Neuhausen – auf einem guten Weg

Dominik Eisele in Aktion gegen seinen Ex-Club. Fotos: Rudel

Diejenigen, die sich zuletzt schon Sorgen um die Drittliga-Handballer des TSV Neuhausen gemacht und am Samstagabend den 32:30-Derbysieg gegen den TV Neuhausen/Erms live miterlebt haben, dürften beruhigt sein. Nach fünf Spielen ohne Sieg nun zwei Erfolge hintereinander – alles wieder im Lot.

Es war ein begeisterndes Drittligaspiel vor vollen Rängen und mit zwei starken Mannschaften, die sich nur wenig Schwächen geleistet haben. Es hat richtig Spaß gemacht, das Spiel anzuschauen – und auch, darüber zu schreiben.

MadDogs-Kapitän Hannes Grundler zeigt im Derby wieder einmal eine starke Leistung.

Die Neuhausener sind auf einem guten Weg. Die Neuhausener? Selbst TV-Spielertrainer Daniel Reusch kam dabei etwas durcheinander, als ich mich mit ihm nach dem Spiel unterhalten habe. Er sprach von Neuhausen, hat mich dann kurz angegrinst und ergänzt: „Also, euer Neuhausen.“

Wobei das schon richtig ist: Die Neuhausener sind auf einem guten Weg. Denn das kann man über beide Mannschaften sagen. Das Filder-Team hat, nachdem der Abgang von Trainer Ralf Bader zum Saisonende feststand, die Kurve wieder bekommen. Und die Erms-Handballer hätten die Punkte zwar nötig gebraucht und schweben als Zweitliga-Absteiger auch in der 3. Liga weiterhin in Abstiegsgefahr. Aber die vielen Zuschauer, die am Samstag aus dem Ermstal angereist sind, haben auch viel Gutes und Mutmachendes gesehen. Der Meinung war auch mein Kollege Manfred Kretschmer vom Reutlinger General-Anzeiger, der auf der engen Tribüne neben mit saß und für seine Leser geschrieben hat.

Rund um das Spiel war auch Eckard Nothdurft ein Thema. „Taugt der was?“, hat mich jemand zum MadDogs-Trainer ab der kommenden Saison gefragt. Auch mit Co-Trainer Markus Locher und Kapitän Hannes Grundler habe ich kurz über den Neuen gesprochen. Natürlich sind sie von ihm überzeugt und sein Ruf ist ja auch sehr gut. Ich kenne ihn nur ein bisschen aus meiner journalistischen Zeit im Raum Tübingen/Reutlingen und habe ihn, seit ich bei der EZ bin, als Gästetrainer erlebt. Er wird sich die Tage in Neuhausen vorstellen, dann wissen wir etwas mehr. Alles andere werden wir dann ab dem Sommer beobachten.

Lucca Holder auf dem Weg zum Tor.

Ralf Bader hinterlässt Eckard Nothdurft jedenfalls eine gute Mannschaft, dazu hat der Verein schon zwei Talente für die kommende Saison geholt. Und, so viel weiß man auf jeden Fall schon, deren Ausbildung gilt als einer der Vorzüge von Nothdurft.

Es war ein eingeschränktes Handball-Programm am Wochenende. Aber das hatte es in sich. Der TV Plochingen hat das BWOL-Derby beim nun noch mehr abstiegsbedrohten TSV Deizisau mit 31:28 gewonnen. Ich selbst war noch bei einem weiteren Derby Augenzeuge: Weniger Zuschauer als in Neuhausen, etwas weniger Athletik – aber guten Handball-Sport habe ich beim Frauen-Württembergliga-Spiel TV Nellingen II gegen SG Hegensberg/Liebersbronn erlebt.

Die Spielerinnen von Nellingen II feiern nach dem Spiel gegen Hegensberg/Liebersbronn.

Ich bin natürlich sowas von neutral. Aber die SG-Frauen haben mir am Ende schon etwas leidgetan. Auch Nellingens Trainerin Veronika Goldammer hätte ein Unentschieden gerecht gefunden. HeLi hat als Außenseiter, der auch noch ein paar Punkte für den Klassenverbleib braucht, eine richtig starke Leistung gezeigt und lange geführt. Am Ende gab es eine 28:29-Niederlage. Kopf hoch, weitermachen.

Starke Leistung: SG-Torhüterin Svenja Melzer.

Bei den Nellingerinnen, die jetzt schon das nächste Derby gegen die HSG Deizisau/Denkendorf vor sich haben, fand ich zwei Dinge interessant: Agne Zukauskaite, früher für den TVN in der 2. Bundesliga und auch schon in der Bundesliga und für das litauische Nationalteam im Einsatz, hat am Ende den Unterschied gemacht. Agne unterstützt das Team seit dem Saisonbeginn, hat aber erst vier Spiele mitgemacht, weil sie oft verletzt war. Auch am Samstag war sie nur wenige Minuten im Einsatz und hat sich lange einen Eisbeutel an den Oberschenkel gehalten. Aber als sie auf dem Feld war, hat sie die jungen Mitspielerinnen geführt und am Ende auch die entscheidenden Tore erzielt.

Engagiert für den TVN-Nachwuchs: Vroni Goldammer.

Das andere Thema: Ich habe mich nach dem Spiel mit Vroni Goldammer darüber unterhalten, welche Perspektive die Spielerinnen ihres Team denn haben. Der Sprung ins Bundesliga-Team ist aus der Württembergliga (zu) groß. Sie hat aber noch einen anderen Aspekt genannt, warum das Team, das auch schon in der 3. Liga gespielt hat, in der kommenden Saison den Aufstieg zumindest wieder in die BWOL angehen will: Um den Spielerinnen aus der eigenen Jugend eine bessere Perspektive zu bieten. Kein Wunder, dass Goldammer beim TVN sowohl beim zweiten Team als auch beim Nachwuchs engagiert ist. Das ist ihr handballerisches Lebensthema.

Zum Thema Nachwuchs und Nellingen gibt es in dieser Woche übrigens noch einen Text in der EZ, darauf will ich schonmal hinweisen.

Ostfildern zieht durch

Michael Schwöšbel kann mit seiner HSG Ostfildern zurzeit sehr zufrieden sein. Fotos: Rudel

Am Wochenende hat wirklich alles Handball gespielt, was Handbälle auf Tore werfen kann. In der Montagausgabe der EZ wird es dann ganz schön eng. Ein Derby gab es – wie gefühlt jede Woche in der Württembergliga der Frauen – zwischen Köngen und Reichenbach. Macht 13 Spielberichte.

Etwas kürzer ist so der Text über Landesligist HSG Ostfildern geworden – ging halt nicht anders. Über die HSG muss man sich zurzeit aber auch wirklich keine Sorgen machen. Im Gegenteil, die Mannschaft macht richtig Spaß. Es herrschen sowas von geordnete Verhältnisse in Scharnhausen und Ruit: Michael Schwöbel hat angekündigt, am Ende der Saison als Trainer aufzuhören, in Frank Ziehfreund steht ein anerkannter Mann bereit. Und die Mannschaft gewinnt. Spiel für Spiel.

Zuletzt gab es ein sattes 36:23 gegen H2Ku II. Schwöbel war zufrieden. Nur acht Gegentore in Hälfte eins waren stark. Dass es in der zweiten bei klarem Siegkurs mehr waren, könne man verbessern, sagt er. Allerdings mit einem Lächeln. Deswegen wird es bestimmt kein Straftraining geben.

Frank Ziehfreund kann sich auf seinen neuen Club freuen.

Sechs Siege in Folge hat die HSG nun geholt, darunter die im Derby beim TSV Köngen und beim Team Esslingen. Schwöbel ist entsprechend glücklich, auch darüber, wie die Mannschaft seit seiner Abschiedsankündigung mitzieht. Ostfildern zieht durch. „Die Mannschaft hat einen riesen Charakter“, sagt Schwöbel. Und: „Die Spieler haben schon gut mitgezogen, als noch nicht klar war, dass ich aufhöre. Und seither tun sie es auch. Sie wollen etwas erreichen.“

Und was ist das? Schwöbel spricht davon, Platz drei festigen zu wollen. Naja, das ist der Goldene-Ananas-Platz. Vorerst Platz drei, behaupte ich. Und Schwöbel lässt sich auch entlocken, er habe „nichts dagegen“, sich mit dem Aufstieg zu verabschieden.

Das wäre ja auch was: Da spielt der Mann Jahr um Jahr mit der HSG in der Relegation – mal um den Auf- und mal gegen den Abstieg – und dann soll das in seiner letzten Saison anders sein? Die Fakten: Der Zweite SG Ober-/Unterhausen hat am Samstag gegen Weilstetten II verloren, dadurch beträgt der Rückstand der HSG nur noch vier Punkte. Das ist aufzuholen bei dem Lauf. Am 18. März kommt es zum direkten Aufeinandertreffen. Spitzenreiter HSG Böblingen/Sindelfingen ist nochmal zwei Punkte weiter weg.

Nochmal Fakten: Der Erste steigt direkt auf, der Zweite geht in die Relegation. Wie in der vergangenen Saison gibt es da die recht komfortable Situation, dass zwei von drei Mannschaften den Sprung in die Württembergliga schaffen. Die HSG war vor einem Jahr dabei. An den Ausgang erinnern sie sich auf den Fildern nicht so gerne – einer von drei schafft es eben auch nicht.

Im Moment sollten sie bei der HSG aber vor allem den guten Lauf genießen, konzentriert bleiben und weiter gewinnen. Am kommenden Wochenende haben sie aber erst einmal frei. Fasching. Da spielt aus dem EZ-Land nur Drittligist TSV Neuhausen. Bei den MadDogs läuft es weniger gut, seit auch dort bekannt ist, das Trainer Ralf Bader am Ende der Saison geht. Vier Niederlagen in Folge. Aber das ist ein anderes Thema. Und für alle anderen gilt: Genießt das handballfreie Wochenende.

Verlängern, schmeißen, warten

Das bleibt so: Rolf Brack an der Seitenlinie von Frisch Auf Göppingen. Fotos: Rudel


Eine erfreuliche Trainer-Verlängerung, ein Trainer, der hinwirft und einer, der im vierten Spiel den ersten Sieg mit seiner neuen Mannschaft holen will. Es ist ganz schön was los, in diesem Fall ein Mal direkt im EZ-Land und zwei Mal in der interessiert beobachteten Region – zudem mit Protagonisten, die von hier kommen.

Rolf Brack und Frisch Auf Göppingen. Da fand im vergangenen September zusammen, was irgendwie mal wieder zusammenfinden musste. Mich hat es echt gefreut, dass unser Scharnhausener Kult-Trainer viele, viele Jahre nach der SG Göppingen/Scharnhausen wieder in Göppingen angeheuert hat. Aus bis zum Saisonende wurde nun bis 2019. Super. Und viel Glück, lieber Rolf Brack.

Kurz vor dem EZ-Pokal wurde bekannt, dass Sinisa Mitranic, der Mann aus Neuhausen/Filder und in der Region schon umfangreich handballerisch unterwegs, den Drittligisten Neuhausen/Erms übernimmt. Nun, drei Niederlagen später, ist er schon wieder weg. Die ganze Geschichte hat meine liebe Kollegin Gabriela Thoma im Reutlinger General-Anzeiger aufgeschrieben. Überraschend ist das schon. Mal sehen, wo Mitranic wieder aufschlägt. Bisher war er ja A-Jugendbundesligatrainer in Wolfschlugen, Verbindungen gibt es zum Team Esslingen.

Glaubt an die Wende und spricht im EZ-Interview: Deizisaus Trainer Daniel Mayr.


Und damit zum TSV Deizisau. Ich habe diese Woche ein Interview mit dem neuen Trainer Daniel Mayr geführt, der auch noch ohne Sieg bei seinem neuen Club, im Gegensatz zu Mitranic aber weit davon entfernt ist, das Handtuch zu werfen. Er ist voller Optimismus, erklärt aber auch, dass er nicht begeistert davon war, in welchem Zustand die Mannschaft bei seiner Amtsübernahme war.

Das Interview erscheint in der Samstagausgabe in der EZ und ist jetzt schon online.

Und um die Kurve wieder zu Rolf Brack zu schlagen: Gut möglich, vor allem im Fall von sich einstellenden Erfolgen, dass es auch bei Daniel Mayr bald heißt: Aus bis zum Saisonende wurde nun bis 2019.

So weit für heute, ein schönes und erfolgreiches Wochenende allen.

Trainerwechsel und die Folgen (?)

Dominik Eisele und der TSV Neuhausen straucheln gerade ein bisschen. Fotos: Rudel

Mit Trainerwechseln ist das so eine Sache. Manche haben einen positiven Effekt, manche verpuffen. Meistens ist es aber nicht so einfach, eine sportliche Entwicklung direkt mit der Trainerfrage zu verbinden.

Im EZ-Land erleben wir das gerade. Drei Mannschaften stehen dabei für mich im Fokus. Eine, die den Trainer getauscht hat, und zwei Teams, bei denen im Sommer ein Wechsel ansteht. Die Entwicklungen bei der HSG Ostfildern, dem TSV Deizisau und dem TSV Neuhausen sind sehr unterschiedlich – was meine eben genannte These untermauert.

Am einfachsten ist es wohl in Ostfildern. Michael Schwöbel hört am Ende der Saison auf. Es war ein bisschen die Luft raus und ein neuer Impuls wird der Mannschaft gut tun. Und was macht die? Von wegen, nachlassen, weil der Chef ja bald weg ist. Die HSG, die in dieser Saison ja auch schon geschwächelt hat, hat eine richtig gute Phase. Die Jungs wollen Schwöbel, der viel für den Verein getan hat, ganz offensichtlich richtig ordentlich verabschieden. Jüngster Beweis war der 22:20-Sieg am Freitagabend im Landesliga-Derby beim ambitionierten Team Esslingen.

Ostfildern ist jetzt Dritter, allerdings mit sechs Punkte Rückstand auf das Führungsduo.

Für Lucca Holder und seine Kameraden heißt es: durchbeißen!

Und Neuhausen? Auch da steht fest, dass Ralf Bader im Sommer nicht mehr da sein wird. Bei den MadDogs läuft es aber zurzeit nicht so gut, beide bisherigen Spiele 2018 wurden verloren. Auf Platz zehn ist der eigentlich so starke Aufsteiger in der 3. Liga abgerutscht. Aber das ist eben so ein Fall: Ich glaube nicht, dass das was mit Baders bevorstehendem Abgang zu tun hat. Der Mann verbessert sich nach Bietigheim, der Nachfolger – Eckard Nothdurft – steht schon fest und wird auch beobachten, wer sich in den Fokus spielt. Die Jungs werden die Kurve schon kriegen. Allerdings müssen sie einiges anders machen als beim 18:23 gegen Oftersheim/Schwetzingen. Nur 18 Tore – mannomann.

Das Sorgekind im EZ-Land bleibt Deizisau. Und da klemmt’s vor allem auf der anderen Seite als bei den Neuhausenern. 40 Gegentore hat die Mannschaft in Weinsberg kassiert, mit 36:40 verloren. „Deizisauer Abstiegsnöte werden größer“ lautet die Überschrift in der EZ. Daniel Mayr hat noch nicht die Wende gebracht, unter ihm hat die Mannschaft alle drei bisherigen Spiele verloren. Drittletzter, punktgleich mit dem Letzten – das sieht wirklich nicht gut aus. Allerdings sind die Mannschaften davor nicht weit weg. Es braucht jetzt dringend ein Erfolgserlebnis, so wie Ende Dezember noch unter Interimscoach Veit Wager in Plochingen. Am Sonntag kommt Neckarsulm – als Elfter mit 14 Punkten in Reichweite.

Vielleicht lässt der Trainereffekt in Deizisau zumindest ergebnismäßig einfach ein bisschen länger auf sich warten. Schafft die Mannschaft irgendwie den Klassenverbleib, dann ist alles gut.

Allerhand los im und um
das EZ-Land herum

Lena Degenhardt und der TV Nellingen gewinnen das Kellerduell. Fotos: Rudel

Wer sich gewundert hat, dass es hier am Kreis so ruhig war – mich hat ein Erkältungs-Virus ein paar Tage lang flach gelegt. Wie ich gehört habe, ging es nicht nur mir so. Wen es also gerade jetzt erwischt hat: Gute Besserung! Dabei war in der Handball-Welt in diesen Tagen einiges los. Bei der WM in Kroatien, worüber uns auch Manuel Späth in seiner Späthlese wieder mit seinen Einsichten erfreut.

Und auch im EZ-Land hat sich was getan: Auf den Fildern machen sie jetzt auch eine Jugendspielgemeinschaft. Wie ich im Zusammenhang mit dem Team und der SG Esslingen kürzlich geschrieben habe: Eine JSG ist nicht die Lösung aller Probleme. Aber die Entscheidung des TSV Neuhausen und der HSG Ostfildern ist nicht nur naheliegend, sondern auch richtig. In der Jugend sind beide gut, die HSG spielt immerhin in der Bundesliga, und bei den Aktiven finden die Talente in Zukunft in der 3. Liga oder der Landesliga ihren Platz. Passt. Jetzt braucht das Ding nur noch einen Namen. Sie wollen es nicht einfach nur JSG Neuhausen/Ostfildern oder JSG Fildern oder so nennen.

Vielleicht habt ihr ja eine Idee. Die Macher der beiden Vereine lesen hier auch ab und zu rein, ansonsten gebe ich es gerne weiter. Ich bin gespannt.

Apropos Neuhausen: Ja, Eckard Nothdurft als Trainer für die kommende Saison zu verpflichten, ist schon ein Coup. Die Lochers haben mal wieder ihre Pfullingen-Connection spielen lassen. Prasolov, Bader, Nothdurft – alle haben VfL-Vergangenheit. So lange der Erfolg da ist, passt das. Und bei Prasolov und Bader sind sie ja richtig gelegen. Wie richtig gerade bei Bader zeigt auch der interessante Umstand, dass Nothdurft Respekt vor den Fußstapfen des Mannes hat, den er selbst in Pfullingen mal trainiert hat. Die Verpflichtung zeigt aber auf jeden Fall: Neuhausen hat einen guten Namen in der Szene weit über das EZ-Land hinaus und den Ruf, dass da noch mehr geht.

Saskia Hiller und der TSV Wolfschlugen verlieren das Spitzenspiel.

Für den Neuen heißt es im Jahr zwei nach dem Wiederaufstieg in die 3. Liga aber erst einmal: Niveau halten.

Der Aufstieg steht den BWOL-Frauen des TSV Wolfschlugen möglicherweise noch bevor, auch wenn sie das Spitzenspiel gegen die SG Kappelwindeck/Steinheim verloren haben. Ich wollte mir das Spiel ansehen, doch aus genannten Gründen konnte ich nicht – und bin froh, dass meine Kollegin Kerstin Dannath eingesprungen ist. Schön, wie sie in ihrem Text auch erklärt, wie die Aufstiegsregelung ist – die ist ja immer noch in jeder Liga anders – und wie die Wolfschlugener das Thema angehen.

Auch in Deizisau und Nellingen war die EZ am Samstagabend in der Halle. Ernüchterung da, Erleichterung dort. Mann, für den TSV Deizisau wird es echt schwer, in der BWOL zu bleiben. Die Nellinger Bundesliga-Frauen haben gegen Rödertal zwar „nur“ einen Pflichtsieg eingenfahren, aber einen deutlichen und es war eben der Sieg, den sie gebraucht haben, um weiter an den Klassenverbleib zu glauben.

Und Maxi Schmid-Ungerer und der TSV Dezisau haben sich das Abstiegsduell gegen Remshalden auch anders vorgestellt.

So, das war ja alles schon am vergangenen Wochenende. Das Neue steht schon vor der Tür.

Auch das ist übrigens ein Grund dafür, dass ich gerade knapp mit Zeit bin: Am Freitag gibt es die neue EZ. Da war ganz schön was zu tun, viel Finetuning in den vergangenen Tagen. Aber ich freu mich über das Ergebnis und hoffe, ihr tut es dann auch.

Zum Schluss noch ein Blick über den Tellerrand, etwas weg vom Handball: Ich schaue ja immer gerne, was andere so blogmäßig machen. Dazu, falls es jemanden interessiert, zwei Dinge: Den erfolgreichsten journalistischen Sport-Blog in Deutschland gibt es nicht mehr. Das Hamburger Abendblatt hat den HSV-Blog „Matz ab“ eigestellt, nachdem vor paar Jahren schon Namensgeber Dieter Matz in den Ruhestand gegangen und sich nun auch Nachfolger Marcus Scholz verabschiedet hat. Scholz macht es jetzt auf eigene Rechnung und schreibt den Blog „Rautenperle“. Viel Glück wünsche ich, lieber Kollege!

Dass man vom Bloggen leben kann, zeigen die Schreiber des Camping-Blogs „Camperstyle“. Ich habe mich mit zwei von ihnen auf der CMT getroffen und ein sehr interessantes Gespräch geführt. Entstanden ist dabei eine Seite-3-Geschichte in der EZ, die ich euch an dieser Stelle auch nochmal ans Herz legen will. Man muss ja nicht immer nur über Handball lesen.

______________________________________

Hornets – mittlerweile konkurrenzfähig

Auch der Auftritt von Annika Blanke war gegen Metzingen stark. Zum Sieg hat es am Ende ganz knapp nicht gereicht. Foto: Rudel


Heute habe ich mal wieder einen Gastbeitrag. Meine Kollegin Karla Schairer war beim knappen 22:23-Pokalaus der Nellinger Hornets gegen die Tussies aus Metzingen. Und sie hat einiges zu erzählen.

Hier Karlas Eindrücke:

Kein Kanonenfutter

So so schade. Das dachte wohl die ganze Sporthalle 1 (bis auf die Metzinger Ecke), als die Schlusssirene trötete und die Nellingerinnen nur wegen eines Tores das Final Four des DHB-Pokals verpassten. Es wäre neben einer guten Geschichte für die Zeitung und online auch DIE für die Nellingerinnen Motivation im Kampf um den Klassenverbleib gewesen.

Dass es gegen ein Top-Drei-Team, das die Favoritenrolle quasi automatisch innehat, so knapp und spannend am Schluss wurde, liegt an zwei Dingen. Metzingen war nicht gut. Schlecht sogar über Phasen. Überzahlsituationen nutzte die TuS nicht, deutliche Führungen waren plötzlich weg. Diese Probleme haben die Tussies schon ein paar Wochen, ihre Tabellensituation sieht besser aus, als sie sich derzeit präsentieren. Und sie werden diese Baustellen nicht los. Schon beim Ligaspiel am 27. Dezember waren sie gegen die Hornets nicht so überlegen wie erwartet. 31:35 ging das Spiel damals aus. Dieses Mal war es noch enger. Metzingen musste ackern für den Sieg, Nellingen war kein Kanonenfutter. Nicht mehr.

Und das ist der zweite Grund: die Nellinger Entwicklung. In der vergangenen Saison war es nicht mal eine Handvoll Gegner, gegen die Nellingen eine reelle Chance hatte. Der TVN musste gegen die Tabellenschlusslichter punkten, die Spiele gegen Teams der oberen Tabellenhälfte mussten sie eben überstehen. In dieser Saison ist es anders. Wenn Teams wie die Metzingerinnen im Formtief stecken, dann schlägt die Stunde für die zähen, wehrhaften Nellingerinnen. Denn mittlerweile bewacht eine 18-jährige Jugendspielerin wie Elisa Stuttfeld abgebrüht die Kapitänin der Nationalmannschaft, Anna Loerper. Ein Youngster wie Lena Degenhardt springt wie Jack-in-the-Box plötzlich in die Lücken und trifft aus dem Rückraum. Louisa Wolf behält bei nahezu jedem Siebenmeter die Nerven (gut, die waren auch schon in Bundesliga-Saison eins stark). Szimonetta Gera und Roxana-Alina Inoeac laufen und laufen. Und Annika Blanke riskiert die dritte Zwei-Minuten-Strafe im Sinne des Teams. Wenn es aus der knappen und so unglücklichen Niederlage ein positives Resümee zu ziehen gibt, dann dieses, wie TVN-Trainer Pascal Morgant sagte: „Wir sind absolut konkurrenzfähig.“

Langer Atem

So feierte das Team Esslingen im vergangenen Mai den Aufstieg in die Landesliga. Das soll lange nicht das Ende sein. Foto: Rudel

Zur neuen Esslinger Handball-Spielgemeinschaft habe ich einen Kommentar geschrieben, der in der Samstag-Ausgabe der EZ erscheint. Und natürlich hier. Bitteschön.

Langer Atem

Wer in der Region höherklassigen Handball sehen will, der geht schon lange nicht mehr nach Esslingen, sondern nach Nellingen, Neuhausen, Plochingen oder Deizisau. Oder neuerdings, das ist fast noch schlimmer für die Kernstädter, nach Liebersbronn. Es ist klar, dass die Esslinger die Arme hochkrempeln und etwas tun müssen, um aus dem Schattendasein herauszukommen. Die Baden-Württemberg Oberliga ist ein ehrgeiziges, aber langfristig sinnvolles Ziel. Die Bündelung der Kräfte ist dafür ein adäquater Weg. Das Ganze zunächst über die Jugend anzugehen, jetzt aber schon klar zu formulieren, dass die Erwachsenen nachziehen werden, ist ebenfalls sinnvoll. Die Fußballer gehen beim FC Esslingen einen ähnlichen Weg.

Die Frage stellt sich aber, warum dieser Schritt erst jetzt möglich scheint? Die Enttäuschung der Altbacher, die nach nur drei Jahren wieder ohne Jugendspielgemeinschaft dastehen, ist verständlich. Die Esslinger hätten sich eher überlegen können, mit wem sie in eine gemeinsame Zukunft gehen wollen.

Dass die Bildung von Spielgemeinschaften Sinn machen kann, aber nicht die Lösung aller Probleme ist, kann man in der Welt des Mannschaftssports immer wieder beobachten. Es ist ein großer und nachhaltiger Integrationswille und -aufwand nötig. Es wird auch kein Selbstläufer sein, dass die Esslinger Aktiven-Teams in Zukunft höherklassig spielen. Es ist Geduld gefragt und es müssen weitere Maßnahmen ergriffen werden, vor allem die Erstellung eines klaren sportlichen Konzepts. Da sind die Esslinger offensichtlich dran.

Ein weiteres Zusammengehen ist vermutlich die einzige Chance des Esslinger Handballs, um wieder weiter nach oben zu kommen. Die Macher des neuen Team Esslingen werden einen langen Atem brauchen, einen längeren, als sie das bei der Zusammenarbeit mit den Altbachern hatten.

Ziehfreund ist wieder da

Frank Ziehfreund will ab Sommer so oft wie möglich als HSG-Trainer die Siegerfaust ballen. Fotos: Rudel (2), Bulgrin

Da macht man mal einen freien Tag – und schwupps hat die HSG Ostfildern einen neuen Trainer. Naja, noch hat sie ihn nicht. Aber in der neuen Saison wird sie ihn in Frank Ziehfreund haben. Willkommen zurück im EZ-Land, Frank Ziehfreund!

Beide Teile der Nachricht sind nicht überraschend. Dass Frank Ziehfreund wieder in der Region auf der Bank auftauchen wird. Und dass die Ära Michael Schwöbel in Ostfildern zu Ende geht. Schwöbel ist Ostfilderner und er hat als Spieler und Trainer einiges mitgemacht. Aber man kann, so mein Eindruck, seiner eigenen Aussage nicht widersprechen, dass neue Impulse der Mannschaft gut tun werden.

Das ist nunmal nicht ungewöhnlich im Sport. Fünf Jahre sind eine lange Zeit und gerade, wenn man gefühlt alles miteinander erlebt hat, kann man dann auch mal sagen: Jetzt ist es genug. Bei der HSG werden sie Michael Schwöbel – Ostfilderns Mr. Relegation – mit Sicherheit immer herzlich begrüßen, wenn er sich in Scharnhausen oder Ruit in der Halle blicken lässt. Sein nicht ganz heimlicher Wunsch dürfte sein, sich mit dem Aufstieg in die Württembergliga zu verabschieden – so schwer das auch wird.

Michael Schwöšbel als Trainer der HSG Osfildern – das war lange so, wird aber bald Geschichte sein.

Und Ziehfreund? Seit er aus Leonberg weg ist, hatte man seinen Namen immer im Kopf, wenn irgendwo in der Gegend ein Trainer gesucht wurde. Viele hatten ihn auch auf dem Zettel, Gespräche gab es auch. Jetzt wird es Ostfildern. Ich denke, das passt. Persönlichkeit, Liga (das gilt für Landes- und Württembergliga), Umfeld. Und ich kann mir vorstellen, dass er drauf brennt.

Wo wir Schwöbel wieder sehen werden? Klar ist jedenfalls, dass ab jetzt sein Name häufiger genannt werden wird, wenn etwas frei wird. Zusammen mit denen der anderen üblichen Kandidaten wie etwa Volker Greiner. Für ihn wird es, wenn er wieder einsteigen sollte, auf jeden Fall eine neue Erfahrung geben: Er wird zum ersten Mal nicht Trainer bei seinem Heimatclub sein. Er kann dann ja mal beim Ur-Reichenbacher Daniel Mayr anrufen und ihn fragen, wie das mit ihm und Deizisau so war.

Wenn ihr dieses Gesicht in den kommenden Tagen in der EZ seht: unbedingt den Text dazu lesen. Da steckt Manuels „Späthlese“ dahinter.

Gutes Wochenende allen. Und viel Spaß beim EM-Gucken. Ich möchte euch an dieser Stelle wärmstens Manuel Späths „Späthlesen“ ans Herz legen, die Manu wieder exklusiv für die Leser der EZ und CZ schreiben wird. In der Freitagausgabe gibt es eine Vorab-Geschichte, am Samstag dann – pünktlich zum Auftaktspiel der DHB-Auswahl – die erste Kolumne.

Das bleibt vom EZ-Handballpokal 2018

„Hau das Ding runter.“ –
„Ich hab’s doch probiert.“

Dialog während des Finales zwischen Zizishausens Trainer Georgios Chatzigietim und Spieler Nico Fröhlich, nachdem er beim Stand von 4:5 aus Zizishausener Sicht einen freien Wurf vergeben hatte.

Der alte EZ-Pokalsieger ist auch der neue: TSV Neuhausen. Fotos: Rudel

Wer gestern Abend hier am Kreis vorbeigeschaut und auf meine Eindrücke vom Final-Tag beim EZ-Pokal gewartet hat – sorry, nach drei Tagen in der Halle und dann noch zwei produzierten Seiten war einfach Schicht im Schacht. Jetzt, mit ein paar Stunden Abstand, geht es mir wie wahrscheinlich den 150 Helferinnen und Helfern des Team Esslingen, vielen Spielern, Schiedsrichtern und dem Rest des EZ-Teams: etwas müde, aber zufrieden.

Die Neckarsporthalle war nicht nur während des Finales gut besucht.

Was haben wir erlebt in den vergangenen drei Tagen in der Neckarsporthalle?

Einen Turniersieger TSV Neuhausen, der sich vor allem im Halbfinale gegen den TSV Köngen schwerer getan hat als erwartet. Aber den Erwartungen entsprochen und gewonnen hat.

Die zweite EZ-Pokal-Sektdusche für MadDogs-Trainer Ralf Bader. Und wahrscheinlich erst einmal die letzte: Alles Gute in der kommenden Saison in Bietigheim.

Sektdusche für Ralf Bader.

Noch keine Erkenntnis, wer Baders Nachfolger wird. Die Gespräche laufen, heißt es aus Neuhausen.

Ein starker Finalist TSV Zizishausen, der mit dieser Leistung bald in der Baden Württemberg-Oberliga spielen dürfte. Versucht haben sie es bei Zizis ja schon oft genug.

Zwei Überraschungsmannschaften, die sich viele Freunde gemacht haben: Landesliga-Aufsteiger TSV Köngen, der die Neuhausener im Halbfinale am Rande einer Niederlage hatte und das Spiel um Platz drei gegen den SKV Unterensingen nur mit viel Pech verloren hat. Und Bezirksligist TSV Denkendorf, der sich in der Gruppe 4 souverän durchgesetzt und starke Leistungen gezeigt hat.

Stark: Gian-Luca Pupin (im grünen Trikot) und der TSV Köngen.

Manuel Vogel als bester Torhüter des Turniers, gewählt von den Trainern des Viertelfinales. Die Online-Wahl zum besten Spieler des Turniers ist gut angelaufen.

Print und online – das EZ-Team bei der Arbeit.

Ein EZ-Pokal-Rekordsieger TSV Deizisau, der zum ersten Mal in 24 Jahren – einmal hat die Mannschaft zudem nicht mitgespielt – nicht mindestens im Halbfinale stand. Mit zehn Siegen führen die Deizisauer die Liste immer noch an, Neuhausen kommt mittlerweile auf sieben Siege. Interessant: Neuhausen hat alle sieben Siege nach dem letzten Deizisauer Erfolg 2009 geholt. Nur der HC Wernau (2011) und der TSV Wolfschlugen (2016) haben seither auch gewonnen. Außer Deizisau und Neuhausen gab es überhaupt erst sieben andere Sieger. Manche Ex-Gewinner gibt es übrigens gar nicht mehr in der Form: TSG Esslingen (Premierensieger 1995), SG Frisch Auf Göppingen 1b (1997) und TSV Scharnhausen (1998).

Gute Idee: Ein Bildschirm im Foyer der Halle.

Die Erkenntnis, dass der Versuch, mit einer Gruppe der unterklassigeren Teams zu spielen, geglückt ist. Zumindest war das Feedback zu – gefühlt – 90 Prozent positiv. Das machen wir, je nach Anmeldungen, im kommenden Jahr wieder.

Prestigeträchtiges Halbfinale: SKV Unterensingen gegen TSV Zizishausen.

Ein sehr engagierter und routinierter Ausrichter Team Esslingen. Danke auch für den leckeren Kaffee im EZ-Arbeitsräumle.

Viele, viele gute Gespräche in der Halle. Selbst geführt und beobachtet.

Eine Szene aus dem Finale: Timo Flechsenhar gibt den Ball nicht her.

Vorfreude auf 2019. Dann gibt es den 25. EZ-Pokal und Ausrichter ist die SG Hegensberg/Liebersbronn.

Chapeau!

Volle halle beim Spiel Deizisaus gegen Köngen. Fotos: Paesler, Rabus (1), Hemme (1).

Tag zwei des EZ-Pokals. Was bleibt?

Ein überzeugender TSV Deizisau und dadurch ein erfolgreiches Debüt für den neuen Trainer Daniel Mayr.

Ein Wiedersehen auf dem Spielfeld für die Köngener Moritz Eisele und Frieder Gänzle mit ihren langjährigen Deizisauer Kameraden.

Köngen im Angriff.

Ein überraschend starker Landesligist TSV Köngen, der sich gegen Württembergligist SG Hegensberg/Liebersbronn durchsetzte und im Viertelfinale steht. Chapeau.

Immer noch wenig Licht in der Halle.

Eine spannende Gruppe 4 der unterklassigeren Teams, in der sich Bezirksligist TSV Denkendorf souverän durchsetzte. Chapeau.

Bankdrücker.

Ein Landesligist HT Uhingen-Holzhausen, der aufgrund des besseren Torverhältnisses weiterkam, aber für das Viertelfinale zurückzog.

Ein starker Bezirksligist SV Vaihingen, der in der letzten Sekunde im Spiel gegen Denkendorf das 19:20 kassierte, dadurch ausschied – morgen aber trotzdem als Nachrücker im Viertelfinale gegen Turnierfavorit TSV Neuhausen steht. Chapeau.

Deutsch-Schweizer Schiedsrichter-Gespräche auf der Tribüne: Jürgen Rieber (links) und Morad Salah.

Der Schweizer Schiedsrichter Morad Salah des Länderspiels Deutschland gegen Island am Abend zuvor als Besucher in der Neckarsporthalle.  „Holger (Fleisch, Anm.) und Jürgen (Rieber) haben gesagt, dass es hier ein cooles Turnier gibt, da bin ich gerne mitgekommen“, sagte er. „Man merkt gleich, dass es hier ums Prestige geht. Das Niveau ist sehr gut.“

Dennis aus Deizisau mit seinem kleinen Prinzen.

Das Foto zum Satz oben.

Vorfreude auf den Finaltag. Um 10 Uhr geht am Sonntag es los.

Die Viertelfinalpaarungen Neuhausen – Vaihingen, Wolfschlugen – Köngen, Deizisau – Unterensingen (cool für Steffen Rost) und Denkendorf gegen Zizishausen.

Mittlerweile eine leere Halle und noch einige Handballer im Foyer bei einem Kaltgetränk.