Zwischen Esslingen und Katar

Thomas Freiwald (links) verabschiedet sich beim Team Esslingen, Vasile Oprea kommt. Foto: Rudel
Thomas Freiwald (links) verabschiedet sich beim Team Esslingen, Vasile Oprea kommt. Foto: Rudel

Ich habe ein freies Wochenende hinter mir, was nicht so oft vorkommt. Berufsrisiko nennt man das wohl. Was an den ansonsten sehr schönen und erholsamen Tagen ziemlich käse war, war, dass ich die Zeit nicht zum Handballschauen nutzen konnte. Wir haben ja auch in der EZ immer wieder darüber berichtet, dass die Handball-WM in Katar nicht im frei empfangbaren Fernsehen kommt. Aber so richtig bewusst wird einem das erst, wenn der Bildschirm schwarz bleibt.

Ich habe zu Hause kein Sky und finde das im Grunde auch gut so. Aber Liveticker im Internet ist kein Spaß. Als Zeitungsmann könnte ich ja jetzt sagen: Toll, dann wollen die Leute schon mehr lesen. Aber ich hätte euch und mir die Spiele schon gegönnt. Unsere Aufgabe ist es dann, am nächsten Tag die Hintergründe zu liefern. Machen wir jetzt auch.

Morgen tut das auch wieder Göppingens Kreisläufer Manuel Späth. Seine Kolumne „Späthlese“ erscheint in der Zeitung und ist dann auch auf www.esslinger-zeitung.de unter diesem Link nachzulesen. Ich hab’s mir schonmal angeschaut – es lohnt sich.

Ansonsten ging es mir heute wie euch: Ich habe die Zeitung aus dem Briefkasten geholt und gelesen. Unter anderem von den Niederlagen der Männer des TSV Neuhausen und des TSV Deizisau sowie der Frauen der HSG Deizisau/Denkendorf und des TSV Wolfschlugen. Und vom Derbysieg des TV Plochingen bei der HSG Ostfildern und dem Coup der Landesliga-Männer des HC Wernau gegen den Tabellenführer.

Und davon, dass Trainer Thomas Freiwald beim Landesligisten Team Esslingen das Handtuch geworfen hat.

Ich habe in der vergangenen Woche ja in der EZ und auch hier am Kreis über das Thema geschrieben und so richtig überraschend kommt es nicht. Manchmal ist es einfach so, dass es nach langer Zeit zwischen Trainer und Mannschaft nicht mehr richtig funktioniert – warum, wäre eher das Thema für eine Doktorarbeit. Freiwald und Team, das war eine lange Zeit – ich jedenfalls kenne ihn nicht woanders.

Und deshalb wird wohl jeder der Beteiligten bedauern, dass es jetzt während der Saison und nicht sauber am Ende zum Auseinandergehen kommt. Aber ich denke trotzdem, dass sich beide Seiten in die Augen schauen können, auch Spieler und Trainer.

Ich bin mir auch sicher, dass Thomas Freiwald nach einer Auszeit bald wieder etwas in Sachen Handball machen wird. Er ist ein Guter und einer der sympathischsten Trainer im EZ-Land.

Und wie geht es mit Vasile Oprea weiter? Der Rumäne sollte ab kommender Saison übernehmen und dem Team zu altem Glanz verhelfen. Noch steht er in Owen unter Vertrag und als ich letzte Woche mit ihm gesprochen habe, hat er betont, dass er dort auch zu seinem Wort steht. Falls er in Esslingen früher eingreifen sollte, sagte er, könne das nur parallel laufen. Das Training sei dabei eher ein Problem als die Spiele.

Was aber auch betont werden muss: Oprea hat beim Team ja schon als Torwart- und D-Jugendtrainer gearbeitet und war von daher schon bei Spielen in der Halle. Auch er hätte sicherlich lieber eine erfolgreiche Mannschaft zur neuen Saison übernommen.

Jetzt ist die Hoffnung, dass das Team, das am Ende der vergangenen Saison noch fast in die Württembergliga aufgestiegen wäre, nicht noch in die Bezirksliga runter muss.

Und dass die deutsche Mannschaft in Katar weit kommt. Auch wenn es hierzulande kaum einer sehen kann.


Handball-Späthlese in der EZ

Manuel Späth mal nicht im Handball-Trikot in der Halle, sondern im schicken Hemd im Cafe Maille. Für die EZ wird er das Geschehen bei der WM in einer Kolumne analysieren. Fotos: Rudel
Manuel Späth mal nicht im Handball-Trikot in der Halle, sondern im schicken Hemd im Cafe Maille. Für die EZ wird er das Geschehen bei der WM in einer Kolumne analysieren. Fotos: Rudel

Er hat 31 Länderspiele absolviert, spielt seit dem Jahr 2006 für Frisch Auf Göppingen in der Bundesliga und ist dort einer der konstantesten und beliebtesten Spieler. Das Handballspielen hat der heute 29-jährige Kreisläufer aber in Ostfildern gelernt, vor seinem Wechsel nach Göppingen spielte er für den TSV Neuhausen und stieg mit der Mannschaft vor zehn Jahren in die dritthöchste Spielklasse auf. Manuel Späth ist DAS Handball-Aushängeschild im EZ-Land.

Ich hätte ihm gegönnt, dass er in Katar das Nationaltrikot tragen würden, nachdem er im vergangenen November nach drei Jahren Pause wieder zwei Länderspiele absolviert hat. Dass es mit der WM-Teilnahme nicht geklappt hat, war dann aber auch für Man keine allzu große Überraschung. Jetzt tragen andere das Nationaltrikot, unter anderem sein Göppinger Mannschaftskamerad Michael Kraus. Manu Späth ist aber trotzdem im Einsatz: als Kolumnist für die Eßlinger Zeitung. Mich freut das riesig und ich bin mir sicher, dass die Leser auch ihre Freude daran haben werden.

Als ich Manu vor ein paar Wochen angerufen und ihm den Vorschlag gemacht habe, hat er zwischen einer und zwei Sekunden nachgedacht und dann sofort zugesagt. Für seine Facebook-Seite greift er ja auch regelmäßig in die Tasten, schreiben kann er also. Und dass er viel von Handball versteht, ist eh klar. Ebenso, wie es im EZ-Land kaum eeinen Besseren geben könnte, der so etwas macht.

Kolumnist (rechts) und EZ-Redakteur im Gespräch. Getränke kamen wenig später übrigens auch noch auf den Tisch.
Kolumnist (rechts) und EZ-Redakteur im Gespräch. Getränke kamen wenig später übrigens auch noch auf den Tisch.

Der Titel der Kolumne war auch schnell gefunden: „Späthlese“. Vergangen Woche haben wir uns dann zum Frühstück im Cafe Maille in Esslingen getroffen und alles durchgesprochen. Dabei ist auch ein langes Interview („Das Viertelfinale wäre ganz ordentlich“) entstanden, das heute schon in der EZ auf Seite 14 zu lesen ist. Die erste „Späthlese“ erscheint dann in der morgigen Ausgabe neben den Texten zum WM-Auftakt.

Bis zum Finale am 1. Februar wird Manu Späth in unregelmäßigen Abständen seine Sicht der Dinge schildern, geplant ist die zweite „Späthlese“ nach dem ersten Spielwochenende und damit den ersten beiden Spielen der deutschen Mannschaft. Wir dürfen gespannt sein, was ihm alles einfällt.

Ich bedanke mich schon mal bei Manu, den wir hier im EZ-Land ja nie aus den Augen verloren haben und der sich hier immer wieder in den Hallen blicken lässt. So, wie ich ihn erlebt habe, freut er sich auch auf die Sache und hat schon einige Ideen.


Links und rechts von Esslingen

Er saß schon auf der Bank des Team Esslingen - übernimmt aber erst später: Vasile Oprea. Fotos. Rudel
Er saß schon auf der Bank des Team Esslingen – übernimmt aber erst später: Vasile Oprea. Fotos. Rudel

Der Mann ist in der Handballszene eine Nummer. Wer sofort aufzählen kann, bei welchen Vereinen Vasile Oprea schon alles war, der ist gut. Ich habe den heute 57-Jährigen kennengelernt, als er einstmals Trainer des TSV Neuhausen war. Zurzeit ist der Rumäne beim Bezirksligisten TSV Owen – demnächst will er dem Team Esslingen zu altem Glanz verhelfen.

Momentan läuft es nicht gut beim Team. Am Ende der vergangenen Saison wäre die Mannschaft fast in die Württembergliga aufgestiegen und ist dann an der HSG Ostfildern gescheitert. Jetzt spielt sie in der Landesliga gegen den Abstieg – und der langjährige Trainer Thomas Freiwald ist ein bisschen mit seinem Latein am Ende. Die ganze Sache lässt ihn nicht kalt.

Guter Mann, aber bald nicht mehr Team-Trainer: Thomas Freiwald.
Guter Mann, aber bald nicht mehr Team-Trainer: Thomas Freiwald.

Als ich heute mit Oprea telefoniert habe, hat er nur so gesprüht vor Energie. Der Mann lebt Handball. Am liebsten hätte er mir gleich sein ganzes Konzept erläutert. Auf jeden Fall wird er Vollgas geben, sobald er beim Team anfängt. Starke Sprüche hatte er heute schon parat. Ein paar Kostproben:

„In Esslingen gucken sie nach links und sie gucken nach rechts – überall kleinere Orte, die höher spielen.“
„Warum spielt so eine Stadt in der Landesliga?“
Esslingen ist so eine große Stadt mit einem solchen Potenzial, wir wollen peu a peu höher spielen – ein, zwei, drei Ligen, je nachdem.“
„Obwohl sich die Mannschaft Team nennt, kann ich im Moment kein gutes Team sehen.“

Seinen Sohn Dragos, dessen am Saisonende auslaufender Vertrag beim Bundesligisten Frisch Auf Göppingen nicht verlängert wird, wird Oprea übrigens nicht mitbringen, hat er mir lachend erklärt. „Nein, nein, vielleicht irgendwann, aber er kann noch ein paar Jahre Bundesliga spielen.“

Zur weiteren Lektüre kann ich euch die Seite 17 der morgigen EZ empfehlen, dort gibt es die ganze Geschichte und es kommen alle Beteiligten zu Wort.

Cut.
Am Wochenende war ja nicht nur beim Spiel FAG II gegen Team was los, wie man heute auf den Seiten 19 und 20 nachlesen kann. Ehrlich gesagt, hatte ich meinen Blog-Text schon fertig, ehe ich mit der Oprea-Geschichte angefangen habe, die ich hier natürlich auch nicht unkommentiert lassen wollte. Deshalb bekommt ihr die Team-Esslingen-freie Version jetzt auch noch zu lesen. Gibt’s halt heute ein bissle mehr:

Mit einspaltigen Überschriften ist das so eine Sache. Da kann man einfach nicht so viel reinschreiben wie beim Mehrspaltern. „HSG schlägt den Tabellenzweiten“ und „HSG hält mit, aber verliert“. HSGs gibt’s wie Bälle in der Handballhalle. Okay, aus der einen HSG noch eben „Ostfildern hält mit, aber verliert“ gemacht. Passt. Aber HSG Deizisau/Denkendorf in eine Überschriftenspalte kriegen, oder gar HSG Deizisau/Denkendorf II? No Chance. Und so haben wir heute eben auch noch „HSG II geht in Biberach baden“ im Blatt.

Aber alles halb so wild, die EZ-Leser finden sich da schnell zurecht. Und so kommen sie auch mit den Überschriften „Wolfschlugen baut Vorsprung aus“ auf Seite 19 und „Wolfschlugen verliert Spitzenspiel“ auf Seite 20 klar. Letzteres besagt, dass die Wolfschlugener Frauen in der Württembergliga nach der 27:32-Schlappe gegen Ober-/Unterhausen nur noch punktgleich mit Biberach, Wangen und Ober-/Unterhausen oben stehen, die Wolfschlugener Männer in der gleichen Spielklasse aber mit großen Schritten Richtung Meisterschaft marschieren.

Die Mannschaft von Trainer Lars Schwend hat ja auch beim EZ-Pokal als Finalist geglänzt. Jetzt ein deutlicher Sieg gegen Laupheim, während Verfolger TV Plochingen das doppelte Brüderduell gegen den SKV Unterensingen klar mit 24:30 verloren hat. Dem TVP gehen, wie selbst befürchtet, Leute und Luft aus. Und Spielertrainer Daniel Brack sagt schonmal: „Damit ist Wolfschlugen so gut wie aufgestiegen.“ Wolfschlugen 25:3 Punkte, dahinter zwei Mal 20:8 (Plochingen und Unterensingen).

Da werden sie in Wolfschlugen natürlich laut protestieren. Müssen sie auch, die Runde ist ja noch lang. Aber die Mannschaft ist spätestens jetzt sowas von favorisiert, das kann man drehen und wenden, wie man will.

Leidtun kann einem die HSG Ostfildern. Da hat die HSG („hält mit, aber verliert“) irgendwann mal endlich die ersten beiden Saisonsiege eingefahren – und dann geht es mit dem Verlieren gerade so weiter. Was für die Ostfilderner zum Verzweifeln ist: Mal kommen sie unter die Räder und unterliegen hoch, dann halten sie gegen viel stärker eingeschätzte Teams wie Zizishausen gut mit und verlieren mit eins oder zwei.

Jeder Pott braucht seinen Deckel...
Jeder Pott braucht seinen Deckel…

Noch was Positives zum Schluss: Drittligist TSV Neuhausen hat nicht nur einen wichtigen Sieg gegen H2Ku eingefahren und dabei eine überzeugende Leistung abgeliefert, sondern auch den geklauten EZ-Pokal-Deckel aus Wolfschlugen wieder. Bier gegen Blech. Alles ist gut.


Starke Vorstellungen

Mein Lieblingsbild vom diesjährigen EZ-Pokal: Volle Ränge und ein "kopfloser" Torhüter. Fotos: Rudel
Mein Lieblingsbild vom diesjährigen EZ-Pokal: Volle Ränge und ein „kopfloser“ Torhüter. Fotos: Rudel

Den EZ-Pokal-Finaltag hatte ich persönlich mir ein bisschen anders vorgestellt. Nach zwei Tagen in der Halle habe ich gestern die Finalspiele verpasst. Warum, lässt sich heute in der EZ auf den Seiten 1, 3 und 17 nachlesen. Wie können die beim VfB ihren neuen Sportvorstand an dem Tag vorstellen, an dem der Sieger des EZ-Pokals ausgespielt wird? Naja.

Insgesamt, das habe ich schon vorher erlebt und mir von den Kollegen bestätigen lassen, war es eine sehr gelungene Veranstaltung. Unser Ausrichter-Partner TSV Denkendorf hat für einen guten Rahmen gesorgt und auf dem Spielfeld war auch einiges geboten.

Das Siegersektfoto.
Das Siegersektfoto.

Dass der TSV Neuhausen wieder gewonnen hat, ist keine Überraschung. Aber man muss seiner Favoritenrolle erst einmal gerecht werden, und die MadDogs wussten, dass die Konkurrenz leistungsmäßig näher gerückt ist. Der Sieg wird hoffentlich einen Schub für den Abstiegskampf in der 3. Liga geben.
...und das Siegermannschaftsfoto.
…und das Siegermannschaftsfoto.

Nach der Papierform hätte ja der TSV Deizisau aus der BWOL im Finale stehen müssen. Aber dass im Halbfinale gegen den Württembergliga-Tabellenführer TSV Wolfschlugen das Aus kam, lag jetzt auch nicht vollkommen aus der Welt. Immerhin hat Wolfschlugen dieses Duell auch schon im HVW-Pokal für sich entschieden. Es passt zum Saisonverlauf, die Mannschaft von Trainer Lars Schwend ist gut in Form. 19:14 im Viertelfinale gegen den (allerdings inklusive Spielertrainer Daniel Brack stark ersatzgeschwächten) Liga-Verfolger TV Plochingen – 19 Tore bei zwei Mal 15 Minuten Spielzeit ist eine Marke. Dann 16:15 im Halbfinale gegen Deizisau. Beim 9:17 im Endspiel gegen Neuhausen ging dann aber nicht mehr viel. „Eine Demonstration der Stärke“ lautet heute entsprechend die Überschrift auf Seite 21 der EZ.

Was dieses Jahr auffiel, war auch die starke Vorstellung der „kleinen“ Teams. Bezirksligist TSV Denkendorf hätte es fast ins Halbfinale geschafft und scheiterte im Viertelfinale nach Führung erst im Siebenmeterwerfen am starken Landesligisten TSV Dettingen. Auch das Bezirksliga-Team der SG Hegensberg/Liebersbronn zeigte in der Vorrunde zumindest eine bärenstarke Leistung und trotzte dem Landesligisten Team Esslingen ein 16:16 ab

Es hat wieder richtig Spaß gemacht. Schade, dass der EZ-Pokal immer so schnell vorbei ist. Aber jetzt hat uns nahtlos der Liga-Alltag wieder. Und wir haben noch die eine oder andere Geschichte im Block. Eine meiner Kollegin Steffi Gauch-Dörre kommt vermutlich schon in der kommenden Freitagausgabe, ich habe auch noch etwas in der Pipeline.

Noch etwas ganz anderes. Gerade lief eine DHB-Pressemitteilung und dann auch eine Agenturmeldung, dass Heine Jensen nicht mehr Frauen-Nationaltrainer ist. Wer hätte das gedacht. Hier die Meldung:

DHB löst nach schwacher EM Vertrag mit Bundestrainer Jensen auf
Leipzig (dpa) – Der Deutsche Handballbund hat die Konsequenzen aus dem schwachen EM-Abschneiden gezogen und den Vertrag mit Frauen-Bundestrainer Heine Jensen aufgelöst. Der Coach sei in beiderseitigem Einvernehmen rückwirkend zum 31. Dezember 2014 von seinen Aufgaben entbunden worden, hieß es. „Wir haben eine mit Platz zehn enttäuschende Europameisterschaft hinter uns. Noch in Zagreb und in den Tagen danach haben wir mit den Trainern, aber auch mit Spielerinnen intensiv gesprochen und dabei die Spiele des letzten Jahres analysiert. Leider sind wir keinen Schritt vorwärtsgekommen“, sagt DHB-Präsident Bernhard Bauer.
Der für den Leistungssport verantwortliche DHB-Vizepräsident Bob Hanning betonte, dass „es das Beste für den deutschen Frauenhandball ist, Klarheit zu schaffen und grundsätzliche Prozesse wieder in die gewünschte Richtung zu lenken“. Er will „in enger Abstimmung mit der Handball Bundesliga Frauen“ eine Lösung suchen, um die bevorstehenden Herausforderungen zu meistern.
Die deutschen Handballerinnen treffen am 6./7. und 13./14. Juni in zwei Playoff-Spielen auf Rekord-Weltmeister Russland. Dabei kämpfen sie nicht nur um die Teilnahme an der Ende 2015 in Dänemark stattfinden Weltmeisterschaft, sondern auch um die letzte Qualifikationschance für Olympia 2016 in Rio de Janeiro.


Kleine ganz groß

Tag zwei des EZ-Pokals liegt hinter uns, die Viertelfinalbegegnungen stehen. Wieder war klasse Handball geboten – auch und gerade von den Teams, die sonst nicht vor so vielen Zuschauern spielen. Mir hat etwa die junge Landesligamannschaft des TSV Dettingen gefallen, die die SG Hegensberg/Liebersbronn geradezu auseinandergenommen hat. Alles gut ausgebildete Spieler, hat Spaß gemacht. HeLi präsentierte im zweiten Spiel gegen das Team Esslingen sein anderes Gesicht und hätte den Stadtrivalen beinahe rausgeworfen.

Das Spiel des Tages war aber das zwischen Drittligist TSV Neuhausen und Württembergligist TV Plochingen. Da war Feuer drin – und viel handballerische Klasse. Mit 19:17 setzte sich am Ende der Favorit und Titelverteidiger Neuhausen durch, aber es war ein hartes Stück Arbeit. Irgendwie typisch, dass sich die Plochinger nach dieser starken Leistung gegen Bezirksligist HT Uhingen-Holzhausen mächtig schwer taten und sich mit einem 18:18 mit Ach und Krach fürs Viertelfinale qualifizierten. Hier verdiente sich das HT viel Lob.

Morgen bekommt es der Württembergliga-Zweite Plochingen mit dem Ersten TSV Wolfschlugen zu tun – das Spiel darf man nicht verpassen.
Los geht es morgen um 10 Uhr mit der Begegnung zwischen dem TSV Deizisau und dem Team Esslingen, das nach den beiden Unentschieden gegen Dettingen und Hegensberg/Liebersbronn als Gruppenzweiter weiterkam – so was gibt’s auch nicht oft. Interessant dürfte auch das Spiel der beiden Underdogs Dettingen und Ausrichter TSV Denkendorf um 12 Uhr sein.

Ich glaube, mit meiner Ankündigung, dass wir den vielleicht besten EZ-Pokal aller Zeiten erleben werden, dürfte ich nicht so weit von der Realität entfernt sein. Morgen kommt es zum Showdown, Finale um 15 Uhr.


Eine Überraschung, ein Debakel

Ich weiß nicht, wer jetzt noch hier reinliest, aber ich hatte heute Abend noch einen anderen Termin und komme deshalb erst jetzt zum Schreiben. Aber vielleicht machen diese Zeilen ja auch noch morgen Lust auf mehr EZ-Pokal. Oder unsere Online-Berichterstattung oder unsere Facebook-Einträge oder unsere Berichterstattung in der morgigen Print-Ausgabe oder auch das Erlebte heute in der Halle. Denn da war schon eine Menge los: Gute Stimmung, guter Handball – und das Drumherum hat auch gestimmt.

Durch meinen Termin habe ich die letzten zwei Spiele des Auftakttages verpasst. Und damit das 8:19-Debakel der HSG Ostfildern im Viertelfinaleinzugendspiel gegen den TV Reichenbach. Und den überraschenden 18:15-Sieg des TSV Denkendorf gegen den SV Vaihingen.

Schade für Vaihingen, aber für das Turnier ist es natürlich gut, dass unser diesjähriger Ausrichter-Partner im Viertelfinale noch dabei ist. Für Ostfildern ist es ein bisschen doof gelaufen. In ihrem ersten Spiel traf die Mannschaft auf den TSV Deizisau, der zuvor schon knapp gegen Reichenbach gewonnen hatte und bei dem der Motor dann schon runder lief. Jedenfalls hat das Vorhaben von HSG-Trainer Michael Schwöbel, dass sich die Mannschaft Selbstvertrauen für den Abstiegskampf in der Württembergliga holen sollte, nicht geklappt. Aber nicht verzagen, weitermachen, die Runde ist noch lang.

Neben Reichenbach und Denkendorf als Zweite haben sich die Favoriten Deizisau und TSV Wolfschlugen erwartungsgemäß als Gruppensieger durchgesetzt. Nicht durchweg souverän, aber das ist bei so einem Turnier kurz nach dem Jahresanfang ja normal. Morgen ab 15 Uhr werden die restlichen vier Viertelfinalisten ermittelt, dann greifen unter anderem auch Titelverteidiger und Top-Team TSV Neuhausen, der TV Plochingen, das Team Esslingen und als Außenseiter die SG Hegensberg/Liebersbronn ein. Wer weiß, vielleicht gelingt ja auch den Handballern vom Berg eine Überraschung.

Ich freue mich auf morgen, und dann muss ich auch nicht früher weg. Heute war jedenfalls schon klasse, so voll war die Halle gefühlt beim Auftakt noch nie.

Ein Wort noch zu Facebook: Was unser junger Kollege Jan Geißler unter fotografischer Mithilfe unserer Kolleginnen vom EZ-Stand da macht, ist klasse. Er wird am Dienstag nach dem Finale wahrscheinlich viereckige Augen und Blasen an den Fingern haben. Eine ganze Menge mehr Likes auf der Seite sind schon der Lohn.

Man sieht sich morgen in der Halle, um 15 Uhr geht es los mit der Begegnung TSV Neuhausen gegen HT Uhingen-Holzhausen.


Wer gewinnt den EZ-Pokal?

Um diese Dinger geht's von Sonntag bis Dienstag in der Neckarsporthalle. Fotos: Rudel
Um diese Dinger geht’s von Sonntag bis Dienstag in der Neckarsporthalle. Fotos: Rudel

Da ist sie wieder, meine jährliche Jahresauftaktüberschrift. Und die jährliche Wiederholung meiner ersten Am-Kreis-Überschrift überhaupt: Wer gewinnt den EZ-Pokal?

Ja, wer gewinnt ihn nun in diesem Jahr, den EZ-Pokal von Sonntag bis zum Dienstag in der Esslinger Neckarsporthalle? So schwer zu beantworten war die Frage schon seit Jahren nicht. Es gab die Seriensiege des TSV Deizisau, dann wurde der TSV Neuhausen zum Mehrfachgewinner. Favorit ist der Drittligist auch diesmal, aber so klar ist die Sache nicht. Denn die Leistungsdichte im EZ-Land wird immer dichter.

So sah der Sieger vor einem Jahr aus: der TSV Neuhausen. Hinten im grauen Shirt jubelt der damalige Co-Trainer Daniel Hebisch, der diesmal als Chefcoach des TV Reichenbach auf seinen Ex-Club treffen könnte.
So sah der Sieger vor einem Jahr aus: der TSV Neuhausen. Hinten im grauen Shirt jubelt der damalige Co-Trainer Daniel Hebisch, der diesmal als Chefcoach des TV Reichenbach auf seinen Ex-Club treffen könnte.

Spielen wir mal den Papierform-Turnierverlauf durch: Nach der Vorrunde bleiben die HSG Ostfildern (in der „Todesgruppe“ 1), das HT Uhingen-Holzhausen, der TSV Denkendorf und die SG Hegensberg/Liebersbronn auf der Strecke. Im Viertelfinale wirft der TSV Deizisau das Team Esslingen, der TSV Wolfschlugen in einem engen Spiel den TV Plochingen, der TSV Neuhausen den TV Reichenbach (eine besondere Begegnung für TVR-Coach Daniel Hebisch) und der SV Vaihingen den TSV Dettingen raus.

Im Halbfinale schlägt dann Deizisau Wolfschlugen und nimmt damit Revanche für die Niederlage im HVW-Pokal, Neuhausen setzt sich leicht gegen Vaihingen durch. Und das Finale lautet dann – tärra – Deizisau gegen Neuhausen. Neuhausen gewinnt den Pott.

ABER: Ich glaube, dass es diesmal anders läuft. Wie? Keine Ahnung. Das spannendste Spiel der Vorrunde dürfte jedenfalls das zwischen Reichenbach und Ostfildern sein (Sonntag, 18.20 Uhr), in dem es ums Weiterkommen geht. Und wenn alles klar geht, lautet der Kracher des Viertelfinales Wolfschlugen gegen Plochingen (Dienstag, 10.40 Uhr) – Erster gegen Zweiter der Württembergliga.

Die Spiele (hier Plochingen gegen Ostfildern im vergangenen Jahr) werden auch diesmal gut besucht sein.
Die Spiele (hier Plochingen gegen Ostfildern im vergangenen Jahr) werden auch diesmal gut besucht sein.

Ich freue mich jedenfalls tierisch auf das Turnier, ich werde jeden Tag in der Halle sein. An keinem Termin im Jahr hat man so viel Gelegenheit, gute Gespräche zu führen. Und guten Handball am laufenden Band zu sehen. Und hinterher erfährt man dann wieder, welche Trainer- und Spielerwechsel im Sommer in der Neckarsporthalle eingefädelt wurden.

Medial begleiten wir den EZ-Pokal natürlich wieder auf allen Kanälen: Morgen haben wir eine ganze Seite (17) in der EZ mit Vorschau, Splittern und Spielplan. Wir werden direkt nach den Spielen Kurzberichte auf www.esslinger-zeitung.de stellen. Und unsere Nachwuchskraft Jan Geißler wird sich wieder die Finger auf Facebook wund schreiben. Ich haue hier am Kreis natürlich auch wieder in die Tasten.

Also, man sieht sich in der Halle. Falls ihr Anregungen, Fragen oder sonst Gesprächsbedarf habt – zum Blog oder zur EZ oder zur Handballszene allgemein -, sprecht mich ruhig an. Zu erkennen (siehe oben das ziemlich aktuelle Bild) müsste ich ja sein.


Gelungener Jahresabschluss

So hat man Wolfschlugens Trainer Lars Schwend selten gesehen: Im Pokal-Outfit mit Hemd und Krawatte - und damit er nicht für einen Gästespieler gehalten wird, mit blauem Überzug. Hat was. Fotos: Rudel
So hat man Wolfschlugens Trainer Lars Schwend selten gesehen: Im Pokal-Outfit mit Hemd und Krawatte – und damit er nicht für einen Gästespieler gehalten wird, mit blauem Überzug. Hat was. Fotos: Rudel

Am Samstag in der Mercedes-Benz-Arena, gestern in der Sporthalle in Wolfschlugen. Es war mal wieder ein interessantes Wochenende. Sport vom Allerfeinsten habe ich in beiden Fällen nicht gesehen, aber alleine die Überschriften über meinen Texten heute in der EZ haben denke ich eine gewisse Aussagekraft. „Trostlos“ steht über dem Text vom 0:0 des VfB gegen Paderborn, „Wertvolle Erfahrungen“ über dem vom mit 24:27 verlorenen HVW-Pokal-Endspiel des TSV Wolfschlugen gegen den VfL Waiblingen.

Interessant war die Begegnung (in Wolfschlugen) allemal. Und lernen kann man gerade aus verlorenen Spielen immer. Nun war es so, dass die Wolfschlugener mit einigen angeschlagenen Spielern angetreten sind und einige ganz gefehlt haben. Aber sie haben gesehen, dass es Mannschaften gibt, die ihre Abwehr, das Prunkstück ihres Spiels, aushebeln können. Das haben die Waiblinger geschafft.

Es war ein intensives Finale in Wolfschlugen. Marcel Rieger wird hier in die Zange genommen.
Es war ein intensives Finale in Wolfschlugen. Marcel Rieger wird hier in die Zange genommen.

Wolfschlugen ist Tabellenführer der Süd-Staffel der Württembergliga. Sollte es mit dem Aufstieg klappen, dann müssen sie auch in diesem Bereich einen weiteren Schritt machen. Gut möglich, dass sie in der BWOL – ich weiß, ich weiß, ist alles noch ein bissle früh – dann wieder auf die Waiblinger treffen. Die sind in der Nord-Staffel (ohne eigenes Zutun seit gestern) Zweiter und wollen unbedingt hoch.

Vergleicht man die beiden Mannschaften, dann sieht man, dass die Waiblinger mehr (zweit- und drittliga-) erfahrene Spieler haben und körperlich robuster sind. VfL-Trainer Michael Abele, im EZ-Land nicht nur aus seiner Zeit beim HC Wernau bestens bekannt, hat sich natürlich mächtig gefreut. Er gab aber auch fair zu, dass seine Mannschaft in der besseren Verfassung war, weil weniger Spieler gefehlt haben. Und für die Wolfschlugener war er voll des Lobes.

Waiblingens Trainer Michael Abele feuert an und freut sich später über den Pott - der übrigens gar keiner ist.
Waiblingens Trainer Michael Abele feuert an und freut sich später über den Pott – der übrigens gar keiner ist.

Auch deren Coach Lars Schwend – in interessantem Outfit übrigens – war nicht böse. Er kann zurecht stolz auf die Mannschaft und seine eigene Performance sein. Und das Final Four in eigener Halle war trotz des verlorenen Endspiels ein schönes Erlebnis und ein gelungener Jahresabschluss.

Wie gesagt, vielleicht treffen sich die beiden Teams bald im Ligaalltag wieder, beiden ist es zuzutrauen – und dass man zulegen muss, um eins höher zu bestehen, ist nichts Neues. Wobei es ja schwierigere Ligasprünge gibt als den von der WL in die BWOL, wie gerade der TSV Deizisau beweist.

Einige Handballer haben gestern zum letzten Mal in diesem Jahr in der EZ-Redaktion angerufen. So auch Jochen Luik, der Spielleiter der BWOL-Frauen der HSG Deizisau/Denkendorf. Er zog dann auch gleich Bilanz: Insgesamt sei das Jahr bei der HSG gut gewesen, auch wenn das Team nun „auf dem Zahnfleisch“ daher kommt. Das Team und der neue Trainer Veit Wager seien „zusammengewachsen“.

Wager konnte ich darauf gleich ansprechen, denn auch er hat in Wolfschlugen zugeschaut. Seine Reaktion auf das Funktionärslob: „Puh.“ Was das heißt? Auch er ist mit dem Team zufrieden, hätte aber gerne noch etwas mehr Konstanz. „Es gab zu viele Spiele, in denen wir Punkte liegen gelassen haben.“ Im Moment ist die HSGDD mit 15:11 Punkten Sechster. Das ist ordentlich. Ich bin mal gespannt, ob in der kommenden Saison der nächste Schritt ein Stück weiter nach oben folgt.

Ligamäßig nach oben ging es vor der laufenden Saison für die HSG Ostfildern. Gerade aber läuft es ganz bitter für die HSGler. Da haben sie in der Württembergliga endlich die ersten beiden Siege geholt, dann gab es eine 15:23-Klatsche gegen Wolfschlugen, anschließend zwei knappe und einigermaßen unglückliche Niederlagen – und jetzt ein heftiges 16:36 in Langenau. Was soll man da sagen? Es kann nur besser werden.

Ich hoffe für die, für die es zuletzt nicht so lief, dass sie über Weihnachten abschalten können, und für die anderen, dass sie auch ein paar ruhige Tage haben. Ich darf über die Feiertage zwar auch arbeiten, aber auch nicht zu viel. Ich melde mich hier wieder vor dem EZ-Pokal. Wer seit Anfang an interessiert mitliest, kann darauf kommen, wie meine nächste Überschrift lauten wird.

Alles Gute allen.


Pokalfieber

Das Bild muss ich hier einfach zeigen - zu schön, wie sich Neuhausens Torwart Hans Herrmann (rechts) im vergangenen Januar über den EZ-Pokal gefreut hat. Foto: Rudel
Das Bild muss ich hier einfach zeigen – zu schön, wie sich Neuhausens Torwart Hans Herrmann (rechts) im vergangenen Januar über den EZ-Pokal gefreut hat. Foto: Rudel

VfB satt heißt es für mich in dieser Woche mal wieder, am Sonntag werde ich aber auch beim Final Four des HVW-Pokals in Wolfschlugen vorbeischauen, falls alles klappt. Ist ja eigentlich nicht die passende Jahreszeit für ein Pokalfinale, aber was soll’s. Wenn man aber mal schaut, welche Teams sich qualifiziert haben, dann verspricht das ein spannendes Turnier – und für den TSV Wolfschlugen durchaus die Chance, das Ding in eigener Halle zu gewinnen.

Wolfschlugen ist Tabellenführer der Süd-Staffel der Württembergliga, Halbfinalgegner um 11 Uhr ist die Neckarsulmer SU, der Elfte im Norden (und Plochingen-Rausschmeißer). Im zweiten Halbfinale (13 Uhr) stehen sich der Nord-Dritte VfL Waiblingen und der Landesliga-Vierte (Staffel 1) TSV Bönnigheim gegenüber. Also, liebe Wolfschlugener, macht mir keine Schande – ich kann nämlich erst zum Finale um 15.30 Uhr kommen.

Wer am 6. Januar im Endspiel des EZ-Pokals stehen wird, ist diesmal so ungewiss wie schon lange nicht mehr. Morgen haben wir den Spielplan im Blatt – ich kann noch nicht alles verraten, aber es ist eine „Todesgruppe“ dabei. Ich habe mich ja schon dazu hinreißen lassen, vom besten EZ-Pokal aller Zeiten zu schreiben. Aber dafür gibt es Argumente. Drittligist TSV Neuhausen ist natürlich wieder der Favorit – aber nicht so klar wie in den vergangenen Jahren.

Das sehen übrigens auch die Neuhausener selbst so. Torwart Hans Herrmann etwa sagt: „Der EZ-Pokal wird von Jahr zu Jahr stärker, Plochingen, Deizisau und Wolfschlugen sind zu beachten. Gerade in der kurzen Spielzeit kann viel passieren.“

Tatsächlich sind die MadDogs das klassenhöchste Team. Aber schaut man mal genau hin, so rückt das alles enger zusammen: Die Neuhausener stecken in der 3. Liga hinten drin, der TSV Deizisau spielt eine Liga drunter eine richtig gute Saison und ist selbstbewusst. Das gilt erst Recht für die Wolfschlugener und Plochinger, die nochmal eine Liga tiefer auf den Plätzen eins und zwei stehen. Und wenn Wolfschlugen dann noch als HVW-Pokalsieger (nach Viertelfinalsieg gegen Deizisau übrigens) kommen sollte…

So, das soll es mal sein für heute. Schaut morgen in der EZ nach dem Spielplan und verpasst nicht das Final Four am Sonntag – falls da nicht gerade eure Mannschaft spielt.


Tine Gall: Lieber spielen als coachen

Gall mit Ball - so will sich die Wernauer Interims-Trainerin gerne selbst bald wieder sehen.
Gall mit Ball – so will sich die Wernauer Interims-Trainerin gerne selbst bald wieder sehen.

Die HSG Ostfildern in der Württembergliga und das Team Esslingen eins drunter sind etwas aus der Reihe ausgeschert, ansonsten aber gab es am Wochenende wichtige Siege von abstiegsbedrohten Teams im EZ-Land – oder solchen, die es nicht werden wollen.

Drittligist TSV Neuhausen scheint sich endlich zu belohnen. Wie der Sieg bei der SG Köndringen/Teningen zustande kam, dürfte zudem Auftrieb geben: mit 22:25 hinten gelegen, kein Tor mehr bekommen und 26:25 gewonnen. Die Neuhausener sind immer noch Drittletzter, aber zwischen dem Neunten H2Ku und dem Vorletzten Balingen/Weilstetten II ist alles sehr eng beieinander. Das wird schon.

Witziger Randaspekt des Neuhausener Spiels: Torhüter Malte Röpcke tauchte im offiziellen Spielbericht als Torschütze auf, obwohl er nicht einmal gespielt hat. Das half ihm aber nichts: So wie jeder echte erste Torschütze muss er eine Kiste Bier springen lassen. Das macht er bestimmt gerne. Und die Kameraden gehen mit noch besserer Stimmung in die Weihnachtspause.

Wichtig war auch der Erfolg der Wernauerinnen in der BWOL im Kellerduell in Steißlingen. Auch die HCW-Frauen lagen lange zurück, am Ende kam dann aber Routinier Maike Brückmann aufs Feld und sorgte mit zwei entscheidenden Treffern für den 23:22-Sieg.

Interims-Trainerin Christine Gall war nach dem zweiten Sieg unter ihrer Regie (und der von Frank Haas) entsprechend happy. Tine hört man eh immer gleich an, wie es ihr geht – und gestern bei ihrem Anruf in der EZ-Redaktion klang sie sehr gut. Ich hab dann gleich mal die Gelegenheit genutzt und gefragt, wie es denn in Sachen Trainer weitergeht. Das vorangestellte „Interims-“ vor „Trainerin“ besagt ja schon, dass das mit ihr und Haas keine Dauerlösung sein soll. Andererseits ist die Trennung von Michael Steinkönig ja jetzt schon ein paar Wochen her.

Jetzt scheint mir Tine nicht komplett abgeneigt zu sein, die Trainerlaufbahn einzuschlagen. Aber noch nicht jetzt. Gepasst hat das erstmal auch, weil sie schon eine ganze Weile verletzt ist. „Aber ich steige wieder ein und will unbedingt spielen“, sagte die 28-Jährige. Im Januar will sie wieder trainieren und im Februar wieder Tore werfen. Das lässt sich mit dem Trainerjob dann nicht mehr vereinbaren, vor allem nicht, wenn man darin noch nicht so viel Routine hat.

Die Lösung Gall auf dem Feld und Haas auf der Bank würde eigentlich auch klappen, aber Haas ist wohl beruflich so eingespannt, dass das nicht immer hinhaut. Also, erklärte Gall, suchen die HCW-Macher weiter und wollen möglichst schon für die laufende Runde jemanden holen.

Positiv war am Wochenende auch der erneute Sieg des TSV Deizisau in der BWOL und die Verteidigung der Württembergliga-Tabellenführung durch den TSV Wolfschlugen schon am Freitagabend. Nur die Reichenbacher sind noch nicht zurück in der Spur. Das 30:34 in Heiningen – wieder gegen einen Gegner, gegen den man schon verlieren kann – war schon die fünfte Schlappe in Folge. Zumindest hat die Mannschaft laut Trainer Daniel Hebisch ordentlich gespielt. „Wir müssen jetzt schauen, dass wir den Anschluss nicht verlieren“, sagt Hebisch aber angesichts des guten Saisonstarts und jetzt nur noch Platz zehn. Recht hat er.

Vom 4. bis 6. Januar treffen sich dann alle beim EZ-Pokal. Ich werde Ende der Woche ein paar Zeilen dazu verlieren, wenn wir in der EZ dann auch den Spielplan veröffentlichen. So viel glaube ich schon behaupten zu können: Es dürfte der beste EZ-Pokal aller Zeiten werden.