Die Handball-Frauen der HSG Deizisau/Denkendorf haben ihren allerersten Sieg in der BAWÜ-Oberliga geschafft und damit in der Tabelle ein Sätzle auf Platz zehn und einen kleinen Schritt in Richtung Klassenverbleib gemacht. 26:25 gegen die HSG Mannheim, ein hartes Stück Arbeit. Aber ein bisschen ein dummes Gefühl hatten sie dabei doch. Denn es war der erste Auftritt nach dem Rücktritt von Trainer Sinisa Mitranic. „Es ist natürlich blöd für ihn, dass wir ausgerechnet jetzt unser erstes Heimspiel gewinnen“, hat Torhüterin Betina Schenker erzählt, die nach den Spielen immer in der EZ-Redaktion anruft. Ich hab zwar noch Urlaub und war deshalb heute auch nicht im Büro, aber ich hab vom heimischen PC, an dem ich jetzt sitze, mal im System auf die Seite für morgen gespickelt.
Ich weiß nicht, ob es blöd für Mitranic ist. Und gibt es überhaupt blöde Siege? Denn immerhin ist der Aufstieg der HSG-Frauen auch sein Werk und er wird dem Team mit Sicherheit jeden Sieg und den Klassenverbleib gönnen, ja wünschen. Und offensichtlich auch seinem (Interims?-) Nachfolger Horst Fritz, wie man seinen Aussagen in der Samstag-EZ entnehmen kann. Über die genauen (Hinter-) Gründe seines Rücktritts „aus persönlichen Gründen“ kann ich nicht viel sagen, dazu fehlen mir die Einblicke. Ich kann nur sagen, dass ich mich über den Zeitpunkt wundere, den Mitranic selbst als gut bezeichnet. Eigentlich wollte er ja schon gar nicht mehr Trainer in DD sein. Er brauche eine Pause, hatte er Anfang des Jahres gesagt und seinen Abschied angekündigt. Klar, der Mann ist schon lange im Geschäft, da kann man das nachvollziehen. Aber weil er keinen geeigneten Nachfolger sah und weil die Spielerinnen ihn bearbeitet haben, hat er weitergemacht. Jetzt aber macht er Schluss und deutet an, dass ihm die „Rahmen- und Trainingsbedingungen“ nicht passen. Die kannte er aber doch, oder haben sie sich geändert? Auch hält er Fritz für einen geeigneten Nachfolger, war er das vor einem halben Jahr noch nicht?
Wie gesagt, ich war die letzten Tage nicht in der Redaktion und habe mit keinem der Beteiligten gesprochen. Vielleicht kann man in den kommenden Tagen ja doch noch ein bisschen Licht ins Dunkel bringen. Das wäre auch wünschenswert, damit nichts Blödes zurückbleibt, was den zweifellos sehr guten Ruf von Sinisa Mitranic beschädigt. Ob Fritz zur Dauerlösung wird, hängt vor allem von den Ergebnissen ab. So ist das im Sport. Und da war der Einstand ja gut. Auf alle Fälle wünsche ich den HSG-Frauen, dass es aufwärts geht und sie sich in der Liga halten. Bei jetzt 5:11 Punkten ist noch viel zu tun. Aber dass es schwer werden würde, war ihnen – und Trainer Mitranic – von vornherein klar.
Noch ein Blick zu den Männern in die Württembergliga. Hab ich am Anfang der Saison gesagt, der TSV Deizisau würde um den Aufstieg mitspielen und der TSV Wolfschlugen vorne, aber nicht ganz vorne landen? Hab ich. Jetzt sind sieben Spiele gespielt. Und wer ist nach einem 33:23-Sieg im schönen Schönbuch mit 13:1 Punkten vorne: Wolfschlugen. Langsam, von ein paar kleinen Rückschlägen begleitet, ist da in den vergangenen Jahren etwas herangereift. Bin mal gespannt, wie lange die Mannschaft von Neu-Trainer Lars Schwend oben mitmischt. Wir sind ja neutral, deshalb freuen wir uns über jedes Team aus dem EZ-Land, das den Aufstieg schafft. Ich weiß, das ist jetzt noch zu früh.
Gerne wäre ich am Samstag in Plochingen dabei gewesen, wo vier ehemalige Plochinger mit Reichenbach (wo sie vor Plochingen allerdings schon mal gespielt haben) angetreten sind – und deutlich mit 21:27 verloren haben. Es muss eine gute Stimmung mit 600 Leuten in der Halle gewesen sein, wie mein Kollege Claus Hintennach in der morgigen EZ-Ausgabe berichtet. So macht Handball Spaß und so hat es offensichtlich allen Spaß gemacht, auch den unterlegenen Reichenbachern. Zumal sie mit jetzt 5:11 Punkten nach dem Marsch durch die Landesliga wie erwartet eher unten stehen, wogegen die Plochinger mit der gleichen Punktzahl (beide Teams haben ein Spiel mehr als Wolfschlugen absolviert) trotz der mäßigen vergangenen Runde eher überraschend in diesen Sphären schweben. Aber der TVP hatte ein schweres Auftaktprogramm und wird von dem Derbysieg bestimmt noch einiges mitnehmen.
So, hat nach einer freien Woche Spaß gemacht, mich am Kreis wieder dem Sportgeschehen im EZ-Land zu nähern. Gute Woche allen.



