1000 Zuschauer in Neuhausen

Schade, Neuhausen. Das war gestern Abend in der Egelsee-Halle ein Spiel, dessen Nachwehen noch einige Zeit zu spüren sein werden. Nicht nur für Dominik Eisele, der an der geplatzten Oberlippe wohl auch ein sichtbares Zeichen davontragen wird (gute Besserung auch!). Die Neuhausener haben gegen die Kickers im Spitzenspiel der BWOL mit 36:38 verloren. Und können dadurch die Meisterschaft so gut wie vergessen. Das wurmt sie gewaltig. Aber sie steigen ja trotzdem auf und irgendwann, wenn in der Vorbereitung auf die Drittliga-Saison geschwitzt wird, ist auch diese Niederlage vor 1000 Leuten (Klasse!!) vergessen.

Was ich gestern aber auch schade fand, war die Leistung der Schiedsrichter. Ich bin da generell extrem vorsichtig mit Kritik und ich halte mich in meinen Texten in der EZ immer sehr zurück oder kritisiere da auch mal einen Trainer, wenn er zu sehr auf den Referees rumhackt. Die Jungs haben es nämlich sehr schwer, und gestern war ein besonders kniffliges Spiel. Ich habe super Schiris erlebt, meistens habe ich gute Schiris erlebt, ich habe schlechte Schiris erlebt – aber ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich mal Schiris erlebt habe, die so viele falsche Pfiffe gegen das gleiche Team gepfiffen haben. Deshalb bin ich diesmal auch nicht ganz um das Thema herum gekommen. Absicht würde ich nie im Leben unterstellen und die war bestimmt auch nicht dabei. Aber geholfen hat das den Neuhausenern nicht. Und den Kickers? Die waren gestern Abend die etwas bessere Mannschaft und haben so oder so – in der Knappheit – verdient gewonnen. Insgesamt aber war es ein irrer Abend in Neuhausen. That‘s Handball!


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10 Antworten auf „1000 Zuschauer in Neuhausen“

  1. Nur ein kurzer Gedanke von meiner Seite…und eines vorab…wir hatten ordentliche Schiedsrichter gestern in Halle. Regeltechnisch okay. Menschlich großartig. Das nur einleitend.
    Ich sehe in folgender Überlegung ein Problem. Mannschaften und Ihre Trainer bereiten sich Woche für Woche auf Ihre Wettkampfspiele vor. Neben den Trainingseinheiten (ab dem mittleren bis zum hohen Leistungssegement sind das 3 bis 8 Einheiten pro Woche oder 5 bis 12 oder gar 15 Stunden) investieren integre und abitionierte Trainer noch ein detailliertes Videostudium oder besuchen ‚fremde‘ Spiele, um den kommenden Gegner zielführend zu beobachten. Ich stelle hier einfach mal die Frage? Bereiten sich Schiedsrichter in ähnlicher Weise vor. Das weiß ich nicht…würde es aber enorm begrüßen, wenn es so wäre.
    Ich liebe diesen Sport und freue mich auf Sonntag. Kommt in die Sporthalle 1 nach Nellingen (16 Uhr) und unterstützt uns. Stefan Haigis

  2. Die Schiris sind doch genauso Akteure wie Mannschaft und Gegner. Warum sollte dann nicht auch über ihre Leistung öffentlich diskutiert und geschrieben werden? Die Spieler müssen sich oft genug einiges anhören – und die Neutralen sind nicht unantastbar. Wenn man sich anschaut, wie die Schiedsrichter im Fußball immer wieder im Mittelpunkt der Berichterstattung oder der Diskussion stehen, war dieser Schritt im Handball nur folgerichtig. Jeder muss sich an seiner Leistung messen lassen – auch die Unparteiischen.

  3. Nun denn, ich auch noch…

    Ich denke hier hat der Journalist mal den Finger in die richtige Wunde gelegt.
    Endlich wird so eine Diskussion öffentlich angestoßen und bleibt nicht der Kabine.

    Immer wieder entziehen sich Schiedsrichter einer Kritik mit dem Hinweis auf gleichmäßig verteilte Zeitstrafen, Abspielfehler einer Mannschaft,schlechte Abschlüsse einer Mannschaft oder falschen Entscheidungen der Trainer. Wobei sie dies gar nicht nötig hätten…Handball ist so eine komplexe Sportart, bei der es nicht DEN Schuldigen für einen Spielausgang gibt.
    Aber: oft sind es Schiedsrichterentscheidungen, die ein Spiel kippen lassen oder in eine bestimmte Richtung lenken können. Vor allem dann, wenn zwei gelichstarke Mannschaften aufeinander treffen.
    Dieser Verantwortung sollten sich die Schiedsrichter meiner Meinung nach öfters bewußt sein. Kein Verantwortlicher unterstellt Schiedsrichtern eine absichtlich, einseitige Regelauslegung…aber ein mehr an Verantwortungsgefühl für die jeweilige Spielsituation oder das Akzeptieren von anderen Sichtweisen, was getroffene Entscheidungen angeht, wären oftmals wünschenswert…
    Was mir Mut macht, ist die Tatsache, dass die Anzahl der Schiedsrichter, die in diese Richtung denken in den letzten Jahren zugenommen hat. Und es gibt auch tatsächlich die Schiedsrichter, die nach einem Spiel zugeben, dass es heute nicht ihr Tag war und sich nicht hinter Paragrafen oder Rechthabereien verstecken!
    Hut ab und Respekt dafür!

  4. @Neutral: Ich hab nix gegen den „Senf“. Bei so einer Sache kann man immer unterschiedlicher Meinung sein und es ist ja schön, wenn hier diskutiert wird. Ich gebe zu, dass das mit 11:3 ein Risiko war, das war mir auch bewusst. Es beruht auf meiner Beobachtung (ich habe schlicht mitgezählt), deshalb kann man da auch um eine Zahl hin oder her streiten. Meine Aufgabe als Journalist ist es zu schildern, wie ich die Dinge beobachte – und in diesem Fall waren das die ungleich verteilten Pfiffe der Schiris. In meinen nun auch schon über 20 Jahren als Sportjournalist war es übrigens das erste Mal, dass ich das so geschildert habe. Ich glaube, das zeigt, dass ich damit nicht leichtfertig umgehe. Übrigens habe ich nicht behauptet, dass Neuhausen wegen den Schiris verloren hat und habe diesen Aspekt deshalb auch nicht zum zentralen meines Textes gemacht.

  5. jetzt muss ich auch einmal meinen Senf dazugeben…..

    „Erschwerend hinzu kam, dass das Schiedsrichtergespann Martin Dürscherl/Matthias Kreuser von der HSG Linkenheim/Hochstetten/Liedolsheim der schwierigen Aufgabe nicht gewachsen war und seine Fehlentscheidungen einseitig verteilt waren: Elf falsche Pfiffe zu ihren Ungunsten mussten die Neuhausener Handballer verkraften, die Stuttgarter nur drei.“

    Wer hat diese Statistik aufgestellt? der Trainer? ein Zuschauer? sie selbst? Ich finde dies sollte man durchaus kennzeichnen in einem Artikel! Es ist eins einen subjektiven Eindruck über die Schiedsrichter kundzugeben, aber eine Statistik hier zu präsentieren die weder gekennzeichnet ist noch auf irgendwelchen Fakten beruht etwas anderes…….

    Als neutraler Zuschauer musste man durchaus erkennen das die Schiedsrichter nicht ihren besten Tag erwischt hatten, jedoch von einer krassen Benachteiligung des TSV zu sprechen halte ich für übertrieben. Die Zeitstrafen sind mit 12:10 nahezu gleichmäßig verteilt und auch aus dem Spielverlauf hatte ich persönlich nicht das Gefühl einer übermäßigen Benachteiligung! Und wer in der entscheidenden Phase des Spiels so viele leichte Abspielfehler macht die in Kontertore resultieren verliert eben das Spiel!

    Wie auch immer ! Beide Mannschaften gehen hoch! Glückwunsch!

  6. Klar, jede Medaille hat zwei Seiten. Und natürlich ist Schiedsrichter – vor allem im Handball – ein schwieriger Job. Ich verstehe auch, dass man das anders sehen kann. Nur es ging eben um sehr viel. Mir als Zuschauer haben diese zwei aber nicht den Eindruck vermittelt, dass sie das wüssten. Es ist schade, aber Vergangenheit. Und Sie haben ja Recht: Aufsteigen tun die MadDogs trotzdem…

  7. Naja, ich glaube kaum, dass die beiden eine schlechte Leistung abliefern wollten. Ich hab auch schon ne Email bekommen von jemandem, der das ganz anders sieht und mir vorwirft, ich hätte nicht objektiv berichtet. Dagegen wehre ich mich natürlich und ich stehe zu meiner Kritik. Aber man sollte immer auch bedenken, dass die Schiris einen schweren Job haben und man froh sein muss, wenn sich genug handballbegeisterte Leute finden, die das machen. In dem Fall war es aber schade für Neuhausen. Aber wie gesagt, aufsteigen tut die Mannschaft ja trotzdem.

  8. Nach dem Spiel ist halt nicht immer vor dem Spiel. Und leider gibt’s für diese Zwei „Unparteiischen“ auch kein Nachspiel. Ich kann die schlechte Leistung auch darum nicht verstehen, weil von den Vereinen viel Geld für die Spielleitung abgeknöpft wird – und dann muss man daheim nicht nur gegen einen starken Gegner, sondern auch zwei Schiedsrichter kämpfen. Die Brisanz des Duells war dem Verband doch bekannt. Oder etwa nicht???

  9. Danke, vielen Dank an Herr Paesler und meinen Vorredner. Endlich nennt mal einer das Kind beim Namen. Auch als Anhänger der „Roten“ und mit Vereinsbrille kann man die Leistung der beiden sogenannten Unparteiischen nicht aussen vor lassen. Natürlich waren die 10 Minuten nach der Halbzeit schwach von der Heimmannschaft. Aber wenn man sich dan so rankämpft und trotzdem keine realistische Chance durch auffallend viele nicht nachvollziehbare Entscheidungen bekommt, ist man mit der Moral auch irgendwann am Ende. Wie sagte Dieter Hecking vor einigen Wochen so schön: ein gutes (Fußball)spiel braucht 2 gute Mannschaften und einen guten Schiedsrichter. Beim Handball braucht man 2, diese beiden haben aber für kein gutes Spiel im Sinne von Hecking gesorgt.