Tag eins: Alles super beim EZ-Pokal

Ein starkes Foto vom Überraschungsspiel zwischen Neuhausen und Ostfildern – morgen gedruckt auch in der EZ zu sehen. Fotos: Rudel

So, 21.57 Uhr am ersten EZ-Pokal-Tag. Die Seite ist belichtet.

Meine Eindrücke vom heutigen Tag:

    • Es hat Spaß gemacht
    • Guter Handball
    • Ein stinkiger Neuhausener Trainer Ralf Bader nach der Niederlage gegen Ostfildern
    • Ein glücklicher Ostfilderner Trainer Michael Schwöbel nach dem Sieg gegen Neuhausen
    • Ein Unentschieden zwischen Deizisau und Hegensberg/Liebersbronn
    • Im Team Esslingen und dem TSV Denkendorf zwei starke Mannschaften, die trotzdem ausgeschieden sind
Eine Szene aus dem Spiel Deizisau gegen Hegensberg/Liebersbronn.
    • Ein ab Sommer neuer Trainer Ralf Rascher in Deizisau, wofür wir in der morgigen EZ-Ausgabe die Splitter-Spalte geopfert haben. Ein ausführlicherer Text zum Thema folgt in der EZ in den kommenden Tagen trotzdem noch
    • Einige Splitter im Block, die in der Samstag-Ausgabe erscheinen werden
    • Viele aktuelle und ehemalige Trainer auf der Tribüne
    • Ein super Ausrichter TV Reichenbach
Michael Schwöbel ist happy.
    • Leckere Maultaschen
    • Gute Hallensprecher und nicht zu laute Pausenmusik (sehr angenehm)
    • Super Kollegen, die beim Produzieren der Zeitung und für die verschiedenen Online-Kanäle geholfen haben, von deren Existenz ich vor ein paar Monaten zum Teil noch gar nichts wusste
Tor? Tor!
  • Viel Handball-Nachwuchs auf der Tribüne, unter anderem von den Familien Krug und Wahr
  • Vorfreude auf morgen
  • Jetzt ein Feierabend-Bier

Wer gewinnt den EZ-Pokal?

Vor einem Jahr hat der TSV Wolfschlugen mit Interimstrainer Christoph Massong triumphiert. Massong erinnert sich gerne daran. Fotos: Rudel

Alljährlich und damit jetzt schon zum siebten Mal stelle ich diese Frage: „Wer gewinnt den EZ-Pokal?“ So fing hier am Kreis alles an. Damals, im Jahr 2011, hat der HC Wernau gewonnen. Das klappt in diesem Jahr auf jeden Fall nicht, denn der HCW ist wieder als einziges Top-Team aus dem EZ-Land nicht dabei.

Wernau gewann damals überraschend, so wie vor einem Jahr der TSV Wolfschlugen. Damals wie heute ist der TSV Neuhausen der Top-Favorit auf den Turniersieg. Und auch wenn die Spitze im EZ-Land dichter zusammengerückt ist: Ich bin mir ziemlich sicher, dass es die Neuhausener in diesem Jahr packen.

Mein Finaltipp: TSV Neuhausen gegen TV Plochingen mit Neuhausen als Sieger.

Bald geht’s los. Die letzte Vorbereitungssitzung im Konferenzraum der EZ. Foto: Geißler

Nach Startschwierigkeiten in der BWOL sind die Neuhausener im Verlauf der Runde deutlich stabiler geworden, während die lokalen Ligakonkurrenten Plochingen und TSV Deizisau so ihre (personellen) Probleme haben. Neuhausens Ralf Bader ist auch der einzige Trainer, der im Vorfeld ganz klar sagt: „Wir wollen gewinnen.“

Deshalb bezweifle ich auch, dass Rekordsieger Deizisau ganz vorne landen wird – eine Einschätzung, die TSV-Trainer Mike Wolz teilt. Für „nicht so wettbewerbsfähig wie sonst“ hält er die Mannschaft, wie heute auf der großen Vorschauseite in der EZ nachzulesen ist.

Klasse Kulisse in der Neckarsporthalle.

Andererseits: Für Überraschungen ist der EZ-Pokal immer gut, zumal bei einer Spielzeit von zwei Mal 15 Minuten. Und ein Erfolg täte den gebeutelten Deizisauern bestimmt gut. Ich hätte nichts dagegen.

Aber Achtung: Das dachten sie in Wolfschlugen vor einem Jahr auch. Nach dem souveränen Aufstieg hatte die Mannschaft in der BWOL so ihre Probleme, Trainer Lars Schwend trat zurück – unter Interimscoach Christoph Massong gewannen die Wolfschlugener den EZ-Pokal. Und dann? Auftrieb? Leider nicht. Es folgte der direkte Wiederabstieg in die Württembergliga, während Mit-Aufsteiger und EZ-Pokal-Viertelfinalausscheider Plochingen eine klasse Runde spielte und weiterhin in der BWOL dabei ist.

Eine Szene vom EZ-Pokal 2016: Neuhausen im Spiel gegen Unterensingen.

Ich habe mit Christoph Massong gesprochen. Wie er sich an den EZ-Pokal 2016 erinnert, ist in der morgigen EZ-Ausgabe auf Seite 19 zu lesen.

Die spannendste Vorrundengruppe ist diesmal bestimmt die Gruppe 1, die am morgigen Mittwoch um 16 Uhr mit der Begegnung zwischen Neuhausen und der HSG Ostfildern das Turnier eröffnet. Mit dabei ist noch das Team Esslingen.

Besonders gespannt bin ich aber auch auf die Gruppe 3, in der es am morgigen Mittwoch um 16.50 Uhr gleich zur Knaller-Begegnung zwischen Deizisau und der SG Hegensberg/Liebersbronn kommt. BWOL-Team gegen Landesliga-Neuling als Knaller-Begegnung? Man muss nur mal auf die Tabellen schauen. Schwächelndes BWOL-Team gegen möglicherweise Landesliga-Durchmarschierer könnte man auch sagen.

Nochmal Wolfschlugener Jubel…

HeLi kann sich beim EZ-Pokal denen präsentieren, die in dieser Saison noch nicht auf dem Berg waren und gesehen haben, was die Mannschaft drauf hat. Trainer Jochen Masching hat zwar erkannt, dass ein bisschen Euphorie-Bremse nicht schaden kann, aber da geht schon was, da oben. Und der EZ-Pokal ist ein klasse Schaufenster.

…und weil’s so schön war, nochmal.

Interessant ist auch auf die Gruppe 4, in der es die beiden Württembergligisten Wolfschlugen und TV Reichenbach miteinander zu tun bekommen. Auf Reichenbach bin ich gespannt. Die Spieler des Ausrichters pendeln zwischen Grillstand und Spielfeld – werden aber bestimmt zeigen wollen, dass sie besser sind, als es der letzte Tabellenplatz aussagt. Und Wolfschlugen ist immerhin Titelverteidiger. Für beide gilt: Als Gruppensieger hat man es im Viertelfinale möglicherweise leichter, dem Zweiten „droht“ dort Neuhausen. Aber der TSV Owen ist auch noch da und will weiterkommen.

Also, was glaubt ihr, wer gewinnt?

Man sieht sich in der Halle – ansonsten werde ich mich hier melden, wir werden die Printausgaben der EZ füllen und unsere Nachwuchskollegen scharren schon mit den Hufen und werden euch auf der neuen EZ-Pokal-Seite auf www.esslinger-zeitung.de, auf Facebook, auf Snapchat und auf Instagram auf dem Laufenden halten.


Handball „zwischen den Jahren“

Der EZ-Pokal ist in der Zeppelinstraße 116 eingetroffen. Am 4. Januar steht er in der Neckarsporthalle.

Der Handball(er) ruht nur kurz. Am Mittwochabend hat der TSV Deizisau noch in der BWOL gegen den SV Kornwestheim gespielt (und verloren), am Abend zuvor hatte der TSV Neuhausen das wichtige Spiel gegen den TSB Schwäbisch Gmünd – das 31:31 half den Gmündern dabei mehr als den Neuhausenern. Die Bundesliga muss auch zwischen den Jahren ran.
Dienstagabend in Neuhausen: Ein umkämpftes Spiel zwischen den MadDogs und SchwŠäbisch GmŸünd. Foto: Rudel

Was bedeutet das für den Sportjournalisten? Also am 24. Dezember ist mal nichts. Vermutlich zumindest. Ich wurde eben durch eine Glosse meines Kollegen Alexander Heflik von den Westfälischen Nachrichten in Münster daran erinnert, dass der dortige Fußball-Drittligist vor einem Jahr am 24. Dezember um kurz vor 16 Uhr einen Trainerwechsel verkündet hat. Zitat Alexander Heflik: „So mancher Journalist in und um Münster kämpfte da um den pünktlichen Anpfiff des Kirchenbesuches und drohte von den engsten Familienmitgliedern („Das meinst Du jetzt nicht wirklich mit der Schreiberei“) ins Abseits gestellt zu werden.“ Ich kann mich da gut hineinversetzen. Familie und Sportjournalismus ist nicht immer leicht zu vereinbaren. Aber wem der 24. Dezember gehört, sollte eigentlich klar sein.

Die Medienmenschen haben also wie die Handballer auch zwischen Weihnachten und Silvester zu tun. Ich selbst habe „zwischen den Jahren“ frei, musste deshalb aber noch einiges abarbeiten. Ich habe die Seiten zum EZ-Pokal vom 4. bis 6. Januar vorbereitet und dazu heute noch mit Marcus Masching vom TV Reichenbach telefoniert, der diesmal ja unser Ausrichter-Partner ist. Ich kann euch verkünden: Die Maultaschen sind bestellt.

Gerade im Moment hat übrigens Wolfschlugens Handballchef Wolfgang Stoll den Wanderpokal bei uns vorbeigebracht. Er glänzt nur so in der Esslinger Abendsonne – siehe Foto.

Dann habe ich schon Manuel Späth im Kopf, der ja im Januar wieder seine „Späthlese“ zur WM für die EZ-Leser schreiben wird. Ich will mich vorher noch mit ihm zum Interview treffen, was zeitlich etwas eng werden könnte. Aber wir kriegen das hin.

Mit Ferenc Rott habe ich mich am Mittwoch schon getroffen. Im Vorfeld des Rekordversuchspiels zwischen der TuS Metzingen und dem TV Nellingen am 30. Dezember in der Stuttgarter Porsche-Arena habe ich ein Interview mit dem TusSies-Geschäftsführer geführt. Das ist fertig und meiner Meinung nach sehr gut geworden. Ein interessanter Mann. Zu lesen sein wird das Interview nach den Weihnachtsfeiertagen.

Es sind schon viele Karten für das Event in der Porsche-Arena verkauft – aber noch ist der Rekord nicht geschafft.

Nach dem Jahreswechsel geht es dann gleich weiter: EZ-Pokal, Ligaspiele, WM. Spannende Zeiten.

Aber jetzt kommt erstmal runter, genießt ein paar ruhige Tage und lasst es euch gut gehen. Und Danke, dass ihr mir auch in diesem Jahr hier am Kreis die Treue gehalten habt.


Neues von Ralf Bader und Dodo Oprea

Ralf Bader sitz seit dem Saisonbeginn beim TSV Neuhausen auf der Bank. Foto: Rudel

Zwei Dinge, die im einen Fall mehr und im anderen Fall weniger mit dem TSV Neuhausen zu tun haben:

Für die morgige Ausgabe habe ich ein Interview mit Ralf Bader, dem Trainer des TSV Neuhausen, geführt. Anlass sind die Pokalendrunde am Sonntag in Neuhausen und das Spitzenspiel nur zwei Tage später gegen TSB Schwäbisch Gmünd.

Ich fand ja schon die Entscheidung der MadDogs gut, Bader zu verpflichten. Nach dem Gespräch bin ich noch mehr der Meinung: Guter Mann.
Der frühere Bundesligaspieler ist alles andere als ein Lautsprecher der Szene. Ruhig, sehr sachlich, aber trotzdem sehr engagiert. Bezeichnend die Antwort auf meine Frage nach dem Druck, möglichst schnell mit der Mannschaft in die 3. Liga aufsteigen zu müssen:

Ich persönlich empfinde von außen kaum Druck. Der Druck kommt aus mir selbst, weil ich erfolgreich sein will und natürlich auch Bestätigung für meine Arbeit haben möchte.

Das ganze Interview lest ihr morgen auf Seite 21 der Eßlinger Zeitung und online first.

Zum anderen Thema: Okay, es ist schon ne Weile her, dass Dodo Oprea in Neuhausen gespielt hat. Aber er erinnert sich ziemlich sicher gerne an die Zeit und er ist ja vor ein paar Monaten auch zu Markus Fuchs‘ Abschiedsspiel gekommen. Seit er nicht mehr bei Frisch Auf Göppingen spielt, ist Dodo ganz schön rumgekommen. Vor einem Jahr hat er es sogar geschafft, für ein paar Spiele das Trikot des THW Kiel überzustreifen. Jetzt hilft er für drei Spiele beim TVB Stuttgart aus.

Ein neues Trikot für Dodo Oprea. Foto: TVB Stuttgart

Die Agentur hat die ganze Meldung zusammengeschrieben. Bitteschön:

TVB Stuttgart holt Ex-Nationalspieler Oprea bis zum Jahresende
Waiblingen (dpa) – Handball-Bundesligist TVB Stuttgart hat auf den verletzungsbedingten Ausfall mehrerer Leistungsträger reagiert und Ex-Nationalspieler Dragos Oprea für die drei Spiele bis zum Jahresende verpflichtet. Der 34 Jahre alte Linksaußen wird nach Angaben des Tabellen-15. bereits am (heutigen) Freitagabend in der Partie des TBV gegen GWD Minden auflaufen.
„Die Verletzten- und Krankensituation hat sich im Laufe der Woche, mit der Erkältung von Michael weiter zugespitzt. Unser Trainer Markus Baur wollte aus diesem Grund eine erfahrene Alternative für die so wichtigen anstehenden Spiele zur Verfügung haben“, sagte TVB-Geschäftsführer Jürgen Schweikardt. Die „Wild Boys“ müssen kurzfristig auch noch auf Michael Schweikardt verzichten.
Oprea absolvierte insgesamt 21 Länderspiele für Deutschland und sein Geburtsland Rumänien. „Bei einer Anfrage aus der 1. Liga muss man nicht zweimal überlegen. Ich kenne den TVB und das Umfeld sehr gut, von daher passt die Verbindung ideal“, sagte der Routinier, der vor diesem Kurzengagement bereits 431 Bundesligaeinsätze aufweist. In der vergangenen Saison spielte der langjährige Profi von Frisch Auf Göppingen auch kurzzeitig für den THW Kiel.

Und schaut mal, was ich hier gefunden habe: Ralf Bader gegen Dodo Oprea beim Bundesliga-Spiel Pfullingen gegen Gšöppingen im April 2003. Unglaublich. Foto: Rudel

EZ-Pokal – die Auslosung

Die Gruppen des EZ-Pokals 2017 sind ausgelost, der Spielplan steht.

In der Freitagausgabe wird er in der Eßlinger Zeitung veröffentlicht.

Hier und jetzt aber schon weltexklusiv für die Am-Kreis-Leser der Videobeweis zur Auslosung durch unsere Losfee Sina aus der EZ-Online-Redaktion:


EZ-Land-Teams geht die Kraft aus

Marcel Rieger und der TSV Wolfschlugen verlieren das Derby gegen Zizishausen. Fotos: Rudel

Um das Handball-Wochenende im EZ-Land zusammenzufassen, lohnt mal wieder ein Blick auf die Überschriften auf den Lokalsport-Seiten der heutigen EZ-Ausgabe: „Derbyniederlage für Wolfschlugen“, „Beim Spitzenreiter chancenlos“ (TV Plochingen), „Dem TSV Deizisau geht die Kraft aus“, „Achte Niederlage in Serie für den TVR“, „Ostfildern verliert das Topspiel“, „Wernau fehlt die Abgeklärtheit“, „SG-Frauen kommen unter die Räder“. In der Dienstag-EZ kommt noch dazu: „Denkendorf verschläft den Sieg“. Okay, darüber freut sich Bezirksliga-Gegner Team Esslingen.

In Wolfschlugen geht es zur Sache – Marcel Planitz bekommt es zu spüren.

Positive Headlines gibt es diesmal nur zwei: „Neuhausen gewinnt in Konstanz“ und „SG baut die Tabellenführung aus“. „SG“ findet sich übrigens so gerne in Überschriften, weil „Hegensberg/Liebersbronn“ oft einfach nicht reinpasst ;-).

Mir scheint, es wird einfach Zeit, dass die Winterpause kommt. Wobei die Frage ist, ob es danach bei den sich momentan im Sinkflug befindenden Teams besser wird. Verletzte haben zu diesem Zeitpunkt der Saison viele Vereine, aber „unsere“ haben besonders viele Langzeit-Verletzte. In Deizisau etwa werden Manuel Schwarz, Marko Neusser und Silvan Kenner in dieser Saison wahrscheinlich nicht mehr spielen, Kenner vielleicht am Ende.

Die Deizisauer und Plochinger müssen aufpassen, dass sie nicht ganz dick in den Abstiegsstrudel hineingeraten, die Reichenbacher und Wernauer befinden sich dort längst. Beim HCW sieht es in der Landesliga mit 4:20 Punkten düster aus. Die Serie von acht Niederlagen in Folge macht beim TVR in der Württemberliga (ebenfalls Letzter mit 4:22) auch nicht gerade Mut, obwohl der Abstand zu den Teams davor nicht so groß ist wie bei den Wernauern.

Aber wir haben ja noch die MadDogs aus Neuhausen und die HeLi-Männer. Auch wenn noch nicht ganz die Hälfte der Saison rum ist: Es müsste schon einiges schief gehen, damit es nicht zum HeLi-Durchmarsch in die Württembergliga kommt.

Bei Ralf Bader und dem TSV Neuhausen geht es aufwärts.

Bei den Neuhausenern ist das mit dem Sprung in die 3. Liga nicht so klar. Aber die Mannschaft von Trainer Ralf Bader ist nach einigen Höhen und Tiefen seit dem Rundenstart auf einem guten Weg. Zuletzt gab es drei (Auswärts-)Siege in Folge.

Die MadDogs haben spannende Tage vor sich: Am kommenden Sonntag spielen sie in eigener Halle das HVW-Pokal-Final-Four und nur zwei Tage später – hoffentlich ausgeruht genug – empfangen sie TSB Schwäbisch Gmünd zum Spitzenspiel. Gmünd ist Zweiter. Gewinnen die Neuhausener, stehen sie auf dem Platz, der am Ende der Saison den Aufstieg bedeutet.

In der EZ wird es dann die passende Überschrift dazu geben.

P.S. Mein Lieblingssatz übrigens in der Handball-Zusammenfassung der Dienstag-Ausgabe ist im Spielbericht TB Neuffen gegen TV Plochingen II (25:26) zu finden: „Am Ende reichte es für den TVP in einem engen Spiel, das der Plochinger Spieler Moritz Tropper in Abwesenheit eines Schiedsrichters souverän leitete.“


Zwölf tolle Mannschaften

Mein Lieblingsfoto vom EZ-Pokal 2016: Marcel Planitz trifft im Finale nach der Halbzeitsirene per Freiwurf. Foto: Rudel

Fast am Ende eines langen Arbeitstages, aber noch nicht am Ende der Arbeitswoche (Sonntag Spätdienst) ein paar Zeilen zum EZ-Pokal. Das Teilnehmerfeld steht und wird am morgigen Samstag in der EZ veröffentlicht.

Von den Top-Teams aus dem EZ-Land sind – leider wieder mit Ausnahme des HC Wernau – alle dabei, das heißt, auch die drei BWOL-Mannschaften TSV Deizisau, TSV Neuhausen und TV Plochingen. Auch Titelverteidiger TSV Wolfschlugen hat natürlich gemeldet.

Vier Teams bin ich besonders dankbar: Dem TV Reichenbach, der SG Hegensberg/Liebersbronn, dem SV Vaihingen und dem TSV Owen. Reichenbach, HeLi und Vaihingen, weil sie mitspielen, obwohl sie am Wochenende direkt nach dem Finaltag – Vaihingen sogar am 6. selbst – in der Liga ranmüssen (ich hoffe, ich habe keinen vergessen). Okay, Reichenbach als Ausrichter konnte wohl nicht anders. Und den Owenern, weil sie am Ende das Teilnehmerfeld komplett gemacht haben.

Die Zusammenstellung des Feldes war diesmal ein bisschen komplizierter als sonst: Der 6. Januar ist ein Freitag und am Wochenende drauf findet ein kompletter Spieltag in der Württembergliga statt: In der Landesliga gibt es einzelne Spiele. Schade irgendwie. So haben sich ein paar Mannschaften außerhalb des EZ-Landes nicht angemeldet, obwohl ihre Trainer mir versichert haben, dass sie sehr gerne mitgespielt hätten.

Der EZ-Pokal zieht, aber wenn man am 7. Januar ein entscheidendes Spiel im Kampf um den Klassenverbleib hat, kann man das auch verstehen.

Ich will aber überhaupt nicht meckern. Wir haben zwölf Mannschaften, zwölf tolle Mannschaften. Und ich bin mir sicher, dass es wieder ein klasse Turnier wird. Bei mir persönlich steigt die Vorfreude.

Wir haben auch einen tollen Ausrichter. Die Reichenbacher sind schon hoch engagiert bei der Sache. Heute war zum Beispiel Nico Stockburger bei mir in der Redaktion und hat unser Foto-Archiv nach Bildern fürs Turnierheft durchgeforstet.

So sieht die Tafel im Konferenzraum der EZ aus, wenn sich junge und nicht mehr ganz so junge Kollegen Gedanken über die Online-Möglichkeiten beim EZ-Pokal machen. Foto: Rabus

Wir von der EZ wollen dieses Mal online noch aktiver sein als bisher. Auch unser schon nicht mehr ganz neuer Online-Auftritt, den wir seit knapp einem Jahr haben, bietet da ein paar neue Möglichkeiten. Ich hatte kürzlich eine Sitzung mit jungen Kollegen, die sich einige Gedanken gemacht haben. Wird spannend. Später mehr.

So, ein schönes Wochenende, aktiviert die letzten Reserven vor den Weihnachtstagen und bleibt gesund!


Steffis Sonntag

Deizisau, in der Mitte Dennis Prinz, hat wieder verloren. Steffi Gauch-Dörre war dabei und erzählt hier ihre Geschichte. Foto: Rudel
Deizisau, in der Mitte Dennis Prinz, hat wieder verloren. Steffi Gauch-Dörre war dabei und erzählt hier ihre Geschichte. Foto: Rudel

Die Handballer des TV Plochingen und des TSV Deizisau bereiten gerade ein bisschen Sorgen. Meine liebe Kollegin Steffi Gauch-Dörre war heute für die EZ in Deizisau – sie hatte es ja nicht weit. Und, hey, sie hat mal wieder einen Gastbeitrag für mich geschrieben – und damit für euch.

Bitteschön: Steffis Sonntag.

Als Deizisauerin hatte ich heute einen absoluten Pflichttermin außerhalb Sporthalle und -platz: den traditionellen Weihnachtsmarkt. Ein buntes Treiben mit vielen Leckereien und bunten Ständen auf dem Marktplatz. Da habe ich dann als Ehrenamtliche auch Standdienst gehabt. Allerdings nur bis 16 Uhr, denn dann stand das Handballspiel zwischen Deizisau und Sandweier auf dem Programm. Ein wichtiges Spiel für Deizisau, denn endlich sollte der zweite Heimsieg her und wichtige Punkte für den Klassenverbleib gesammelt werden. Aber die Voraussetzungen waren nicht gut – nach dem Kreuzbandriss von Manuel Schwarz gab es keinen gelernten Mittelmann mehr und der junge Kader war mit seinen vier Langzeitverletzten stark dezimiert.

Dann kam es wie befürchtet: die Deizisauer starteten schwach und lagen schnell zurück. Aber wer jetzt dachte, das Team bricht komplett ein, hatte sich getäuscht. Einsatzwillen kann man den Spielern nicht absprechen, gereicht hat es aber trotzdem nicht. 32:34 hieß es am Ende. Zwar kann man auf die Art und Weise wie Deizisau aufgetreten ist aufbauen – Punkte fehlen aber dennoch. Wenn es bei elf Pluspunkten bis zur Pause bleiben sollte, ist das nicht üppig und leider weniger, als man sich nach dem guten Start erhofft hatte. Aber noch ist die Vorrunde nicht vorbei und auch im Derby in Neuhausen hätten die wenigsten mit einem Punkt gerechnet. Wer weiß, zu was die Deizisauer noch fähig sind. Hoffnung macht, dass einer der Jungen gegen Sandweier absolut überzeugt hat. Linksaußen Yannik Taxis ist noch Jugendspieler und dennoch eine feste Größe im BWOL-Team. Da Patrick Kleefeld noch mit einem Muskelfaserriss fehlt, tritt der Youngster sogar zu den Siebenmetern an. Und zwar absolut souverän.

Beim TV Plochingen haben sie ähnliche Sorgen: gut gestartet und jetzt mit vier Niederlagen in Folge abgerutscht. Aber auch hier ist noch viel drin.

Vor meinem Besuch in der Hermann-Ertinger-Halle habe ich mich übrigens noch schnell informiert, wie die Bezirksliga-Fußballer des TSV Deizisau gespielt haben. (Eigentlich auch ein Pflichttermin als Fußballerin, aber ich hatte ja Dienst auf dem Weihnachtsmarkt). Ein 2:2 gegen Donzdorf … naja. Ein Sieg wär wichtig gewesen, um an Rang zwei dranzubleiben.

Positiv war dann die Meldung vom TSV Neuhausen – über 40 Tore. Das ist doch mal ein tolles Zeichen in Richtung Angriff auf Platz zwei.
Ich bin jetzt schon gespannt wie das Topspiel gegen den Zweiten Schwäbisch Gmünd am 20. Dezember enden wird.


Manuel Späth: Von grün zu blau

Strahlende Gesichter und ein neues Trikot: Manuel Späth (rechts) und TVB-Geschäftsführer Jürgen Schweikardt. Foto: TVB Stuttgart
Strahlende Gesichter und ein neues Trikot: Manuel Späth (rechts) und TVB-Geschäftsführer Jürgen Schweikardt. Foto: TVB Stuttgart

Ich habe gerade einen recht aufgeräumten Manuel Späth am Telefon gehabt – der sich aber anmerken ließ, dass er ziemlich aufwühlenden Tage hinter sich hat.
Dabei ist folgender Text entstanden, der morgen in der EZ zu lesen ist.

Bei der Gelegenheit möchte ich ankündigen, dass Manu im Januar wieder exklusiv für die Leser Eßlinger Zeitung eine Kolumne zur Handball-WM schreiben wird. Sie trägt wie vor zwei Jahren den Titel „Späthlese“. Ich freue mich wirklich sehr, dass er das wieder macht!

Von grün zu blau
Manuel Späth will in seiner Karriere „einen neuen Reiz setzen“ und wechselt im Sommer von Frisch Auf zum TVB

Von Sigor Paesler

Göppingen/Stuttgart – Manuel Späth ist ein Mensch, der sich gerne mit den neuen Medien beschäftigt. Und er ist ein Sportler, der die Nähe zu den Fans sucht. Das macht den Kapitän des Handball-Bundesligisten Frisch Auf Göppingen zum Publikumsliebling. Deshalb war der 31-jährige Kreisläufer sehr gespannt, wie die Reaktionen auf seinen Wechsel am Ende der Saison von Frisch Auf zum Ligakonkurrenten TVB Stuttgart ausfallen würden.

Der Transfer hatte sich angedeutet, nun wurde er verkündet – auch von Späth selbst auf seiner Facebook-Seite. Der gebürtige Ostfilderner unterschrieb beim TVB einen Zweijahresvertrag mit einer Option für eine weitere Saison, der auch für die 2. Bundesliga gilt. Die Reaktionen waren fast ausschließlich positiv. „Wenn nicht jetzt, wann dann? Ich freue mich jedenfalls für Dich, Manu, wenngleich mir aber auch das FAG-Herz schmerzt“, etwa lautete ein Kommentar. „Das freut mich natürlich. Da kann ich nicht so viel falsch gemacht haben“, sagt Späth dazu erleichtert.

Dass ihm der Schritt schwer gefallen ist, nimmt ihm jeder ab. Ebenso, dass er bis zum Saisonende vollen Einsatz für die Göppinger bringen wird. Auch am kommenden Mittwoch, wenn Frisch Auf in der ausverkauften Porsche-Arena auf den TVB trifft. Elf Jahre wird Späth bis zum kommenden Frühsommer für Frisch Auf gespielt haben, zwei Jahre davon als Kapitän. Bis zum vergangenen September verpasste er kein einziges Spiel – und auch damals nicht aus Verletzungsgründen, sondern um bei der Geburt seines Kindes dabei zu sein.

„Ich wollte nach den vielen Jahren nochmal einen neuen Reiz in meiner Karriere setzen“, sagt Späth nun. „Das beim TVB ist ein spannendes Projekt.“ Dazu will er seinen Beitrag leisten. Im Sommer 2015 sind die Stuttgarter – noch als TV Bittenfeld – in die Bundesliga aufgestiegen, in Michael Kraus und Johannes Bitter gab es seither schon spektakuläre Transfers. Dass dagegen die Entwicklung in Göppingen stagniert, will Späth so nicht sagen. Aber: „Wir sind an einem gewissen Punkt angekommen, an dem es schwer ist, noch mehr zu erreichen.“

„Wir respektieren die Entscheidung von Manu, auch wenn sie emotional aufgrund unseres langjährigen gemeinsamen Wirkens weh tut“, erklärt Frisch-Auf-Geschäftsführer Gerd Hofele in einer Pressemitteilung, in der Späths Ziel nicht genannt wird. TVB-Geschäftsführer Jürgen Schweikardt betont: „Mit Manuel Späth konnten wir einen erfahrenen Bundesligaspieler, der dazu noch ein Mann aus der Region ist, vom TVB überzeugen.“

Der Region bleibt Späth erhalten, das war auch ihm selbst wichtig. „Ich werde das verbliebene halbe Jahr genießen, in dem ich das Göppinger Trikot trage“, sagt er. Dann wird er seine Facebook-Seite umgestalten und die Farbgebung von grün zu blau ändern.


Was macht eigentlich
Frank Ziehfreund?

Frank Ziehfreund freut sich über den Sieg beim EZ-Pokal 2011. Jetzt trainiert er die SG Leonberg/Eltingen - aber nicht mehr lange. Fotos Rudel
Frank Ziehfreund freut sich über den Sieg beim EZ-Pokal 2011. Jetzt trainiert er die SG Leonberg/Eltingen – aber nicht mehr lange. Fotos Rudel

In der Rubrik „Was macht eigentlich“ befasse ich mich meistens mit Menschen, die im Moment nicht (mehr) in der Handballszene aktiv sind. Das ist bei Frank Ziehfreund, dem früheren Trainer des Team Esslingen und des HC Wernau, nicht so. Ziehfreund ist in der fünften Saison Coach der SG Leonberg/Eltingen. Und damit ein Stück außerhalb des EZ-Landes.

Dennoch lohnt es sich hinzuschauen, was er dort im Moment genau so macht. Woraus sich die Frage ergibt, ob er bald wieder im EZ-Land wirken könnte. Leben und (als Lehrer) arbeiten tut er hier ja nach wie vor.

Die Fakten: In seiner dritten Saison ist Ziehfreund mit der SG von der Landesliga in die Württembergliga aufgestiegen, hat sich in der vierten dort gehalten, steht mit dem Team jetzt mit 11:11 Punkten auf Rang zehn und ist wieder auf Klassenverbleib-Kurs.

Aber: In den vergangenen Tagen gab es ein bisschen Wirbel. Der Verein hat Ziehfreund mitgeteilt, dass am Ende der Saison Schluss ist. Damit kann der Coach, wir er mir eben erzählt hat, leben. Nach fünf Jahren kann man ja mal was Neues machen. Nur fand er es ein bisschen „merkwürdig“, dass das ohne ein Vorgespräch stattfand.

Jetzt ist natürlich die Frage, was es mit Mannschaft, Trainer und Umfeld macht, wenn so eine Entscheidung so früh in der Saison fällt. Beide Seiten betonen, dass sie sich eigentlich sehr wohl miteinander fühlen. Der Verein lobt Ziehfreunds Arbeit und begründet den Abschied nach dem Motto: „Trennung, wenn es am schönsten ist.“

Und Ziehfreund betont auch jetzt, dass er es in Eltingen mit „angenehmen Leuten und einem angenehmen Umfeld“ zu tun hat, wie es selten zu finden sei. Nachdem die erste Irritation (so sagen sie in der Politik in so einem Fall, glaube ich) verflogen ist, geht er mit dem Team jetzt die nächsten Aufgaben an. Die werden schwer – als nächstes geht es zum Dritten Schmiden. Es ist ihm zu wünschen, dass die Geschichte nun keine Eigendynamik bekommt. Es wäre nicht der erste Fall, dass ein Trainer nicht bis zum Ende der Saison bleibt, wenn der bevorstehende Abschied lange feststeht.

Frank Ziehfreund in Siegerpose. Es ist ihm zu wünschen, dass er sie als SG-Trainer noch oft zeigen kann.
Frank Ziehfreund in Siegerpose. Es ist ihm zu wünschen, dass er sie als SG-Trainer noch oft zeigen kann.

Aber es gibt auch positive Beispiele. Deshalb möchte sich Frank Ziehfreund nach „fünf tollen Jahren“ mit dem erneuten Klassenverbleib und einem schönen Feschtle von der SG verabschieden. Und ohne G’schmäckle. „Ich gehe das so an“, sagt er.

Eines ist aber auch klar: So, wie Ziehfreund den Handball im EZ-Land weiter verfolgt hat – wir hatten einige Themen zum Fachsimpeln -, wird auch den Machern im EZ-Land aufgefallen sein, was für eine gute Arbeite er bei Leonberg/Eltingen abliefert. „Ein bis zwei lose Anfragen“ gab es schon für die kommende Saison, erzählt er, winkt aber gleich ab: „Es ist nicht mein Ding, mich ins Spiel zu bringen.“

Klar, noch gelten sein Fokus und seine volle Konzentration der Aufgabe die paar Kilometer die A8 westwärts. Aber allen in der näheren Umgebung sei kundgetan, dass Ziehfreund ab dem Frühsommer zwar über eine Pause nachdenkt, aber auch sagt: „Ich habe schon noch Bock auf Handball.“

Gut möglich, dass wir Frank Ziehfreund schon Anfang Januar in einer Handball-Halle im EZ-Land wiedersehen. Vielleicht wird er beim EZ-Pokal in der Neckarsporthalle zuschauen, die er 2011 mit dem HCW als Sieger verlassen hat. Leider kommt er nicht mit seiner Mannschaft. Das hätte er sehr gerne getan, wie er mir sagte. Aber einen Tag nach dem Finale am 6. Januar hat er mit der SG ein wichtiges Spiel gegen die HSG Schönbuch, „das ich gewinnen sollte“.

Man sieht, Frank Ziehfreund gibt alles für seine Mannschaft – auch wenn feststeht, dass er in der kommenden Saison nicht mehr ihr Trainer sein wird.