Starke Frauen im EZ-Land

Sucht dieses Foto in der Samstag-EZ! Vor ein paar Monaten versuchte Miriam Massong noch, Christine Gall (links) aufzuhalten – jetzt hilft Routinier Gall in Wolfschlugen aus. Foto: Rudel
Sucht dieses Foto in der Samstag-EZ! Vor ein paar Monaten versuchte Miriam Massong noch, Christine Gall (links) aufzuhalten – jetzt hilft Routinier Gall in Wolfschlugen aus. Foto: Rudel

Uns Journalisten wird ja gerne vorgeworfen, wir würden mit Vorliebe über negative Dinge berichten. Ich habe mich dagegen immer gewehrt. Natürlich müssen wir kritisch hinschauen und kritisch berichten. Gerade in einer Zeit, in der die Verbreitung von Nachrichten immer schneller wird – auch von falschen –, ist es unsere Aufgabe, zu hinterfragen, aufzudecken, einzuordnen.

Aber ich bin Sportjournalist geworden, weil ich den Sport liebe. Deshalb sehe auch ich lieber ein gutes als ein schlechtes Spiel und freue mich mit Menschen, die einen guten Job machen, über den Erfolg. Objektiv berichten tu ich so oder so und allgemein ist es als Berichterstatter auch kein Fehler, wenn man kein Fan der Mannschaft ist, über die man berichtet. Gleichzeitig weiß ich, dass die meisten meiner Leser Fans der Mannschaften sind, über die ich berichte.

Ein Beweis dafür, dass ich gerne über positive Entwicklungen schreibe, ist in der morgigen Samstagausgabe der EZ zu sehen. Ich hatte schon länger vor, etwas über die Frauen-Teams im EZ-Land zu machen. Selten war der Zeitpunkt günstiger als jetzt, habe ich beim Blick auf die Tabellen am Ende des vergangenen Wochenendes gesehen.

TSV Wolfschlugen, TV Reichenbach, SG Hegensberg/Liebersbronn, TV Nellingen II – alle spielen sie bislang eine Saison, für die mir fast nur eine Vokabel einfällt, die man nicht überstrapazieren sollte: sensationell.

Jedenfalls habe ich in dieser Woche nur bestens gelaunte Gesprächspartner am Telefon gehabt – zumindest bei der Recherche zu diesem Thema. Die Wolfschlugenerinnen, die sich mit den Männern des Vereins als Mitglied der Baden-Württemberg Oberliga abgewechselt haben, stehen als Aufsteigerinnen dort, wo sie auch am Ende der Runde stehen wollen: auf einem guten Mittelfeldplatz, nämlich Rang sieben mit einem positiven Punktekonto von 12:8.

Thema der Woche war das Comeback von Tine Gall, die nach ihrem Karriereende im Sommer beim HC Wernau angesichts der großen Verletzungsmisere in Wolfschlugen bis zur Winterpause aushilft. Bei ihrem ersten Einsatz gegen Bönnigkeim konnte sie die Niederlage zwar nicht verhindern, aber sie wird dem Team mit ihrer Erfahrung mit Sicherheit weiterhelfen. G’lernt isch g’lernt.

Ebenfalls als Aufsteiger mischt Hegensberg/Liebersbronn die Württembergliga auf – wie die Männer der SG als Neuling die Landesliga. Auf dem Berg dürften sie aus dem Feiern gar nicht herauskommen. Aber sie bleiben da oben schön auf dem Boden, wie Trainerin Silke Zindorf erklärt hat. Auch die Kollegen Uwe Pätzold aus Reichenbach und Michael Steinkönig aus Nellingen handeln nach dem Motto: Was man hat, hat man.

Bei allen drei Clubs rechnen sie nicht unbedingt damit, dass sie auch am Ende der Saison so weit oben stehen. Aber durchaus damit, dass es in den kommenden Jahren weitere Schritte nach vorne gehen kann. Was mir dabei besonders gut gefallen hat: Von Neid gegenüber den Nachbarn hab ich in den Gesprächen nichts mitbekommen. Im Gegenteil: Es war viel Wertschätzung dabei. Das liegt auch daran, dass erkannt wird, dass der Erfolg nicht von ungefähr, sondern (auch und/oder vor allem) durch eine gute Nachwuchsarbeit kommt. Das war in Württemberg ja nicht immer so. Von daher können wir – auch über das EZ-Land hinaus – für die Zukunft optimistisch sein.

Die Reichenbacherinnen haben mich bei der Geschichte übrigens vor eine besondere Schwierigkeit gestellt, mit der wir es im Zeitungs-Journalismus allerdings immer wieder zu tun haben: Im Moment stehen die TVR-Frauen auf dem zweiten Platz. Sie spielen aber am heutigen Freitag noch in Göppingen und sind da auch Favorit. Wenn sie gewinnen, verdrängen sie den Top-Aufstiegskandidaten Leinfelden-Echterdingen von der Tabellenspitze – zumindest bis zum kommenden Dienstag, wenn LE zum Spitzenspiel HeLi erwartet.

Das Spiel beginnt im 20.30 Uhr. Jetzt kann ich aber nicht dann erst mit dem Schreiben anfangen, selbst wenn ich den Redaktionsschluss um 23.30 Uhr ausreizen würde. Also hinterlasse ich meinem Kollegen, der den Spätdienst verrichtet, an zwei Stellen meines Textes zwei Versionen. Geht nicht anders. Und ändert auch nichts an der Grundtendenz des Textes. Dass nämlich die Frauenteams im EZ-Land (unterhalb der Bundesliga 😉 ) bislang eine sensationelle Saison spielen. Es hat Spaß gemacht, drüber zu schreiben.

Update:

Wer sagt’s denn: Reichenbach hat gewonnen. Und das sieht gut aus:

hvw-tabelle


Steigt Neuhausen auf?

Hannes Grundler, beim TSV Neuhausen der Mann für die wichtigen Tore. Foto: Rudel
Hannes Grundler, beim TSV Neuhausen der Mann für die wichtigen Tore. Foto: Rudel

Was für ein Luxus für einen Sportjournalisten. Ich hatte ein freies Wochenende. Auch heute und morgen habe ich noch frei, danach geht es aber etliche Tage am Stück. Inclusive Dienstreise am Wochenende nach Berlin.

So war ich heute EZ-Konsument wie alle anderen auch. Wobei, auch an einem freien Wochenende, so schön das mit Familie ist und ich es auch genießen kann, kann man es sich nicht verkneifen, doch mal eben nachzuschauen, wie die Teams im EZ-Land so gespielt haben. Nicht nur die Handballer. Aber in meinem Fall, ich gebe es zu, insbesondere die Handballer.

Es gab nicht so viele Überraschungen. Das Ergebnis des Wochenendes aus EZ-Land-Sicht lautet für mich aber 24:24. Der geneigte Beobachter der BWOL weiß schon, worum es geht: Salamander Kornwestheim – TSV Neuhausen 24:24.

Ich bin einigermaßen beeindruckt. Die MadDogs spielen ja bisher eine eher durchwachsene Saison. Nicht nur für mich waren sie vor dem Rundenstart einer der Aufstiegskandidaten für die 3. Liga. Wo (nicht nur) ich sie auch sehr gerne wieder sehen würde. Auch durch Verletzungen lief es dann aber zu Beginn nicht ganz so.

Aber: Sieben Minuspunkte nach zehn Spielen sprechen nicht gerade für einen souveränen Aufstieg. Aber, ich wiederhole mich, aber in dieser Situation ein Unentschieden beim Tabellenführer zu holen, macht Mut.

Dazu passt auch, dass die Liga keine einfache ist. Tabellenführer Kornwestheim kommt daheim nicht über eine Remis gegen Verfolger Neuhausen hinaus, die weiteren Spitzenteams Herrenberg (26:28 bei Weinsheim) und Schwäbisch Gmünd (ein noch überraschenderes 29:30 in eigener Halle gegen Willstätt) erleben ebenfalls Rückschläge. Was den Schmerz für die Kornwestheimer geringer macht. 17:3 Punkte jetzt, dahinter Schwäbisch Gmünd, Neuhausen und Herrenberg mit jeweils 13:7.

Der Sieger des Spieltages ist dennoch der TSV Neuhausen.

Ein Aspekt gefällt mir dabei auch: Wenn die einen ausfallen, laufen die anderen zu Höchstform auf. Timo Durst ist seit Wochen stark. Und der Mann für die entscheidenden Tore ist Hannes Grundler. Wie sagte Mitspieler Daniel Roos (in der Montags-EZ auf Seite 23 nachzulesen): „Er macht seine Tore genau dann, wenn wir sie brauchen.“ Stimmt. Schon beim Unentschieden gegen den TSV Deizisau, bei dem die MadDogs wahrlich keine berauschende Leistung gezeigt haben, hat Hannes Grundler in der Schlusssekunde zum Ausgleich getroffen.

Halten wir fest: Der TSV Neuhausen spielt eine schwierige Saison. Die Mannschaft holt (zumindest) Unentschieden, wenn sie wie gegen Deizisau unter ihren Möglichkeiten bleibt, oder wenn sie wie gegen Kornwestheim Außenseiter ist. Die Mannschaft hat in Ralf Bader einen guten Trainer, sie hat einen ordentlichen Kader, von dem zurzeit einige Spieler verletzt sind. Aber das wird sich ändern.

Also ich glaube mehr denn je daran, dass die Neuhausener in einem Jahr wieder Drittligist sind.

Ich weiß, von Kommentierungswut kann hier in den vergangenen Wochen nicht gerade die Rede sein. Aber was meint ihr: Steigt Neuhausen auf?


Derby goes Porsche-Arena

2. Bundesliga der Frauen, Sporthalle 1 in Nellingen, Oktober 2011, TV Nellingen gegen TuS Metzingen: Daniela Stratmann steigt vor beeindruckender Kulisse hoch. Ende Dezember treffen die beiden Teams zum ersten Mal in der Bundesliga aufeinander. Fotos: Rudel
2. Bundesliga der Frauen, Sporthalle 1 in Nellingen, Oktober 2011, TV Nellingen gegen TuS Metzingen: Daniela Stratmann steigt vor beeindruckender Kulisse hoch. Ende Dezember treffen die beiden Teams zum ersten Mal in der Bundesliga aufeinander. Fotos: Rudel

42,2 Kilometer sind es von der Öschhalle in Metzingen, nur 14,4 Kilometer von der Sporthalle 1 in Nellingen. Trotzdem haben die Bundesliga-Handballerinnen der TuS Metzingen ein Heimspiel, wenn sie am 30. Dezember in der Stuttgarter Porsche-Arena gegen den TV Nellingen antreten.

Und die TusSies haben Großes vor. Und zwar nichts Geringeres als einen neuen Zuschauerrekord im deutschen Frauenhandball aufzustellen. Dazu müssten die 6000 Plätze in der Porsche-Arena besetzt sein.  Der bisherige Rekord liegt bei 5875 Zuschauern (Playoff-Endspiel am 16. Mai 2010 zwischen dem HC Leipzig und Bayer Leverkusen).

Wenn sie sonst ausweichen, spielen die Metzingerinnen in der Paul-Horn-Arena in Tübingen. Da gehen 3180 Leute rein und das würde für den Rekord nicht reichen.

So wirbt die TuS Metzingen für das Event in der Porsche-Arena.
So wirbt die TuS Metzingen für das Event in der Porsche-Arena.

Die TuS-Verantwortlichen um Ferenc Rott rühren schon kräftig die Werbetrommel für den Ausflug nach Stuttgart. Es schadet ja auch nichts, hier schonmal darauf hinzuweisen, obwohl es noch ein paar Tage hin sind.

Kaum zu glauben, dass die beiden Teams noch vor wenigen Jahren harte Konkurrenten in der 2. Bundesliga waren und sich entsprechend heiße Duelle geliefert haben. Und eine ganze Zeit lang standen die TVN-Frauen besser da.

April 2011: Sandra Faustka im Derby, wie man sie kennt. Carolin Tuc, die mittlerweile für Nellingen spielt, beobachtet die Szene.
April 2011: Sandra Faustka im Derby, wie man sie kennt. Carolin Tuc, die mittlerweile für Nellingen spielt, beobachtet die Szene.

Ich erinnere mich noch an viele Spiele in der Öschhalle und in der Sporthalle 1. Das Kuriose war, dass eine Zeitlang regelmäßig Metzingen in Nellingen und Nellingen in Metzingen gewonnen hat.

Und ich erinnere mich an viele Texte, die ich vor und nach den Derbys geschrieben habe. Unter anderem habe ich vor einem Derby mal gemeinsam mit dem Kollegen Frank Pleyer vom Reutlinger Generalanzeiger ein Doppelinterview mit den beiden Spielführerinnen Patricia Stefani und Sandra Faustka gemacht, das wir dann in beiden Zeitungen veröffentlicht haben. War eine gute Sache und hat allen Beteiligten Spaß gemacht.

Dezember 2009: Tamara Heinzelmann wirft. Und ist das links nicht Annika Schmid?
Dezember 2009: Tamara Heinzelmann wirft. Und ist das links nicht Annika Schmid?

Aber seither ist viel passiert. Metzingen hat sich in der Bundesliga nicht nur etabliert, sondern ist eines der absoluten Spitzenteams. Nellingen ist gerade erst aufgestiegen und schwebt schon in großer Abstiegsgefahr.

Die Kräfteverhältnisse sind schon ziemlich klar. Egal, was bis dahin passiert: Ob Nellingen den ersten Sieg eingefahren hat (am Samstag in Bad Wildungen besteht wieder die Gelegenheit dazu), ob einige Verletzte zurückgekehrt sind – Metzingen wird der haushohe Favorit sein.

April 2009: Lauter Spielerinnen, die davor oder danach auch für das andere Team aufgelaufen sind: Vorne Marion Radonic, rechts davon Steffi Skenderovic. Und hinten ist Annika Schmid gut zu erkennen.
April 2009: Lauter Spielerinnen, die davor oder danach auch für das andere Team aufgelaufen sind: Vorne Marion Radonic, rechts davon Steffi Skenderovic. Und hinten ist Annika Schmid gut zu erkennen.

Ob unter diesen Voraussetzungen die Porsche-Arena voll wird? Zumal die Eintrittspreise nicht gerade günstig sind (Normalpreis 19 Euro). Andererseits: Vom sportlichen Aspekt hat das Derby zwischen Bietigheim und Metzingen mittlerweile vielleicht den höheren Stellenwert. Das gab es am gestrigen Mittwochabend, Metzingen hat das Duell der zuvor verlustpunktfreien Teams knapp mit 24:25 verloren.

Vom emotionalen Gesichtspunkt her gesehen aber ist Metzingen gegen Nellingen das Württemberg-Derby. Wie viele Spielerinnen haben schon für beide Vereine gespielt? Steffi Urbisch, Marion Radonic, Daniela Stratmann, Silvia Solic, Birgit Plankenhorn, Steffi Skenderovic, Karen Rücker, Annika Schmid und aktuell Maren Weigel auf Metzinger sowie Carolin Tuc und Julia Orban-Smideliusz auf Nellinger Seite fallen mir auf Anhieb ein.

Und nicht zu vergessen: Geboren wurden die Metzinger „Ladies in Pink“ und damit die TusSies in der Nellinger Sporthalle 1. Wer erinnert sich noch?

April 2006: Silvia Solic wirft im Spiel gegen ihren Ex-Club. Links Metzingens Urgestein Patricia Stefani. Und ganz links Karen Rücker.
April 2006: Silvia Solic wirft im Spiel gegen ihren Ex-Club. Links Metzingens Urgestein Patricia Stefani. Und ganz links Karen Rücker.

Das erste Frauen-Bundesligaspiel in der Porsche-Arena und das erste TuS-TVN-Derby in der höchsten deutschen Spielklasse mitzuerleben und vielleicht sogar Teil eines Rekords zu sein, hat doch was. Also kann ich euch nur ermutigen, den 30. Dezember schonmal vorzumerken. Zudem war es für Nellinger Fans noch nie so nah zu einem Auswärtsspiel gegen Metzingen.

Hier noch ein paar Informationen von der Homepage der TusSies:

Wir knacken den Zuschauerrekord

TusSies laden zu Württemberg-Derby in die Porsche-Arena

Am 30.12.2016 steigt in der Stuttgarter Porsche-Arena ein besonderes Handballspiel. Am vorletzten Tag des Jahres findet zum ersten Mal ein Spiel der Frauen Handball-Bundesliga statt. Dabei treffen im Württemberg-Derby die Teams aus Metzingen und Nellingen aufeinander. Der TV Nellingen geht als Aufsteiger in diese Saison und freut sich in unmittelbarer Nähe zur heimischen Halle 1 sich mit dem deutschen Vizemeister aus Metzingen messen zu dürfen. Die TusSies aus dem Ersmtal sind in der aktuellen Spielzeit noch in allen drei Wettbewerben ungeschlagen und freuen sich auf den Auftritt in der Landeshauptstadt. Dieses Spiel ist für die TuS Metzingen ein Novum, da man bisher die Heimspiele nur in Metzingen oder Tübingen ausgetragen. Mit einer Zuschauerkapazität von über 6.000 Plätzen geht man hier einen ganz neuen Weg und möchte einen neuen Zuschauerrekord im deutschen Frauenhandball aufstellen. „Wir freuen uns auf dieses Highlight und für alle Beteiligten wird es sicherlich ein unvergessliches Erlebnis. Der Vorverkauf hat begonnen und für Vereine und Gruppen haben wir spezielle Ticketaktionen eingerichtet und auch das beim Rahmenprogramm werden wir die eine oder andere Überraschung vorbereiten“, verspricht Manager Ferenc Rott. „Wir hoffen auf eine volle Halle, dann ist jeder Zuschauer ein Teil eines phänomenalen Rekordes“, ergänzt er. Somit ist es gerade für Jugendmannschaften und Vereine interessant, dieses Spiel in den Ferien zu besuchen. Sieht man an diesem Abend mehrere Nationalspielerinnen und mit Anna Loerper sogar die beste Handballerin des Jahres 2015 und der vergangenen Bundesligasaison. Neben dem sportlichen Vergleich haben die Verantwortlichen auch abseits des Feldes ein attraktives Rahmenprogramm vorbereitet. So soll u.a. ein Live-Act den Abend bereichern. Weitere Informationen hierzu werden in den kommenden Wochen bekannt gegeben. Auch die Dancing Shoes aus Reutlingen werden mit ihren Cheerleading-Aktionen für Stimmung sorgen.


Dem Handball im EZ-Land geht es gut

Für den TSV Köngen mit Moritz Eisele (links) läuft es in der Bezirksliga besser als für den TV Altbach mit Tobias Göšlz (vorne). Am Wochenende haben aber beide Teams gewonnen. Fotos: Rudel
Für den TSV Köngen mit Moritz Eisele (links) läuft es in der Bezirksliga besser als für den TV Altbach mit Tobias Göšlz (vorne). Am Wochenende haben aber beide Teams gewonnen. Fotos: Rudel

Fangen wir mal unten an. Die Geschichte von meiner Kollegin Steffi Gauch-Dörre in der Samstagausgabe der EZ über die spannende Situation in der Bezirksliga scheint geholfen zu haben. Zumindest dem TV Altbach. Ganz schwach gestartet hat die Mannschaft im Derby gegen den TSV Denkendorf den ersten Saisonsieg geholt. 31:27. Dazu mehr in der Ausgabe am morgigen Dienstag auf Seite 18.

Die junge Denkendorfer Mannschaft wird sich darüber ärgern, dass dem TVA ausgerechnet gegen sie der Befreiungsschlag gelungen ist. Aber Denkendorf steht mit drei Sechsern (Platz 6, 6:6 Punkte) ja gut da.

Ganz oben steht der TSV Köngen. 14:0 Punkte. Aufstiegsgefahr. Auch wenn es natürlich noch ziemlich früh in der Saison ist.

Überhaupt fällt auf: Dem Handball im EZ-Land geht es gut. Ich hab mir mal die Mühe gemacht und in den Tabellen in der heutigen EZ-Ausgabe „unsere“ Mannschaften von der Bezirksliga aufwärts markiert. Und siehe da: Mit drei Ausnahmen (okay, Frauenbundesligaschlusslicht TV Nellingen hat nicht gespielt) stehen alle Teams auf einem einstelligen Tabellenplatz, einige wie Köngen sogar ganz oben.

Probleme haben neben den Altbachern in der Bezirksliga der von Verletzungen geplagte Württembergligist TV Reichenbach (platz zwölf) und der HC Wernau (Elfter) in der Landesliga.

Aber: Köngen auf eins und nicht zu vergessen auf Platz drei der Bezirksliga das Team Esslingen. Eins drüber in der Landesliga Aufsteiger SG Hegensberg/Liebersbronn punktgleich (12:2) mit der TG Biberach ganz oben und die HSG Ostfildern trotz der unnötigen 28:29-Niederlage in Brenz Dritter.

In der Württembergliga der Frauen ist der TV Nellingen II Erster und der TV Reichenbach Zweiter. Stark.

Und die BWOL? Der TSV Deizisau durchlebt zwar die erwartet wechselhafte Saison und hat in Söflingen verloren, was trotzdem noch Platz sieben bedeutet. Aber der TV Plochingen (siehe unser Video!) und auch wieder der TSV Neuhausen sind in der Erfolgsspur. Der Sieg der MadDogs gegen Blaustein war wichtig, die Höhe mit 31:23 tat gut. Kaum zu glauben, dass die Personaldecke so dünn ist, dass Ex-Kapitän Markus Fuchs aushelfen musste. Als ich ihn zuletzt beim Derby gegen Deizisau gesehen habe, stand er noch gemütlich mit einem Woiza in der Hand neben dem Spielfeld.

Luca Holder (rechts) kämpft sich mit dem TSV Neuhausen zum Sieg gegen den TSV Blaustein.
Luca Holder (rechts) kämpft sich mit dem TSV Neuhausen zum Sieg gegen den TSV Blaustein.

Vier Mal haben die Neuhausener davor nicht gewonnen, der Abstand zu Tabellenführer Kornwestheim beträgt vier Punkte. Am Samstagabend können es zwei sein – oder sechs. Denn es kommt zum Spitzenspiel in Kornwestheim. Plochingen tritt in Blaustein an, Deizisau in Heddesheim. Jeder gegen jeden eben.

Viele der von mir erwähnten Mannschaften treffen sich vom 4. bis 6. Januar in der Neckarsporthalle wieder. EZ-Pokal. Ich möchte in diesem Zusammenhang drauf hinweisen, dass sich noch nicht alle der üblichen Verdächtigen angemeldet haben.

Schöne Woche allen.


Text und Video aus Nellingen

Am Ende eines spannenden Handball-Wochenendes mit Derbysiegen des TV Plochingen (in Deizisau), der SG Hegensberg/Liebersbronn (in Ostfildern) und des TSV Köngen (in Denkendorf) sowie einer heftigen Niederlage der Nellinger Bundesliga-Frauen gegen den Tabellenführer verabschiede ich mich für ein paar Tage in den Urlaub. Am kommenden Sonntag bin ich wieder für die EZ im Einsatz und melde mich danach auch hier wieder.

Vorher aber noch der Hinweis, dass es zum Text meiner Kollegin Karla Schairer vom 21:36 der Nellingerinnen gegen Bietigheim auch das Video zum Spiel gibt. Schaut rein!

Und schonmal vormerken: Für die kommende Samstag-Ausgabe planen die Kollegen eine Geschichte über die spannende Situation in der Bezirksliga mit fünf unterschiedlich erfolgreichen Teams aus dem EZ-Land. Autorin ist Steffi Gauch-Dörre.


Daniela und der Anruf von Pascal

Nellingens Torwarttrainerin Daniela Hansen (Mitte) mit Anne Bocka (links) und Evelien Gro. Fotos: Rudel
Nellingens Torwarttrainerin Daniela Hansen (Mitte) mit Anne Bocka (links) und Evelien Gro. Fotos: Rudel

Ich habe mal wieder einen Gastbeitrag für euch. Bevor ich dazu komme, der Hinweis, dass wir unser Videoteam am morgigen Samstag zum Frauen-Bundesliga-Derby zwischen dem TV Nellingen und der SG BBM Bietigheim schicken (19 Uhr Spielbeginn). Das Video ist dann im Laufe des Sonntags unter www.esslinger-zeitung.de/Video zu sehen. Angekündigt wird es natürlich auch auf den Facebook-Seiten der Eßlinger Zeitung und vom Blog.

Das Video vom BWOL-Derby TSV Neuhausen gegen TSV Deizisau vergangene Woche lief sehr gut – also schaut auch bei Nellingen gegen Bietigheim rein.

Beim Frauen-Derby wird nicht nur unser Filmteam sein, sondern auch meine liebe Kollegin Karla Schairer. Und auch Daniela Hansen. Die ist Torwarttrainerin der Hornets und bevor sie das war, ist sie ganz schön rumgekommen in der Handball-Welt. Also ist sie die perfekte Gesprächspartnerin, um mit ihr die Lage bei den Nellingerinnen nach dem Null-Punkte-Saisonstart zu analysieren. Die Geschichte gibt es in der morgigen Samstag-Ausgabe der EZ.

Und weil Dani Hansen noch viel mehr erzählt hat, als in die gut 120 Druckzeilen passt, hier exklusiv für die Am-Kreis-Leser von Karla die Geschichte hinter der Geschichte. Viel Spaß beim Lesen:

Daniela und der Anruf von Pascal

Von Karla Schairer
Daniela Hansen lässt sich auf die Bank in der Umkleidekabine fallen. Es ist fast 20 Uhr und sie seit früh morgens auf den Beinen. Aber der Tag ist noch nicht rum. Dienstage und Donnerstage sind immer volle Tage für Hansen, auf deren Trainingsanzug „Dani“ steht. Denn nach ihrer Arbeit bei der Sparkasse Böblingen und ihrer Krankengymnastik trainiert sie beim TV Nellingen noch die Torhüterinnen des Bundesliga-Teams. „Es müsste öfter sein als zwei Mal die Woche, aber das schaffe ich nicht“, sagt die 44-Jährige, die seit Ende der vergangenen Saison zum Trainerteam von Pascal Morgant gehört. Hansen soll helfen, die TVN-Frauen in der Bundesliga zu etablieren. Keine leichte Aufgabe, denn die erfahrene Torhüterin weiß, wovon sie spricht. Sie ist viel rumgekommen.

Daniela Hansen, Evelien Grob diesmal links und Anne Bocka rechts. Dieses Foto ist auch in der Samstagausgabe der EZ zu sehen.
Daniela Hansen, Evelien Grob diesmal links und Anne Bocka rechts. Dieses Foto ist auch in der Samstagausgabe der EZ zu sehen.

In ihrer Jugendzeit stand Hansen vor der Entscheidung: Tor oder Feld. „Es war die richtige Entscheidung, im Feld wäre ich nicht so weit gekommen“, sagt sie rückblickend. „Torhüterinnen gibt es nicht so viele. Gute erst recht nicht.“ Und sie war eine Gute. Mit 18 kam sie aus dem Allgäu zum VfL Sindelfingen, der damals in der Bundesliga spielte, dann folgten ein Jahr in Würzburg und – nachdem das Team aufgelöst wurde – ein Intermezzo in Fellbach in der Regionalliga. Und dann die Metzinger Zeit: Von 1996 bis 2004 stand sie im Tor der TuS Metzingen. Hansen spricht heute noch von ihrem „Heimatverein“.

Doch Handball zeichnet den Körper. Irgendwann wollten Hansens Knie nicht mehr, es gab eine Operation an der Halswirbelsäule („Teils Handball, teils Bürojob“, nennt sie die Gründe), weshalb sie immer noch regelmäßig zur Krankengymnastik muss. Also wechselte Hansen die Seiten, trainierte Schorndorferinnen, Waiblingerinnen und Sindelfingerinnen, schließlich wieder Metzingerinnen. Aber der Nacken zwang Hansen wieder zu einer sportlichen Pause – bis „der Anruf von Pascal“ kam. „Ich kannte ihn als Spieler in Göppingen“, sagt Hansen. „Er war schon immer ein kleiner Paradiesvogel von seinen Frisuren her, aber abgesehen vom Äußerlichen war er normal und immer ein sehr Netter – was man nicht von allen männlichen Handballkollegen behaupten kann.“

Und nochmal Dani Hansen mit ihren beiden Schützlingen.
Und nochmal Dani Hansen mit ihren beiden Schützlingen.

„Das Erste waren Schnelligkeit und Beweglichkeit“, die Hansen ihren Schützlingen Anne Bocka und Evelien Grob beibrachte. Grob ersetzte nach dem Aufstieg Stefanie Brandl. „Die Bewegungen müssen automatisch ablaufen.“ Das fehle Bocka noch. Gut sind beide im Eins-gegen-eins bei freien Würfen und Tempogegenstößen. Schwächen sieht sie bei beiden jeweils im unteren Torbereich und vor allem bei dem, was Hansen „das sehende Auge“ nennt: der Blick für die Abwehr und das Zusammenspiel, was passieren könnte.

Eine halbe bis dreiviertel Stunde hat Hansen pro Training Zeit, sich um die Torhüterinnen zu kümmern. „Pascal lässt mir freie Hand, aber wir stimmen uns immer ab.“ Donnerstags nimmt sie Bocka und Grob nicht ganz so hart ran, macht nicht so viel für die Beine.

„Torhüterinnen können super viel ausmachen“, sagt Hansen. „Es ist eine der wichtigsten Positionen im Handball, die letzte Station vor dem Tor“, sagt sie. „Die Torhüterin kann dem Team viel Mut und Kraft geben. Wenn die Feldspielerinnen wissen, dass hinter ihnen eine Mauer seht, gibt das Zuversicht.“ Dahin müssen die beiden Torhüterinnen Grob und Bocka noch kommen. „Sie müssen so gut werden, dass die anderen Angst vor ihnen haben.“

Hansen hat noch eine letzte Bitte, bevor sie zum Training geht: „Kommt in die Halle, feuert uns an. Auch wenn es ein schlechter Start war und wir nicht schön spielen, wir brauchen unsere Fans. Wir kommen nur alle zusammen da raus.“ In diesem Sinne: bis Samstagabend.


Das zweite 32:32-Derby

Und wieder ein Deizisauer Tor. Fotos (4): Rudel
Und wieder ein Deizisauer Tor. Fotos (4): Rudel

„Rot, des isch Rot“, rufen ein paar aufgebrachte Zuschauer. Der Schiedsrichter gibt zwei Minuten. Und der Trainer der betroffenen Mannschaft hebt fragend die Hände: „Wofür das denn?“

Nicht nur diese Szene zeigt: Es war ein wahrlich packendes BWOL-Derby, das die 800 Zuschauer – darunter viele ehemalige Spieler – am Samstagabend in der Neuhausener Egelseehalle gesehen haben. Was soll ich noch über das 32:32 schreiben? In der heutigen EZ auf Seite 23 ist ja schon ein langer Text von mir. Als ich die Bildauswahl von unserem Herbert Rudel gesehen habe, habe ich die Seite nochmal umgeplant. Ich fand das Foto mit Manuel Schwarz, Timo Flechsenhar und Simon Kosak zeigt ganz schön den Charakter eines Derbys. Allerdings hatte ich dadurch etwas mehr Platz mit Text zu füllen. Glaubt mir, es war kein Problem. Solche Spiele schreiben sich leicht. Es gab so viele Aspekte, ich hatte so viele Eindrücke.

Manuel Schwarz (links) und Youngster Simon Kosak nehmen Timo Flechsenhar in die Zange.
Manuel Schwarz (links) und Youngster Simon Kosak nehmen Timo Flechsenhar in die Zange.

Beeindruckt haben mich vor allem die jungen Deizisauer, die den Neuhausenern das Leben schwer und sich den Punkt redlich verdient haben. Am Ende war es sogar so, und da waren sich die Beteiligten beider Mannschaften einig, dass die Deizisauer einen Sieg etwas mehr verdient gehabt hätten als die favorisierten Neuhausener. Das Unentschieden war aber okay.

Neuhausens Leon Pabst ist wieder fit und im Einsatz.
Neuhausens Leon Pabst ist wieder fit und im Einsatz.

Die Maddogs werden ihren Weg trotzdem gehen. Wenn der Ärger bei Trainer Ralf Bader verraucht ist, wird er an die Analyse gehen und die Mannschaft wird es – vor allem in der Abwehr – besser machen. Allerdings müssen sie aufpassen, dass sie den Kontakt zur Tabellenspitze nicht abreißen lassen. Bislang sind es nur zwei Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Salamander Kornwestheim.

Hannes Grundler ist neben Timo Durst der stärkste Neuhausener.
Hannes Grundler ist neben Timo Durst der stärkste Neuhausener.

Zwei ihrer vier Minuspunkte haben die Neuhausener in den Derbys liegen lassen. Es war für sie das zweite 32:32, denn so ging auch das Spiel beim TV Plochingen aus. Nach Plochingen gegen Neuhausen und Neuhausen gegen Deizisau folgt jetzt am Freitag Deizisau gegen Plochingen. Der TVP hat da auch die Gelegenheit, sich von der 28:33-Niederlage in Söflingen zu berappeln.

Am gleichen Abend kommt es zwei Klassen tiefer zum Derby zwischen Ostfildern und Hegensberg/Liebersbronn. Auch ein sehr spannendes Spiel.

Schön fand ich übrigens, dass so viele Leute schon das EZ-Video vom Spiel zwischen Neuhausen und Deizisau angeschaut haben. Das bestärkt uns in der Entscheidung, unser Film-Team nicht mehr immer zum Fußball-Spiel-der-Woche zu schicken, sondern je nach Ereignis zu entscheiden. Und auch die ersten kurzen Zeilen kurz nach dem Spielende auf www.esslinger-zeitung.de wurden eifrig gelesen. Da lohnt sich die Mühe – auch wenn ich in diesem Zusammenhang mal wieder gemerkt habe, dass ich nicht der geborene Fotograf bin…

Gleich erzielt Hannes Grundler - nicht im Bild - das Tor zum 32:32. Die letzte Szene des Spiels, eingefangen vom Autor dieser Zeilen.
Gleich erzielt Hannes Grundler – nicht im Bild – das Tor zum 32:32. Die letzte Szene des Spiels, eingefangen vom Autor dieser Zeilen.

Was mir noch aufgefallen ist in der Egelseehalle: Die am Anfang beschriebene Szene ist typisch Derby. Nett fand ich aber auch, was in der Halbzeit zu beobachten war: Neuhausens Torhüter Hans Herrmann bestritt da ganz lässig das Kinderprogram und ließ den Nachwuchs auf sein Tor werfen. Sehr sympathisch.


Neu: Handball-Videos

Das Derby Neuhausen gegen Deizisau, hier zuletzt im April, gibt es bald auch als Bewegtbild auf www.esslinger-zeitung.de. Fotos: Rudel
Das Derby Neuhausen gegen Deizisau, hier zuletzt im April, gibt es bald auch als Bewegtbild auf www.esslinger-zeitung.de. Fotos: Rudel

Wir haben eine kleine Neuerung im Hause Eßlinger Zeitung: Nachdem wir in den vergangenen Jahren zu jedem „Spiel der Woche“ der unteren Fußball-Klassen ein Video gemacht und ins Netz gestellt haben, weiten wir das nun auf Handball aus.

Das heißt nicht, dass wir jede Woche beim Handball sind. Wir entscheiden uns von Fall zu Fall, von welchem Termin wir Bewegtbilder machen lassen. Unsere Kollegen von „ES-TV“ waren ja schön öfter bei den Hornets in Nellingen und werden da auch nochmal hingehen. Die anderen Videos, also bisher die Fußball-Videos, werden von unserem Partner „Die Ligen“ erstellt.

An diesem Wochenende gehen die filmenden Kollegen also erstmals für die EZ nicht auf den Rasen, sondern in die Halle. Hätte ich hier zu einer Abstimmung gebeten, wäre ziemlich sicher das gleiche Ergebnis herausgekommen, wie wir ohnehin entschieden haben:

Samstag, 19.30 Uhr, Egelseehalle Neuhausen.
BWOL: TSV Neuhausen – TSV Deizisau.

Die Videos werden auf dem EZ-Videokanal veröffentlicht und in den Spielbericht auf www.esslinger-zeitung.de eingebettet. Sicherlich werde ich sie auch hier am Kreis verlinken. Angekündigt werden sie natürlich auch auf Facebook.

Also, wenn Ihr in Zukunft diesen Hinweis am Ende eines Artikels seht, wisst ihr, dass es dazu ein Video gibt.

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Achtet darauf. Und klickt kräftig rein. Wir hoffen natürlich, dass das gut angenommen wird und die Anlaufphase nicht allzu lange dauert.

Ich bin mal gespannt. Ganz herkömmlich für den Print werde ich über das Spiel berichten – wobei ja auch das immer online nachzulesen ist. Zudem plane ich, kurz nach dem Spielende ein paar Zeilen vorab auf www.esslinger-zeitung.de zu schreiben.

Um die Vorfreude noch ein bisschen zu vergrößern, hier zur Einstimmung ein paar weitere Bilder von früheren Derbys zwischen Neuhausen und Deizisau:

Januar 2014, EZ-Pokal-Finale.
Januar 2014, EZ-Pokal-Finale.
September 2010.
September 2010.
Februar 2010.
Februar 2010.
Februar 2009.
Februar 2009.
Oktober 2008.
Oktober 2008.
Januar 2008, EZ-Pokal.
Januar 2008, EZ-Pokal.
September 2005, mit einem heutigen Bundesliga-Kapitän.
September 2005, mit einem heutigen Bundesliga-Kapitän.

Aufwärts

Sonntag in Wolfschlugen: Routinier Florian Falk auf dem Weg zum Tor. Fotos: Rudel
Sonntag in Wolfschlugen: Routinier Florian Falk auf dem Weg zum Tor. Fotos: Rudel

Die Kunst der Planung liegt darin, langfristig die Termine im Griff zu haben, um dann kurzfristig jederzeit reagieren zu können. Das gilt auch für eine Zeitungsredaktion. Für das Sportressort wahrscheinlich noch mehr als für andere. So weiß man morgens zwar grob, was zu tun ist. Ob man etwa Blattmacher, also Planer, ist. Oder ob eine Pressekonferenz oder ein anderer Termin ansteht. Oft kommt es dann aber ganz anders. Muss bloß wieder ein Verein einen Trainer entlassen. Gerade lief übrigens die Eilmeldung ein, dass der VfL Wolfsburg Dieter Hecking gefeuert hat…

Warum ich das erzähle? Eigentlich war der Plan für das vergangene Wochenende, dass unsere Sonntagshandballterminfachfrau Steffi Gauch-Dörre zum BWOL-Derby zwischen Plochingen und Neuhausen geht. Dann aber wurde das Spiel von Sonntag, 17 Uhr, auf Freitag, 20.30 Uhr, vorverlegt. Und da haben wir aus produktionstechnischen Gründen keine Chance, das groß in die Samstagausgabe zu bringen. Kleiner aber natürlich schon. 32:32 ging es aus.

So bot es sich an, dass Steffi nach Wolfschlugen geht. Die Wolfschlugener spielen zwar nicht mehr in der höchsten Männer-Klasse des EZ-Landes. Aber gerade da ist es ja interessant, zu schauen, wie sich die Mannschaft nach dem einjährigen Gastspiel in der BWOL in der Württembergliga schlägt.

Bislang schlagen sich die Wolfschlugener dort nicht so gut. Aber es geht aufwärts. Der knappe 27:26-Sieg gegen den TSV 1848 Bad Saulgau war jedenfalls ein Schritt in die richtige Richtung. Zum einen scheint sich die Mannschaft so langsam zu stabilisieren – Trainer Benjamin Brack war mit der Abwehr schon recht zufrieden. Zum anderen kann gerade ein knapper Sieg Kräfte freisetzen.

Wo ist die Lücke? Robin Brandner sucht sie.
Wo ist die Lücke? Robin Brandner sucht sie.

Ich würde den Wolfschlugenern wünschen, dass sie jetzt die Tabelle von Platz sechs (mit 6:6) Punkten aufrollen und vorne mitspielen. Denn: Dass es in der vergangenen Saison mit dem Klassenverbleib nicht geklappt hat, ist echt dumm gelaufen. Nach den vielen Jahren des kontinuierlichen Aufbaus gehört Wolfschlugen in die BWOL, finde ich.

Aber gerade, wenn man solide schafft, sind Rückschläge drin. So lange es Rückschläge bleiben und die Mannschaft in keine Abwärtsspirale gerät. Deshalb glaube ich, dass es bei den Wolfschlugenern wieder aufwärts geht.

Für die Wolfschlugener Frauen gilt das nach ihrem Aufstieg in die BWOL ohnehin. Es läuft nicht alles rund, aber 8:2 Punkte sind mehr als ordentlich.

A propos BWOL: Am Samstag steht das das nächste Derby an. Das nächste Derby? Das Derby. Neuhausen gegen Deizisau. Jetzt stehen zwar nicht mehr die drei EZ-Land-Teams Neuhausen, Plochingen und Deizisau auf den Plätzen eins, zwei und drei der Tabelle. Zwei, fünf und sechs heißt es, Deizisau hat ja gerade gegen Herrenberg verloren.

Aber für das Derby heißt das gar nichts. Neuhausen gegen Deizisau ist, ich wiederhole mich, das Handballspiel im EZ-Land. Die Egelseehalle wird voll sein. Und ich mittendrin. Ich freu mich schon drauf. Samstag, 19.30 Uhr. Vorher geht’s für mich noch zum Wasserball, Bundesliga: SSV Esslingen gegen Waspo Hannover. Das wird ein interessanter Sport-Samstag.

Samstag in Nellingen: Desire Kolasinac und die TVN-Frauen machen zurzeit schmerzhafte Erfahrungen.
Samstag in Nellingen: Desire Kolasinac und die TVN-Frauen machen zurzeit schmerzhafte Erfahrungen.

Einen ähnlichen heißen Derby-Charakter wie Neuhausen gegen Deizisau hat bei den Frauen Nellingen gegen Metzingen. Das Spiel, das früher in der 2. Bundesliga schon die Massen in den Bann gezogen hat, gibt es nach dem Aufstieg der Hornets in die Bundesliga erst im Dezember. Ich hoffe, dass die Nellingerinnen bis dahin ein paar Punkte gesammelt haben. Denn der Saisonstart war ja doch ernüchternd. Vor allem der vergangene Samstag. Nach drei Spielen gegen besonders stark engeschätzte Gegner ging es gegen Celle. Nein, ich erzähle jetzt nicht nochmal, wie ich vor einigen Jahren das Nellinger Playoff-Drama in Celle miterlebt habe.

Vielleicht setzen sich die Nellingerinnen auch bald wieder durch, wie hier Sina Denise Namat.
Vielleicht setzen sich die Nellingerinnen auch bald wieder durch, wie hier Sina Denise Namat.

Celle ist eben eines der Teams, gegen die man zuhause punkten sollte, wenn man den Klassenverbleib schaffen will. Und das war ja auch der Plan. Nun aber musste mein Kollege Andreas Müller Sätze schreiben wie: „In dieser Besetzung ist die Mannschaft nicht konkurrenzfähig.“ Oder: „40 Minuten spielte sie wie ein Absteiger.“

Auch hier gilt: Es kann nur aufwärtsgehen. Zunächst mit der Personalsituation. Und dann hoffentlich auch in der Tabelle.