Wer ist der Trainer der Saison?

So, Freitag 10 Uhr, das virtuelle Wahllokal ist geschlossen – zum Ergebnis später hier und morgen in der EZ mehr!

Zunächst einmal Glückwunsch an die Handballer des TV PLochingen, die in einem Relegationskrimi in Viernheim durch das 32:32 den Aufstieg in die Baden-Württembergliga geschafft haben! Wir haben morgen Text und Bild in der EZ, in der Mittwoch-Ausgabe folgt dann die große Aufstiegs-Geschichte.
Das wird in der kommenden Saison eine super BWOL aus EZ-Land-Sicht!

Damit ist die Saison endgültig beendet und es kommt, was schon der Saison-Abschluss-Klassiker am Kreis ist: Die Umfrage, wer der Trainer der Saison im EZ-Land ist. Im vergangenen Jahr war die Beteiligung gigantisch – und am Ende wurde es Daniel Mayr vom TV Reichenbach. Gegen fünf Kollegen, die ich hier zur Wahl gestellt habe, hat er sich durchgesetzt.

In diesem Jahr beschränke ich mich auf drei Trainer, beziehungsweise zwei Trainer und ein Trainerduo: Daniel Brack und Alexis Gula vom TV Plochingen, Lars Schwend vom TSV Wolfschlugen und Mike Wolz vom TSV Deizisau. Andere haben auch gute Arbeit geleistet und vielleicht hätte man auch Frank Ziehfreund dazunehmen können – doch der fällt aus der Verlosung, weil er zwar Esslinger ist, den Aufstieg in die Württembergliga aber mit der SG Leonberg/Eltingen geschafft hat, die eindeutig außerhalb des EZ-Landes liegt.

Was Brack/Gula, Schwend und Wolz mit ihren Teams in der fast abgelaufenen Saison geschafft haben, ist herausragend und alle hätten es verdient, die Wahl zu gewinnen. Ihr entscheidet, per Post über die Kommentar-Funktion direkt hier am Kreis oder auf Facebook. Schreibt einfach den Namen eurer Wahl und vielleicht noch ein paar Worte zur Begründung. Zeit ist bis Freitag, 10 Uhr. Dann zähle ich aus und verkünde das Ergebnis.

Jetzt noch ein paar Worte zu den Nominierten, in alphabetischer Reihenfolge:

Daniel Brack/Alexis Gula

Daniel Brack (rechts) und Alexis Gula vom TV Plochingen. Fotos: Rudel
Daniel Brack (rechts) und Alexis Gula vom TV Plochingen. Fotos: Rudel

Die Erfolgsgeschichte begann eigentlich schon in der Saison 2013/2014: In letzter Sekunde und nach einer juristischen Entscheidung durften die Plochinger überhaupt in der Württembergliga starten. Entsprechend schwierig war die Kaderplanung und entsprechend galt der TVP als Abstiegskandidat. Stattdessen erreichte die Mannschaft mit dem neuen Spielertrainer Daniel Brack einen guten Mittelfeldplatz. Im vergangenen Sommer gab es dann eine normale Vorbereitung und es war zu erwarten, dass die Mannschaft weiter oben mitspielen kann. Tat sie dann auch, und zwar sehr weit oben: Am Ende sprang Platz zwei, die Aufstiegsrelegation und der Aufstieg in die BWOL auf den letzten Drücker heraus. Stark. Alexis Gula nominiere ich mit, weil er gemeinsam mit Brack wirklich als Duo funktioniert. Nicht wenige waren skeptisch, ob das klappen würde: Chef Brack auf dem Spielfeld, Co. Gula auf der Bank. Es klappte, auch weil Brack Gula während der Spiele machen ließ. Die beiden ergänzen sich gut, die Mannschaft profitiert davon. Spannend wird zu beobachten sein, wie die Zusammenarbeit in der kommenden Saison aussehen wird, denn Brack beendet seine aktive Karriere und wird selbst auf der Plochinger Bank sitzen, mit Gula neben sich.

Lars Schwend

Lars Schwend vom TSV Wolfschlugen.
Lars Schwend vom TSV Wolfschlugen.

Die Württembergliga-Meisterschaft und der Aufstieg in die vierthöchste deutsche Spielklasse sind Lars Schwends Meisterstück. Kontinuierlich hat er die Mannschaft in den vergangenen drei Jahren – und manche Spieler schon länger – so geformt, dass sich jetzt alle sicher sind: Der TSV Wolfschlugen ist der würdige Aufsteiger. Schwends fachliche Kompetenz ist unbestritten, schließlich ist er im Hauptberuf mittlerweile Lehrwart beim DHB. Aber er hat sie auch auf das Spielfeld gebracht. Rückschläge, wie durch die vielen Verletzungen in der Saison davor, haben die Mannschaft nur noch stärker gemacht. Auch Schwend hat seine Schlüsse gezogen und das Team noch besser aufgestellt. Die Wolfschlugener spielen einen top Abwehr- und Tempo-Handball. Die Chance ist groß, dass Schwends Weg mit der Mannschaft noch lange nicht zu Ende ist, auch nicht in der BWOL.

Mike Wolz

Mike Wolz vom TSV Deizisau.
Mike Wolz vom TSV Deizisau.

Vor einem Jahr ließ sich Mike Wolz für die Württembergliga-Meisterschaft und den Aufstieg in die BWOL feiern. Wie sich die Mannschaft des TSV Deizisau anschließend unter ihm in der neuen Liga präsentiert hat, ist fast noch höher zu bewerten. Mit wenigen Zugängen und trotz verpatztem Auftakt beim Mitaufsteiger TSB Schwäbisch Gmünd schwebte die Mannschaft praktisch nie in Abstiegsgefahr und schloss die Saison auf Platz acht ab. Respekt. Nicht umsonst sind die Deizisauer damit ein Vorbild für die Wolfschlugener, die nach ihrem Aufstieg gerne eine ähnlich souveräne Saison spielen würden. Wolz führt die Mannschaft mit viel Ruhe, viel Akribie und viel Ehrgeiz. Sein Ansatz, jeden einzelnen Spieler und das gesamte Kollektiv besser machen zu wollen, ist voll aufgegangen. Deizisau ist unter Wolz wieder die klare Nummer zwei im EZ-Land – und fordert in der kommenden Runde Drittliga-Absteiger TSV Neuhausen wieder zum Liga-Duell.

So, jetzt seid ihr dran. Ich bin sehr gespannt, wen wir zum Trainer der Saison im EZ-Land krönen dürfen.


Der TVP packt das

Marcel Ludwig steht bei den Plochingern sonst nicht so im Rampenlicht, gestern machte er ein richtig starkes Spiel. Foto: Rudel
Marcel Ludwig steht bei den Plochingern sonst nicht so im Rampenlicht, gestern machte er ein richtig starkes Spiel. Foto: Rudel

Eigentlich wollte ich gestern Abend noch ein paar Zeilen loswerden von meinen Eindrücken vom Relegationsspiel des TV Plochingen gegen die SG Muggensturm/Kuppenheim. Doch dann kam mir so ein schimpfender VfB-Trainer dazwischen. Es war dann recht spät, bis ich überhaupt meinen Plochingen-Text für die heutige EZ-Ausgabe (Seite 17) schreiben konnte – und irgendwann nach über elf Stunden im Einsatz für Blatt und Leser ist dann auch mal genug.

Es hat aber wirklich Spaß gemacht in Plochingen. Die TVP-Mannschaft hat sich präsentiert wie ein Aufsteiger. 39:23 in einem Relegationsspiel ist eine Ansage. Zwar war Muggensturm/Kuppenheim auch ein bisschen Opfer des Systems, weil die Mannschaft das erste Spiel beim Einmal-Jeder-gegen-Jeden gegen den TSV Viernheim schon klar verloren hatte. Aber auch sonst, bin ich mir sicher, hätte der TVP das Spiel souverän gewonnen.

Danach haben mir die Ohren geklingelt wie nach einem Disco-Besuch – 800 Leute in der kleinen Halle, super Stimmung, viel Krach.

Was das dritte Spiel der Serie betrifft, sind nun die Plochinger ein bisschen im Nachteil: Sie treten am Sonntag (17 Uhr) in Viernheim an und hatten zudem eine kürzere Pause als der Konkurrent. Der grundsätzliche Nachteil, dass der TVP eine Runde mehr zu durchlaufen hatte als die badischen Vertreter, könnte dagegen ein Vorteil sein: Klar durchgesetzt gegen die SG Bottwartal, das stärkt das Selbstvertrauen.

An Unterstützung aus der Heimat wird es auch nicht mangeln – gestern mussten die Plochinger einen dritten Bus organisieren, an die 200 TVP-Fans werden am Sonntag in der Viernheimer Rudolf-Harbig-Halle sein.

Treffen in der Pause: Daniel (links) und Rolf Brack.
Treffen in der Pause: Daniel (links) und Rolf Brack.

Ich hab nach dem Spiel natürlich mit Plochingens Spielertrainer Daniel Brack geredet – und in der Pause kurz mit Papa Rolf –, der natürlich warnend den Finger hebt. Interessant war aber auch das Gespräch mit Gästetrainer Kalman Fenyö. Immerhin hat er mit seiner Mannschaft jetzt gegen Viernheim und Plochingen gespielt. Dass die SG gegen den TVP deutlich höher verloren hat (16 statt 7), ist für ihn kein allzu deutliches Indiz. „Ich sehe die Viernheimer leicht im Vorteil, weil sie Heimrecht haben. Ansonsten ist die Stärke der Teams vergleichbar“, sagt Fenyö – steht heute so auch in der EZ.

Jetzt kenne ich die Viernheimer nicht, aber ich kann sagen, dass die Plochinger zurzeit in einer wirklich guten Verfassung sind. Die üblichen Verdächtigen haben gestern ihre Tore gemacht – aber auch die anderen. Jeder Feldspieler hat mindestens einen Treffer erzielt, gleich fünf kamen auf vier Tore, dazu Brack in seinem vorletzten Spiel als aktiver Handballer mit 10/3.

Noch ein Spiel, dann ist die Handball-Saison im EZ-Land endgültig rum. Und die Chance steht gut, dass wir danach vier Mannschaften in der BWOL haben: Neuhausen, Deizisau, Wolfschlugen und Plochingen. Das wäre dann die neue EZ-Land-Liga. Aber erstmal müssen die Plochinger noch einmal überzeugen. Der TVP packt das. Ich glaube dran.


Aufsteiger, Absteiger, Drinbleiber

Stimmt: Der TSV Wolfschlugen mit Fabian Sokele (hinten) hat den Aufstieg geschafft. Fotos: Rudel
Stimmt: Der TSV Wolfschlugen mit Fabian Sokele (hinten) hat den Aufstieg geschafft. Fotos: Rudel

Die Handball-Saison ist fast beendet. Die HSG Ostfildern hat mit dem Erfolg in der Abstiegsrelegation der Württembergliga ihr Saisonziel Klassenverbleib gerade so geschafft. Jetzt steht nur noch der Abschluss der Aufstiegsrelegation an, in der der TV Plochingen nach überstandener erster Runde in dieser Woche noch zwei Spiele hat.

Egal, wie das ausgeht, kann man jetzt schon sagen, dass die Plochinger besser abgeschnitten haben als ich es vor der Saison in meiner alljährlichen Saisonprognose hier am Kreis vermutet habe. Und wie auch alljährlich will ich dann mal Bilanz ziehen. Insgesamt muss ich erkennen, dass ich zwar unterm Strich nicht so schlecht, in einigen Fällen aber gehörig daneben liege.

Stimmt nicht: Das Team Esslingen zunächst mit Thomas Freiwald (links) und dann Vasile Oprea steigt nicht auf, sondern ab.
Stimmt nicht: Das Team Esslingen zunächst mit Thomas Freiwald (links) und dann Vasile Oprea steigt nicht auf, sondern ab.

Knapp daneben und doch richtig vorbei liege ich bei unserem Ex-Drittligisten TSV Neuhausen. Ich habe den MadDogs nach dem x-ten Wiederaufstieg eine schwere Saison vorausgesagt, ihnen aber – ganz Optimist – knapp den Klassenverbleib zugetraut. War nix, am Ende mit satten zehn Punkten Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz ging es wieder runter in die BWOL.

Dort gibt es in der kommenden Saison wieder das ewig junge Duell zwischen Neuhausen und dem TSV Deizisau. Den Deizisauern habe ich nach dem Aufstieg in die BWOL zwar auch den Klassenverbleib zugetraut. Aber dass sie es „mindestens genauso schwer“ wie die Neuhausener haben würden, ist so nicht eingetroffen. So richtig gefährdet waren die Deizisauer eigentlich nie, Platz neun mit dem ausgeglichenen Punktestand von 30:30 verdient frei nach Jogi högschten Reschpekt!

Deizisau und Neuhausen bekommen es in der BWOL auch mit dem TSV Wolfschlugen zu tun, der sich über einige Jahre langsam in diese Liga gearbeitet hat. Hier habe ich mit meiner Prognose einen Volltreffer gelandet, was allerding auch nicht soo mutig war. Meisterschaft, Aufstieg – passt.

Vielleicht kommen ja noch die Plochinger dazu, die aber wie schon erwähnt auf jeden Fall besser abgeschnitten haben als „spielt ebenfalls lange mit, am Ende macht sich aber der dünnere Kader bemerkbar und alle sind mit Platz drei oder vier zufrieden“. Vielleicht wären sie das beim TVP auch gewesen – gegen Rang zwei und die Aufstiegsrelegation hat sich dann aber niemand gewehrt – viel Glück jetzt in den letzten beiden Entscheidungsspielen, kann ich nur sagen.

In der kommenden Saison bleiben von den EZ-Land-Teams der TV Reichenbach und Ostfildern in der WL übrig. Die Reichenbacher dürften im Jahr eins nach Daniel Mayr und mit Daniel Hebisch mit Platz elf nicht ganz zufrieden sein. Aber die Mannschaft hatte wirklich mit viel Verletzungspech zu kämpfen – und ist zumindest nicht in den Abstiegsstrudel geraten, wie es auch leicht mal passieren kann. Also, alles gut gegangen, kommende Saison besser machen.

Und Ofi? Mir wurde ja zwischenzeitlich offenbar schon übel genommen, dass ich die HSG so gut wie abgeschrieben habe. Aber ehrlich gesagt, habe ich lange nicht kapiert, dass der Vorletzte in die Relegation darf. Und sind wir ehrlich: Unbedingt üblich ist es auch nicht, dass ein Aufsteiger mit am Ende 11:41 Punkten auf diesem Platz noch eine Chance bekommt. Aber immerhin, die Mannschaft hat diese Chance genutzt und sich in der Relegation gegen die TSF Ditzingen durchgesetzt. Und nicht, dass mich jemand falsch versteht: Natürlich freue ich mich für die HSG. Hier gilt dann der gleiche Satz wie bei den Reichenbachern.

Ich bin morgen übrigens mit Ostfilderns Trainer Michael Schwöbel verabredet und mache ein Interview für die Mittwochausgabe der EZ.

Nochmal zurück zur BWOL, der der Frauen: Da hat es die HSG Deizisau/Denkendorf wie von mir vermutet geschafft, sich unter dem neuen Trainer Veit Wager weiter in der Liga zu etablieren. Es lief zwar nicht immer alles ganz rund, Platz fünf mit 31:21 Punkten ist aber mehr als okay.

Das kann man von den Frauen des HC Wernau leider nicht sagen. Der Aufwärtstrend ist erstmal vorbei, der personelle Umbruch wurde mit dem Abstieg bezahlt. Von einem „Jahr der Konsolidierung“ habe ich geschrieben. Im Moment kann ich nicht einschätzen, wie groß die Chance ist, dass es in der nächsten Saison wieder hoch geht.

Eins drunter habe ich vermutet, dass es für die Frauen des TSV Wolfschlugen für den Aufstieg „nicht ganz reichen“ wird. So war es auch: Platz zwei mit am Ende reichlich Sicherheitsabstand zum Meister TuS Metzingen II.

Aufsteiger HSG Deizisau/Denkendorf II habe ich, wie viele andere auch, nicht allzu viel zugetraut. Dann hat das Team eine echt komische Saison gespielt: Lange sah es danach aus, dass es doch mit dem Klassenverbleib klappen könnte, dann aber ging es doch wieder nach unten auf den letzten Platz mit dem Gang zurück in die Landesliga. Schütteln und weitermachen heißt es jetzt.

Damit kommen wir schon zur Landesliga der Männer – und meinem größten Klops. Aber mal ehrlich, wer hätte gedacht, dass das Team Esslingen, das vor einem Jahr noch knapp gegen Ostfildern am Aufstieg in die WL gescheitert ist, in die Bezirksliga absteigen würde? Ich habe dem Team sogar zugetraut, es diesmal zu schaffen. Also aufzusteigen. War nix, sowas von nix.

Beim HC Wernau habe ich mich um eine Einschätzung gedrückt – am Ende Platz sieben mit 23:29 Punkten. Versetzt, alles gut.

So, jetzt noch eine knappe Woche mit dem TV Plochingen mitfiebern. Dann kommt hier noch die Wahl zum Trainer der Saison im EZ-Land!


Gute Ausgangslage

Am vergangenen Wochenende war unser Robin Rudel in Scharnhausen und hat die HSG Ostfildern mit Heiko Kuhnhäuser (links) abgelichtet. Heute ist er mit Schreiberin Steffi Gauch-Dörre in Plochingen.
Am vergangenen Wochenende war unser Robin Rudel in Scharnhausen und hat die HSG Ostfildern mit Heiko Kuhnhäuser (links) abgelichtet. Heute ist er mit Schreiberin Steffi Gauch-Dörre in Plochingen.

„Gute Ausgangslage für Plochingen und Ostfildern“, steht morgen in großen Lettern auf Seite 20 der EZ. Ich kann nur sagen: Das haben sie sich verdient! Es ist ein echtes Showdown-Wochenende in der Württembergliga. Und irgendwie schon komisch, dass das Rückspiel um die württembergische Meisterschaft zwischen dem TSV Wolfschlugen und dem TSV Schmiden noch die geringste Bedeutung hat.

Großer Titel – kleine Wirkung, kann man sagen. Denn für die beiden Teams – Wolfschlugen hat das Hinspiel knapp mit 30:32 verloren – geht es nur noch um die Ehre, sie treffen sich auf jeden Fall in der kommenden Saison in der BWOL wieder.

Für Plochingen und Ostfildern geht es aber so richtig um was. Wobei die Ostfilderner mit einem Erfolg heute in Ditzingen schon durch und damit weiter in der WL dabei wären. Drei Tore Vorsprung sind vor einem Auswärtsspiel nicht viel, aber auch nicht nichts. Nerven bewahren heißt es da.

Die Ostfilderner bekommen übrigens Schützenhilfe vom TSV Deizisau: Weil ihre HSG-Kollegin Maresa Ortlieb im Urlaub ist, hilft Deizisaus Physio Stefanie Roller heute aus. Das nenne ich ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis! „Es ist echt super, dass sie aushilft“, freut sich Trainer Michael Schwöbel.

Wenn heute ihr Zweitore-Vorsprung aus dem Hinspiel in Bottwartal reicht, müssen die Plochinger noch gegen die Vertreter aus Baden und Südbaden ran, die an diesem Wochenende bereits aufeinandertreffen. Am kommenden Donnerstag (schon um 17 Uhr) geht es in Plochingen gegen die SG Muggensturm/Kuppenheim, zwei Tage später fällt dann in Viernheim die endgültige Entscheidung, ob der TVP mit Wolfschlugen in die BWOL rauf darf – falls Muggensturm/Kuppenheim in Plochingen nicht schon den zweiten Sieg in dem Dreierturnier einfährt, was wir aus EZ-Land-Sicht natürlich nicht hoffen wollen.

Sodele, genug der Worte, jetzt liegt die Wahrheit auf . . . ihr wisst schon.


Auf dem besten Weg

Und, geht er rein? Ostfilderns Andreas Dunz wirft auf das Ditzinger Tor. Foto: Rudel
Und, geht er rein? Ostfilderns Andreas Dunz wirft auf das Ditzinger Tor. Foto: Rudel

Die Handball-Saison befindet sich nicht nur auf der Zielgeraden, sondern dort auf den allerletzten Metern. Die meisten Mannschaften sind schon im Ziel – auch wenn nicht alle ihre Ziele erreicht haben. Die Abstiege des TSV Neuhausen, des Team Esslingen und der Frauen des HC Wernau und der HSG Deizisau/Denkendorf II sind aus EZ-Land-Sicht nicht gerade eine prickelnde Bilanz. Aber es gibt ja auch gute Aussichten.

Der TSV Wolfschlugen hat seinen Aufstieg schon geschafft, die Frauen des TV Reichenbach auch, Clubs wie die BWOL-Drinbleiber des TSV Deizisau dürften zufrieden sein.

Und: In der Württembergliga ist die HSG Ostfildern auf dem besten Weg, die Liste der Absteiger nicht zu ergänzen, der TV Plochingen hat einen großen Schritt gemacht, die der Aufsteiger um eine Mannschaft zu verlängern.

Die Plochinger haben im Hinspiel der Aufstiegsrelegation gegen die SG Bottwartal – zudem auswärts – mit ihrem 35:33 ebenso überzeugend vorgelegt wie Ostfildern in der Abstiegsrelegation mit dem 26:23 gegen die TSF Ditzingen. Dass der TVP einen Schritt weniger gemacht hat, liegt am Prozedere: Die Chance, das im Rückspiel gegen Bottwartal klarzumachen, ist groß. Aber dann folgt ja noch der Dreiergipfel gegen die Zweiten aus Baden und Südbaden. Komisch ist dabei, dass die Württemberger erst einen Kandidaten ermitteln müssen, die Badener aber gleich in der Endrunde sind. Ich drücke den Plochingern jedenfalls die Daumen. Und wenn sie sich gegen Bottwartal durchsetzen, treten sie mit viel Selbstvertrauen gegen die Badener an.

Ja, ich weiß, Ostfildern hatte ich schon fast abgeschrieben. Und die Mannschaft hat ja auch das Glück, dass in der Südstaffel der Württembergliga der Zweitletzte in die Relegation darf und nicht der Drittletzte wie im Norden. Ich wünsche der HSG natürlich sehr, dass sie den Klassenverbleib schafft. Zu hoffen ist dann, dass die Mannschaft die Erfahrung der Saison nach dem Aufstieg mitnimmt und sich für die kommende noch ein bisschen verstärken kann. Denn sonst fängt das Zittern von vorne an. Aber so weit ist es noch nicht.

Sollte es auf Erfolge der Plochinger und der Ostfilderner herauslaufen, gibt das übrigens auch einen Hinweis in der alten Frage, ob denn nun die Süd-oder die Nordstaffel der WL die stärkere ist. Aber das ist auf den letzten Metern der Handball-Saison wahrlich nicht die alles entscheidende Frage.

Hier folgen in den kommenden zwei Wochen noch die Auflösung meiner Saisonprognose und vor allem die Wahl zum Trainer der Saison im EZ-Land. Macht euch schonmal darauf gefasst.


TVP – Jetzt fehlt noch die Krönung

Da muss der Ball hin, sagt der Blick von Plochingens Johannes Hablitzel. Die Saison für den TVP geht in die Verlängerung. Foto: Rudel
Da muss der Ball hin, sagt der Blick von Plochingens Johannes Hablitzel. Die Saison für den TVP geht in die Verlängerung. Foto: Rudel

Jetzt haben sie es also geschafft – ganz geschafft haben sie es aber noch nicht. Der TV Plochingen hat die Württembergliga durch den souveränen 26:21-Sieg gegen den TV Gerhausen als Zweiter hinter dem verdienten Meister TSV Wolfschlugen abgeschlossen. Um eine gute Saison zu krönen, fehlt jetzt „nur“ noch ein Erfolg in der Aufstiegsrelegation. „Nur“ in Anführungszeichen, denn das wird schwer genug.

Die Relegationstermine habe ich mittlerweile auch, zunächst geht es gegen den Nord-Zweiten mit dem hier wohl bekannten Spielertrainer Dennis Saur. Voila:

Sa., 2. Mai (20 Uhr): SG Bottwartal – TV Plochingen
Sa., 9. Mai (20 Uhr): TV Plochingen – SG Bottwartal

Do., 14. Mai: Sieger Plochingen/Bottwartal – Südbaden
Sa./So., 16./17. Mai: Baden – Sieger Plochingen/Bottwartal

Klar, dass es die Plochinger jetzt wissen wollen. Man kann aber jetzt schon feststellen, dass die Mannschaft von Daniel Brack und Alexis Gula eine sehr gute Saison gespielt hat. Der Aufstieg war nicht unbedingt das Ziel („oberes Mittelfeld“ hieß es offiziell), deshalb wäre es auch kein Drama, wenn es jetzt nicht klappt. Ich hatte den TVP in meiner Saisonprognose am Schluss auf Platz drei oder vier gesehen. So täusche ich mich gerne. Komplett aufgelöst wird die Prognose von mir, wenn alles rum ist.

Dann, oder kurz davor oder kurz danach (weiß ich noch nicht genau), gibt es hier dann auch wieder die Wahl zum Trainer der Saison im EZ-Land.

Schade wäre es aber schon, wenn die Plochinger in der Relegation scheitern würden. Klappt es nicht, haben wir dann aber zumindest in der kommenden WL-Saison einen Top-Favoriten, wenn auch ohne Brack auf dem Spielfeld. Aber man stelle sich vor: Neuhausen, Deizisau, Wolfschlugen und Plochingen in der BWOL – das wäre dann definitiv die neue EZ-Land-Liga.

Jetzt ist das die Württembergliga. Und da war es eine richtig spannende Saison – die ja nicht nur für die Plochinger, sondern auch für die Ostfilderner noch weitergeht. Drei „unserer“ vier Mannschaften waren und sind am Ende an Entscheidungen beteiligt: Wolfschlugen Meister und Aufsteiger, Plochingen Aufstiegsrelegation, Ostfildern Abstiegsrelegation. Lediglich der TV Reichenbach befindet sich im Mittelfeld. Am Ende aber auf Rang elf am unteren Rand, womit die Saison insgesamt als enttäuschend bezeichnet werden muss – auch wenn der worst case ausgeblieben ist. Durchschnaufen und in der kommenden Saison weitermachen heißt es für das Team von Cheftrainerneuling Daniel Hebisch.

Es ist noch eine weitere Entscheidung gefallen. Bei den Württembergliga-Frauen der HSG Deizisau/Denkendorf II ist es ein bisschen komisch gelaufen: Vor der Saison hat dem Team kaum jemand den Klassenverbleib zugetraut, dann hat es sich überraschend gut geschlagen – und am Ende hat es die HSGDD II dann doch noch erwischt. Zurück in die Landesliga. Von dort kommen ja dafür die Frauen des TV Reichenbach hoch.

Noch nicht ganz fix ist es eins höher für den HC Wernau. Aber nach der Niederlage gegen Birkenau ist das Team kaum noch zu retten. Der Höhenflug der HCW-Frauen ist jedenfalls gestoppt: Neustart in der Württembergliga.

Noch ein paar Worte zu Neuhausen: Die heutige Unterzeile und Bildunterschrift in der EZ, nach der sich der Absteiger mit einem Sieg aus der 3. Liga verabschiedet, sind natürlich nicht korrekt. Zwei Spiele stehen noch an, am Abstieg ändert das aber nichts. Am Samstag war ja die Geschichte meiner Kollegin Steffi Gauch-Dörre im Blatt, mit der sie die Saison aufgearbeitet hat. Mich hat dabei ein bisschen gewundert, wie gelassen sie in Neuhausen mit der Situation umgehen. Nicht am Trainer rumzusägen, finde ich sehr angenehm. Aber, vielleicht liege ich da ja auch falsch, mir hat da insgesamt so ein bisschen das Feuer gefehlt. Klar ist aber auch: Die 3.Liga wird immer professioneller (und teurer), das Niveau steigt, da wird es für einen Verein wie den TSV Neuhausen immer schwerer.

Aber die MadDogs haben ja mehr als einmal bewiesen, dass sie ganz schnell wieder aufsteigen können. Ich hätte die Mannschaft wie wohl alle im EZ-Land gerne weiterhin in der dritthöchsten Spielklasse gesehen. Aber auf die BWOL dürfen wir uns in der kommenden Saison auf jeden Fall freuen. Mit Neuhausen, mit Deizisau, mit Wolfschlugen (da freut man sich schon auf den Fußmarsch zur Egelseehalle!). Und vielleicht mit Plochingen.


Nummer 10

Da hat er es noch an: Das Trikot dieses Herrn wird gesucht. Foto: Rudel
Da hat er es noch an: Das Trikot dieses Herrn wird gesucht. Foto: Rudel

Heute ist meine Geschichte über die Wolfschlugener Meistermannschaft in der EZ (Seite 17). Hat Spaß gemacht, mit den Beteiligen zu reden. Ich glaube, die Wolfschlugener sind auf einem guten Weg.
Online ist das ja hinter der Bezahlschranke – aber ihr habt die EZ ja bestimmt alle zu Hause 🙂 .

Auf unserer ersten Lokalseite 7 sind die Wolfschlugener heute auch vertreten, denn ich konnte mir eine Glosse nicht verkneifen. Seit einiger Zeit haben wir ja jeden Tag ein „Aufgespiesst“ auf dieser Seite (außer, es gibt einen Kommentar). Nachdem ich da schon über Mutscheln, Musikhören oder zugfahrende Hunde geschrieben habe – warum nicht auch mal ein Sport-Thema?

Falls es jemand verpasst hat, das Textle hier nochmal in voller Länge. Übrigens, ist das Trikot mittlerweile eigentlich aufgetaucht?

AUFGESPIESST

Von
Sigor
Paesler

Nummer 10

Wenn Fußball-Profis nach dem Spiel vom Feld traben, haben sie häufig – und meistens verkehrt rum – ein Leibchen an, das sie nicht selbst, sondern ein geschätzter Gegenspieler verschwitzt hat. Der Trikottausch hat eine lange Tradition. Die eigene Arbeitskleidung trägt mittlerweile ein Spieler des anderen Vereins auf dem Weg zur Dusche – oder hält manchmal auch ein glücklicher Fan auf dem Heimweg in der S-Bahn fest umschlungen.
Im Amateursport ist das etwas anders. Da wird das Trikot eines Spielers, sagen wir mal eines Handballers in der Württembergliga, weit weniger geschätzt. Aber es gibt Ausnahmen. Zum Beispiel dann, wenn eine Mannschaft die Meisterschaft errungen hat. Nur, dass so ein Verein, sagen wir mal der TSV Wolfschlugen, in so einem Fall nicht einfach neue Hemdchen aus dem Schrank holen kann.
Und so kam es nach der feucht-fröhlichen Aufstiegsfeier der Wolfschlugener Handballer am vergangenen Samstag zu folgendem Facebook-Eintrag: „Wir alle wissen, dass Meister-Trikots begehrt sind, aber falls jemand das rote Kempa-Trikot mit der Nr. 10 von Robin Habermeier gesehen hat oder in aller Feierlaune versehentlich das Trikot mitgenommen hat, dann gebt uns bitte Bescheid. Immerhin benötigt er es noch für zwei weitere Spiele.“
Nicht, dass der gute Robin Habermeier am Ende noch in den beiden (für den Aufstieg bedeutungslosen) Spielen um die württembergische Meisterschaft mit dem Leibchen irgendeines Fußball-Profis auflaufen muss, das noch jemand zu Hause im Schrank – oder an der Wand – hängen hat. Seit Jahren ungewaschen, versteht sich.


Wochenende der Entscheidungen

Für die meisten Handballer im EZ-Land steht noch ein Saisonspiel an, für wenige sind es noch ein paar mehr. Wichtige Entscheidungen sind aber am abgelaufenen Wochenende schon gefallen. Allen voran die Meisterschaft des TSV Wolfschlugen in der Württembergliga – von der wohl auch die Konkurrenten sagen, dass sie sehr verdient ist. Ich habe heute schon ein bisschen telefoniert und werde für die Mittwochausgabe der EZ eine größere Jubelgeschichte machen, daher weiß ich, dass auch Glückwünsche vom Zweiten TV Plochingen kamen.

Weniger schöne Gewissheit gab es für Drittligist TSV Neuhausen und Landesligist Team Esslingen – beide Mannschaften müssen runter. Pikant in Sachen Team ist, dass Schon-Trainer Vasile Oprea auch mit seinem Noch-Club TSV Owen (in die Bezirksklasse) abgestiegen ist.

Wir haben die Entscheidungen heute vermeldet – dazu steht ja auch noch fest, dass Württembergligist HSG Ostfildern sicher in der Abstiegsrelegation antritt – und werden im Laufe der Woche die Hintergründe journalistisch aufarbeiten. Neben der Mittwoch- darf ich euch dazu vor allem die Samstag-Ausgabe ans Herz legen.

So, zu mehr komme ich heute nicht. Falls ihr aus Wolfschlugen seid: Erholt euch vom Feiern!


Gratulation Frank Ziehfreund

Bei Frank Ziehfreund läuft's. Fotos: Rudel
Bei Frank Ziehfreund läuft’s. Fotos: Rudel

Morgen kann sich Frank Ziehfreund vielleicht revanchieren. Denn Lars Schwend, Trainerkollege vom TSV Wolfschlugen, war einer der Ersten, die Ziehfreund zur vorzeitigen Meisterschaft mit der SG Leonberg/Eltingen gratuliert hat. Der frühere Coach des Team Esslingen und des HC Wernau wird mit der SG in der kommenden Saison in der Württembergliga antreten. Allerdings vermutlich nicht in „unserer“ Süd-, sondern in der Nordstaffel.

Eines ist klar: Sollten Schwends Wolfschlugener morgen in Blaustein den Aufstieg in die BWOL klar machen, wird Ziehfreund einer der ersten Gratulanten sein. Ansonsten ist der Esslinger Ziehfreund in der Handball-Region nicht mehr so sehr präsent. Mit seinen Leonbergern ist er mehr in der Region Heilbronn unterwegs. Und er hat handballerisch bei der SG sein Glück gefunden. Nicht nur wegen des Aufstiegs. „Ich fühle mich sehr wohl. Das Gute ist, dass die sportliche Leitung zu 100 Prozent hinter mir steht. Es sind viele vernünftige Leute da. Da kann man ruhig und konzentriert arbeiten“, erklärt er.

Ziehfreund heuerte in Leonberg von knapp drei Jahren an, als die SG gerade aus der Württembergliga abgestiegen war. In der ersten Saison scheiterte die Mannschaft in der Relegation, in der zweiten wurde sie Dritter, jetzt hat es geklappt. Durch den 39:22-Sieg gegen die Neckarsulmer SU II hat die Mannschaft den Aufstieg schon am drittletzten Spieltag perfekt gemacht. Dass Haupt-Konkurrent TSV Alfdorf patzte, machte keinen Unterschied mehr.

Der König von Esslingen - so feierte Frank Ziehfreund einstmals einen Aufstieg mit dem Team.
Der König von Esslingen – so feierte Frank Ziehfreund einstmals einen Aufstieg mit dem Team.

Es ist nicht Ziehfreunds erster Aufstieg. Mit dem Team hat er es zwei Mal, mit dem HCW ein Mal geschafft. „Jeder Aufstieg hat seine Bedeutung gehabt. Dass Besondere an diesem ist, dass ich die heimischen Gefilde verlassen und woanders etwas bewegt habe“, sagt er.

Ganz ohne Unterstützung aus dem EZ-Land ist er in Leonberg allerdings nicht. Die Spieler Dominik Merkle (Wolfschlugen und Esslingen) und Denny Spiller (Plochingen) haben den Wechsel die paar Kilometer auf der A8 nach Westen mitgemacht. Für die kommende Saison hat Ziehfreund bereits seinen früheren Wernauer Spieler Ladislav Goga verpflichtet, der zurzeit in Waiblingen spielt, wo bis vor kurzem ja Ziehfreunds früherer Wernauer Trainerkollege Michael Abele tätig war.

Als Plus der Leonberger Handballer bezeichnet Ziehfreund das, was oft das Plus ist, wenn eine Mannschaft den Aufstieg schafft: „Wir sind während der Runde zu einer richtig guten Mannschaft geworden, haben einfach eine gute Mischung, spielen eine gute Abwehr und haben erfolgreich einige Spieler aus der A-Jugend integriert.“ Und der Trainer war wahrscheinlich auch nicht der schlechteste. Entsprechend „optimistisch gehen wir die Württembergliga an“, sagt er.

Frank Ziehfreund hat bei der SG richtig Spaß, das merkt man. In der Nacht von Samstag auf Sonntag hatte die ganze Mannschaft Spaß. Wurde gefeiert? „Kennsch ja die Handballer“, sagt Ziehfreund nur und lacht. Die große, organisierte Sause folgt dann noch nach dem letzten Spiel am 25. April gegen die Alfdorfer, die dann nur brav gratulieren dürfen.

Tu ich hier auch.