Brack und Pfullingen

Die Farbe Blau bleibt: Daniel Brack wird ein Pfullinger. Fotos: Rudel, VfL Pfullingen

Ich habe nie zu den Journalisten gehört, denen ständiges Rumspekulieren besonders viel Spaß macht. In vielen Jahren als VfB-Berichterstatter habe ich da so einiges miterlebt. Bei jedem Trainerwechsel – und davon gab es einige – wurde kräftig mit Namen jongliert.

Okay, wenn es allzu offensichtlich war, habe ich auch welche geschrieben, oder auch mal gefragt: Wer könnte denn passen? Aber ich halte mich lieber an Fakten: Wenn eine Personalie feststeht, wird darüber berichtet und sie auch journalistisch eingeordnet. Dazu gehört auch die Gegenseite: Sobald etwas klar ist, erwarte ich von den Vereinen, dass sie das zeitnah bekanntgeben.

Das offizielle Vertragsunterschriftsfoto, von links: VfL-Präsident Sven Schauenburg, Daniel Brack, Pfullingens Abteilungsleiter Armin Geffke und der Sportliche Leiter Jörg Hertwig.

Das hat zuletzt beim TV Plochingen im Speziellen und bei Daniel Brack im Besonderen hervorragend geklappt. Jetzt kommt‘s: Ich hab ja auch ein bisschen rumüberlegt, wohin es den Noch-TVP-Trainer verschlagen könnte. Und irgendwie habe ich gedacht, es könnte der VfL Pfullingen sein. Und dann kommt der Anruf: Daniel Brack trainiert in der kommenden Saison den Drittligisten VfL Pfullingen.

Also, wenn das nicht passt. In mehrerlei Hinsicht. Brack wollte, nachdem er den TVP in die BWOL geführt hat, einen Sprung nach oben machen. Passt. Er wollte so einigermaßen in der Region bleiben. Passt. Und dann ist da natürlich die Geschichte, auf die er in den kommenden Wochen häufig angesprochen werden wird: Brack und Pfullingen gab es schonmal. Vater Rolf hat den VfL im Jahr 2002 in die Bundesliga geführt, von 1998 bis 2004 war er dort. Und Bruder Benjamin war auch mal, wenn auch kürzer, da. Und Daniel hat, mit einem Zweitspielrecht, zwei Jahre unter seinem Vater in Pfullingen gespielt.

So kennen wir ihn: Rolf Brack im Jahr 2003 in Pfullingen.

Ich erinnere mich noch gut, meine erste Begegnung mit Rolf Brack hatte ich bei seiner Vorstellung als Pfullinger Trainer. Fürs Radio war ich damals da und später habe ich ihm unzählige Male das Mikro unter die Nase gehalten, ehe ich dann auch bei der EZ immer wieder mit ihm zu tun hatte. Hier habe ich dann irgendwann auch Daniel Brack kennengelernt.

Jetzt mit Daniel Brack schließt sich ein Kreis in Pfullingen. Das könnte was werden. Anspruchsvoll wird die Aufgabe. Mit Vorgänger Frederick Griesbach konnten sich die Pfullinger nicht auf eine weitere Zusammenarbeit einigen, weil Griesbach, vereinfacht ausgedrückt, Zweifel hatte, seine (und die des Vereins) ehrgeizigen Ziele mit der Mannschaft umsetzen zu können. Und was sagt Daniel Brack am Telefon dazu: „Im Leistungssport hat man immer Druck – den habe ich ich Plochingen, den hatte ich in der Schweiz und den hatte ich als Spieler in der Bundesliga.“ Pfullingen kann kommen.

Ich werde Daniel Bracks Weg natürlich weiter mit Interesse verfolgen.

Auf dem Weg zur Römerstraße: Sinisa Mitranic.

Noch ein anderes Trainer-Thema: Vergangene Woche wurde bekannt, dass Sinisa Mitranic in der kommenden Runde die SG Hegensberg/Liebersbronn betreuen wird. Nimmt man die sozialen Medien als Gradmesser, müsste das eine bombenmäßige Geschichte werden. HeLi ist ja nicht der klassenhöchste Verein im EZ-Land. Aber so zahlenmäßig und inhaltlich positiv wurde eine Trainernachricht auf Facebook selten wahrgenommen. Mitranic startet auf dem Berg jedenfalls mit haufenweise guter Wünsche. Stark. Wollte ich einfach mal festhalten.

Viele gute Wünsche wird jetzt sicherlich auch Daniel Brack erhalten. Auch von mir. Alles Gute!


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