Schade für Tim Kneule

Der Auftritt gegen Russland Anfang Juni war das zunächst letzte Länderspiel für Tim Kneule (vorne). In Rio ist der Göppinger nicht dabei. Foto: dpa
Der Auftritt gegen Russland Anfang Juni war das zunächst letzte Länderspiel für Tim Kneule (vorne). In Rio ist der Göppinger nicht dabei. Foto: dpa

Die Esslinger Handball-Fans dürfen sich auf Tim Kneule freuen. Ich hätte ihm aber gegönnt, dass er am übernächsten Wochenende nicht auf den Marktplatz kommt. Wenn Bundesligist Frisch Auf Göppingen zum Markplatzturnier antritt, ist Kneule also dabei, Paul Drux aber wird nicht mit Titelverteidiger Füchse Berlin anreisen. Drux bereitet sich mit der Nationalmannschaft auf die Olympischen Spiele in Rio vor, Kneule wurde von Bundestrainer Dagur Sigurdsson bei der Reduzierung des Kaders von 21 (plus Ersatzmann Steffen Fäth) auf 14 gestrichen.

Ganz überraschend ist das nicht. Spätestens als Kneule im Testspiel gegen Tunesien am Mittwoch in Stuttgart nicht zum Einsatz kam, war wohl auch ihm klar, dass es nicht reichen würde. Und er hat ja auch erst vor ein paar Wochen sein Comeback im Nationalteam gefeiert, nachdem er Anfang des Jahres den EM-Titel nicht mitgewonnen hat.

Schade aber ist, dass Sigurdsson in dem Balinger Martin Strobel nur einen echten Spielmacher mitnimmt. Für Rückraum Mitte hat er dazu eben noch Drux nominiert, der kein echter Mitte-Mann ist, sondern eher von links kommt. Aber heute kann ja eigentlich fast jeder überall spielen, vor allem im Rückraum. Man könnte auch sagen, dass Abwehrspezialist Finn Lemke Kneule vorgezogen wurde. Letztendlich ist es egal, denn Kneule hat sich wahrscheinlich ohnehin keine sooo großen Hoffnungen gemacht.

Es war halt seine letzte Chance auf Olympia, wie er mir am Montag beim Medientag der Nationalmannschaft erzählt hat. Sehr sympathischer Kerl übrigens – weshalb wir uns auch auf ihn in Esslingen freuen dürfen.

Der Knaller der Nominierung betraf die Torwartfrage, bei der es Sigurdsson besonders schwer hatte. Andreas Wolff und Silvio Heinevetter (der damit auch nicht auf dem Marktplatz aufläuft) hat er Carsten Lichtlein vorgezogen. Der gehört zumindest zu den Ergänzungsspielern, die mit nach Rio fliegen dürfen.

Ich hab jetzt erstmal zwei Tage frei, ehe eine spannende Woche auf mich wartet: Am Sonntag Planung in der Redaktion, Montag bis Mittwoch beim VfB Stuttgart im Trainingslager am Chiemsee – und dann von Freitag bis Sonntag Handball-Marktplatzturnier in Esslingen. Ein echtes Highlight, auf das ich mich sehr freue. Mal sehen, wie Tim Kneule da drauf ist.

Und jetzt möchte ich euch noch einen Kommentar von meinem Kollegen Arne Wohlfahrt von der Wetzlarer Neuen Zeitung, einem Koperationspartner von uns, präsentieren. Arne ist absoluter Handball-Experte und hat die EZ-Leser unter anderem mit Texten von der EM in Polen erfreut. Auch er macht sich Gedanken über Sigurdssons Rio-Nominierung.

 

Kommentar
Von Arne Wohlfarth
Unsinn des IOC

Dass Dagur Sigurdsson einigen seiner Europameister weh tun musste, stand schon lange fest. Nun hat es Jannik Kohlbacher, Steffen Weinhold, Rune Dahmke, Erik Schmidt und Carsten Lichtlein aus unterschiedlichen Gründen getroffen. Das Quintett wird verständlicherweise enttäuscht sein. Doch der Ärger sollte sich weniger auf den Bundestrainer als auf das Internationale Olympische Komitee konzentrieren. Denn noch immer beharrt dieses Gremium darauf, dass nur 14 Handballer plus ein Reservist nominiert werden dürfen. Bei den anderen Großereignissen ist es längst gang und gäbe, dass 16 Akteure auf dem Spielberichtsbogen auftauchen dürfen. Aus gutem Grund übrigens. Die Belastung ist enorm hoch. Alle zwei Tage steht ein Spiel an. Da beugt es Verletzungen vor, wenn ein Coach ab und zu rotieren kann. Und ausgerechnet beim wichtigsten aller Wettbewerbe werden die Trainer in ihrem taktischen Handeln eingeschränkt. Das ist unverständlich. Zumal Kostengründe dafür verantwortlich sein sollen. Dabei würden uns genügend Dinge einfallen, wo das nicht mit Verschwendung geizende IOC sparen könnte.


Die letzte Fuchs-Show

Markus Fuchs läuft noch einmal in die Egelseehalle ein. Fotos: Rudel
Markus Fuchs läuft noch einmal in die Egelseehalle ein. Fotos: Rudel

Nach der Wahl zum Trainer des Jahres, zu der Daniel Brack am Freitagabend in Neuhausen nochmal vor 1000 Leuten beglückwünscht wurde, habe ich hier eigentlich die Sommerpause ausgerufen. Diesmal halte ich mich aber nicht daran. Zu viel ist auch im Handball los in diesem Sommer. Fußball-EM hin oder her. Und über Facebook bekommen ja viele von euch mit, dass es etwas Neues am Kreis gibt.

Das Marktplatzturnier steht an, die Nationalmannschaft bereitet sich auf Rio vor. Aus diesem Anlass gibt es am morgigen Montag einen Medientag in Stuttgart, zu dem ich mich begeben werde.

So kennt man Markus Fuchs - Timo Flechsenhar (rechts) trug bisher allerdings das gleiche Trikot.
So kennt man Markus Fuchs – Timo Flechsenhar (rechts) trug bisher allerdings das gleiche Trikot.

Und dann war da noch das Abschiedsspiel von Markus Fuchs. Ich habe mich am Freitag nach viel EM-Planung in der Redaktion auf den Weg nach Neuhausen gemacht – und hatte größte Mühe, einen Parkplatz zu finden. Die Egelseehalle war voll. Alle wollten nochmal „Fuxe“ sehen. Und im Spiel gegen das aktuelle Neuhausener Team seine Allstars, zu denen viele ehemalige Weggefährten gehörten wie Manuel Späth und Dragos Oprea. Aber auch ein paar Spieler, mit denen Markus Fuchs nie zusammen gespielt hat, die er aber im Laufe eines langen Handballerlebens im Trikot des TSV Neuhausen schätzen gelernt hat. Keine einzige Absage hat er bekomnen. Simon Wohlrabe reiste sogar extra aus Düsseldorf an.

„Ich hoffe, du gewinnst heute auch mal in Neuhausen“, sagte Fuchs etwa zur Begrüßung des Deizisauers Dennis Prinz. Auch über das Kommen von Daniel Brack freute er sich. Und über all die anderen.

Gruppenbild mit Ex-Kapitän.
Gruppenbild mit Ex-Kapitän.

Es wurde ein lustiges Spiel, das 31:31 endete – das Ergebnis war völlig egal, genau wie die Tatsache, dass es beim Endstand nicht so ganz mit rechten Dingen zuging. Für den neuen MadDogs-Trainer Ralf Bader war es durchaus auch ein echter Test – unter anderem, was die durch Fuchs‘ Karriereende frei gewordene Position am Kreis betrifft. Für die Spieler und für die Zuschauer aber war es eine Menge Spaß. Einen großen Anteil hatte daran Dodo Oprea, der einige Kunststückchen und echtes Showtalent zeigte.

Jeder in der Halle hätte wohl eine Geschichte zu Fuchs erzählen können. Vor allem die, die auf dem Spielfeld standen. Mit einigen habe ich geredet, zwei will ich hier zu Wort kommen lassen. In meiner Nähe unten im Innenraum stand während des Spiels Alexandr Prasolov, der Fuchs einen Teil der vielen Jahre in Neuhausen begleitet hat. Wie Fuchs hat sich auch Trainer Prasolov am Ende der vergangenen Saison von den Maddogs verabschiedet. „Es gibt nicht viele wie ihn, die so lange ihrem Verein treu sind“, sagte der Trainer-Routinier. „Er ist ein guter Spieler, sehr intelligent und ein guter Mensch. Ich bin froh, dass ich ihn kenne.“

Markus Fuchs, eingerahmt von den früheren Mitspielern und heutigen Profis Dragos "Dodo" Oprea (links) und Manuel Späth.
Markus Fuchs, eingerahmt von den früheren Mitspielern und heutigen Profis Dragos „Dodo“ Oprea (links) und Manuel Späth.

Frisch-Auf-Kapitän Späth, der auch sonst immer noch gerne nach Neuhausen kommt, war mit viel Spaß auf dem Spielfeld dabei. Als er vom Neuhausener Kreis nach Göppingen gewechselt war, schulte der damalige Neuhausener Chef- und heutige Co-Trainer Markus Locher Fuchs vom Rückraumspieler zum Kreisläufer um – zum Glück. „Er ist ein absoluter Teamspieler, der die Neuhausener Mannschaft zusammengehalten hat“, sagte Späth, nachdem er einige Autogramm- und Foto-Wünsche erfüllt hatte. Und ergänzte: „Er war für mich nicht nur ein Mitspieler, sondern ist ein guter Freund geworden.“

Das konnten wohl viele in der Halle sagen. Für mich war Fuchs ein Handballer, dem ich mit seinem engagierten Spiel sehr gerne zugeschaut habe. Und mit dem ich mich nach den Spielen immer gerne unterhalten habe. Nicht nur, weil man als Reporter halt zum Kapitän geht. Sondern, weil dann immer was Gescheites kam, was man zitieren konnten. Und weil er einfach ein netter Kerl ist.

Manuel Späth bei der Arbeit.
Manuel Späth bei der Arbeit.

Ach ja: Vier Tore hat Markus Fuchs bei seinem Abschiedsspiel erzielt. Nicht nur vom Kreis. Acht Sekunden vor dem Spielende sah er völlig zu (Un-)Recht die Rote Karte. Eine lebenslange Sperre sozusagen.

Am Freitagabend hab ich das letzte Nach-Spiel-Gespräch mit Markus Fuchs geführt. Zumindest mit dem Spieler Markus Fuchs. Denn vielleicht kommt er ja in irgendeiner anderen Funktion wieder. „Es war ein schöner Abend“, sagte er. „Und die dritte Halbzeit wird es bestimmt auch.“ Dazu kann ich nichts sagen. Ich bin nach unterhaltsamen 60 Minuten brav und gut gelaunt nach Hause gegangen.

Tschüss, Fuxe! Man sieht sich.
Tschüss, Fuxe! Man sieht sich.

Brack/Gula sind die Trainer der Saison

Das Trainer-Duo der Saison: Daniel Brack (rechts) und Alexis Gula. Foto: Rudel
Das Trainer-Duo der Saison: Daniel Brack (rechts) und Alexis Gula. Foto: Rudel

Im vergangene Jahr sind sie als Aufsteiger auf Platz zwei gelandet, diesmal haben sie als Drinbleiber gewonnen: Daniel Brack und Alexis Gula sind die Trainer der Saison im EZ-Land. Als Neuling hat die Mannschaft in der Baden-Württemberg Oberliga mit Brack als Trainer während der Woche und Spieler an den Wochenenden sowie Gula dann auf der Bank den sehr, sehr guten sechsten Platz erreicht. Einen Platz, den der Mannschaft kaum jemand zugetraut hat – das gilt wohl auch für die Plochinger selbst.

Mein Dank gilt euch da draußen im EZ-Land, die Wahl hatte im weltweiten Netz eine unglaubliche Reichweite und die Zahl der Teilnehmer ist im Vergleich zum vergangenen Jahr – als Lars Schwend gewonnen hat – nochmal gestiegen.

Hier das offizielle Ergebnis:

1. Daniel Brack/Alexis Gula (TV Plochingen) 44,6 Prozent
2. Veit Wager (HSG Deizisau/Denkendorf) 37,4 Prozent
3. Pascal Morgant (TV Nellingen) 17,3 Prozent
4. Rouven Korreik (TSV Wolfschlugen) 0,7 Prozent
5. Alexandr Prasolov (TSV Neuhausen) 0 Prozent

Mir hat die Abstimmung viel Spaß gemacht und ich freue mich für Daniel Brack und Alexis Gula – ich hätte mich aber auch für die anderen gefreut. Der Zweite Veit Wager etwa hat die HSG DD unter schwierigen Umständen zu Platz vier und damit zum besten Ergebnis in der SG-Geschichte geführt.

In Pascal Morgant und Rouven Korreik haben es zwei Aufstiegs-Trainer nur auf die Plätze drei und vier geschafft, Morgant sogar als Aufsteiger in die höchste deutsche Spielklasse. Auch das sagt etwas über die Qualität der Kandidaten. Diese Aufstiege sind herausragende Leistungen. Die Wahl hier zeigt aber auch, dass ein sechster Platz sehr hoch eingeschätzte werden kann. Und entsprechend gewürdigt wird.

Dass Alexandr Prasolov als Fast-Rückkehrer in die 3. Liga mit dem TSV Neuhausen keine einzige Stimme bekommen hat, finde ich ein bisschen schade. Aber auch hier sei noch mal festgestellt: Er hat in drei Jahren bei den MaDdogs einen guten Job gemacht.

Ich habe eben schon mit Daniel Brack telefoniert. Er hat sich gefreut, aber auch gleich an die Kollegen gedacht: „Wir haben eine sehr, sehr gute Runde gespielt. Aber auch Veit Wager mit Deizisau/Denkendorf und Parcal Morgant mit dem TV Nellingen, gekrönt mit dem Bundesliga-Aufstieg, haben eine gute Runde gespielt und hätten es verdient gehabt.“ Man kennt sich, man schätzt sich.

Was Brack noch gesagt hat und was zum TVP noch so zu sagen ist, könnt ihr in der gedruckten Samstag-Ausgabe der EZ lesen.

Ich bedanke mich für eure Treue hier am Kreis. Ich hab seit Saisonbeginn wieder gerne hier geschrieben und mich über das viele Feedback gefreut. Jetzt mache ich Sommer-Pause.


Wer ist der Trainer der Saison?

Donnerstag, 17 Uhr – die Wahl ist beendet. Jetzt wird ausgezählt und das Ergebnis später hier veröffentlicht. In der Samstag-Ausgabe der gedruckten EZ-Ausgabe gibt es dann auch einen Text!

Zunächst einmal Glückwunsch an die Handballer des TV Reichenbach zum Sieg in der Abstiegsrelegation der Württembergliga – auf der anderen Seite ist es natürlich schade, dass die HSG Ostfildern runter muss. Die Konstellation, dass ausgerechnet die beiden verbliebenen Württembergligisten aus dem EZ-Land um den letzten freien Platz in der Liga spielen mussten, war unglücklich.
Sorry, aber für eine Nominierung zur Wahl für den Trainer der Saison im EZ-Land reicht der abgewendete Abstieg des TVR nicht, zumal die Mannschaft in der abgelaufenen Saison ja nicht nur einen Coach hatte.

Gegner der Reichenbacher wird in Zukunft wieder der TSV Wolfschlugen sein, der den Klassenverbleib in der Baden-Württemberg Oberliga nicht geschafft hat. Vor einem Jahr ist die Mannschaft souverän aufgestiegen, Trainer Lars Schwend wurde von euch dafür auch mit der Wahl zum Trainer der Saison belohnt. Schwend ist auch nicht mehr in Wolfschlugen und steht diesmal folglich auch nicht auf der Liste. Dort stehen fünf Namen, beziehungsweise sechs, weil ein Trainer-Duo dabei ist.

Ich habe mich in diesem Jahr wirklich schwer getan mit der Nominierung. Es hätten noch mehr dabei sein können. Ich habe mich aber für folgende Kandidaten entschieden: Daniel Brack und Alexis Gula vom TV Plochingen, Rouven Korreik vom TSV Wolfschlugen, Pascal Morgant vom TV Nellingen, Alexandr Prasolov vom TSV Neuhausen und Veit Wager von der HSG Deiziau/Denkendorf.

Die Wahl läuft wie in den vergangenen Jahren so, dass ihr hier im Kommentarfeld des Blogs oder über die Kommentarfunktion auf der Facebook-Seite „EZ-Handballpokal“ euren Favoriten nennen könnt – gerne mit ein paar erklärenden Worten. Aber bitte nur an einer Stelle, letztes Jahr musste ich einige Doppel-Abstimmer aussortieren. Wir sind im Sport – fair geht vor. Die Wahl läuft bis zum kommenden Donnerstag um 17 Uhr, dann wird ausgezählt und das Ergebnis hier im Blog und in der Samstag-Ausgabe der gedruckten Eßlinger Zeitung veröffentlicht.

Jetzt noch ein paar Zeilen zu den Nominierten, in alphabetischer Reihenfolge:

Daniel Brack und Alexis Gula (TV Plochingen)

Daniel Brack (rechts) und Alexis Gula. Fotos: Rudel
Daniel Brack (rechts) und Alexis Gula. Fotos: Rudel

Daniel Brack und Alexis Gula waren bei der Wahl hier vor einem Jahr Lars Schwend unterlegen und landeten auf Platz zwei. Schwend und Wolfschlugen waren als Meister der Württembergliga aufgestiegen, Brack und Gula mit dem TVP als Zweiter. Doch was das Duo mit den Plochingern in der abgelaufenen Saison geleistet hat, ist vielleicht noch höher einzuschätzen als der durchaus überraschende Aufstieg vor einem Jahr. Während die Wolfschlugener – am Ende ohne Schwend – wieder abgestiegen sind, hat der TVP in der BWOL auf dem hervorragenden 6. Platz abgeschnitten. Auch, weil trotz anderer Planungen wieder zu der bewährten Kombination zurückgekehrt wurde: Eigentlich wollte Brack nicht mehr als Spielertrainer fungieren, sondern brav coachend auf der Bank sitzen. Aber dann fehlte der entscheidende Mittelmann. Brack kehrte als Chef-Spielertrainer auf das Feld zurück und Gula als Dirigent während der Spiele auf die Bank. Mit beeindruckendem Erfolg. Mal sehen, was passiert, wenn Brack jetzt wieder „nur“ auf der Bank seine Arbeit verrichten will. Aber das spielt für die diesjährige Bewertung keine Rolle.

Rouven Korreik (TSV Wolfschlugen)

Rouven Korreik.
Rouven Korreik.

Warum Rouven Korreik hier nominiert ist? Ganz einfach: Weil er mit den Frauen des TSV Wolfschlugen geschafft hat, was der Verein davor knapp verpasst hat: Er hat das Team sowas von souverän in die Baden-Württemberg Oberliga geführt. Die Wolfschlugener Männer runter, die Frauen rauf – Wolfschlugen spielt weiter in der BWOL. Und Korreik ist der Erfolgstrainer. Der nun abtritt und ein sehr funktionierendes Team an den bisherigen Coach des diesmaligen Zweiten HC Wernau, Robert Schenker, übergibt.

Pascal Morgant (TV Nellingen)

Pascal Morgant.
Pascal Morgant.

Ähnliche Argumente wie bei Rouven Korreik kann man für Pascal Morgant anführen. Nur auf etwas höherem Niveau. Die Frauen des TV Nellingen kratzen seit Jahren an der Bundesliga. Sie mussten zuschauen, wie andere Clubs, die in der 2. Bundesliga hinter ihnen standen, vorbeigezogen sind und zum Teil heute sogar im Finale eines europäischen Wettbewerbs stehen (TuS Metzingen). Jetzt gibt es viele Jahre nach dem TSV Scharnhausen auf den Fildern wieder Bundesliga-Handball. Ein Schnellstarter war Morgant bei den Hornets nicht. Und das war am Ende wahrscheinlich gut so. Drei Jahre lang hat er etwas aufgebaut, jetzt erntet er (und der Verein mitsamt Fans) die Früchte. Dass das auch daran liegt, dass die Liga vielleicht nicht mehr so stark ist wie vor ein paar Jahren – geschenkt. Im Sport zählt der Erfolg. Und der Aufstieg in die höchste deutsche Spielklasse ist ein großer.

Alexandr Prasolov (TSV Neuhausen)

Alexandr Prasolov.
Alexandr Prasolov.

Das letzte Spiel als Trainer des TSV Neuhausen war für Alexandr Prasolov ein bitteres. Am letzten BWOL-Spieltag hatten die MadDogs die Chance, den x-ten Aufstieg in die 3. Liga zu schaffen. Im Top-Spiel bei Tabellenführer HG Oftersheim/Schwetzingen hat es nicht geklappt. Den Neuhausenern bleibt der – der Vergleich mit dem Treppchen hinkt hier – undankbare dritte Platz. Wiederaufstieg verpasst. Dennoch: Prasolov hat in Neuhausen richtig gute Arbeit geleistet, superprofessionell. Aufstieg, Abstieg, Fast-Aufstieg. Und das angesichts der Tatsache, dass die 3. Liga immer (finanz-) kräftiger und damit für einen Verein wie Neuhausen schwerer zu bespielen ist. Es hat nicht ganz gereicht mit dem Wiederaufstieg, aber Prasolov hinterlässt nach seinem Abschied eine gute Basis für Nachfolger Ralf Bader. Wenn Neuhausen in einem Jahr wieder den Sprung in die 3. Liga schafft – und das ist die Messlatte für Bader – dann steckt da auch ein bisschen Prasolov drin.

Veit Wager (HSG Deiziau/Denkendorf)

Veit Wager.
Veit Wager.

Der Abschied von Veit Wager von der HSG Deizisau/Denkendorf war traurig. Die SG-Vereine haben das Team aus der BWOL zurückgezogen und damit den Status als Nummer zwei des Frauen-Handballs im EZ-Land aufgegeben. Wager, den Vollbluttrainer – und im Privaten der Kultur Zugeneigtem –, bedrückt das. Aber er verabschiedet sich ebenso wie die HSG-Spielerinnen mit erhobenem Kopf: Fast noch in das Aufstiegsrennen eingestiegen und als Vierter auf dem besten Platz in der HSGDD-Geschichte abgeschnitten, ins Finale Four des HVW-Pokals eingezogen und dort fast dem Drittligisten TV Möglingen ein Bein gesellt. Das schafft nur ein Guter. Weshalb bei Wager trotz Pause-Ankündigung regelmäßig Anfragen einlaufen werden.

So, jetzt kommt euer Part. Ich bin gespannt!


Triumph, Tränen, Trotz

Bilder sagen manchmal mehr als Worte. Deshalb hier erst einmal das Geschehen des vergangenen Wochenendes in drei Fotos aus Großröhrsdorf, Schwetzingen, Deizisau und Wolfschlugen:

So bejubelten die Hornets ein Stück hinter Dresden den erstmaligen Aufstieg in die höchste deutsche Spielklasse. Foto: TV Nellingen
So bejubelten die Hornets ein Stück hinter Dresden den erstmaligen Aufstieg in die höchste deutsche Spielklasse. Foto: TV Nellingen
So traurig blickten die Neuhausener, links der scheidende Trainer Alexandr Prasolov, nach der verpassten Aufstiegschance in Schwetzingen drein. Foto: Kehle
So traurig blickten die Neuhausener, links der scheidende Trainer Alexandr Prasolov, nach der verpassten Aufstiegschance in Schwetzingen drein. Foto: Kehle
So verabschiedeten sich Team und Trainer der HSG Deizisau/Denkendorf von ihren Zuschauern und aus der BWOL. Foto: Rudel
So verabschiedeten sich Team und Trainer der HSG Deizisau/Denkendorf von ihren Zuschauern und aus der BWOL. Foto: Rudel
So schwer taten sich Simon Geist und der TSV Wolfschlugen in der BWOL und auch im letzten Spiel gegen die HSG Konstanz II. Foto: Rudel
So schwer taten sich Simon Geist und der TSV Wolfschlugen in der BWOL und auch im letzten Spiel gegen die HSG Konstanz II. Foto: Rudel

Jetzt aber doch auch noch ein paar Worte. Denn solche Emotionen gibt es nur im Sport. Was im EZ-Land am Wochenende los war, lässt nicht nur an den Bildern, sondern auch ganz gut an einigen Überschriften heute in der EZ auf den Seiten 20 und 21 ablesen. „Am Ziel einer langen Reise“ (Nellingen), „Tränen beim TSV Neuhausen“, „Versöhnlicher Abschluss für die HSG“ (Deizisau/Denkendorf), „‘Riesen-Enttäuschung‘ beim TSV Wolfschlugen“.

Gratulation natürlich erst einmal nach Nellingen zum vorzeitig klargemachten Aufstieg in die Bundesliga der Frauen. Dass die Hornets es irgendwann packen würden, war mir klar – ich habe aber ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, dass es in diesem Jahr passieren würde. Es wurde in den vergangenen Jahren viel umgekrempelt in Nellingen – jetzt werden die Früchte geerntet, auch von der unaufgeregten Arbeit von Trainer Pascal Morgant.

Wie sich die Hornets in der Bundesliga schlagen werden, ist sehr schwer zu beurteilen. Es gab in den vergangenen Jahren positive und negative Beispiele. Aber zuerst einmal sollen die Mädels feiern. Das Gedankenmachen kann warten.

Was die MadDogs betrifft, so hätte die Überschrift über dem Aufmacher auf Seite 20 auch so lauten können: „Jetzt greifen wir eben nach der Pause wieder an“. Das war ein Zitat von Linksaußen Daniel Roos. Die Enttäuschung über den verpassten Wiederaufstieg war natürlich groß. Die Neuhausener hätten es mit einem Sieg im letzten Spiel bei der HG Oftersheim/Schwetzingen gepackt. Aber eigentlich haben sie den Aufstieg schon vorher durch die eine oder andere unnötige Niederlage verspielt.

Die Neuhausener haben eine gute Saison gespielt. Aber eine zu unkonstante. Das wird das Thema in der kommenden Saison mit dem neuen Trainer Ralf Bader sein. Da werden die MadDogs wahrscheinlich, ob sie wollen oder nicht, der Top-Favorit sein. Sollen sie der Rolle ruhig gerecht werden!

Zur HSGDD. Ich will nicht noch einmal die Geschichte nacherzählen, warum die beiden Stammvereine das Team aus der BWOL zurückgezogen haben. Das hat in den vergangenen Wochen für viel Wirbel, Enttäuschung und Ärger gesorgt. Und was macht das Team um den scheidenden Trainer Veit Wager? Gewinnt und gewinnt, zieht ins Final Four um den HVW-Pokal ein und schließt die Saison mit einem Sieg und als Vierter und damit so gut wie noch nie ab. Chapeau!

Das HSG-Team bricht nun auseinander. Nur drei bisherige BWOL-Spielerinnen werden das Landesliga-Team der Spielgemeinschaft verstärken, das in einem Jahr den Aufstieg in die Württembergliga feiern will.

In der Württembergliga spielen in der kommenden Runde die Männer des TSV Wolfschlugen. Für sie ist es richtig doof gelaufen. In einer anderen Konstellation hätten sie als Viertletzter Relegation spielen können, aber wegen der Zahl der Runterkommer von der 3. Liga geht es nun direkt wieder eins tiefer.

Ich hätte allerdings nicht gedacht, dass die Mannschaft überhaupt so weit unten landen würde. Dazu war der Aufstieg vor einem Jahr zu souverän und der Kader zu gut. Dann ist aber das eine oder andere schiefgelaufen. Es gab große Verletzungsprobleme. Im Dezember ist (zumindest für viele) überraschend Trainer Lars Schwend zurückgetreten. Christopher Massong hat sich zwar gleich mit dem Sieg beim EZ-Pokal eingeführt, den Abstieg am Ende aber ebenso wenig verhindern können wie Benjamin Brack, der statt zur kommenden Saison (für viele) nicht überraschend sofort eingestiegen ist.

Der von mir etwas schwächer eingeschätzte, weil knapper aufgestiegene Mit-Aufsteiger TV Plochingen hat die Saison mit einem positiven Punktekonto auf Platz acht abgeschlossen. Auch hier: Chapeau!

Schade für die Wolfschlugener. Aber sie werden es verkraften und in der kommenden Saison in der WL eine gute Rolle spielen.

Ob die Wolfschlugener irgendwann ab September gegen die HSG Ostfildern oder den TV Reichenbach spielen werden, entscheidet sich am Donnerstag und Sonntag in der Abstiegsrelegation. Meine Kollegin Steffi Gauch-Dörre kümmert sich um das Zitter-Derby. Sie wird für die Mittwoch-Ausgabe eine interessante Vorschau schreiben und bei Hin- und Rückspiel in der Halle sein.

Und ihr, liebe treue Am-Kreis-Leser, könnt euch wie ich schonmal gedanklich auf die Wahl zum Trainer der Saison einstellen. Am Sonntag oder Montag werde ich die Nominierten vorstellen – und dann seid ihr gefragt.


Jubel und Enttäuschung

Breaking News aus dem EZ-Handball-Land:
Jubel in Nellingen, Enttäuschung in Neuhausen. Die Hornets haben den Aufstieg in die Bundesliga endgültig klargemacht. Zwar haben sie in Rödertal nur einen Punkt geholt. Weil Verfolger H2Ku Herrenberg aber verloren hat, kann gefeiert werden.
Die MadDogs dagegen haben das Aufstiegs-Endspiel bei der HG Oftersheim/Schwetzingen soeben verloren und bleiben damit in der BWOL. Kopf hoch!
Und der TSV Wolfschlugen konnte den direkten Abstieg in die Württembergliga nicht mehr verhindern. Schade.


Wochenende der Entscheidungen

Das Hinspiel gegen Oftersheim/Schwetzingen am 1. November haben Dominik Eisele und der TSV Neuhausen gewonnen. Warum dann nicht auch das Rückspiel? Showdown! Foto: Rudel
Das Hinspiel gegen Oftersheim/Schwetzingen am 1. November haben Dominik Eisele und der TSV Neuhausen gewonnen. Warum dann nicht auch das Rückspiel? Showdown! Foto: Rudel

Das beste Frauen- und das beste Männer-Team im EZ-Land können an diesem Wochenende den Aufstieg klarmachen. Wann hat es das schonmal gegeben? Um die höhere Klasse geht es bei den Frauen des TV Nellingen, spannender ist es bei den Männern des TSV Neuhausen.

Mal abgesehen davon, das die Hornets am Samstagabend die leichtere Aufgabe haben: Wenn sie es da nicht endgültig packen – wobei sie ja eigentlich schon durch sind –, dann bleiben ihnen immer noch zwei Möglichkeiten, den Sprung in die höchste deutsche Spielklasse zu schaffen. Da brennt jedenfalls nichts mehr an.

Bei den MadDogs sieht es ganz anders aus: Gewinnen sie, spielen sie in der kommenden Runde wieder in der 3. Liga – gewinnen sie nicht, bleiben sie in der BWOL.

Also das hätte nicht interessanter laufen können: Am letzten Spieltag treffen Spitzenreiter HG Oftersheim/Schwetzingen und der Dritte Neuhausen aufeinander. Den Zweiten SG Pforzheim/Eutingen vernachlässigen wir mal – der braucht auch noch einen Sieg, spielt aber daheim gegen Schlusslicht Schmiden. Und es ist ja nicht nur so, dass Neuhausen gewinnen muss. Oftersheim/Schwetzingen darf nicht verlieren, sonst ist das Team weg vom Fenster.

Ich würde mich auch für Trainer Alexandr Prasolov und Urgestein Markus Fuchs freuen und ihnen einen Abschied als Aufsteiger wünschen.

Also, für Spannung ist gesorgt. Entsprechend interessant dürfte auch die EZ-Ausgabe vom Montag werden.

Zwei Dinge muss ich hier aber bei aller Aufstiegsspannung auch noch loswerden: Die HSG Deizisau/Denkendorf ist in der BWOL der Frauen tabellarisch ja auch nicht weit weg von oben, wird wahrscheinlich das beste Abschneiden in der SG-Geschichte einfahren. Aber nach Sonntag ist es vorbei, das Team wird zurückgezogen. DD gibt es in der kommenden Saison nur noch in der Landesliga. Stark: Seit die Sache bekannt ist, hat das Team des scheidenden Trainers Veit Wager kein Spiel mehr verloren. Und am Samstag steht die HSG ja auch noch im Final Four des HVW-Pokals. Da ist sie zwar im Halbfinale gegen (und in) Möglingen Außenseiter, aber schon das Erreichen des Final Four ist ein großer Erfolg. Ich ziehe den Hut.

Und dann ist da noch der TV Plochingen. Es ist ein bisschen wie bei Schülern: Die besonders guten, die keine Probleme bereiten, fallen nicht so richtig auf. Der TVP schließt als Aufsteiger in der BWOL eine bärenstarke Saison auf einem Spitzenplatz ab. Das hätte der Mannschaft von Spielertrainer Daniel Brack so wohl niemand zugetraut. Und es muss deshalb mal erwähnt werden.

Ich schau mir jetzt an, was am Wochenende so passiert. Und dann mache ich mich auch mal an die Nominierungen für die Wahl zum Trainer der Saison im EZ-Land. Zuerst sind wir aber gespannt, ob es Nellingen und Neuhausen am Wochenende packen.


Fuchse hört auf

Markus Fuchs wie so oft auf dem Weg zum Tor. Die restlichen Bilder ohne Worte. Fotos: Rudel
Markus Fuchs wie so oft auf dem Weg zum Tor. Die restlichen Bilder ohne Worte. Fotos: Rudel

Genau 265 Fotos haben wir von Markus Fuchs im EZ-Archiv. Viele davon in sehr ähnlicher Haltung. Das beweist, wie lange er schon Handball spielt. Am Samstag bestreitet er sein letztes Spiel für den TSV Neuhausen und zu gerne würde er seine aktive Karriere mit einem weiteren Aufstieg beenden. Denn davon hat er schon einige mitgemacht. Abstiege allerdings auch.

Die ganze Geschichte morgen in der EZ auf Seite 17. Als Werbung und als Einstimmung hier ein paar Fotos aus Fuchses langer und erfolgreicher Laufbahn.
16fuchs2
16fuchs3
16fuchs4
16fuchs5
16fuchs6
foto: roberto bulgrin      28. 8. 2004 tsv neuhausen 7 markus fuchs
16fuchs8


Schwarz-Gelb

Ein ganz starkes Foto von Julia Orban-Smideliusz im Spiel gegen Zwickau, deshalb hab ich es in der EZ aufgemacht. Foto: Rudel
Ein ganz starkes Foto von Julia Orban-Smideliusz im Spiel gegen Zwickau, deshalb hab ich es in der EZ aufgemacht. Foto: Rudel

Ich habe am Samstag innerhalb kürzester Zeit zwei Tabellen-Zweite in schwarz-gelben Trikots gesehen, die eine sehr souveräne Leistung gezeigt haben. Zuerst ab 15.30 Uhr vor 60 000 Zuschauern, dann – ich musste mich ganz schön beeilen, um pünktlich zu sein – ab 19 Uhr vor 650 Zuschauern. Die eine Mannschaft hat drei Tore geschossen, die andere 24. Im ersten Fall war es schlecht für die Fans im EZ-Land, im anderen gut.

Klar, zuerst war ich bei der 0:3-Niederlage der VfB-Fußballer gegen Dortmund und dann beim 24:19-Sieg der Nellinger Handballerinnen gegen Zwickau. Ich war zwei Spielzeiten lang nicht mehr in Nellingen und in dieser am Samstag zum zweiten Mal. Ich kann also nicht behaupten, dass ich das Team besonders gut kenne. Zumal, und das ist interessant, seither in Annika Blanke nur noch eine einzige Spielerin da ist, die ich von „früher“ kenne. Mit Ausnahme von Co-Trainer Steffen Wallach, der immer da ist, ist so gut wie alles neu. Allerdings ist auch nicht mehr so viel Ostfildern im Team.

Annika Blanke, die langedienteste Spielerin im Hornets-Kader, war gegen Zwickau bockstark.
Annika Blanke, die langedienteste Spielerin im Hornets-Kader, war gegen Zwickau bockstark.

Auch spannend: Ich war bei den Aufstiegs-Dramen unter Stefan Haigis in Rosengarten und Celle dabei. Hat nicht geklappt. War echt bitter, vor allem in Celle. Und jetzt schaffen es die Mädels einfach. Auch, weil einige Konkurrenten schwächeln. Aber auch – und wahrscheinlich vor allem -, weil Trainer Pascal Morgant und sein Team gute Arbeit leisten. Drei Jahre unter Morgant hat es gebraucht, dann hat es geklappt. So was nennt man Aufbauarbeit.

Ich hab Pascal Morgant – hoch sympathischer Kerl – nach dem Warum gefragt. Gute Antwort: Klar, andere Teams sind nicht an ihre Leistungsgrenzen gekommen. Aber genau diese Teams haben auch Neckarsulm und Nellingen die Favoritenrolle zugeschoben, obwohl sie vielleicht gar nicht schlechter aufgestellt waren. Morgants einfache Erklärung: Nellingen war einfach am konstantesten. Und hat dem Druck standgehalten.

Noch ein klasse Rudel-Foto: Pascal Morgant in Aktion.
Noch ein klasse Rudel-Foto: Pascal Morgant in Aktion.

Dennoch: Bundesliga wird jetzt ein großes Abenteuer.

Ob es jetzt wirklich schon klar ist, ist eine interessante Frage. Die mich bei meiner Berichterstattung für die Monatags-EZ durchaus vor ein paar Probleme gestellt hat. Also weil H2Ku keine Lizenz für die Bundesliga beantragt hat und falls die Herrenbergerinnen Zweiter würden dadurch der Dritte (mit Antrag) nachrücken würde, sind die Hornets durch. Aber, das ehrt Morgant und die Spielerinnen, sie wollen ganz sicher sein und als Zweiter sportlich aufsteigen. Also noch ein Sieg, am liebsten am Samstag in Rödertal hinter Dresden.

Ich will ehrlich sein: Ich war ein bisschen froh, dass H2Ku am Tag nach dem Nellinger Spiel gegen Nürtingen wie erwartet gewonnen hat. Denn sonst wäre Nellingen auch rechnerisch und absolut sicher durch gewesen – und ich hätte nochmal richtig ran müssen an die Geschichte, obwohl ich eh schon geschrieben habe wie ein Wilder (beim VfB ist die Situation gerade ja auch nicht so harmlos) und auch sonst an so einem Sonntag gut was zu tun ist in einer Sportredaktion. Ich darf das jetzt sagen, denn die Hornets schaffen es ja so oder so und dass jetzt nächste Woche gefeiert wird, liegt ja eh im Plan der Nellingerinnen. Und wenn es so gekommen wäre, wäre der Sonntag halt noch länger geworden als sonst (und ich wäre jetzt vielleicht noch in der Redaktion und würde nicht am Feierabend Blog schreiben).

A propos feiern: Gratulation an die Landesliga-Männer des HC Wernau zum Klassenverbleib. Dazu hatte das Wochenende noch den schaurig-schönen Saisonabschluss der Wernauer Frauen mit dem Sieg als Zweiter beim Meister Wolfschlugen vor dem Rückzug des Vereins aus der Liga zu bieten.

TSV Neuhausen, hier Philipp Schöbinger, gewinnt das Derby gegen Deizisau und ist wieder im Aufstiegsrennen.
TSV Neuhausen, hier Philipp Schöbinger, gewinnt das Derby gegen Deizisau und ist wieder im Aufstiegsrennen.

Und die wiedergekehrte Aussicht der Neuhausener BWOL-Handballer auf den Wiederaufstieg in die 3. Liga. Am Samstag kommt es zum großen Showdown beim Tabellenführer Oftersheim/Schwetzingen. Das sind Geschichten, die der Sport schreibt. Darum lieben wir ihn so!


Alles Gute, Tine Gall

Das neueste Foto von Christine Gall im EZ-Archiv vom Dezember 2015. Fotos: Rudel
Das neueste Foto von Christine Gall im EZ-Archiv vom Dezember 2015. Fotos: Rudel

Und wieder verlässt eine Spielerin, die das EZ-Land in den vergangenen Jahren geprägt hat, die Handball-Bühne. Entsprechend wird sie morgen mit einer Geschichte und einem schönen Freisteller-Foto gewürdigt. Ich habe mir nicht nehmen lassen, die Story zu schreiben. Ich glaube, dass ich Christine Gall in ihren sechs Jahren beim TV Nellingen von den Mitgliedern der EZ-Sportredaktion wahrscheinlich am häufigsten habe spielen sehen. Ich bin ja inzwischen nur noch sehr selten in Nellingen – am Samstag fahre ich mal wieder hoch in die Sporthalle 1. Aber Tine war auch lange nicht mehr da, ihre Karriere hat sie beim HC Wernau ausklingen lassen, was ja im Moment keine so schöne Geschichte ist.

Das letzte Foto im Nellinger Trikot vom Mai 2013.
Das letzte Foto im Nellinger Trikot vom Mai 2013.

Tines Karriere aber ist eine positive Geschichte. Auch wenn nicht alle Geschichten positiv ausgegangen sind. Bei ihren wichtigsten Spielen, oder zumindest drei davon, war ich dabei. Alle auswärts: Der klargemachte Aufstieg in die 2. Bundesliga in Möglingen und die beiden verpassten Bundesliga-Aufstiege in Rosengarten und Celle.

Tine Gall in typischer Flughaltung - November 2010 im Spiel gegen Dortmund.
Tine Gall in typischer Flughaltung – November 2010 im Spiel gegen Dortmund.

Ich habe viel erlebt in meinem bisherigen Journalistenleben. Aber ob ihr es glaubt oder nicht: Wenn ich meine vier am meisten in Erinnerung gebliebenen beruflichen Reisen benennen müsste, dann wären das Barcelona, St. Petersburg (jeweils Champions League mit dem VfB), Rosengarten und Celle.

Die Trikots werden schlimmer, Tine auf den Fotos jünger: Oktober 2005.
Die Trikots werden schlimmer, Tine auf den Fotos jünger: Oktober 2005.

Ich habe Tine immer gerne spielen sehen. So viel Dynamik erlebt man selten in der Halle. Ich habe auch immer gerne mit ihr geredet. Zuletzt, als ich mich mit ihr für die Geschichte getroffen habe, davor als zuverlässige Berichterstatterin vom HCW und früher nach Spielen der TVN-Frauen. Da kam meistens was G’scheites, was ich für meine Texte verwenden konnte.

Und ich erinnere mich noch gut daran, wie wir gemeinsam mit Sandra Faustka Teile der Aufstiegsseiten vorbereitet haben, die ich dann später einstampfen musste. Schade eigentlich. Bundesliga hätte Tine auch gekonnt.

Und hier noch das älteste Foto von Tine Gall im EZ-Archiv: JSG Ostfildern gegen TSV Haunstetten, Mai 2005. Rechts neben ihr übrigens Alexandra Kubasta, die schon lange in Metzingen spielt.
Und hier noch das älteste Foto von Tine Gall im EZ-Archiv: JSG Ostfildern gegen TSV Haunstetten, Mai 2005. Rechts neben ihr übrigens Alexandra Kubasta, die schon lange in Metzingen spielt.

Wenn ich an Tine Gall denke, fallen mir Worte ein wie: lustig, sympathisch, emotional, schnell, authentisch. Ach, was soll ich hier erzählen: Lest die Geschichte morgen in der EZ. Seite 17.

Und, ich weiß, du liest das hier – deshalb dir, Tine: alles Gute für die Zukunft!