Platz zwei ist nicht im Mittelfeld

Als ich zu Saisonbeginn gewagt habe, eine Prognose zu stellen, welches Team im EZ-Land am Ende wo landen wird, hat mich Wernaus Trainer Michael Abele aufgefordert, diese Einschätzungen an der Realität zu messen. Jetzt ist zwar erst Halbzeit – ungefähr jedenfalls –, aber trotzdem eine gute Gelegenheit, eine Zwischenbilanz zu ziehen. Und naja, nach dem jetzigen Stand der Dinge liege ich nicht soo falsch. Aber in ein paar Fällen doch daneben. Jedenfalls, das erkenne ich neidlos an, ist Oliver Schmidt mit seinem Kommentar bislang näher dran. Wer es nachlesen will, einfach zurückklicken bis zum Beitrag „Am Kreis, Staffel 2“.

Bei den Nellinger Hornets habe ich gekniffen und wollte mich nicht festlegen, ob sie den Aufstieg schaffen. Also konnte ich nicht viel falsch machen – jetzt stehen sie auf einem Aufstiegsplatz, aber es geht sehr, sehr eng zu. Deshalb kneife ich wieder. Von 55:45 Prozent habe ich nach dem Unentschieden gegen Bensheim/Auerbach in der EZ geschrieben. Zwei Spiele und drei Punkte später bleibe ich dabei. Drittligist TSV Neuhausen ist mit 13:17 Punkten Elfter. Es könnten schon ein paar Pünktchen mehr sein, aber das geht in Richtung „mit wenig Mühe in der Liga halten, aber keine Bäume nach oben ausreißen“.

Ab in die Württembergliga. Am meisten getäuscht habe ich mich beim TSV Deizisau und beim TV Plochingen, vor allem beim TVP bin ich da allerdings nicht alleine (Oliver Schmidt ist aber auch hier näher dran als ich). Bei den Deizisauern, das hab ich bei zwei Live-Erlebnissen gemerkt, sehen sie es mit einer gewissen Genugtuung, dass sie nach dem Abstieg entgegen (nicht nur) meiner Erwartung ganz oben mitspielen. Ein „guter Mittelfeldplatz“ ist Rang zwei jedenfalls nicht. Glaubt mir, ich gönne es ihnen. Die Wernauer und die Wolfschlugener, denen ich eine gute Rolle im Aufstiegsrennen zugetraut habe, stehen mit jeweils 18:10 Punkten auf den Plätzen vier und fünf und damit zwei und drei Ränge hinter Deizisau. Und Plochingen? Nix Angriff auf die BWOL, 10:18 Punkte, die Abstiegszone ist nahe. Das gilt noch mehr für die HSG Ostfildern, ich traue der dem Team von Frank Illi (zurzeit Drittletzter) den Klassenverbleib aber trotzdem noch zu.

Auch die Frauen vom TVN II und von der HSG Deizisau/Denkendorf haben mich nicht enttäuscht. Nellingen spielt in der BWOL tatsächlich „ordentlich“ mit, die HSG DD ist eine Liga drunter Zweiter, wenn auch mit schon neun Plus- und sieben Minuspunkten Rückstand auf den Null-Minuspunkte-Tabellenführer Sindelfingen.

Also, so richtig ändern muss ich meine Prognose eigentlich nur in der Württembergliga: Nicht einer aus dem Trio Wernau/Wolfschlugen/Plochingen schafft es in die Aufstiegsrunde, sondern Deizisau. Okay, das war jetzt nicht schwer. Wobei ich auch von den Wernauern, die ja vor gut einer Woche in Deizisau gewonnen haben, noch einiges erwarte, falls sie weniger Pech mit Verletzungen haben.

Wie zum Saisonstart auch jetzt meine Aufforderung an die geballte Handball-Kompetenz im EZ-Land: Was denkt ihr über den bisherigen und den zukünftigen Saisonverlauf? Auch Michael Abeles Meinung interessiert mich… Oder sind schon alle im Weihnachtsurlaub?


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6 Antworten auf „Platz zwei ist nicht im Mittelfeld“

  1. Ich bin ja schon ein wenig überrascht, was meine Tendenzen aus dem September angeht. Aber auch ich werde meine Einschätzung in der Württembergliga ändern.

    Absteigen wird die TG Nürtingen… weil es einfach nicht reicht immer nur eine Halbzeit mitzuhalten und dann das Nervenflattern zu bekommen – so wie am letzten Wochenende gegen Wolfschlugen.
    Ostfildern wird es im Endspurt packen, auch Plochingen wird mit den Abstiegsplätzen nichts zu tun haben – der TVP landet am Ende im Niemandsland der Tabelle.
    Den zweiten Playoff-Platz sichert sich der TSV Deizisau – weil der HCW zu sehr von einem verletzungsfreien Oliver Beiser abhängig ist. Meine Hexabanner haben zwar gerade einen Lauf, allerdings wird die Dauerbelastung der A-Jugendlichen, die ja auch noch in der Bundesliga auf dem 2. Tabellenplatz überwintern, bald spürbar sein.

    Stellt sich noch eine Frage: Wer stemmt denn am 06. Januar 2012 den EZ-Pokal in Richtung Hallendach der Neckarsporthalle? Mein Tipp: Dieses Jahr packts der TSV Neuhausen wieder…

    In diesem Sinne… frohes Weihnachsfest, guten Rutsch und ein paar geruhsame, handballfreie Tage!

  2. Wie von uns, sowie von den meisten Trainerkollegen prognostiziert, ist die Württembergliga Süd sehr ausgeglichen, sieht man einmal von dem erneut souverän aufspielenden Ligaprimus Wangen ab. So sind die Ergebnisse praktisch jedes Wochenende voller Überraschungen – oder eben nicht, da jeder jeden schlagen kann. Zudem sind viele enge Spiele dabei. 5 Punkte Unterschied zwischen Platz 2 und Platz 9 sind schnell aufzuholen bzw. schnell verloren-je nachdem, wie mans sieht. Bei einer derartigen Ausgeglichenheit wiegen natürlich Verletzungsprobleme umso schwerer, was sich direkt in den Ergebnissen niederschlägt. Wernau in den letzten Wochen, Wolfschlugen zu Beginn der Saison und vor allem Ostfildern können ein Lied davon singen. Auch Deizisau hat einige Verletzte zu beklagen-umso erstaunlicher der Tabellenstand. Respekt! Wir sind mit unserer Platzierung hoch zufrieden. Mit ein bisschen weniger Verletzungspech würde es wohl noch besser aussehen. Hätte, wenn und aber bringt jedoch keine Punkte.
    Ich glaube, das Rennen um Platz 2 bleibt bis zum letzten Saisonspiel spannend.
    Wie sich die starken Aufsteiger Zizishausen, Weilstetten und Blaustein nach gelegter Aufstiegseuphorie in der Rückrunde schlagen werden, bleibt abzuwarten. Ich wünsche mir jedenfalls, dass sowohl Ostfildern als auch Plochingen „die Kurve kriegt“, und vor allem, dies gilt in ganz besonderem Maße für die Mannschaft von Frank Illi, von Verletzungsproblemen verschont bleibt. Das gilt natürlich für alle Mannschaften. In diesem Sinne: frohe Weihnachten und ein gesundes Jahr 2012!

  3. Jetzt hab ich doch tatsächlich die Landesliga vergessen. Dabei ist Aufsteiger TV Reichenbach da als Dritter auf jeden Fall so gut, dass er der „Liga erhalten“ bleibt, wie ich damals geschrieben habe. Aber eher, weil der Aufstieg zu weit weg ist – mit dem Abstieg wird die Mannschaft nichts zu tun bekommen. Das Team Esslingen hat sich wie von mir erwartet im Mittelfeld einsortiert, allerdings im vorderen.