Rosengarten, Celle, Nellingen

In diesen Tagen habe ich mir mal die EZ-Ausgaben vom 17. Mai 2010 und vom 16. Mai 2011 aus dem Archiv geholt. 2010 habe ich da aus Rosengarten berichtet, 2011 aus Celle – morgen werde ich zum Saison-Showdown in Nellingen sein und in der Ausgabe vom 21. Mai 2012 berichten, was da geschieht. In allen drei Fällen sind die Nellinger Zweitliga-Frauen das Thema und ihr Bemühen, in die Bundesliga aufzusteigen. Und, da wird mich keiner einen Schwarzmaler schimpfen, die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass ich auch diesmal kein glückliches Ende zu beschreiben habe. Zumindest keine Aufstiegsgeschichte.

Die größte Aufstiegschance ist eigentlich seit Dienstag gegessen, seit klar ist, dass alle Bundesligisten die Lizenz erhalten und dadurch nicht auch der Dritte der 2. Bundesliga aufsteigt. Das Thema Handball und Geld spare ich mir heute aber mal.

Trotzdem ist diesmal vieles anders als in den vergangenen beiden Jahren. Nachdem die Hornets zwei Mal so knapp in den Playoffs gescheitert waren und dem Gegner beim Jubeln zuschauen mussten, haben sie sich darauf gefreut, es diesmal in der neuen, eingleisigen 2. Bundesliga direkt schaffen zu können. Die ersten beiden steigen auf, fertig. So müssen sie morgen Abend zumindest Weibern nicht beim Feiern zuschauen, falls nicht doch noch das Wunder geschieht und Weibern bei einem Nellinger Sieg gegen Rosengarten (wieder Rosengarten!) in Altlandsberg einen oder zwei Punkte lässt. Oder Nellingen 23 Tore aufholt. Anders ist auch, dass es eben kein Entscheidungsspiel ist, in dem man im direkten Duell dem Kontrahenten die zwei beziehungsweise vier Tore von der Hinspiel-Niederlage noch abnehmen kann.

Und da sind wir bei einem anderen Thema. Auch gegen Weibern hatten die Hornets ein Hin- und ein Rückspiel. Aber eben ganz normal in der Runde. Beide Spiele haben sie gewonnen, ziemlich souverän sogar. Und jetzt kommt’s: In jeder Liga drunter hätte das bedeutet, dass Weibern heute gewinnen und auf einen unwahrscheinlichen Nellinger Punktverlust hoffen müsste. Weil nämlich da bei Punktgleichheit (beide haben 43:15) der direkte Vergleich und nicht das Torverhältnis zählt. Verkehrte Welt. Kann mir mal jemand erklären, warum das so ist?

Auf alle Fälle werden es die Nellinger Frauen morgen ziemlich gefasst aufnehmen, wenn sie die Nachricht vom Weiberner Sieg in Altlandsberg erhalten. Denn davon gehen alle aus. Gleichzeitig wollen sie ihr eigenes Spiel gewinnen. Für sich und für die Zuschauer. Aber auch: Man stelle sich mal vor, Weibern kriegt das Nervenflattern, verliert – und Nellingen auch. Dann hätte ich für die Montag-Ausgabe doch wieder etwas Dramatisches zu berichten. „Schade, es war ja drin“, hab ich vor zwei Jahren als Stefan Haigis-Zitat über meinen Text geschrieben, „Es will einfach nicht in meinen Kopf“, als Aussage von Sandra Faustka vor einem Jahr. Vielleicht könnt ihr mir ja im Laufe des Wochenendes Vorschläge machen, was ihr diesmal drüber schreiben würdet. Muss kein Zitat sein, das sollte man bei Überschriften eh nicht übertreiben.

Ich hab jetzt nichts darüber geschrieben, wie die Saison der Hornets aus meiner Sicht so gelaufen ist und was der wahrscheinlich erneute Nicht-Aufstieg meiner Meinung nach bedeutet. Das hebe ich mir für später auf, zudem habe ich für die Montag-Ausgabe in der EZ einen Kommentar eingeplant. Thomas hat mich auch noch drauf gebracht, dass ich eure und meine Prognose von Anfang der Saison ja noch auflösen muss. Das mach ich dann hier alles Anfang kommender Woche. Jetzt freu ich mich erst mal auf das Spiel morgen in Nellingen. Und davor noch auf einen Spätdienst in der Redaktion zwischen Champions-League-Finalvorschau und Düsseldorfer Skandalspielurteil.


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4 Antworten auf „Rosengarten, Celle, Nellingen“

  1. Falls die Hornets es geschafft hätten (schade!), wäre ein Überleben in der 1. BL nur mit entsprechenden personellen Verstärkungen möglich. Metzingen hat eine zusätzliche Rückraumspielerin angekündigt und muss auf seine 2. RA warten (verletzt). Wie sich das Team dann in der 1. BL schlägt, muss man sehen. Dass sie vielleicht nicht nur Kanonenfutter sind, hat das Pokalspiel gegen Oldenburg gezeigt. Mit Trier, Bad Wildungen, jetzt Weibern und vielleicht auch Göppingen, gibt es schon eine Gruppe ähnlich besetzter Teams. Da entscheidet oft auch nur die Tagesform und der Wille. Also auch Nellingen hätte eine Chance gehabt. Weibern hat, soweit bekannt, bis heute eine Verstärkung für die neue Saison bekannt gegeben (Kreisspielerin von Wildungen), somit wird es für das Team auch sehr schwer. Vielleicht tauschen die Hornets nächstes Jahr mit Weibern wieder die Liga. Schaun wir mal. Als Zuschauer wünsche ich allen AkteurInnen und HelfernTrainern etc. einen schöne ballfreie Zeit und bedanke mich für das Gebotene.

  2. Komme gerade aus Nellingen nach Hause – so lange war ich nach einem Spiel noch nie in der Halle. Es hat nicht gereicht für die Hornets, obwohl sie gegen Rosengarten ein klasse Spiel abgeliefert und mit 34:26 gewonnen haben. Aber auch Weibern hat in Altlandsberg gewonnen. Das kam zwar nicht überraschend, aber bis zwölf Minuten vor Schluss war das Spiel ausgeglichen und Altlandsberg war lange in Führung – und Nellingen zu diesem Zeitpunkt in der Bundesliga. Am Ende hat Weibern noch mit 28:24 gewonnen und Nellingen hat brav gratuliert. Respekt übrigens an Altlandsberg, und auch an Rosengarten, das in Nellingen auch eine gute Leistung abgeliefert hat. Die Stimmung in der Sporthalle 1 war heute sensationell – und bei den Spielerinnen danach ziemlich gelöst. Sie wussten, dass die Chance gering ware. Und dass sie in den vergangenen Wochen guten Handball gezeigt hatten. Deshalb kommt mein Überschriften-Zitat von heute von Tine Gall: „Ich kann damit leben.“ Ob ich es für die EZ-Montag-Ausgabe verwenden werde, entscheide ich morgen.