Veronika Goldammer war im Stress am Wochenende. Aber sie hat es genossen, das hat man gemerkt. Als sie gestern am Spätnachmittag dann noch mal in der EZ-Redaktion angerufen hat, war sie ganz schön heißer. Und happy. Als Trainerin hat sie mit den Frauen des TV Nellingen II am Samstag vorzeitig den Aufstieg in die 3. Liga geschafft. Mit den A-Jugend-Mädels hatte sie dann am Samstagabend und gestern noch zwei Spiele im Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft. Zum Teil sind die Spielerinnen ja die gleichen, wobei, wenn ich das richtig mitbekommen habe, bis auf Torhüterin Lisa Fleischer sich diesmal die A-Jugendlichen ganz auf die A-Jugend konzentriert haben. Dass sie in der heutigen EZ (Seite 20) trotzdem auf dem TVN-II-Jubelbild zu sehen sind, liegt daran, dass sie beim entscheidenden Spiel in Pfullingen natürlich zugeschaut haben. So wie am Abend die Spielerinnen der Zweiten die Jugend angefeuert haben und erst dann in Esslingen die Nacht zum Tag gemacht haben.
Vroni Goldammer ist für den TVN ein Glücksfall. Vor ein paar Jahren kam sie aus Wien nach Nellingen und sollte die Frauen I auf dem Feld verstärken. Das hat dann aber nicht so ganz geklappt. Schnell wurde sie zur Trainerin, wurde ins Jugendkonzept integriert. So wie ich es beobachte, hat sie es fachlich voll drauf und hat – was fast noch wichtiger ist – einen super Draht zu den jungen Spielerinnen. Die Frau lebt Handball, das sieht man. Und muss einfach mal hervorgehoben werden, gerade weil es sie eigentlich nicht so in die Öffentlichkeit zieht. Der neue Cheftrainer Arne Kühr tut jedenfalls gut daran, eng mit ihr zusammenzuarbeiten. Und das hat er ja auch schon angekündigt. Einen besseren Unterbau als in Nellingen kann ein Trainer eines Erst- oder Zweitligateams (weiß man ja noch nicht) nicht vorfinden. Und dass das so ist, daran hat Vroni Goldammer ihren Anteil. Auch sie freut sich auf die Zusammenarbeit mit dem Neuen, wie sie mir gesagt hat.
So, die Württembergliga ist am Wochenende ziemlich unspektakulär zu Ende gegangen. Die drei Teams, für die es um nix mehr ging (Wolfschlugen, Wernau, Plochingen) haben sich nicht gerade toll verabschiedet, aber über diese Saison heißt es da ja eh: Schwamm drüber, nächste Runde wird alles besser. Wobei ich mir da bei Wolfschlugen und Plochingen eher sicher bin als bei Wernau. Für Deizisau beginnt morgen die Aufstiegsrunde, in die die Frauen der HSG Deizisau/Denkendorf gestern schon mit einem Sieg gestartet sind. Bis zur BaWü-Oberliga ist es jetzt nicht mehr weit für sie.
Und dann ist da ja noch Reichenbach. Gratulation zum Durchmarsch in die Württembergliga. So langsam ist das die reinste EZ-Land-Liga. Was mir am Reichenbacher Aufstieg besonders gut gefällt: Obwohl die Mannschaft nur ein Jahr nach dem Sprung von der Bezirks- in die Landesliga schon wieder eins höher hüpft, sind die Chancen meiner Einschätzung nach gut, dass sie den Klassenverbleib schaffen. Natürlich werden sie eher unten rum spielen (haben wir das vor dieser Saison nicht auch schon gesagt?), aber sie passen gut rein in die Liga.
So, jetzt werde ich ein bisschen den Journalisten-Sonntag genießen, Wetter sieht ja gut aus.

