Die Späthlese geht weiter!

Ganz nah dran: Eine Szene vom Training der Nationalmannschaft am Mittwoch: Vorne der neue Bundestrainer Christian Prokop, hinten Manuel Späth.

Heute habe ich eine Ankündigung für euch: Manuel Späth, „unser“ Kapitän von Frisch Auf Göppingen aus Ostfildern, setzt seine Kolumne „Späthlese“ in der EZ fort. Manuel hat ja während der vergangenen beiden Weltmeisterschaften regelmäßig das Geschehen analysiert und das sehr kompetent und mit interessanten Einblicken gemacht. Nach den Titelkämpfen Anfang des Jahres haben wir vereinbart, dass er weiterhin in unregelmäßigen Abständen schreibt.

Während Manuel im Januar sozusagen vom Sofa aus seine Eindrücke von der WM beschrieben hat, schreibt er nun praktisch aus der Halle: Nach einem Jahr Unterbrechung ist er wieder bei der Nationalmannschaft dabei und erlebt so ganz direkt die ersten Arbeitstage des neuen Bundestrainers Christian Prokop. Frei nach dem EZ-Claim: Näher dran geht’s nicht.

Morgen auf Seite 17 der EZ ist also die neueste „Spätlese“ zu lesen, ich werde den Text auch über die Facebookseiten der EZ verbreiten. Und Manuel auf seiner eigenen Seite bestimmt auch.

Mich persönlich freut es sehr, dass Manuel weiter für uns – und damit euch – schreibt. Die Zusammenarbeit mit ihm macht großen Spaß.

Spaß wird er bestimmt auch am morgigen Samstag und am Sonntag haben, wenn er in Göteborg und Hamburg seine Länderspiele Nummer 39 und 40 absolvieren wird. Die Chancen auf Einsatzzeiten sind gut, denn Prokop hat die Spieler aus Kiel und von den Löwen daheim gelassen und Kreisläufer-Kollege Jannik Kohlbacher von der HSG Wetzlar musste absagen.

Ein gutes (Handball-) Wochenende allen.


Das Wunder von Celle?

Katharina Winger hat ein starkes Comeback für den TV Nellingen gegeben und hatte damit ihren Anteil am wichtigen Sieg in Celle. Archivfoto: Rudel

Es gab am Wochenende spannende Ergebnisse im EZ-Handball-Land. Der TSV Deizisau hätte im BWOL-Derby beim TV Plochingen die Punkte nötiger gebraucht, hat aber verloren. Die HSG Ostfildern hat das Landesliga-Derby und -Spitzenspiel bei der SG Hegensberg/Liebersbronn gewonnen und damit den Kampf um die Meisterschaft wieder richtig spannend gemacht. Und: Die Bundesliga-Frauen des TV Nellingen sind zum erstem Mal seit dem zweiten Spieltag nicht mehr Letzter.

Ausgerechnet in Celle haben die Hornets diesen wichtigen 27:25-Sieg geschafft, der die Hoffnung auf den Klassenverbleib nährt. Dort, wo sie einstmals in der Aufstiegsrelegation ihre schmerzlichste Niederlage eingefahren haben. Aber das ist Vergangenheit. Meine Kollegin und Nellingen-Expertin Karla Schairer gibt hier für euch eine Einschätzung ab, was der Sieg bedeutet:

Das Wunder von Celle?

Von Karla Schairer

Es ist ein bisschen übertrieben, im Nellinger Abstiegskampf jetzt schon von einem Wunder oder von der Wende zu sprechen. Aber von einem Hoffnungsschimmer vielleicht. Fünf Punkte stehen nun auf der Haben-Seite, zum ersten Mal seit dem zweiten Spieltag haben die Nellingerinnen den letzten Tabellenplatz verlassen. Nur Celle, der Gegner dieses Wochenendes, ist schlechter.

In Celle haben die Nellingerinnen mit 27:25 gewonnen – ein Pflichtsieg. Der keineswegs selbstverständlich ist. Schließlich gab es schon ein paar Spiele in dieser Saison, die die Nellingerinnen hätten gewinnen müssen – nur zeigen die Aufsteigerinnen gerade gegen Mitabstiegskandidaten meist eher schlechtere Leistungen. Zum Beispiel bei der unnötigen 24:29-Heimniederlage im Hinspiel gegen Celle. Gegen Gegner wie die erfolgreiche TuS Metzingen in der durchaus einschüchternden Kulisse der Porsche Arena halten die TVN-Frauen dagegen gut mit. Paradox. „Da können wir befreit aufspielen“, heißt es oft von Trainer Pascal Morgant als Erklärung.

Vielleicht war die 27:44-Klatsche, die die Nellingerinnen im letzten Heimspiel gegen den amtierenden Meister Thüringer HC erfahren haben, so etwas wie ein Weckruf. Jedenfalls steckte diese den beiden Führungsspielerinnen Louisa Wolf und Annika Blanke vor dem Gastspiel in Celle noch ziemlich in den Knochen. „Das Spiel gegen Thüringen war kein Spiel, das wir in den letzten Minuten wegen Unachtsamkeit oder Dummheit verloren haben“, sagte Blanke. „Die haben uns gezeigt, wie es in der Bundesliga auch sein kann. Da müssen wir eine ordentliche Schippe drauflegen.“ Haben sie auch in Celle dann.

Gegen Mitabstiegskandidat Neckarsulm haben die Nellingerinnen ihr Rückspiel am vorletzten Spieltag (13. Mai). Bis dahin kommen nur noch vermeintlich große Gegner. Bad Wildungen auf Tabellenplatz elf hat mit 11 Punkten schon einen ganz guten Puffer auf die Abstiegsränge.

Um auf den rettenden drittletzten oder zwölften Tabellenplatz zu kommen, also um den Klassenverbleib zu sichern – ganz egal ob der HC Leipzig zurückzieht – brauchen die Nellingerinnen noch mindestens drei Punkte. So viele hat die Neckarsulmer SU auf diesem Platz. Natürlich immer mit eingerechnet, dass die Neckarsulmerinnen es in den kommenden Spielen schlechter als die Nellingerinnen machen. Das ist leider viel Hoffen.

Hoffen, dass es Celle und Neckarsulm anderen schlechter machen. Und hoffen, dass gegen die „Großen“ der Bundesliga ein Wunder passiert. Aber das haben die Nellingerinnen auch – zum Glück- ein bisschen selbst in der Hand.


Zwei Derbys und ein Kellerduell

So sah die Kulisse beim Hinspiel zwischen Deizisau und Plochingen aus. Am morgigen Samstag ist wieder Derbytime in der BWOL. Fotos: Rudel

Freitagnachmittag in der EZ-Sportredaktion. Das Sportwochenende wirft seine Schatten voraus. Neben mit sitzt unser Mitarbeiter Dominic Berner und schreibt die „Tipps und Trends“, also die Vorschauen zu den Handballspielen. Darin sind natürlich auch die Informationen zum BWOL-Derby am morgigen Samstag zwischen dem TV Plochingen und dem TSV Deizisau zu finden. Die Favoritenrolle ist klar verteilt: Deizisau hat in den vergangenen Jahren gegen den TVP meistens schlecht ausgesehen, Plochingen ist in eigener Halle besonders stark und Deizisau steht unter größerem Druck. Aber wie sagte VfB-Trainer Hannes Wolf gestern über das Spiel mit dem Ball am Fuß: „Das coole ist, dass die Leute nicht wissen, wie es ausgeht. Das macht den Sport so beliebt.“ Das gilt auch für den Handball und für das Derby in Plochingen.

Plochingen gegen Deizisau – vermutlich wird es ähnlich körperbetont zur Sache gehen wie im Hinspiel.

Vom Platz mir gegenüber höre ich auch kräftig die Tastatur klappern. Meine Kollegin Karla Schairer hat sich in dieser Woche mit den Nellinger Bundesligaspielerinnen Louisa Wolf und Annika Blanke getroffen. Dass die beiden ihre Verträge für die kommende Saison verlängert haben, ist ein wichtiges Zeichen. Und morgen hat das Team ein wichtiges Spiel. Der Auftritt beim direkten Abstiegskandidaten SGV Celle ist so etwas wie die letzte Chance für die Hornets. Vorletzter gegen Letzter, bei einem Sieg zieht Nellingen vorbei und ist nicht mehr Letzter, bei einer Niederlage sieht es ganz düster aus. Und dann bringt auch der Blick nach Leipzig und die Frage, ob der dortige HC zurückzieht, nichts mehr. Denn der Drittletzte Neckarsulmer SU am rettenden Ufer hat schon fünf Punkte mehr als Nellingen.

Annika Blanke ist eine Leistungsträgerin im Team des TV Nellingen . . .

Hannes Wolf werde ich heute Abend wiedersehen, beim Spiel des VfB gegen Bochum bin ich im Stadion und berichte aktuell. Meine Handball-Geschichte für die morgige Ausgabe habe ich schon fertig. Fertig ist sie damit aber noch nicht, im Moment legt gerade ein paar Zimmer weiter unsere Mediengestalterin Sonja Mihelak Hand an den Text. Wir mussten gerade noch die Bilder umstellen, damit die Protagonisten nicht aus der Seite schauen, wie wir sagen.

. . . wie Louisa Wolf.

Thema ist ein weiteres wichtiges Derby, wenn auch zwei Klassen unter Plochingen gegen Deizisau: In der Landesliga spielt ebenfalls am morgigen Samstag der Erste SG Hegensberg/Liebersbronn gegen den Dritten HSG Ostfildern. Wer hätte vor ein paar Jahren gedacht, dass es dieses Spitzenspiel in der Landesliga geben würde und dass HeLi dabei Favorit ist?

Jochen Masching hofft auf einen Derbysieg . . .

HSG-Coach Michael Schwöbel hätte es auch nicht gedacht – lobt aber die Arbeit des Nachbarn. Und dessen Trainer Jochen Masching betont auch das gute Verhältnis zwischen den Spielgemeinschaften. Woher ich das weiß? Ich habe mit beiden Trainer gesprochen und ihnen die gleichen fünf Fragen vor dem Derby gestellt.

. . . wie Michael Schwöšbel.

Das Ergebnis ist in der Samstagausgabe auf Seite 21 nachzulesen. Drunter die Vorschau. Und auf Seite 23 die Geschichte über die Nellingerinnen.


Endspurt

Feuern Ralf Bader (links) und Markus Locher in der kommenden Saison Drittliga-Handballer an? Es sieht nicht schlecht aus. Fotos: Rudel

Eine Woche Faschingsferien – und wie stellt sich die Lage im EZ-Handballland dar? Insgesamt ganz gut, wobei ja sportlich nicht so viel passiert ist.

(Große) Ausnahme BWOL: Der TSV Neuhausen hat einen Schritt in Richtung 3. Liga gemacht. Gut so. In der Hinrunde hatten die MadDogs in den Derbys gegen Plochingen und Deizisau noch jeweils 32:32-Unentschieden gespielt. Diesmal haben sie hintereinander beide Nachbarn geschlagen, jeweils sehr deutlich (36:23 und 31:25). Damit haben sie nach der schmerzlichen Schlappe in Herrenberg zusammen mit dem Sieg gegen Söflingen drei Ausrufezeichen gesetzt.

Tor für Deizisau?

Zwei Punkte beträgt der Vorsprung des Zweiten Neuhausen auf den Dritten Herrenberg jetzt – de facto aber bloß einen, weil Herrenberg im direkten Vergleich besser ist. Dass die Neuhausener vorne liegen, liegt auch daran, dass H2Ku nach dem Erfolg im Spitzenspiel in drei Spielen nur noch drei Punkte geholt hat: Unentschieden gegen Plochingen, Sieg gegen Deizisau und jetzt ziemlich überraschend eine 32:25-Niederlage beim bisherigen Letzten Heddesheim.

Nein, Neuhausens Torhüter Sebastian Arnold hält den Wurf von Marcel Killat.

Zeigt das Team von Trainer Nico Kiener Nerven? Es war jedenfalls das sechste Auswärtsspiel in Folge, das die Mannschaft nicht gewann. „Wir verlieren zu viele Zweikämpfe, sind schlichtweg zu inkonsequent – damit ist es schwer, auswärts Spiele zu gewinnen“, sagte der frühere Wernauer den Kollegen vom Gäuboten. Und im Bezug auf das kommende Spiel gegen den mittlerweile punktgleichen Vierten: „Dieses Spiel müssen wir aufarbeiten. Mit so einer Leistung brauchen wir in zwei Wochen in Schwäbisch Gmünd gar nicht erst antreten.“

Schwäbisch Gmünd ist auch noch im Rennen um den zweiten Aufstiegsplatz, aber es besteht Anlass zur Hoffnung, dass die Neuhausener mittlerweile stabil genug sind, um ihre Position in den verbliebenen acht Spielen zu behaupten und nicht wie in der vergangenen Saison noch zu vergeigen. Am letzten Spieltag (7. Mai, 17.30 Uhr) tritt das Team von Trainer Ralf Bader übrigens in Schwäbisch Gmünd an.

Bei den Bundesliga-Frauen des TV Nellingen und dem Männer-Württembergligisten TV Reichenbach sieht es auch danach aus, dass sie in der kommenden Saison in einer anderen Spielklasse antreten werden – allerdings eins tiefer. Beide Teams sind Letzter. Dazu haben beide Vereine gemeinsam, dass sie in der Faschingspause in paar Weichen gestellt haben. In Reichenbach gibt es schon die große, also die Trainerlösung: Volker Haiser löst Routinier Werner Fischer ab und soll in der Landesliga einen Neuanfang starten. Auch in Sachen Spieler wird sich einiges tun – Umbruch nennt man das. Unter anderem kehrt ein alter Bekannter ins EZ-Land zurück: Ladislav Goga kommt aus Leonberg. Die Konstante bleibt Co-Trainer Rolf Augustesen.

In Nellingen hat Geschäftsführer Bernd Aichele noch einige Gespräche vor sich. Der Anfang ist aber gemacht: Louisa Wolf, Annika Blanke und Anne Bocka haben ihre Verträge ligaunabhängig verlängert, was denjenigen etwas die Angst nehmen dürfte, die im Fall des Abstiegs befürchten, dass das Team komplett auseinanderfällt. Sina Namat wechselt dagegen zu Mitaufsteiger Neckarsulmer SU, der auch noch Iveta Luzumova vom Thüringer HC für die kommende Runde verpflichtet hat.

So, am vergangenen Wochenende hatten viele Teams noch frei. Jetzt geht es wieder voll los. Endspurt.


Mama Flo und die HSG-Mädels

Florence Krug (hinten) in ihrem Element. Fotos. Rudel

Liebe Am-Kreis-Freunde, wie ihr gemerkt habt, habe ich in dieser Woche das Schreiben geschwänzt. Ich bin einfach nicht dazu gekommen. So ein kleiner Abriss meiner Arbeitswoche: Ich war Blattmacher, das heißt der Planer vor allem der Lokalsportseiten, was einen eigentlich schon alleine ausfüllt. Am Montag habe ich zusätzlich eine Geschichte über den Esslinger Wasserballer Heiko Nossek über das Ende seine Nationalmannschaftskarriere geschrieben. Dann hatte ich am Dienstag einen Interview-Termin mit VfB-Trainer Hannes Wolf (in der Samstagausgabe und hier groß zu lesen) und direkt anschließend ein Pressefrühstück mit Stuttgarts Präsident Wolfgang Dietrich. Am Mittwoch folgte ein Gespräch mit VfB-Spieler Jean Zimmer zum Spiel der Stuttgarter gegen seinen Ex-Club 1. FC Kaiserslautern. Heute war dann noch die Pressekonferenz vor dem FCK-Spiel. Und geschrieben werden muss ja auch noch alles. Hat aber alles viel Spaß gemacht.

Viel VfB. Aber den Handball habe ich natürlich auch nicht vergessen. Ich habe nächste Woche ein paar Tage frei und den Kollegen eine Geschichte über die HSG Deizisau/Denkendorf hinterlassen. HSGDD, da war doch was? Mein Ansatzpunkt war, dass DD und der HC Wernau vor einem Jahr den Rückzug ihrer Frauenteams aus der BWOL verkündet haben. Ich habe mal geschaut, wo die Teams jetzt stecken. Der HCW tritt in dieser Saison nur noch in der Bezirksliga an und ist dort zurzeit Fünfter. Deizisau/Denkendorf spielt in der Landesliga – und steht da ganz oben.

Arbeitsteilung auf der Bank der HSG Deizisau/Denkendorf: Markus Kuschke (ganz links), Steffen Irmer-Giffoni (ganz rechts).

Naja, Flo Krug – früher Koutny – sagt zwar zurecht „Wir sind eigentlich Zweiter“, weil der Zweite Mössingen zwei Spiele und nur einen Minuspunkt weniger hat. Aber trotzdem ist die Chance auf den Aufstieg in die Württembergliga groß. In den Bereich also, in dem das Team wieder mit Eigenberichten in der EZ auftaucht. „Welcome back, HSGDD“, kann ich hoffentlich bald sagen.

Wenn ihr dieses Bild vom Spiel der HSG gegen Leinfelden/Echterdingen in der EZ seht, seid ihr richtig.

Die ganze Geschichte gibt es also in der kommenden Woche, wahrscheinlich in der Samstagausgabe (4. März) vor dem Spiel der HSG gegen Großengstingen. Flo, so viel darf ich verraten, fühlt sich in dem Team richtig wohl. Sie ist ja Mama geworden – und die Mitspielerinnen machen es ihr da so leicht wie möglich. „Ich habe 14 Babysitterinnen“, sagt sie fröhlich.

Es macht Spaß, wenn der Sport so schöne Geschichten schreibt.

Also, euch eine schöne Faschingswoche, ich melde mich dann wieder.


Pro & Contra: Gewinnt Neuhausen
das Derby gegen Plochingen?

Derbytime: Neuhausens Timo Durst (oben) und Plochingens Philipp Gollmer werden sich auch am Sonntag nichts schenken. Foto: Rudel

Es war ein sehr, sehr gutes Spiel. Es wurde alles geboten, was ein gutes Derby ausmacht.

Das waren die Worte von Daniel Brack, dem Spielertrainer des Baden-Württemberg Oberligisten TV Plochingen, nach dem Hinspiel gegen den TSV Neuhausen. 32:32 ging es damals aus. Die Neuhausener waren meistens zurückgelegen, erkämpften sich am Ende aber verdient einen Punkt.

Am Sonntag um 17 Uhr kommt es zum Rückspiel. Die Neuhausener sind als Gastgeber und Tabellendritter Favorit, aber der Neunte Plochingen ist zurzeit gut drauf und hat zuletzt dem Zweiten Herrenberg ebenfalls ein Unentschieden abgerungen.

Ich habe meine liebe Kollegin Steffi Gauch-Dörre für ein Pro & Contra gewonnen, ob die favorisierten Neuhausener das Derby am Sonntag gewinnen. Ich habe Steffi natürlich den leichteren Part überlassen. 😉

Pro – Steffi Gauch-Dörre: Neuhausen gewinnt!

Die Plochinger sind zwar gerade richtig stark drauf und sammeln Woche für Woche wichtige Punkte für den Klassenverbleib (den sie sicher auch schaffen), aber es spricht einiges für einen Sieg der MadDogs: Die Neuhausener haben sich schon vor zwei Wochen einen bitteren Ausrutscher gegen die jetzt wieder punktgleiche SG H2Ku Herrenberg erlaubt und werden so schnell nicht wieder patzen.
Wenn Neuhausen patzt, dann auswärts. Und das Derby findet in der Neuhausener Egelseehalle statt. Seit 9. Mai 2015 gab es zu Hause keine Niederlage mehr. Damals gegen die SG Köndringen/Teningen mit 21:26 – es war das bislang letzte Drittligaspiel. Und dann hat Plochingens herausragender Spielertrainer Daniel Brack als Lehrer vor den närrischen Ferien sicher noch die ein oder andere Klausur, Sitzung o. ä. Nach eigener Aussage ist er in stressigen Schulzeiten nicht gut drauf.

Contra – Sigor Paesler: Neuhausen verliert!

Neuhausen hat seit fast zwei Jahren kein Heimspiel verloren? So what, die Plochinger sind gut genug, um diese Serie zu brechen. Und es werden auch viele TVP-Fans in der Egelseehalle sein, um ihre Mannschaft lautstark anzufeuern. Für Plochingen spricht vor allem, dass die Neuhausener immer wieder kalte Füße bekommen, wenn es darum geht, ihre Ausgangssituation an der Tabellenspitze zu verbessern. Sie sollten sich im Aufstiegsrennen keine Ausrutscher mehr leisten, das kann die Beine schwer machen. Die Plochinger dagegen können nur gewinnen: Sie sind der Außenseiter, haben keine allzu großen Abstiegssorgen mehr und treten mit dem Selbstvertrauen an, dass ihnen gerade viel gelingt. Fünf Spiele in Folge haben sie nicht mehr verloren. Sie wissen, dass sie auch in Neuhausen eine gute Chance haben, wenn sie den MadDogs gleich in der Anfangsphase den Schneid abkaufen. Daran werden sie alles setzen und ihren Spaß haben. Deshalb glaube ich: Plochingen gewinnt.


Dranbleiben!

Neuhausen-Besieger-Unentschiedenspieler: Johannes Hablizel und der TV Plochingen. Foto: Rudel

Es bleibt spannend in der BWOL – und wenn die Mannschaften aus dem EZ-Land so weitermachen wie am Wochenende, wird es ein gutes (Saison-) Ende für sie nehmen. Der TSV Neuhausen hat die Schlappe gegen Herrenberg weggesteckt und durch den 34:25-Sieg gegen Söflingen zum Konkurrenten punktemäßig (28:12) aufgeschlossen. In der EZ-Tabelle sind die MadDogs heute leider Zweiter. Leider ist in diesem Zusammenhang rein technisch gemeint. Ich würde es ihnen ja gönnen, aber da ist der direkte Vergleich nicht berücksichtig. Den haben die Neuhausener – leider – verloren. 35:29 haben sie das Hinspiel gegen H2Ku gewonnen, 27:35 das Rückspiel verloren. Sie müssen am Ende also einen Punkt mehr haben, um als Zweiter aufzusteigen. Platz eins dürfte an Kornwestheim vergeben sein, neun Punkte beträgt der Vorsprung.

Dass die Neuhausener punktemäßig gleichgezogen haben, haben sie auch dem TV Plochingen zu verdanken. Ich habe letzte Woche mit Plochingens Alexis Gula gesprochen, und als wir so über die Lage in der BWOL geplaudert und über die Niederlage der MadDogs gegen die Herrenberger gesprochen haben, sagte er: „Die kommen am Samstag zu uns, so wie wir gerade drauf sind, haben sie das noch nicht gewonnen.“ Recht hat er behalten, 28:28 hieß es am Ende zwischen Plochingen und Herrenberg, ein respektables Ergebnis für den TVP.

Wo ist die Lücke? Marcel Killat und der TSV Deizisau setzen sich gegen Willstätt durch.

Am kommenden Sonntag aber haben die Neuhausener keine Hilfe von den  Plochingern zu erwarten, in der Egelseehalle kommt es zum Derby.

Der TVP dürfte mit jetzt 19:21 Punkten die größten Abstiegssorgen los sein. Der TSV Deizisau ist durch den wichtigen 23:21-Sieg gegen Willstätt ebenfalls wieder auf einem guten Weg dahin. Der Blick auf die Tabelle ist allerdings trügerisch. Elfter sind die Deizisauer. Der Drittletzte Konstanz II hat aber nur einen Punkt weniger. Also, Deizisau, dranbleiben. Das „Wie“ im Spiel gegen Willstätt macht jedenfalls Mut, wie heute in der EZ nachzulesen ist.

Wenig Mut herrscht dagegen beim TV Reichenbach. 27:28 hat der Letzte der Württembergliga gegen den Drittletzten Steinheim verloren. Da heißt es wohl: Neustart in der Landesliga.

Noch was in eigener Sache: Wir suchen freie Mitarbeiter, die unser Sonntagsteam in der Sportredaktion verstärken. Wie ihr euch vorstellen könnt, ist das unser Hauptkampftag und da brauchen wir Unterstützung. Unten seht ihr entsprechende Anzeige mit den Kontaktdaten, wobei noch zu ergänzen ist, dass die erste Tätigkeit nichts mit Fußball zu tun hat und dass die Tätigkeit in der Regel vierzehntägig ist. Überlegt es euch, es ist eine Nebentätigkeit, die Spaß macht – und uns hilft. Bei Fragen einfach melden.


Eine gute Adresse

Marcel Rieger wechselt zur kommenden Saison von Wolfschlugen nach Plochingen. Fotos: Rudel.

Neuer Trainer in Deizisau, neuer Trainer in Wolfschlugen, gleich sechs neue Spieler in Plochingen. Schon jetzt tut sich im EZ-Land einiges in Bezug auf die kommende Saison. Dabei ist noch lange nicht klar, wie die noch laufende Runde ausgeht.

Drei Mannschaften aus dem EZ-Land spielen in der BWOL: TSV Neuhausen, TV Plochingen und TSV Deizisau. Bei allen drei ist noch nicht klar, ob sie auch in der kommenden Runde in der vierthöchsten Spielklasse dabei sind. Am sichersten kann man sich bei den Plochingern sein: Sie werden vermutlich den Klassenverbleib schaffen. In der kommenden Runde dann starten sie richtig durch. Vor allem die Verpflichtung von Wolfschlugens Marcel Rieger ist ein Coup. Auch die anderen Zugänge klingen vielversprechend. Gut möglich also, dass der TVP nach der starken ersten Saison nach dem Aufstieg und den paar Problemen in dieser Saison in der kommenden einen Schritt in Richtung Spitzengruppe der Liga macht.

Noch ein Transfer von Wolfschlugen zum TVP: Robin Brandner.

Aber Achtung: Ausgemacht ist das noch nicht. Denn zuerst einmal muss sich das neue Team finden. Zum anderen wird Daniel Brack nicht mehr als Spieler zur Verfügung stehen, sondern „nur“ noch Trainer sein. In diese Rolle muss er erst einmal hineinfinden. Und auf der Torhüterposition heißt es: Marco Schwarz und Johannes Klimmer gehen, Marius Nagel und Kay Siemer kommen. Hier musste der Verein handeln.

Es kann also sein, dass der Umbruch ein bisschen dauert in Plochingen. Aber positiv ist auf jeden Fall, dass der Verein etwas tut. Und die Richtung stimmt. Dabei hat sich schon seit dem abgewendeten Zwangsabstieg in die Landesliga vor vier Jahren einiges bewegt. Die Hackordnung im EZ-Land-Handball hat der TVP auf jeden Fall schon durcheinandergewirbelt. Ob das so weitergeht, hängt auch davon ab, wie Neuhausen und Deizisau die Runde abschließen. Es kann sein, dass die drei Teams Ligakonkurrenten bleiben, es kann aber auch sein, dass Neuhausen in die 3. Liga auf- und Deizisau in die Württembergliga absteigt.

Früher Deizisau, heute Winzingen/Wißgoldingen/Donzdorf, bald Plochingen: Marius Nagel (rechts, hier im Jahr 2003 beim EZ-Pokal mit Daniel Fischer).

Dann wäre die Sache klar: Plochingen wäre die Nummer zwei in der Region. Aber das ist den TVP-Machern gar nicht so wichtig. Auch sie würden es bedauern, wenn Deizisau runter müsste. Ich bin mir zwar sicher, dass die Deizisauer dann mit dem neuen Trainer Ralf Rascher schnell wieder hochkommen würden und vielleicht wäre ein Jahr Durchschnaufen in der Württembergliga auch gar nicht so schlecht. Aber wenn die Mannschaft den Klassenverbleib schafft, wäre das Potenzial vorhanden, in der kommenden Runde etwas stabiler zu spielen. Man muss ja nicht immer so viel Pech mit Verletzungen zu haben.

Auch ein älteres Bild: Sascha Hutter muss sich (oder sein Trikot) in der kommenden Saison nicht mehr für die Plochinger zerreißen.

Wie es in Plochingen in den kommenden Jahren weitergeht, ist ebenso spannend zu beobachten. In einem hat Alexis Gula von der Plochinger Führungsmannschaft jedenfalls Recht: „Wir sind mittlerweile eine gute Adresse im Handball-Sport.“


Ich komme heute nicht zum Schreiben, weil ich später zum VfB gehe – und weil ich eine Geschichte über die Plochinger Handballer recherchiere.
Die kommt in der Mittwoch-Ausgabe der EZ, und dann habe ich für hier am Kreis auch einen Kommentar dazu geplant.

Achtet auf dieses Foto:

Archivfoto: Rudel.


Ein anderer Blick

Sandra Härtl, damals noch Faustka, und Dani Stratmann (hinten links) standen früher gemeinsam auf dem Spielfeld. Heute beobachten sie von außen, was die Hornets machen. Fotos: Rudel

Habt ihr heute EZ gelesen? Seite 18? Da haben wir zwei Frauen in Wort und Bild, die wir früher oft im Blatt hatten. Darum könnte ich das hier eigentlich auch in die Rubrik „Was macht eigentlich…?“ stecken. Sandra Faustka – heute Sandra Härtl – und Daniela Statmann waren mit die prägendsten Spielerinnen beim TV Nellingen in den vergangenen Jahren. Vielleicht noch mit Steffi Urbisch oder Bärbel Lang. Und im Gegensatz zu vielen anderen Ex-Spielerinnen sind die beiden immer noch recht nah dran. Zumindest schauen sie genau hin, was ihre Nachfolgerinnen da in der Sporthalle 1 so machen.

Nach dem ersten Sieg der Hornets wollte ich mal einen anderen Blick auf das Team in der Zeitung haben. Trainer Pascal Morgant haben wir in der morgigen Samstagausgabe wieder mit seiner Sicht auf das Spiel am Abend gegen Blomberg. Sandra und Dani fiebern mit und wünschen ihren Nachfolgerinnen den Klassenverbleib – sie nennen aber auch recht deutlich, wo ihrer Meinung nach die Probleme des Aufsteigers liegen.

Mir hat es jedenfalls Spaß gemacht, mal wieder mit den beiden zu reden. Beide machen einen recht zufriedenen Eindruck ohne oder mit weniger Handball. Sandra spielt noch (oder nach Babypause wieder) mit einigen anderen ehemalig höherklassigen Spielerinnen bei der TG Nürtingen II in der Landesliga – zurzeit immerhin Vierter. „Wir sind eine Mama-Mannschaft“, sagt sie. Dani, die ja vor gut einem Jahr nochmal für ein paar Spiele bei den Nellingerinnen ausgeholfen hat, hält sich vor allem mit Joggen fit. Sollte ich auch mal wieder, aber das ist ein anderes Thema.

Morgen also gegen Blomberg könnte und sollte der zweite Saisonsieg der Hornets folgen. Wir werden es – in Person meines Kollegen Andreas Müller – beobachten. Sandra Härtl und Daniela Stratmann auch.

Volker Picard fordert mit dem Team Esslingen den TSV Köngen.

Bereits heute Abend kommt es in der Bezirksliga zum Spitzenspiel zwischen dem Tabellenführer TSV Köngen und dem Zweiten Team Esslingen in der Schelztorhalle. Ich habe gestern kurz mit Team-Trainer Volker Picard – und seiner Frau – gesprochen. Die Anspannung steigt, das war zu spüren. Normalerweise haben wir die Bezirksliga ja immer kompakt in der Dienstag-Ausgabe. In diesem Fall aber werden wir das Ergebnis und ein paar Zeilen darüber, wie es dazu gekommen ist, in der morgigen Samstagausgabe bringen.

Team gegen Köngen, aus EZ-Sicht sind wir da natürlich ganz neutral. Das Team würde ich gerne wieder höher sehen, weil die Mannschaft einfach höher gehört. Köngen in der Landesliga täte der Region gut, weil dann mal wieder eine neue Mannschaft weiter oben spielen würde und weil damit der „Köngener Weg“ der vergangenen Jahre belohnt würde. „Die machen das gut“, sagt auch Picard.

Aber die Esslinger wollen natürlich gewinnen, denn während der Meister direkt aufsteigt, hat der Zweite eine recht mühsame Relegation mit schwer einzuschätzenden Chancen vor sich.

So, muss auf Termin. Schönes Wochenende allen.