Was ist denn da los? Mir ging es heute wahrscheinlich wie vielen anderen, als sie das Ergebnis vom Spiel des TSV Neuhausen bei der TSG Söflingen gehört haben. 22:24. Da verspielen die Neuhausener vor zwei Wochen den Aufstiegsplatz zwei, holen ihn sich vergangene Woche wieder, weil Pforzheim/Eutingen patzt – und sind ihn jetzt wieder los, weil sich der Konkurrent für den erneuten Ausrutscher bedankt und durch einen Sieg gegen Wolfschlugen wieder vorbei zieht.
Die MadDogs müssen nun hoffen, dass die Geschichte so weitergeht und jetzt wieder Pforzheim/Eutingen mit Nervenflattern dran ist. Pforzheim/Eutingen, das den direkten Vergleich gegen Neuhausen gewonnen hat, muss zum Elften Lauterstein, während Neuhausen den TSV Deizisau zum EZ-Land-Clasico erwartet. Ein höchst unberechenbares Spiel aus MadDogs-Sicht und wenn man hört, wie das in Söflingen so gelaufen ist, scheint die Mannschaft nicht gerade in Aufstiegsform zu sein. „Wir haben mit dieser Leistung in der 3. Liga nichts verloren“, hat unser Telefon-Berichterstatter Hans Herrmann jedenfalls ziemlich frustriert erzählt.
Auf den letzten Spieltag brauchen sich die Neuhausener jedenfalls nicht verlassen: Da treten sie zum Showdown beim Meister Oftersheim/Schwetzingen an. Und selbst wenn da gegen einen von Feiern gezeichneten Gegner etwas zu holen sein sollte – Pforzheim/Eutingen erwartet den Letzten TSV Schmiden und wird wohl das eine oder andere alkoholische Getränkt bereit haten.
Wirklich schade, Co-Trainer Markus Locher klang in der EZ-Geschichte am Samstag so optimistisch. „Wir wissen, wie man aufsteigt“, hat er gesagt. Und dann das.
Knallen bald wieder die Sektkorken? Markus Locher (Mitte) feiert mit Alexandr Prasolov (links) und Markus Fuchs den EZ-Pokal-Sieg 2015. Foto: Rudel
Jetzt hat es also auch – und nicht ganz unerwartet – die Frauen der HSG Deizisau/Denkendorf erwischt. Das ist wirklich bedauerlich. Da hat sich die Spielgemeinschaft kontinuierlich nach oben gearbeitet und sich durch gute Arbeit in der vierthöchsten Spielklasse etabliert. Und jetzt ist Schluss. Keine Mannschaft, keine BWOL. Ich hab das Thema „Mannschaftssterben im Frauenhandball“ hier und in der Zeitung ja schon ausführlicher behandelt, auch anlässlich des Rückzugs des HC Wernau.
Jetzt ist die Frage, ob die HSG in der kommenden Saison zumindest in der Württembergliga antreten darf, wo ja schonmal das zweite Team der HSG gespielt hat. Das wäre ein Neuanfang von zumindest nicht so weit unten. Der HVW muss darüber befinden, Ausgang offen. Ebenso übrigens wie die Zukunft von Noch-HSG-Trainer Veit Wager. Oder hab ich da was verpasst?
Zu etwas Erfreulicherem: Der TSV Neuhausen hat wieder gute Karten, den Aufzug in die 3. Liga zu nehmen. Der Begriff „Fahrstuhlmannschaft“ ist in diesem Zusammenhang ja eher ein Kompliment. Wir haben morgen eine interessante Geschichte mit dem Mann im Blatt, der den Lift in den vergangenen Jahren ein paar Mal mit der Mannschaft genommen hat: Co-Trainer Markus Locher.
Der frühere Cheftrainer der MadDogs kennt die Handball-Verhältnisse auf den Fildern wie kaum ein anderer. Meiner Kollegin Steffi Gauch-Dörre hat er ein bisschen darüber erzählt. Morgen in der EZ, Seite 20. Wenn ihr das Foto oben seht, seid ihr richtig.
Erst einmal Gratulation an die SG Hegensberg/Liebersbronn zum Aufstieg in die Landesliga. Wie sehr sich viele mitfreuen, sieht man auch daran, wie das Foto, das ich gestern auf Facebook gepostet habe, durch die Decke gegangen ist, wie man so schön sagt. Der Aufstieg ist mit Sicherheit verdient und ich bin davon überzeugt, dass die Mannschaft in der Landesliga eine gute Rolle spielen wird. Willkommen damit auch im Kreis der Teams, über die die EZ in der Samstag- und der Montag-Ausgabe mit eigenen Texten berichtet. Die Aufstiegsgeschichte gibt es morgen in der EZ.
Die HeLi-Frauen werden wohl bald auch feiern dürfen und sich auf die Württembergliga freuen. Da ist ganz schön was los auf dem Berg.
Verkehrte Welt: In Nellingen jubelt der Vorletzte Mainz-Bretzenheim . . .. . . und nicht der Zweite Nellingen.
Was ist sonst noch passiert am Wochenende? Die Nellinger Frauen haben gegen den Vorletzten gepatzt, müssen dadurch aber die Planungen für die Bundesliga nicht einstellen. Und der TSV Neuhausen hat den Ausrutscher von vergangener Woche repariert – auch dank fremder Hilfe – und steht in der BWOL wieder auf einem Aufstiegsplatz. Den MadDogs stehen noch spannende Wochen bevor. Bloß nicht schwächeln, sag ich, wir wollen im EZ-Land wieder eine Mannschaft in der 3. Liga!
Philipp Schöbinger und Neuhausen kämpfen sich zum knappen und wichtigen Sieg gegen Bretten.
Wolfschlugen hat in der BWOL auch gewonnen – Pflichtsieg gegen den Letzten – und sich damit die Möglichkeit erhalten, doch noch den Relegationsrang zu verlassen. Wobei es ja leider immer noch nicht klar ist, ob es vier oder fünf Absteiger gibt. Ich habe jetzt gehört, dass entweder der Viertletzte in die Relegation muss (oder darf) oder – je nach Zahl der Absteiger von oben – der Fünftletzte direkt absteigt. Verstehe einer die Handball-Welt.
Verlängerungen wird es im EZ-Land aber auf jeden Fall geben, Ostfildern und Reichenbach bereiten sich schon intensiv auf die Abstiegsrelegation aus der Württembergliga vor.
Ja und dann war da ja am Freitagabend noch das Derby zwischen Deizisau und Plochingen. Das hatte es auch in sich, wie ihr hier schon lesen konntet.
Und was machen die Frauen der HSG Deizisau/Denkendorf? Bis zum 15. April müssen sie sich entscheiden, ob sie wieder ein Team für die BWOL melden. Auf einem ordentlichen sechsten Platz stehen sie im Moment. Aber ich fürchte, dass sie Teil der Abmeldungswelle im Frauenhandball werden. Echt schade!
Es gibt bis zur nahenden Sommerpause also noch jede Menge Themen. Wir in der EZ-Sportredaktion sind gerade am Sortieren. Ich weiß gar nicht, wo wir die ganzen Geschichten unterbringen sollen, die wir im Köcher haben.
Morgen also die HeLi-Jubelstory von meinem Kollegen Hannes Kern, ich werde nach meinem Besuch bei Robin Dutt morgen eine Geschichte schreiben, deren Zutaten ich schon im Block habe und die dann vermutlich in dieser Woche noch erscheinen wird. Alles weitere wird noch nicht verraten. Stay tuned.
Eine gut besuchte Deizisauer Hermann-Ertinger-Halle. Fotos: Rudel Was wären wir in der EZ-Sportredaktion ohne unsere Steffi Gauch-Dörre, die uns, wir haben’s gerade ausgerechnet, schon seit fast zehn Jahren unterstützt. Gestern war sie in Deizisau beim BWOL-Derby gegen Plochingen, das der TVP mit 31:29 gewonnen hat und spätestens jetzt wohl nicht mehr vom Abstiegskampf sprechen muss. Steffi erfreut uns hier mal wieder mit einem Gastbeitrag. Voilà:
Auch Plochinger Fans entscheiden das Derby für sich
Derbys leben von Emotionen und Leidenschaft – gerade deshalb hatten sich vor der BWOL-Saison alle auf die Duelle zwischen Neuhausen, Deizisau, Wolfschlugen und Plochingen gefreut. Besonders gut in Erinnerung ist mir das Hinspiel zwischen den Neuhausenern und Wolfschlugenern geblieben. Da war richtig Feuer drin (29:24 für Neuhausen). Und es gab auch schon die ein oder andere Überraschung. Wie man sich das als Zuschauer eben wünscht. Ein paar weitere Eindrücke vom Derby.
Gestern war ich mal wieder in „meiner“ Sporthalle, der Herrmann-Ertinger-Halle in Deizisau, und habe mich auf ein leidenschaftliches Nachbarschaftsduell gegen Plochingen gefreut. Leidenschaft und Wille zeigten aber über weite Strecken nur die Gäste aus Plochingen. Vor allem im ersten Durchgang war ich da schon enttäuscht von den Deizisauern. Nach dem Seitenwechsel kamen sie dann ran – aber die Plochinger wollten den Sieg mehr und das war deutlich zu spüren.
Ein absolut verdienter Sieg! Natürlich war ihr Spielertrainer Daniel Brack wieder der überragende Mann (Ich habe übrigens 14/5 Tore bei ihm gezählt, auf der HVW-Seite steht 13/5). Aber auch Brack kann ein Spiel nicht alleine gewinnen, der TVP hat wie schon in der vergangenen Woche gegen den Spitzenreiter HG Oftersheim/Schwetzingen, auch als Team überzeugt. Bei den Deizisauern waren es häufig Einzelaktionen, die zum Tor führten.
Derbywürdig waren auch die Plochinger Fans, darunter auch einige FVP-Fußballer, die das Team lautstark nach vorne peitschten und regelmäßig mit „Plochinger Jungs, Plochinger Jungs, wir sind alle Plochinger Jungs“ Stimmung machten. Und Torhüter Marco Schwarz wurde immer wieder mit „Blacky, Blacky“- Sprechchören angefeuert und gefeiert.
So eine positive Stimmung habe ich bei den Deizisauer Fans vermisst – gerade in so einem Spiel hätte das der Mannschaft sicher gut getan. Laut wurde es da eigentlich nur bei strittigen Schiedsrichterentscheidungen. In zwei Wochen haben die Deizisauer (Mannschaft und Zuschauer) ja nochmal die Chance in einem Derby zu zeigen, was sie können. Da sind sie in der Neuhausener Egelseehalle zu Gast. Im Hinspiel hat das ja schon bestens geklappt (32:24). Ich bin jedenfalls gespannt und freu mich auf das nächste BWOL-Derby.
Plochingens Alexander Seibold lässt sich auch von zwei Spielern des Tabellenführers nicht aufhalten. Fotos: Rudel
Je näher das Saisonende, desto verrückter die Ergebnisse. Das gilt auch für die laufende Handball-Runde und die Vereine im EZ-Land. Und auch für das vergangene Wochenende.
Fangen wir oben an: Der Aufstieg der Nellingerinnen in die Bundesliga rückt immer näher, was auch daran liegt, dass die Hornets zurzeit zwar nicht gerade glänzen, aber ihre Spiele gewinnen. Im Gegensatz zur Konkurrenz. Das ist noch nicht überraschend.
Julia Orban-Smideliusz wirft vor vollen Rängen in der Nellinger Sporthalle 1 aufs Tor. Das wird sie in der kommenden Saison wohl in der Bundesliga tun. Da kennt sie sich aus Metzinger Zeiten ja aus.
Was in der BWOL passiert ist, war aber schon bemerkenswert. Und für den TSV Neuhausen extrem ärgerlich. Da bekommen die Neuhausener Schützenhilfe vom TV Plochingen, der Tabellenführer Oftersheim/Schwetzingen schlägt – und statt das zu nutzen und durch einen Sieg gegen TB Kenzingen selbst die Spitze zu übernehmen, verlieren sie beim Vorletzten mit 22:24 und rutschen sogar vom zweiten auf den dritten Platz ab.
Zur Erinnerung: Im Gegensatz zu den meisten anderen Ligen steigen in der BWOL die ersten beiden Mannschaften direkt in die 3. Liga auf. Jetzt ist wegen des gewonnenen direkten Vergleichs Pforzheim/Eutingen Zweiter (die Tabelle in der EZ stimmt heute leider nicht, sorry).
Die MadDogs sind erstmal ihre glänzende Ausgangssituation los und haben es plötzlich nicht mehr selbst in der Hand. Hab ich hier nicht kürzlich mal an die Situation vor zwei Jahren erinnert, als der VfL Pfullingen auf der Zielgeraden den Aufstieg verspielt und Neuhausen profitiert hat?
Aber noch ist die Saison nicht rum, und wie es der Spielplan so will, kommt es am letzten Spieltag am 30. April zum Duell zwischen Ofersheim/Schwetzingen und Neuhausen. Showdown.
Unten in der Tabelle muss der TSV Wolfschlugen zittern. Unglaublich: Als Viertletzter – der die Mannschaft von Neu-Trainer Benjamin Brack im Moment ist – kann man direkt absteigen. Wenn die momentane Konstellation mit den potenziellen Absteigern aus der 3. Liga so bleibt, bedeutet es aber den Gang in die Relegation. Das ist eine Chance, wird aber eine ziemliche Rosskur.
In der Württembergliga hält die Relegation vermutlich ein interessantes Duell aus EZ-Land-Sicht bereit. Wobei es hier den Vorletzten in der Nord- und den Drittletzten in der Südstaffel erwischt. Was heißt erwischt: In den meisten anderen Ligen bedeuten diese Plätze den Abstieg, hier die Chance zum Drinbleiben. Die HSG Ostfildern ist sicher dabei, der TV Reichenbach wahrscheinlich. Beide Mannschaften bereiten sich jedenfalls schon auf die Relegation vor – und hätten sich mit Sicherheit einen anderen Gegner gewünscht.
In der Württembergliga der Frauen steht der HC Wernau auf dem Relegationsplatz – dem Aufstiegs-Relegationsplatz allerdings. Die Wernauerinnen haben das Spitzenspiel gegen die HSG Leinfelden-Echterdingen knapp mit 31:30 gewonnen und damit den Verfolger auf Distanz gehalten.
Aus Sicht von LE hat das Ganze freilich ein G’schmäckle, weil Wernau ja bekanntlich sein Team zurückzieht. Konkret heißt das, dass – sollte es so bleiben – der Platz in der Relegation frei bleibt und nicht der Dritte nachrückt. Das ist schade für Leinfelden-Echterdingen. Aber soll man den Wernauer Spielerinnen, die nichts für den Rückzug können, verbieten, bis zum Saisonende alles zu geben, um sich ordentlich zu verabschieden und auch für andere Vereine zu empfehlen?
Und sonst? Bei der SG Hegensberg/Liebersbronn werden dieser Tage größere Mengen Kaltgetränke gebunkert. Sowohl die Bezirksliga-Männer als auch die Landesliga-Frauen sind auf dem Sprung nach oben.
Die nächsten Wochen werden noch einiges an Spannung bieten. Freuen wir uns drauf.
Ich habe jeden Tag in der Redaktion mit Bildern zu tun. Manche bleiben einem aber auch nach vielen Jahren noch in Erinnerung. Dieses hier ist eines davon. Es zeigt Sandra Faustka im Mai 2011 in Celle. Die Handball-Frauen des TV Nellingen haben gerade auf schier unglaubliche Weise den Aufstieg in die Bundesliga verpasst. Ich habe noch nie an einem Tag so viele Frauen weinen sehen.
Anschließend hatte ich die Aufgabe, die vorbereitete Aufstiegsseite zu entsorgen und den EZ-Lesern zu berichten, was passiert ist
Im Jahr davor im Duell mit Rosengarten war es ähnlich eng, wenn auch nicht ganz so dramatisch (falls man das Wort im Zusammenhang mit Sport verwenden will). Auch da hat es ganz knapp nicht zum Satz in die höchste deutsche Spielklasse gereicht.
Warum ich das erzähle? Die Hornets setzen wieder zum Sprung in die Bundesliga an. Das kommt etwas überraschend, aber jetzt wollen sie es wissen. Der Verein jedenfalls hat jetzt grünes Licht gegeben. Mit dem Hinweis auf den Text meines Kollegen Andreas Müller dazu morgen auf Seite 20 der EZ möchte ich euch ins Wochenende entlassen.
Pure Freude: Die Wolfschlugener Frauen nach dem Erfolg bei der HSG Leinfelden/Echterdingen und dem damit klargemachten Meisterstück. Fotos: Rudel
Das war ein Handball-Wochenende, das es in sich hatte. Man spürt: Das Saisonende ist nicht mehr fern. Es wird gezittert, gehofft, gekämpft – und auch schon gefeiert. Deshalb erst einmal Gratulation an die Wolfschlugener Frauen zum souveränen Aufstieg in die BWOL. Im dritten Versuch hat es geklappt. Wenn man sich auf Facebook so umschaut, dann freuen sich viele mit den Wolfschlugenerinnen mit. Wir feiern das Team in der Mittwoch-Ausgabe der EZ noch ein bisschen. The whole story von meinem Kollegen Andreas Müller.
Der scheidende Meistertrainer Rouven Korreik im Moment des Triumphes.
Da ist was gewachsen. Ich glaubte, die Zukunft der Wolfschlugenerinnen sieht auch in Liga vier nicht schlecht aus.
Und weil’s so schön war, nochmal ein Bild von den glücklichen Wolfschlugener Frauen.
Den Frauenhandball im EZ-Land wirbelt es in der kommenden Saison ja ganz schön durcheinander. Während der HC Wernau freiwillig in die Bezirksliga runtergeht, obwohl das Team gerade auf Platz zwei der Württembergliga geklettert ist, und die Zukunft anderer Teams auch unsicher ist, sind die Landesliga-Frauen der SG Hegensberg/Liebersbronn auf dem besten Weg, uns die nächste Aufstiegsgeschichte zu liefern. Auf in die Württembergliga.
(Überraschend) gut sieht es auch bei den Zweitliga-Frauen des TV Nellingen (die am Wochenende nicht gespielt haben) und bei den BWOL-Männern des TSV Neuhausen aus. Die Maddogs haben gegen den TV Plochingen erfolgreich Revanche für die Hinspielniederlage genommen und Platz zwei gesichert. Der, das kann man nicht oft genug erklären, bedeutet am Ende direkt den Sprung in die 3. Liga. Ohne Relegation und so.
Aber der Vorsprung beträgt nur zwei Punkte. Und die Neuhausener dürften sich an das Aufstiegsrennen vor zwei Jahren erinnern, als sie hinten dran waren und am Ende vom Endspurt-Schwächeln des VfL Pfullingen profitiert haben. Also: durchhalten!
Richtig unübersichtlich ist die Regelung in den Tabellenkellern. Man muss sich das mal vorstellen: Der TSV Wolfschlugen, der gerade einen wichtigen Sieg gegen den TV Willstätt eingefahren hat, ist in der BWOL 13. Drei Mannschaften stehen schlechter da. Am Ende kann es sein, dass sogar der Fünftletzte in die Abstiegsrelegation muss. Ganz schön hart. Auch Wolfschlugens Mitaufsteiger Plochingen ist da noch nicht so weit weg.
Benjamin Brack hat bei den Wolfschlugener Männern schon das Kommando übernommen und hofft auf den Klassenverbleib.
Auf der Bank der Wolfschlugener sitzt längst und nicht ganz unerwartet Benjamin Brack, der ja ursprünglich erst in der kommenden Runde übernehmen sollte. Der Blick auf den Kader im Spiel gegen Willstätt ist auch interessant: Neben dem Dauer-Rückkehrer-Aushelfer Michael Kutschbach stand da auch Christoph Massong. Interimstrainer ist er ja jetzt nicht mehr, dann kann er wieder mitspielen.
In der BWOL weiß man also noch nicht, ob es drei oder vier Direktabsteiger gibt. Eins drunter in der Württembergliga ist klar, dass in der Nordstaffel der Vorletzte und im Süden der Drittletzte in die Abstiegsrelegation muss. Bleibt es so, wie es jetzt gerade ist, würde es tatsächlich zum EZ-Land-Duell HSG Ostfildern gegen TV Reichenbach kommen. Verhindern können das realistisch betrachtet nur noch die Reichenbacher, Ostfildern hat vier Spieltage vor dem Saisonende acht Punkte Rückstand auf den gesicherten TV Flein.
Reichenbach und Ostfildern haben am Wochenende keine Punkte verloren. Aber das Wie zeigt, dass die Lage doch ein bisschen unterschiedlich ist. Die Reichenbacher haben nach der Trennung von Trainer Daniel Hebisch in Spiel eins unter Werner Fischer mit viel Pech beim Vierten TV Weilstetten 33:34 gespielt. Ostfildern trat zum Aufeinandertreffen Vorletzter gegen Drittletzter an. HSG gegen Flein. Ein Strohhalm-Duell. Mit deutlichem Ergebnis: 21:29 aus Ostfilderner Sicht. Das hat schon Aussagekraft.
Es geht noch ein paar Wochen weiter mit zittern, hoffen, kämpfen. Und feiern.
Ich möchte euch heute kurz auf meinen Text in der morgigen Samstag-Ausgabe über die Probleme im Frauenhandball im EZ-Land aufmerksam machen. Ausgehend vom bevorstehenden Rückzug des HC Wernau aus der Württembergliga habe ich mich umgehört und auf satten 205 Zeilen zusammengetragen, womit andere Vereine so zu kämpfen haben und was die Beteiligten zu der Entwicklung meinen.
Bei der Recherche habe ich auch den Begriff vom „Mannschaftssterben im Frauenhandball“ gehört. Tatsächlich haben auch andere Vereine Probleme und erwägen einen Rückzug ihres Top-Teams. Aber es gibt auch positive Beispiele.
Zum Beispiel der TV Reichenbach. Der hat mit seinen Männern zurzeit allerdings andere Sorgen. Nach der für beide Seiten schmerzlichen Trennung von Trainer Daniel Hebisch sitzt morgen in Weilstetten zum ersten Mal Werner Fischer auf der Bank des abstiegsbedrohten Württembergligisten. Wir wünschen uns auch aus regionalem Interesse, dass der TVR noch mindestens einen Platz klettert und nicht in die Relegation muss. Denn in der anderen Staffel wird es für die HSG Ostfildern noch viel schwieriger, einen sicheren Platz zu erreichen. Und eine Abstiegsrelegation Ostfildern gegen Reichenbach will im EZ-Land wirklich niemand.
Das Derby zwischen Wernau und Wolfschlugen wird es bald nicht mehr geben. Tine Gall (links) beendet am Ende der Saison ihre lange Karriere. Fotos: Rudel
Es ist das vorläufige Ende von Spitzen-Frauenhandball in Wernau. Schon zum zweiten Mal – aber lassen wir die Geschichte. Das Team steht nach dem Abstieg aus der Baden-Württemberg Oberliga auf Platz drei der Württembergliga – wird dort in der kommenden Saison aber nicht mehr antreten. Nicht wegen eines möglichen Wiederaufstiegs, sondern weil der HCW das Team abmeldet.
Einige hat die Nachricht überrascht, andere nicht. Die Gründe für den Rückzug aber geben zu denken. Geld hat auch eine Rolle gespielt, ja. Aber wenn man den Vereinsverantwortlichen glaubt, war das nicht der Hauptgrund. Denn so „teuer“ wie er noch vor ein paar Jahren gewesen sein muss, ist der momentane Kader nicht. Von den „Stars“, mit denen der Verein noch vor zweieinhalb Jahren auf dem Sprung in die 3. Liga war, ist nur noch Tine Gall übrig. Und die (über das Spielfeld hinaus sehr engagierte) ehemalige Zweitliga-Spielerin beendet am Ende der Saison ihre Karriere. Die ehemalige Nationalspielerin Maike Brückmann im HCW-Trikot – das ist schön etwas länger Geschichte.
Der Hauptgrund, den der Verein nennt, ist das Fehlen von Schaffern im Hintergrund. „Trotz des sportlichen Erfolgs während der letzten Jahre ist es nicht gelungen, den organisatorischen Aufwand langfristig für den leistungsorientierten Frauenhandball auf eine breite Basis zu verteilen“, heißt es im O-Ton auf der HCW-Homepage. Nachdem sich einige langjährige Ehrenamtliche zurückgezogen hatten, sind um den 1. Vorstand Markus Mangold nicht mehr viele Leute versammelt, um sowohl Männer- als auch Frauenhandball auf hohem Niveau zu stemmen. Und Mangold selbst, sagte er mir gestern, ist beruflich auch stark eingespannt. Handball ist auf diesem Niveau zwar schon Spitzensport, aber eben ein Hobby.
Der andere Grund ist, dass der HCW für die kommende Saison nur unter größter Mühe ein schlagkräftiges Team zusammenbekommen würde. Auch dafür braucht man Menschen, die das in die Hand nehmen. Gall hört auf, Trainer Robert Schenker wechselt nach Wolfschlugen. Und am Trainer hängt bei der Kaderplanung sehr viel. Erleichternd ist bestimmt auch nicht, dass in Sabrina Baumann nur noch ein Eigengewächs da ist, wie Mangold feststellt. Ernüchterung in Wernau. Trainer Robert Schenker wechselt am Ende der Saison von Wernau nach Wolfschlugen.
Viele in der Szene haben in den vergangenen Jahren das Projekt in Wernau mit ehemaligen Bundesliga-Spielerinnen wie Maike Brückmann, Christiane Haas und Marion Radonic kritisch beäugt. Das Projekt kann als gescheitert betrachtet werden. Aber Häme ist völlig unangebracht. Es gibt bald ein Spitzen-Handballteam weniger im EZ-Land und damit einen Verein weniger, in dem Jugendspielerinnen eine Perspektive im eigenen Club haben. Wobei es ohnehin immer schwerer wird, Talente zu halten – ein Teil des Problems, mit dem nicht nur die Macher in Wernau kämpfen. Auch andere Vereine tun sich zurzeit sehr schwer.
Die Wernauerinnen treten in der kommenden Saison mit dem bisherigen zweiten Team in der Bezirksliga an. Wenn es ganz dumm läuft, gibt es dann beim HCW nur noch Bezirksliga-Handball. Dann nämlich, wenn die Männer den Klassenverbleib in der Landesliga nicht schaffen. Die Mannschaft ist zurzeit zwar ganz gut drauf, aber Drittletzter – das würde am Ende der Saison den Abstieg bedeuten.
Ich wünsche den HCW-Männern, dass sie drin bleiben. Den Frauen wünsche ich, dass sie die Saison ordentlich zu Ende spielen. Und dem Verein wünsche ich, dass er sich neu ordnet und von unten wieder etwas aufbauen kann.
Timo Häußermann und der TV Reichenbach müssen sich steigern. Fotos: Rudel
Was ist los bei unseren Württembergligisten? Wenn man ganz schwarz sieht, könnte die frühere EZ-Land-Liga in der kommenden Saison EZ-Land-freie Zone sein. Nach den Aufstiegen von Deizisau, Wolfschlugen und Plochingen sind nur noch Ostfildern und Reichenbach übrig – und beide Mannschaften stehen im Moment auf dem Relegationsplatz. Dem Abstiegs-Relegationsplatz. Möglich ist das natürlich nur, weil sie blöderweise nicht in der gleichen Staffel spielen. EZ-Land-Derby-freie Zone haben wir also schon.
Bei den Reichenbachern konnte man eigentlich ein bisschen optimistischer sein. Die Ostfilderner haben schon einen beträchtlichen Rückstand auf einen sicheren Platz und können sich jetzt schon darauf einstellen, ihr Glück in der Relegation zu versuchen. Wobei nur vier Punkte nach 20 Spielen wirklich wenig ist und man sich die Frage schon erlauben darf, ob das rein sportlich für die Württembergliga reicht. Vor einem Jahr war es ja auch schon eng. Ich sehe die HSG gerne in der Württembergliga, aber auf Dauer kann es auch keinen Spaß machen, dauernd zu verlieren. In der laufenden Runde schon 18 Mal.
Torhüter Nicolas Stockburger hat die Reichenbacher Niederlage gegen Unterensingen noch in Grenzen gehalten.
Bei den Reichenbachern ist der Fall ein bisschen anders gelagert. Die Mannschaft hat zumindest schon 14 Pluspunkte gesammelt und kann die Rettung ohne Relegation sportlich noch gut schaffen. Aber nur, wenn sie nach den beiden jüngsten Niederlagen wieder die Kurve kriegen.
Ich hab das 20:27 gegen Unterensingen gesehen – da konnte man kaum glauben, welche guten Leistungen der TVR in diesem Jahr schon abgeliefert hat. Okay, beim EZ-Pokal hat man auch gesehen, was in der Mannschaft steckt. Gegen Unterensingen kann man verlieren, das ist ein gutes Team, das in der Tabelle ja auch vor den Reichenbacher steht. Aber irgendwie war das alles nicht überzeugend, in allen Bereichen hat irgendwas gefehlt.
Trainer Daniel Hebisch war jedenfalls ziemlich frustriert. In der schwierigen Hinrunde hatte er mit großen personellen Problemen zu kämpfen, was auch die Trainingsarbeit erschwert hat. „Diese Ausrede habe ich jetzt nicht mehr“, sagte er und zuckte mit dem Schultern. Den Angriffen des TVR sah man jedenfalls kaum an, dass da mittlerweile unter der Woche richtig was einstudiert wird.
Aber es war ja schon anders. Die Reichenbacher müssten kapiert haben, welch große Chance sie vertan haben – aber immer noch haben. Hätten sie gegen Unterensingen und davor bei Winzingen/Wißgoldingen etwas geholt, hätten sie einen weiten Satz aus der Abstiegszone gemacht. So beträgt der Rückstand zwei Pluspunkte, alles noch im grünen Bereich.
Bei der HSG Ostfildern kommt was nach: Die A-Jugend mit Patrick Pfeiffer ist in der Württemberg Oberliga Tabellenführer.
Die Entwicklung in Reichenbach war in den vergangenen Jahren wirklich positiv. Es wäre schön, wenn es so weitergeht und sich die Mannschaft zumindest dauerhaft in der WL etabliert. Das Potenzial dazu ist zweifellos vorhanden. Bei Ostfildern ist ein bisschen mehr der Wurm drin. Aber vom Verein und dem Umfeld her gehört die HSG auch unbedingt mindestens in die Württembergliga. Mut macht der Blick auf den Nachwuchs: Die A-Jugend ist in der Württemberg Oberliga verlustpunktfrei Tabellenführer. Wobei man von den Jungen natürlich nicht erwarten kann, dass sie bei den Aktiven sofort die Württembergliga rocken.
Insgesamt also gilt: noch kein Grund zum Schwarzsehen.
Was man am vergangenen Wochenende auch gesehen hat: In der BWOL, der neuen EZ-Land-Liga, haben die Wolfschlugener zwar auch so ihre Probleme. Es sieht aber danach aus, dass nur aus einem Grund im Sommer aus vier drei Mannschaften aus dem Verbreitungsgebiet der EZ werden könnten: Wenn nämlich der TSV Neuhausen den Wiederaufstieg in die 3. Liga schafft. Da sieht es gut aus, auch, weil Deizisau Schützenhilfe geleistet und Verfolger Pforzheim/Eutingen einen Punkt abgenommen hat. Drücken wir die Daumen.