Es bebt weiter

Von Wernau nach Wolfschlugen: Robert Schenker. Fotos: Rudel
Von Wernau nach Wolfschlugen: Robert Schenker. Fotos: Rudel
So intensiv habe ich das in den vergangenen Jahren nicht erlebt. Fast jede Woche tut sich im EZ-Land was in Sachen Trainer. Von „Trainerbeben“ habe ich vor einiger Zeit schon geschrieben. Und es bebt weiter.

Die neuste Personalie ist wirklich eine interessante. Ich hatte ja gedacht, dass Robert Schenker in Wernau weitermachen würde. Getäuscht habe ich mich. Schenker, der von gut einem Jahr bei den HCW-Frauen eingestiegen ist, stand wohl schon länger mit Wolfschlugen in Kontakt. Offensichtlich seit bekannt war, dass Rouven Korreik dort aufhört. Und wer hat den Kontakt hergestellt? Nicht Wolfgang Stoll, der ja in der Großregion wahrlich jeden kennt, der was mit Handball zu tun hat. Nein, Korreik war’s, dem ganz offensichtlich sehr daran gelegen ist, dass die Wolfschlugener Frauen in gute Hänge kommen.

Sein Nachfolger ist gefunden: Rouven Korreik.
Sein Nachfolger ist gefunden: Rouven Korreik.

Spannend ist die Personalie nicht nur, weil aus dem Problem des TSV Wolfschlugen nun das Problem des HC Wernau wird. Die beiden Teams sind seit Jahren die schärfsten Konkurrenten. Lange lag Wernau vorne. Seit dort der Aufwärtstrend gestoppt (oder unterbrochen?) und das Team spätestens seit dem Wiederabstieg in die Württembergliga kleinere Brötchen backen muss, ist Wolfschlugen vorbeigezogen. Allerdings nicht weit. Am Wochenende ist durch Wolfschlugener Niederlage und Wernauer Sieg der Abstand zwischen dem Ersten und dem Dritten der Tabelle auf sechs Plus- und vier Minuspunkte geschmolzen.

Interessant übrigens, was Wernaus Routinier Tine Gall zu dem Wechsel sagt: „Das war seine Entscheidung.“ Punkt.

Am Ende der Saison werden die Wolfschlugenerinnen aber wohl den Männern des eigenen Vereins folgen und endlich den Sprung in die BWOL schaffen.

Langsamer Aufbau nennt man das. Wenn auch nicht ganz freiwillig. Denn die Wolfschlugener Frauen waren eigentlich vor den Männern dran, scheiterten dann aber knapp. Jetzt scheint es zu klappen. Ich bin mir jedenfalls sicher, dass Korreik alles daran setzen wird, dem Mann, den er angeschleppt hat, das Team in der vierthöchsten Spielklasse zu übergeben.

Es ist schon stark, was sie in Wolfschlugen machen. Kein anderer Verein im EZ-Land ist gleichzeitig bei den Männern und den Frauen so erfolgreich – zumindest allein. Der TSV Deizisau arbeitet bei den BWOL-Frauen ja mit dem Nachbarn TSV Denkendorf zusammen.

Bei den Frauen ist der – trotz jüngster Niederlage – aufstiegsgefährdete Zweitligist TV Nellingen unangefochtener Platzhirsch. Bei den Männern hat der TSV Neuhausen leicht die Nase vorn – und wieder etwas weiter, wenn es mit dem x-ten Wiederaufstieg in die 3. Liga klappt. Was glaube ich alle im EZ-Land der Mannschaft wünschen. Aber Männer und Frauen eines Vereins in der BWOL – das ist was. Und das, muss man auch mal erwähnen, im Hintergrund mit den gleichen Machern und Schaffern.

In Wolfschlugen sind sie mit zwei neuen Trainern in der kommenden Saison jedenfalls gut aufgestellt. Benjamin Brack bei den Männern und Robert Schenker bei den Frauen. Ich bin gespannt, wie sie in Wernau reagieren. Veit Wager wird ja frei (obwohl ich mir das nicht richtig vorstellen kann) und Horst Fritz ist auch noch zu haben. Oder hab ich da was verpassst? A propo Wager und Fritz: Die große Frage ist immer noch, wen die HSG Deizisau/Denkendorf präsentiert. Und wann. Eine wichtige Entscheidung für die HSG. Denn nach dem Weggang von Wager steht das Team so ein bissle am Scheideweg.

Es bleibt spannend. Und bei aller Fluktuation kann ich mir schon so langsam Gedanken darüber machen, wen ich in ein paar Wochen zur Wahl des Trainers der Saison im EZ-Land nominiere. Das Saisonende kommt schneller als man denkt.


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