man mit der jetzigen Lösung Schiedsrichtereinsätze einspart, was ja ein Grund für die Reform war, weiß ich nicht.

Aber: Wie in der Politik muss entschieden werden. Und das müssen die machen, die in die Gremien gewählt wurden. Die haben das nach bestem Wissen und Gewissen und langen (Video-)Beratungen getan und vor dem Hintergrund, dass es eine Situation wie die jetzige noch nie gab. Deshalb sind die Entscheidungen zu akzeptieren und ich habe Respekt davor.

Interessant finde ich übrigens die Reaktionen auch von denen, die einen Nachteil aus der jetzigen Situation haben. Was sagt etwa Neuhausens Trainer Markus Locher, der nun mit seiner Mannschaft nicht mehr in die 3. Liga aufsteigen kann? „Es ist völlig in Ordnung, wie die Entscheidung gefallen ist.“ Der Mann ist mit sich und der Sportwelt im Reinen. Hut ab. In anderen Sportarten haben wir das während der Recherche für unsere Serie ähnlich erlebt.

Gratulation an dieser Stelle auch an die EZ-Land-Meister TSV Köngen, TV Reichenbach (beide Landesliga) und TSV Neuhausen II (Kreisliga A). Mit einem Bierchen per Videokonferenz feiern ist auch eine neue Erfahrung. Siehe Fotos.

Da die Saison beendet ist, können wir nun auch den Trainer der Saison im EZ-Land wählen. Denn das lassen wir uns nicht nehmen. Ich werde hier in der kommenden Woche ein paar Vorschläge machen und hoffe, dass ihr dann so eifrig mitwählt wie in den vergangenen Jahren.

Haltet euch fit und bleibt gesund!


Der Ball ruht

Foto: dpa

Der Ball nicht nur im Handball ruht. Das ist mit Sicherheit die richtige Entscheidung, wenngleich die Absagen und ihre Folgen auch den Sport vor große Herausforderungen stellen.

Wir werden in der Sportredaktion der EZ noch einige Tage damit beschäftigt sein, zu schildern, wie die Verbände und die Sportler mit der Situation umgehen. Aber der Sportteil wird dünner. Wie lange, kann noch niemand abschätzen.

Bleibt gesund und helft denen, die Hilfe brauchen! Hoffentlich geht es bald weiter. In den Hallen, auf den Plätzen, und dann auch wieder hier am Kreis.


Interessante Konstellation bei HeLi

Die Bank der SG Hegensberg/Liebersbronn: Henning Richter (ganz links), Simon Hablizel (Nummer 4). Fotos: Rudel

Wer sich für verschiedene Trainerkonstellationen interessiert, der muss sich die Südstaffel der Handball-Württembergliga anschauen. Vier Mannschaften aus dem EZ-Land sind dort in dieser Saison dabei, und alle vier liefern ein anderes Beispiel.

Am Unspektakulärsten ist die Situation beim TSV Wolfschlugen: Veit Wager war in der vergangenen Saison der Trainer, er ist es in der laufenden und wird es auch in der kommenden sein. Zwischen den anderen drei Teams gibt es spannende Verbindungen: Die HSG Ostfildern hat sich während der Runde von Frank Ziehfreund getrennt, spielt mit der Interimslösung Marco Gassmann und Magnus Gründig die Runde zu Ende, bis dann im Sommer Sinisa Mitranic übernimmt –  der wiederum vor drei Wochen vorzeitig bei der SG Hegensberg/Liebersbronn gehen musste.

Es wird noch komplizierter: Bei HeLi übernimmt zur neuen Saison Olaf Steinke, der beim TSV Deizisau vom Noch-TG-Nürtingen-Frauentrainer Stefan Eidt beerbt wird. Hegensberg/Liebersbronn wird derzeit von Henning Richter gemeinsam mit Simon Hablizel und unter Mithilfe von Fabian Sokele trainiert. Noch Fragen?

Henning Richter (rechts) als Spieler, wie man ihn kennt: immer voller Einsatz und immer Zug zum Tor.

HeLi ist der größte Wackelkandidat der genannten Teams, was die Ligazugehörigkeit in der kommenden Saison betrifft. Zu gerne wäre die Mannschaft in der wiedereingeführten Verbandsliga dabei, im Moment aber steht sie auf dem vorletzten Platz, der den Abstieg in die Landesliga – und damit de facto zwei Ligen nach unten – bedeuten würde.

Auf Richter/Hablizel/Sokele kommen also herausfordernde Wochen zu. Aber das Trio geht die Sache mit viel Herzblut an. Mir hat gefallen, wie mir Richter nach der 25:33-Niederlage gegen Tabellenführer TSV Heiningen grinsend erzählt hat, was er sich hat einfallen lassen: Die Spielweise soll eine Mischung aus den Ex-Trainern Jochen Masching und Mitranic mit ein paar Ideen von ihm sein.

Henning Richter (links) und Simon Hablizel beratschlagen sich.

Richter, den es nach dem Ende seiner aktiven Karriere in die Trainerrichtung zieht, wird im Sommer wieder ins zweite Glied rücken. Während sich Hablizel auf seinen Haupt-Trainerjob beim möglicherweise künftigen SG-Konkurrenten TSV Köngen konzentrieren und als Spieler nach Wolfschlugen wechseln wird, werden Richter und Sokele Steinkes Assistenten.

Nach eigener Aussage befürchtet Richter nicht, dass er bis dahin das Chefcoach-Sein so sehr verschmeckt hat, dass er dann keine Lust mehr auf die zweite Reihe hat. Zudem will er ja noch ein bisschen spielen. Er sieht die Zeit also als Lehrjahre. „Ich bin voller Vorfreude auf die Zusammenarbeit mit Olaf Steinke, ich brenne darauf“, erklärte er mir, „die Gespräche mit ihm waren so gut, er ist so analytisch.“

Ab Sommer der Neue auf dem Berg: Olaf Steinke.

Das kann ich bestätigen. Steinke befasst sich schon mit dem Thema HeLi, ohne – da bin ich mir sicher – Deizisau zu vernachlässigen. Er war am Samstag in der Halle an der Römerstraße, bevor er mit Deizisau nach Gerhausen fuhr und dort wie versprochen einem zukünftigen Club Schützenhilfe im Abstiegskampf leistete. Auf dem Weg zum Ausgang hat er mir mal kurz in ein paar Minuten erklärt, wie sich das HeLi-Spiel von Mitranic zu Richter verändert hat und signalisiert, dass er für die Zukunft auch ein paar Ideen hat. Vorfreude also auch bei ihm. Auch das wird in der kommenden Saison eine interessante Trainerkonstellation.


TSV Neuhausen – Phase gut überstanden

Der Ball ist durch die Neuhausener Abwehr durch – aber dahinter steht ja noch Magnus Becker. Fotos. Rudel

Ein Text, zwei Überschriften. „Hinten sicher, vorne schnell“, steht über dem Artikel in der heutigen EZ über das Spiel des TSV Neuhausen in der Baden-Württemberg Oberliga gegen den HC Neuenbürg. Die Online-Version, die schon am Vorabend im Netz war, ist nachrichtlicher überschrieben: „TSV Neuhausen ist wieder Zweiter.“

Die beiden Varianten weisen auf zwei verschiedene Punkte hin, die wichtig sind über die Neuhausener zu wissen: Sie stehen durch den 36:25-Sieg gegen Neuenbürg und die 29:32-Niederlage der HSG Konstanz II beim TSV Weinsberg wieder auf Platz zwei. Das – ganz wichtig – ist ein Aufstiegsplatz! Und sie spielen trotz der personellen Probleme einen soliden und schnellen Handball.

Es ist insgesamt beeindruckend, wie die MadDogs in den vergangenen Wochen den Ausfall erst von Hannes Grundler und dann von Timo Durst und dem gerade erst wiedergenesenen Grundler weggesteckt haben. Und immer noch auf Aufstiegskurs sind.

Ohne das Leistungsträger-Duo hat die Mannschaft von den sechs Spielen im Jahr 2020 drei gewonnen und drei verloren. Das sieht jetzt nicht ganz nach Spitzenteam aus. Aber wenn man bedenkt, dass eine der Niederlagen beim souveränen Tabellenführer SG Pforzheim/Eutingen (22:24) und die anderen beiden auch gegen Top-Teams waren (nur der Auftritt bei Köndringen/Teningen war nicht so gut) – und wenn man dazu nimmt, dass in dieser Phase ein deutlicher 29:24-Erfolg gegen eben den größten Aufstiegskonkurrenten Konstanz sowie zuletzt ein Sieg gegen Verfolger Neuenbürg gelang, dann kann man sagen: Phase gut überstanden.

Insgesamt funktioniert die Defensive der MadDogs.

Denn zumindest Kapitän Grundler kehrt nun wieder zurück. Und die Neuhausener haben in den vergangenen Wochen gezeigt, dass sie sich auch auf die Breite ihres Kaders verlassen können. Und dass dieser Kader gut zusammengestellt ist. Patrik Letzgus, Florian Distel und Roman Fleisch – der auch zwischenzeitlich gefehlt hat – haben ihre Chance genutzt. Und in den Texten unserer Neuhausen-Expertin Steffi Gauch-Dörre habe ich auch lobend Namen wie Philipp Keppeler, Luis Sommer oder Moritz Hipp gelesen. Und natürlich Torwart-Routinier Magnus Becker. Daniel Roos, unser Berichterstatter aus der Mannschaft, hat mir zudem berichtet, dass „Aushilfskraft“ Ferdinand Michalik auch immer besser in die Mannschaft integriert wird, vor allem in der Abwehr.

Das alles heißt nicht, dass das Gewinnen in den kommenden Wochen viel leichter wird. Es bleibt eng. Aber Neuhausen ist noch dabei und kann auch immer mal mit einem Ausrutscher eines Konkurrenten rechnen. Der jüngste Sieg der Pforzheimer beim Vorletzten TSB Schwäbisch Gmünd (33:32) war auch nicht gerade glanzvoll. Insgesamt ist die Leistungsdichte im oberen Tabellendrittel so hoch, dass sich die Mannschaften gegenseitig die Punkte wegnehmen. Jetzt fahren die Neuhausener nach Herrenberg, dann kommen Weilstetten und Weinsberg.

Luis Sommer steigt hoch und hat das Tor fest im Blick.

Ich glaube, es hat sich ausgezahlt, dass die MadDogs in den vergangenen Wochen nicht nur gefloskelt haben, dass sie von Spiel zu Spiel schauen anstatt sich zu sehr mit dem Thema Wideraufstieg zu befassen, sondern dass sie das gelebt haben. So zumindest mein Eindruck.  Trainer Markus Locher wird da die richtigen Worte gefunden haben. Wie die Spieler ohnehin, so ebenfalls mein Eindruck, mit seinem Umgang mit ihnen sehr zufrieden sind.

Die Mannschaft bringt einfach – oder auch nicht so einfach – aufs Feld, was sie kann. Und das ist jedem Fall gut anzuschauen und ist auch meistens erfolgreich.

Es sieht nicht schlecht aus. Zumindest besser, als man es vor ein paar Wochen befürchten musste. Und besser, als es der 3:3-Lauf aussagt, wenn man die Geschichte hinter den Ergebnissen anschaut. Ich wünsche den Jungs jedenfalls, dass sie es zurück in die 3. Liga schaffen. Aber lasst euch jetzt bloß nicht unter Druck setzen da oben auf den Fildern!

Und den Jungs des TV Plochingen wünsche ich, dass sie drinbleiben in Liga drei. Aber das ist ein anderes Thema. Und zurzeit kein ganz so erfreuliches.