Das Karussell dreht sich

Veronika Goldammer

Es war das Wochenende der (Vor-)Entscheidungen im EZ-Handball-Land. Klar, so kurz vor oder zum Saisonschluss. Die HSG Ostfildern hat endgültig den Klassenverbleib geschafft und die „Zweite“ spielt zukünftig in der Bezirksklasse. Dazu mehr in der Dienstagausgabe der EZ.

Die Männer des TV Plochingen und die Frauen des TSV Wolfschlugen nähern sich der 3. Liga, während sich Männer-Drittligist TSV Neuhausen leider der BWOL nähert. Ich hab das hier schonmal geschrieben: Von einem (TV Nellingen – nochmal leider) bis vier (Nellingen, Wolfschlugen, Neuhausen, Plochingen) Drittligisten ist in der kommenden Saison alles drin.

Die Männer des TV Reichenbach haben den Aufstieg in die Württembergliga trotz ihres Sieges im letzten Saisonspiel nicht geschafft. Und die TVR-Frauen verabschieden ihren Trainer. Genau. Das führt mich dazu: Es tut sich einiges in Sachen Trainer. Weil man bei so vielen Mannschaften im EZ-Land leicht den Überblick verlieren kann, fasse ich das mal zusammen. Voila:

Es sind bei den Handballern der Region noch nicht alle sportlichen Entscheidungen gefallen, und auch noch nicht alle personellen. Auffällig ist jedoch bereits, dass sich auf den Trainerstühlen im Hinblick auf die kommende Saison einiges tun wird. Der Abschied von Eckard Nothdurft vom Männer-Drittligisten TSV Neuhausen und der von Uwe Pätzold vom Frauen-Württembergligisten TV Reichenbach sind die frischesten Trainer-Neuigkeiten im EZ-Land. Hier ein Überblick.

TSV Neuhausen – 3. Liga Männer: Eckard Nothdurft hatte als Nachfolger von Ralf Bader einen schweren Stand beim TSV Neuhausen – so merkwürdig das anmutete, da Nothdurft den Spieler Bader mal trainiert hatte. Aber Bader hat die MadDogs zurück in die 3. Liga geführt und dort nach dem Aufstieg – trotz Nachlassens in der Rückrunde – zum sicheren Klassenverbleib geführt. Ein Jahr später schwebt die Mannschaft in akuter Abstiegsgefahr und Nothdurft hat erklärt, dass er „nicht der Richtige“ für die kommende Saison sei und seinen Zweijahresvertrag nicht erfüllen möchte. Nothdurft geht und die Neuhausener haben noch keinen Nachfolger, der die Mannschaft im Fahrstuhl wieder nach oben oder im Fall des doch noch gelungenen Klassenverbleibs in der 3. Liga etablieren soll.

Eckard Nothdurft

TV Plochingen – Baden-Württemberg Oberliga Männer: Kaum zu glauben, der TVP ist ein ernsthafter Anwärter auf den Aufstieg in die 3. Liga. Die Aussichten auf die Relegation sind gut, dort wird es dann aber nicht einfach. So oder so wird Erfolgstrainer Daniel Brack, dieser etwas überstrapazierte Begriff greift in diesem Fall, den Verein verlassen und auf jeden Fall den Sprung in die 3. Liga schaffen: zum VfL Pfullingen, wo schon sein Vater Rolf und sein Bruder Benjamin als Trainer und er selbst als Spieler tätig waren. Der Nachfolger in Plochingen stand schon lange fest, lange, bevor das mit der 3. Liga konkret wurde: Michael Schwöbel, Urgestein der HSG Ostfildern, übernimmt. Egal, in welcher Liga.

Michael Schwöbel

TSV Wolfschlugen – Baden-Württemberg Oberliga Frauen: Auch die Wolfschlugener Frauen haben sich beste Aussichten auf den Aufstieg in die 3. Liga erarbeitet. Gewinnen sie weiter, ist er ihnen nicht zu nehmen. Schon seit einiger Zeit steht fest: Trainer Rouven Korreik bleibt.

TV Nellingen – Bundesliga und Württembergliga Frauen: Bei den Hornets ist die Sache ein bisschen kompliziert. Das Bundesliga-Team wird zurückgezogen – und hätte nach den jüngsten Ergebnissen wohl auch sportlich den Klassenverbleib nicht geschafft. Nach 15 Jahren Bundesliga- und Zweitliga-Geschichte treten die Nellingerinnen zukünftig in der 3. Liga an. Das zweite Team – das ist die erfolgreiche Seite der aktuellen Vereinsgeschichte – hat auf den Spielfeldern des Landes den Aufstieg von der Württemberg- in die Baden-Württemberg Oberliga geschafft. Das heißt für die Zukunft: Die Hornets treten statt in der ersten und der fünften künftig in der dritten und der vierten Liga an. Bundesliga-Feuerwehrmann Ralf Rascher tritt ab, die bisherige Württembergliga-Trainerin Veronika Goldammer übernimmt das neue Drittliga-Team und ein Coach für das Baden-Württemberg-Oberligateam wird noch gesucht. Es gibt offensichtlich einen Kandidaten.

TSV Wolfschlugen – Württembergliga Männer: Die Mannschaft hat als aktuell Zweiter Chancen auf den Aufstieg in die Baden-Württemberg Oberliga – und Trainer Veit Wager bleibt.

TSV Deizisau – Württembergliga Männer: Das Team spielt nach dem Abstieg aus der Baden-Württemberg Oberliga eine Spitzenrolle. Alle im Verein freuen sich darüber – auch darüber, dass Trainer Olaf Steinke seinen Vertrag schon lange verlängert hat.

Olaf Steinke

HSG Ostfildern – Württembergliga Männer: Nach der Rückkehr hat die Mannschaft eine gute Saison gespielt, am vergangenen Wochenende endgültig den Klassenverbleib geschafft – und wird mit Frank Ziehfreund, dem Nachfolger von Aufstiegstrainer Schwöbel, natürlich weitermachen.

SG Hegensberg/Liebersbronn – Württembergliga Männer: Nach jahrelangem Aufwärtstrend hat die Entwicklung auf dem Berg eine Delle bekommen, der Klassenverbleib steht auf sehr wackeligen Füßen. Klar ist schon eine Zeitlang, dass Jochen Masching, der Vater der Erfolge der vergangenen Jahre, seinen Posten räumt. Sinisa Mitranic, ein bekannter Trainerfuchs in der Region, übernimmt.

TV Reichenbach -Württembergliga Frauen: Die TVR-Frauen haben den Aufstieg (erneut) knapp verpasst. Trotzdem wird die Ära von Trainer Uwe Pätzold als eine erfolgreiche in die Vereinsgeschichte eingehen. Sie ist nur vorbei. Pätzold verabschiedet sich, einen Nachfolger, der den Sprung in die vierthöchste Spielklasse endlich packen soll, hat der Verein noch nicht gefunden.

Uwe Pätzold

HSG Deizisau/Denkendorf – Württembergliga Frauen: Die HSG hat sich in der Liga etabliert und eine starke Saison gespielt. Das Trainer-Duo Steffen Irmer-Giffoni/Markus Kuschke wird es in der kommenden Saison nicht mehr geben: Kuschke hört aus familiären Gründen auf, Irmer-Giffoni macht weiter und sucht einen neuen Partner.

SG Hegensberg/Liebersbronn – Württembergliga Frauen: Die SG geht wieder runter in die Landesliga. Das ist angesichts des Aderlasses vor der Saison keine riesige Überraschung. Trotzdem haben sich die Spielerinnen und Trainer Markus Weisl mit Macht gegen den Abstieg gestemmt. Es hat nicht gereicht. Aber für Trainer und Team spricht, dass sie die Abstiegssaison mit einem Sieg in Biberach beendet haben. Weisl geht nach einem Jahr, es kommt Frank Haas, dem der Neuaufbau zuzutrauen ist.

Markus Weisl

TSV Köngen – Württembergliga Frauen: Eine ordentliche Saison haben die Köngenerinnen gespielt. Es spricht nichts dagegen, dass das mit Trainer Tim Wagner in der kommenden Spielzeit wieder so läuft.

TV Reichenbach – Landesliga Männer: Wie die Frauen des Vereins waren die TVR-Männer in ihrer Spielklasse lange Aufstiegskandidat Nummer eins. Aber wie die Frauen haben sie es nicht geschafft. Im Verein herrscht nun das Bemühen vor, das Positive zu sehen: Insgesamt hat die Mannschaft eine starke Saison gespielt und in der kommenden Runde soll sie wieder eine gute Rolle spielen. Durch die beschlossene Strukturreform des Handball-Verbandes Württemberg ist das mit dem Aufstieg nicht so einfach – Ziel und machbar dürfte die Qualifikation für die wieder eingeführte Verbandsliga sein.

Team Esslingen – Landesliga Männer: Das Team war während der Saison weit weg von der Württembergliga und auch weit weg von der Bezirksliga. Trainer Daniel Kraaz soll in der kommenden Saison dafür sorgen, dass etwas mehr geht.

TSV Köngen – Landesliga Männer: Die Mannschaft von Spielertrainer Moritz Eisele hatte am letzten Spieltag die Chance, die Saison auf Platz fünf abzuschließen. Es wurde Rang acht. Egal, es war eine gute Runde – und mit Eisele will die Mannschaft ab September eine mindestens so gute spielen.

Moritz Eisele

TSV Denkendorf – Bezirksliga Männer: Die Geschichte ist so schnell erzählt wie erfolgreich: Trainer Ralf Wagner wird mit den Denkendorfern drei Ligen durchlaufen: Nach seinen Antritt konnte er den Abstieg in die Bezirksklasse nicht verhindern, er schaffte mit der Mannschaft den Wiederaufstieg in die Bezirksliga und jüngst nach 20 Jahren die Rückkehr der Männer des Vereins in die Landesliga. In seiner sechsten Saison in Denkendorf soll er die Mannschaft dort halten.


Neuhausen und Nothdurft:
Es hat nicht geklappt

Eckard Nothdurft vor der Neuhausener Bank: Das ist bald Geschichte. Fotos: Rudel

Ganz überraschend kam es nicht, dennoch war es die Nachricht des Wochenendes im EZ-Handball-Land: Eckard Nothdurft wird den TSV Neuhausen am Saisonende nach nur einem Jahr verlassen. Und leider sieht es im Moment so aus, dass die Station Neuhausen seine Vita nicht schmücken wird: Als Nachfolger von Ralf Bader sollte Nothdurft die Mannschaft weiterentwickeln – jetzt steht sie vor dem Abstieg aus der 3. Liga in die Baden-Württemberg Oberliga.

Man muss bei dem Restprogramm der MadDogs –  es geht gegen den Ersten, den Vierten und den Zweiten – schon sehr optimistisch sein, um an den Nicht-Abstieg zu glauben. Aber Aufgeben gilt natürlich nicht.

Der Sieg beim EZ-Pokal war ein Highlight in der laufenden MadDogs-Saison. Vielleicht kommt ja doch noch der geschaffte Klassenverbleib dazu.

Die Gründe für das Ende der Zusammenarbeit sind vielschichtig. Fakt ist, dass der Verein entgegen anders lautender Gerüchte mit Nothdurft weitermachen wollte. Er selbst hat darum gebeten, den Zweijahresvertrag aufzulösen. „Ich bin der Überzeugung, dass ich in der kommenden Saison nicht der Richtige für Neuhausen bin“, sagt er. Könnte auch heißen: Neuhausen ist nicht der richtige Verein für ihn.

Meine Kollegin und Neuhausen-Expertin Steffi Gauch-Dörre hat das Thema in der Montagausgabe treffend kommentiert. Ein Verein wie Neuhausen tut sich bei aller Mühe und allem Engagement schwer, Drittligahandball zu wuppen. Das gilt generell. Einen erfahrenen Trainer zu holen, ist gut – aber reicht alleine nicht aus. Nothdurft hat schon im EZ-Interview im November auf die Frage „Warum gehört Neuhausen in die 3. Liga?“ folgende interessante Antwort gegeben: „Weil Neuhausen ohne professionelle Bedingungen und mit einem total familiären Umfeld versucht, zu den besten 100 Mannschaften in Deutschland zu gehören. Ich hoffe, dass das belohnt wird.“ Das klingt nach viel Sympathie, aber auch danach, dass er sich manches professioneller gewünscht hätte. „Es gibt Situationen, in denen es keinen Schuldigen gibt“, betont Nothdurft jetzt.

Es hat nicht geklappt mit dem TSV Neuhausen und Eckard Nothdurft. Alle Beteiligten werden sich aber weiter in die Augen schauen können.

Die Rahmenbedingungen können aber nicht der einzige Grund dafür sein, dass es in der laufenden Runde sportlich so schlecht läuft. In der vergangenen Saison unter Bader spielte die Mannschaft – auch begünstigt durch die Aufstiegseuphorie – mit einem sehr ähnlichen Kader viel erfolgreicher. Nothdurft hat also auch sportlich nicht das gebracht, was man von ihm – und auch er von sich selbst – erwartet hat.

Ich bin sehr gespannt, wer nun neuer Trainer bei den MadDogs wird. Einige geeignete Kandidaten sind nicht mehr zu haben, dafür ist die Entscheidung einfach sehr spät gefallen. Der Noch-Plochinger Daniel Brack wäre sicherlich ein Thema gewesen. Er hat aber schon längst in Pfullingen unterschrieben, was auch passt und wo er auf jeden Fall Drittliga-Trainer sein wird. Bader ist wieder frei, aber eine Rückkehr nach seinem Bundesliga-Intermezzo in Bietigheim ist schwer vorstellbar.

Verabschiedet sich Daniel Brack mit dem Aufstieg aus Plochingen? In der kommenden Saison trainiert er auf jeden Fall in der 3.Liga: den VfL Pfullingen.

In die Köpfe muss man übrigens auch erst einmal kriegen, dass es in der kommenden Saison heißen könnte: Plochingen 3. Liga, Neuhausen Baden-Württemberg Oberliga. Das wäre echt ein Ding. Aber so weit ist es noch lange nicht. Neuhausen kann den Klassenverbleib noch schaffen. Und die Plochinger müssen in der BWOL erstmal Platz zwei verteidigen und die Relegation wird dann auch nicht einfach. Eines ist allerdings sicher – bei allem Reiz zum Glück irgendwie: Ein Relegation zwischen Neuhausen und Plochingen wird es angesichts der Auf- und Abstiegsregelungen nicht geben.

Die Wunschvorstellung wäre natürlich, dass es in der kommenden Saison ein Drittliga-Derby zwischen Neuhausen und Plochingen gibt.

Jubel beim TV Nellingen II.

Es kann sein, dass wir bald eine Plochinger Aufstiegsgeschichte in der EZ haben werden. Ich hatte ja schon das Vergnügen, die Aufstiege des TV Nellingen II und des TSV Denkendorf zu beschreiben. Sowas macht Spaß. Möglicherweise kommen die Wolfschlugener Frauen noch dazu.

Und weil’s so schön ist nochmal:Jubel beim TV Nellingen II.

Die Denkendorfer steigen mit dem Sprung in die Landesliga auch in den Kreis der „Montags-EZ-Teams“ auf. Freut mich, herzlich willkommen! Mit dem Abstieg der HeLi-Frauen – schade – und der Rückkehr der Nellinger Frauen I vom überregionalen in den lokalen Sport wird es dort ab September noch enger. Ich habe gerade durchgezählt: Wenn alle spielen, bilden wir ab der kommenden Saison 16 Teams in der Montagausgabe ab. Zeige mir mal einer eine Handballregion, in der es so viel Spitzenklasse gibt?   

Und Jubel beim TSV Denkendorf. Foto: Krug

 


2-1-10

Julian Mühlhäuser und der TV Plochingen verlieren gegen Weinsberg. Unglaublich. So einfach ist es nicht und zudem bleibt der TVP im Rennen um den Aufstieg dabei. Foto: Rudel

Was war das für ein Handball-Wochenende? Als unser Mitarbeiter Max Bruns am Sonntag in die Redaktion kam, um die Berichte vom Samstagabend aufzunehmen, haben wir schon drüber gesprochen. Hast du schon gesehen: Plochingen hat gegen Weinsberg verloren. Und Deizisau hat auch verloren. Und Reichenbach auch. Und die Wolfschlugener Frauen auch. Im Laufe des Vormittags trudelten dann die Anrufe der Unterlegenen des EZ-Handball-Landes ein. Köngen, Team, HeLi Männer und Frauen und Nellingen. Am frühen Nachmittag kamen dann noch die Reichenbacher Frauen dazu – denen es danach offenbar die Sprache verschlagen hat.

Am frühen Abend gibt es bei uns in der Redaktion immer die sogenannte Blattabnahme. Seiten- oder Spätkonferenz heißt das bei anderen Zeitungen. Da schauen Vertreter aller Ressorts inklusive der Chefredaktion die Seiten an, soweit sie zu diesem Zeitpunkt fertig sind. Die Kolleginnen und Kollegen hatten beinahe Mitleid mit uns Sportlern. „Die Lichter gehen aus“, „Erbärmliche Abwehr“, „Hängende Köpfe“, „Sehr schade“, „Serie reißt“, „Gemischte Gefühle“ und „Am Tiefpunkt“ waren Überschriften (-Fragmente), die da der Beamer an die Wand warf.

Am späteren Sonntagabend kam zumindest noch der Sieg des TSV Wolfschlugen auf die Seiten, wodurch die Mannschaft von Trainer Veit Wager im Aufstiegsrennen bleibt. Aber insgesamt lautet die Bilanz der 13 EZ-Land-Teams, die am Wochenende im Einsatz waren: Zwei Siege (neben Wolfschlugen die HSGDD), ein Unentschieden (Neuhausen), zehn Niederlagen.

Die Gründe und die Auswirkungen sind sehr unterschiedlich und es würde den Rahmen sprengen, wenn ich alles hier aufführen würde. In Kürze ein paar Dinge: Bei den Nellinger Bundesliga-Frauen ist die Niederlage beim bisherigen Letzten Union Halle-Neustadt auch deshalb schade, weil es in der Republik nun möglicherweise heißt, die Spielerinnen würden sich nach dem angekündigten Rückzug aus der Bundesliga hängen lassen. Nellingen ist jetzt Letzter, wozu man sagen könnte: Ist doch egal. Trainer Ralf Rascher hat aber erneut beteuert, dass ihm und den Spielerinnen das nicht egal ist.

Ich fand Raschers Aussagen sehr gut und sehr ehrlich. Dass am Ende ein paar Prozent fehlten bei allem, was passiert ist und in Anbetracht dessen, dass Halle wirklich noch gegen den Abstieg kämpft, wollte er nicht einfach so ausschließen. Er beteuerte aber, dass der Auftritt nicht darauf schließen lässt, dass es die Hornets schleifen lassen. Ich glaube ihm das. Und man darf auch nicht vergessen, dass Halle zuletzt gute Spiele und gute Ergebnisse hatte. Ist traurig genug, das alles in Nellingen.

Beim TVP erstaunt die Niederlage gegen den bisherigen Zwölften. Aber auch Weinsberg ist besser als es der Tabellenplatz vermuten lässt und die Plochinger haben in der BWOL noch nie gegen sie gewonnen. Die verpasste Chance, die ebenfalls patzenden Köndringer zu distanzieren, ist ärgerlich, aber noch stehen die Plochinger auf dem Relegationsplatz zwei und haben es selbst in der Hand, diesen zu verteidigen. Und mal ehrlich: Wer hätte gedacht, dass die Mannschaft von Coach Daniel Brack nach 24 Spielen überhaupt da stehen würde?

Irgendwie schade ist die Sache bei beiden Reichenbacher Teams. Sie haben in den vergangenen Wochen – die Männer genauer vor einer Woche – die Aufstiegschancen so gut wie verspielt. Jetzt scheint da nicht mehr viel zu gehen. Ich hoffe, dass von 80 bis 90 Prozent klasse Saison nicht das Ende und die Ernüchterung hängen bleiben. Neuer Anlauf in der kommenden Saison!

Die mit den gemischten Gefühlen waren die Neuhausener. Ein Punkt ist im Abstiegskampf zu wenig. Aber einen bei Oppenweiler/Backnang zu holen, nicht schlecht. Was der wert ist? Wird man sehen. Was soll man auch sagen?

Und Deizisau? „Kein Beinbruch“, sagte Ex-Spieler und Management-Mitglied Arne Staiger nach der Niederlage in Langenau. Es war die erste nach zuvor elf Spielen ohne. „Rückschlag im Aufstiegsrennen“ hätte die EZ auch titeln können, wenn sie sich dem Boulevard zurechnen würden. Tun wir aber nicht. Deizisau wird wohl nicht aufsteigen – trotz Punktgleichheit mit dem Dritten Wolfschlugen und einem Zähler weniger als der Zweite Heiningen. Und ich meine das überhaupt nicht negativ, wenn ich sage: Nicht schlimm. Oder vielleicht sogar: Gut so. Denn, ich habe das hier schon ein paar Mal geschrieben: Bei den Deizisauern wird in jedem Fall hängen bleiben, dass sie nach dem Abstieg in die Württembergliga eine ganz starke Saison gespielt haben. Eine, in der sie sich berappelt haben. In der sie sich gesammelt haben. In der sie wieder Spaß und Erfolgserlebnisse hatten. Wenn es gleich wieder hoch in die BWOL gegangen wäre, wäre da wahrscheinlich Schluss mit Lustig gewesen. Mal sehen, vielleicht schreibe ich in ungefähr einem Jahr hier sowas wie: Deizisau ist reif für die Aufstieg.

Zuvor fallen aber in der laufenden Spielzeit noch ein paar Entscheidungen. Die eine oder andere vielleicht schon am kommenden Wochenende. Ich bin gespannt.


Schade, Reichenbach

Volle Ränge in der Brühlhalle – und Peter Scheffold kämpft mit der gut besetzten Altenstädter Abwehr. Fotos: Rudel/Paesler


Es hätte das Wochenende des TV Reichenbach werden sollen. Es hätte das Wochenende des TV Reichenbach werden können. Aber es wurde nicht das Wochenende des TV Reichenbach. Wahrscheinlich haben sowohl die Männer als auch die Frauen den Aufstieg verspielt. So deutlich muss man es sagen und so sehen sie es wohl auch im Filstal.

Ein Ausschnitt aus der heutigen EZ. Reichenbach ist zwei Mal Zweiter.

Der Blick auf die Tabellen: Männer-Landesliga: 1. Altenstadt, 2. Reichenbach. Frauen-Württembergliga: 1. Nellingen II, 2. Reichenbach. Aber bereinigt stehen die TVR-Frauen nicht auf dem Relegationsrang – den es bei den Männern gar nicht gibt. Aber dazu später mehr.

Die TVR-Frauen müssen nach der Niederlage bei Burlafingen/Ulm, der vierten im siebten Spiel 2019 – und alle mit einem Tor – nun auf Patzer der Konkurrenz hoffen. Die Tabelle ist allerdings aufgrund der ungleichen Anzahl an Spielen so schrägt, wie sie in dieser Phase der Saison nicht sein sollte. Friedingen/Mühlheim, gegen das Nellingen am Mittwoch zum Nachholspiel antritt, hat zum Beispiel zwei Spiele weniger als Reichenbach absolviert. Aber auch zwei Minuspunkte weniger. Da braucht man ganz schön Hirnschmalz und Vorstellungsvermögen, um den möglichen Verlauf der Restrunde und den Stand der Dinge nachzuvollziehen.

Ein packendes Spitzenspiel. Alexander Stammhammer (Mitte) bekommt es zu spüren.

Das ändert aber nichts daran: Die Aussichten der Reichenbacher Frauen auf den Aufstieg waren schon deutlich besser. Ohne die besagten vier Niederlagen im laufenden Jahr hätte ich hier ein ganz anderes Thema. Schade, denn das ist ein richtig gutes Team.

Das gilt auch für die Reichenbacher Männer. Die haben allerdings, so wie es aussieht, im TV Altenstadt ihren Meister gefunden. Hier ist an der Tabelle nichts schräg. Alle Mannschaften 23 Spiele, Altenstadt und Reichenbach beide 38:8 Punkte, Altenstadt hat nach dem 26:22-Sieg in der Brühlhalle den direkten Vergleich gewonnen. Und zum großen Pech für die Reichenbacher steigt diesmal nur der Meister auf. Relegation fällt aus.

Die Szene, in der Max Liegat sein Feldtor erzielt. Es kamen noch zwei erfolgreiche Siebenmeter dazu.

Mein junger Kollege Max Bruns war beim Spitzenspiel in der Halle und hat das schön beschrieben. Es waren viele Nicht-Reichenbacher da, einige Deizisauer etwa hat er auf der Tribüne gesehen. Das Spiel hat die Szene bewegt. Ich habe gerade nochmal mit Max gesprochen, nachdem er das (Fußball !)-Nachspiel für die morgige EZ-Ausgabe geschrieben hat. „Sie haben das im Angriff nicht hinbekommen, die Abwehr aber stand gut“, sagt er über die Reichenbacher. Er kann es beurteilen, er spielt selbst Handball. Auch ein „Ticken Dynamik“ hat ihm beim TVR gefehlt, Altenstadt war seiner Beobachtung nach „abgezockter“. Der verdiente Aufsteiger also?

Auch Timo Häußermann hat es schwer.

In Reichenbach sind sie enttäuscht. Klar, wenn man so nah dran ist. Aber sie werden versuchen, in den verbleibenden drei Spielen ihre Aufgaben zu lösen, um sich nichts vorwerfen zu müssen, falls die Altenstädter patzen. Denn der TVR ist ja erst in die gute Ausgangsposition vor dem Spitzenspiel gekommen, weil der Konkurrent in der Woche davor gegen Steinheim verloren hat. Die Reichenbacher Frauen haben noch zwei Spiele und damit die wenigsten des Spitzenquartetts.

Wenn es nicht klappt mit dem (Doppel-) Aufstieg, dann wird in Reichenbach auch in der kommenden Runde Handball gespielt. Und das vermutlich nicht vor weniger Zuschauern als eins drüber. Hier lebt man den Handball ligaunabhängig. Gegönnt hätte ich es ihnen aber schon, und wäre damit wahrscheinlich auch nicht allein. Oder ist die Vergangenheitsform noch zu früh? Also: Ich tät’s ihnen ja schon gönnen!


Bittere Erkenntnis

Neustart mit Veronika Goldammer. In der kommenden Saison spielt der TV Nellingen in der 3. Liga. Fotos: Rudel

Was für ein Handball-Wochenende. Da schlägt der TV Plochingen in der BWOL in wirklich beeindruckender Weise die SG Köndringen/Teningen und erklimmt Platz zwei – ebenso wie eine Klasse darunter der TSV Deizisau durch den Derbysieg in Wolfschlugen. Ganz stark.

Das Thema im EZ-Handball-Land ist aber die Entwicklung bei den Frauen des TV Nellingen. Nach drei Spielzeiten in der Bundesliga und davor zwölf Saisons in der 2. Bundesliga zieht der Verein das Team zurück und tritt in der kommenden Runde in der 3. Liga an, wo einstmals das eigene zweite Team beheimatet war. Es ist eine traurige Entwicklung, die der TVN aber nicht exklusiv hat, wie ich in meinem Kommentar für die Dienstagausgabe der EZ schreibe und den ich hier ranhänge.

Es ist schade für die Region. Ich beobachte das Geschehen in der Sporthalle 1 schon seit vielen Jahren, lange davon war ich bei fast jedem Heimspiel und auch bei den (Nicht-) Aufstiegsdramen in Buchholz und Celle war ich damals dabei. Seit einiger Zeit berichtet vor allem meine Kollegin Karla Schairer von den Hornets, sie hat auch den Text zum Rückzug geschrieben.

Ich hoffe, dass die Nellingerinnen zumindest in absehbarer Zeit wieder in der 2. Bundesliga spielen. Denn da haben sie sich offensichtlich wohl gefühlt. Und da gab es viele schöne Spiele. Und da haben auch noch mehr Spielerinnen aus Nellingen und der Region in der Sporthalle 1 gespielt. Alles Gute jedenfalls Veronika Goldammer, die als Trainerin den Neustart rocken soll.

So haben die Nellingerinnen 2004 den (zweiten) Aufstieg in die 2. Bundesliga gefeiert. 15 Jahre waren sie jetzt Zweit- und Bundesligist.

Hier also mein Kommentar. Wie ist eure Meinung?

Bittere Erkenntnis

Noch acht Spiele, dann endet in Nellingen eine 15-jährige Ära mit Bundesliga- und Zweitligahandball. Eine Ära mit packenden Begegnungen, Integrationsfiguren, Aufstiegsspielen – und dem Sprung ins Oberhaus im Jahr 2016. Dieser, so sehr und zurecht er von den Nellingerinnen und ihren Fans gefeiert wurde, tat dem Verein letztlich nicht gut. Das ist eine bittere Erkenntnis, die vorher schon andere Clubs gemacht haben.
Spitzen-Frauenhandball ist – vor allem langfristig – schwer zu finanzieren, wenn man nicht einen potenten Top-Sponsor oder Mäzen hat. Einige Vereine sind gekommen, eine Zeit lang geblieben, und wieder gegangen. Nun auch Nellingen. Der Aufstieg kam einigermaßen überraschend, die Strukturen waren nicht mitgewachsen. Einen hauptamtlichen Geschäftsführer hatte der Verein gut zwei Jahre zuvor wieder abgeschafft. Auch seither hat es der TVN nicht geschafft, die Strukturen, den Etat und damit das Team fit für eine mittelfristige Zukunft in der höchsten deutschen Spielklasse zu machen. Durch den Abstieg des zweiten Teams von der 3. Liga in die fünftklassige Württembergliga fehlte das Sprungbrett zwischen der guten Jugendarbeit und dem Bundesligateam. Die Folge: Im momentanen Team steckt wenig Nellingen. Dadurch und durch die vielen Niederlagen gingen auch die Zuschauerzahlen zurück.
Die Chance im Rückzug gleich in die 3. Liga liegt in der Rückkehr zu den Tugenden, die der TV Nellingen eigentlich schon lange für sich beansprucht: Wieder ein Team aufzubauen, das die Region repräsentiert und in dem sich die Jugendarbeit wiederfindet. Gleichzeitig muss der Verein seine Hausaufgaben machen und die Strukturen professionalisieren. Damit vielleicht irgendwann wieder eine Ära zumindest in der 2. Bundesliga beginnen kann. Eine Liga, in der Nellingen die schönste Zeit hatte.


Ein schöner Abend für Simon Kosak

Simon Kosak (vorne) hat schon ein paar Mal gegen Wolfschlugen gespielt, wie hier im Oktober 2018. So speziell wie diesmal war es aber noch nie. Foto: Rudel

Völlig überrascht war Simon Kosak von dem Anruf aus der EZ-Sportredaktion nicht. Wobei das Telefon des 21-jährigen Kreisläufers während der laufenden Handball-Saison einige Male geklingelt hat. Viele Vereine wollten den Spieler des Württembergligisten TSV Deizisau verpflichten – der TSV Wolfschlugen hat es geschafft. Und so spielt Kosak in der kommenden Saison regelmäßig genau 15,5 Kilometer entfernt von der noch heimischen Hermann-Ertinger-Halle in der Wolfschlugener Sporthalle – wo er bereits am Samstag um 20 Uhr mit den Deizisauern zum Derby antritt. Ein ganz besonders Spiel.

Die Fragen zu diesem ganz besonderen Spiel beantwortet Kosak gut gelaunt. „Die Aufregung ist jetzt schon da“, sagt er und man hört es ihm auch ein bisschen an. Natürlich will er eine gute Leistung zeigen, wie zum Beispiel sein Mannschaftskamerad Patrick Kleefeld kürzlich gegen seinen zukünftigen Club TSV Heiningen. Er weiß aber auch, „dass das mit dem Druck nach hinten losgehen kann“.

Simon Kosak im Oktober 2016 im Spiel gegen Plochingen.

Deshalb will er sich nicht allzu viele Gedanken machen, auch nicht über die Tabellensituation. Was freilich nicht ganz gelingt. „Klar ist die Ausgangslage spannend“, sagt er. Wolfschlugen ist Zweiter, Deizisau Vierter mit nur einem Pluspunkt weniger – bei einem Spiel mehr. „Mein Ziel war es, mit Deizisau aufzusteigen“, erklärt Kosak. Aber auch: „Es wäre schon schön, mit Wolfschlugen in der kommenden Saison eine Liga höher zu spielen.“

Seine Lösung, was sie auch beim Gegner und zukünftigen Club verstehen werden: „Das muss Wolfschlugen aus eigener Kraft schaffen, ich stehe dafür nicht zur Verfügung.“

Für Kosak, der in Denkendorf geboren ist und noch immer dort wohnt, ist es nicht der erste Weggang von Deizisau beziehungsweise der JSG Deizisau/Denkendorf. Aber irgendwie der erste richtige. Nachdem er mit der JSG unter Trainer Daniel Kraaz württembergischer Meister geworden war, wechselte er zu Frisch Auf Göppingen in die A-Jugend-Bundesliga. Aber in der zweiten Saison in Göppingen (2015/2016) lief er bereits für die Deizisauer Männermannschaft auf. „Danach war es für mich klar, dass ich ganz nach Deizisau zurückkehre“, erzählt er.

Simon Kosak kürzlich im Spiel gegen Schwäbisch Gmünd.

Dass er nun wieder geht und das auch noch zu einem Verein, der sportlich vergleichbar dasteht, können in Deizisau nicht alle verstehen. Kosak erklärt es so: „In Wolfschlugen wusste ich, woran ich bin. Ich kenne Trainer Veit Wager gut und bleibe in der Region. Und es wird eine richtig gute Mannschaft sein.“ Vor allem der Wolfschlugener Rückraum unter anderem mit Rückkehrer Marcel Rieger hat es ihm angetan – ein wichtiger Punkt für einen Kreisläufer, der darauf angewiesen ist, mit Bällen gefüttert zu werden.

Dass es ihn überhaupt wegzog, begründet Kosak, der in Stuttgart Immobilientechnik und Immobilienwirtschaft studiert, so: „Ich hatte für mich Lust, etwas Neues zu machen. Als ich den Schritt nach Göppingen gegangen war, habe ich mich unheimlich weiterentwickelt.“ Das erhofft er sich auch jetzt. Es ist ihm zuzutrauen.

Noch aber trägt Simon Kosak das Trikot der Deizisauer. Auch am Samstag in Wolfschlugen. Seine persönliche Situation vor dem Derby fasst Kosak sehr schön so zusammen: „Noch liegt mein Fokus auf Deizisau. Es ist ein Derby. Ich kenne in Wolfschlugen viele Leute. Es wird ein schöner Abend.“ Viel Spaß dabei!


Monat der Vor-Entscheidungen

Trainer Veit Wager während des Hinspiels der Wolfschlugener bei seinem Ex-Club in Deizisau. Wolfschlugen gewann mit 37:32. Fotos: Rudel

Am 16. März kommt es in der Württembergliga zum Derby zwischen dem TSV Wolfschlugen und dem TSV Deizisau. Diese Begegnung hat es in sich. Und hatte es in der Vergangenheit auch immer wieder. Die Deizisauer etwa haben in der Wolfschlugener Halle seinerzeit den Aufstieg in die BWOL gefeiert – jetzt sind sie zurück in der Württembergliga.

Es gab viele schöne Duelle zwischen den beiden Teams: 2014 feierten die Deizisauer in Wolfschlugen den Aufstieg…

Es wird aber nicht nur ein Derby sein, sondern auch das Verfolgerduell des Dritten gegen den Vierten. Wobei, das ist noch nicht so sicher. Und es hängt wiederum vom kommenden Wochenende ab. Vor dem Derby haben beide Mannschaften noch eine andere schwere – und reizvolle – Aufgabe zu lösen. Wolfschlugen ist im Moment Dritter und tritt beim momentanen Zweiten TSV Heiningen an. Wolfschlugen hat zwei Punkte, aber auch ein Spiel weniger. Das nennt man mal ein Spitzenspiel.

…und ein gutes Jahr später trafen sich die Mannschaften in der BWOL wieder. Frieder Gänzle (hinten) spielt mittlerweile in Köngen, Marcel Rieger (links) bald wieder in Wolfschlugen.

Und der Vierte Deizisau erwartet den Sechsten SG Lauterstein, der ebenfalls zwei Punkte und ein Spiel weniger als der kommende Gegner hat. Auch ein Top-Duell. In beiden Spielen ist der Ausgang völlig offen – es wäre dem Derby nicht abträglich, wenn am 16. zwei Sieger des Spieltages davor gegeneinander antreten würden. Lest dazu auch die EZ-Vorschau auf das kommende Handball-Wochenende.

Wir werden am 16. in der Wolfschlugener Halle sein. Wie an diesem Samstag in Deizisau. Und in Neuhausen, wo ja auch kein ganz unwichtiges Spiel ansteht. Überhaupt habe ich es heute in den Gesprächen mit den Handballern für die Vorschau gespürt: Die Anspannung steigt. Der März ist der Monat der Vor-Entscheidungen. „Da kannst du mit 8:0 Punkten dastehen oder mit 0:8″, sagt Wolfschlugens Trainer Veit Wager.

Dieses Foto vom EZ-Pokal 2016 darf natürlich nicht fehlen.

Egal, wie das Duell Wolfschlugen gegen Deizsau nächste Woche ausgeht, und egal, ob eine der beiden Mannschaften die Rückkehr in die BWOL schafft: mittelfristig traue ich beiden Teams etwas zu. Die Richtung stimmt (wieder). Deizisau hat sich nach dem Abstieg gefangen und baut wieder etwas auf.

Wolfschlugen wird in der kommenden Saison eine richtig gute Mannschaft haben. Eine bessere als jetzt schon. Die Leistungsträger wie auch Trainer Veit Wager bleiben und in Rückkehrer Marcel Rieger und dem Noch-Deizisauer Simon Kosak kommen zwei richtig Gute dazu. Sie werden dem Team noch mehr Struktur geben und ich glaube auch, dass das Spiel Rückraum-Kreis zwischen Rieger und Kosak gut funktionieren wird.

Nächste Woche sind sie noch nicht dabei, zumindest nicht im Wolfschlugener Trikot – klar, dass es für Simon Kosak ein ganz besonderes Spiel wird.

In eigener Sache: Mitarbeiter gesucht!
Nachdem das vor einiger Zeit so gut geklappt hat und wir auf diesem Weg jemanden für unseren Sonntagabenddienst gefunden habe, versuche ich es noch einmal, diesmal für zwei andere Jobs: Die EZ-Sportredaktion sucht Mitarbeiter, die sonntags Handball- und Fußball-Berichte aufnehmen. Habt ihr Spaß am Sport, traut euch zu, (unter Anleitung) darüber zu schreiben, und habt Lust, am Wochenende in der Redaktion mitzuarbeiten und ein bisschen was dazuzuverdienen? Dann meldet euch für nähere Informationen bei mir unter 0711/9310457 oder sport@ez-online.de.


Eins, zwei oder drei?

Trainer Rouven Korreik und die Wolfschlugenerinnen sind auf Aufstiegskurs. Fotos: Rudel

Haben wir in der kommenden Saison drei Drittligisten im EZ-Land? So langsam halte ich das für nicht mehr ausgeschlossen. Von null bis drei ist im Moment alles möglich. Der jüngste Spieltag aber zeigt: der TSV Neuhausen hat seine Chancen vergrößert, Drittligist zu bleiben. Und die Männer des TV Plochingen sowie die Frauen des TSV Wolfschlugen sind näher rangerückt, einer zu werden.

Trainer Daniel Brack und der TV Plochingen sind auf Aufstiegskurs.

Die Maddogs haben in einer insgesamt schwierigen zweiten Saison nach dem Aufstieg nun das zweite Spiel in Folge gewonnen. Das tut gut. Und bringt wichtige Punkte. Ich bin ehrlich: ich hätte nie gedacht, dass die Neuhausener in Fürstenfeldbruck gewinnen würden. Ich habe das Hinspiel in der Egelseehalle gesehen. Das hat Neuhausen auch gewonnen. Aber nur, weil FFB  im Glauben an einen sicheren Sieg irgendwann aufgehört hat, Handball zu spielen. Das ist ein richtig guter, solider Drittligist. Einer, wie es Neuhausen gerne werden will. Und wofür die Mannschaft nun so eine Art Reifeprüfung abgelegt hat. Aber langsam, erst einmal müssen weitere Punkte her. Dann kann das mit Trainer Ecki Nothdurft, der einen Zweijahresvertrag besitzt, vielleicht doch noch eine Erfolgsgeschichte werden. Und dann geht es ans Etablieren in Liga drei.

Trainer Eckard Nothdurft und der TSV Wolfschlugen sind auf Klassenverbleibskurs.

Die Wolfschlugenerinnen und die Plochinger in dieser Saison zu verfolgen,  ist interessant. Die Wolfschlugener Frauen sind schon lange ein Aufstiegskandidat und nach einer kürzeren Schwächephase spätestens durch den jüngsten Sieg gegen LE auch weiter voll dabei. Plochingen dagegen ist langsam, aber stetig zu einem Kandidaten für die 3. Liga geworden.

Noch ein paar Eindrücke vom Sieg der Wolfschlugenerinnen gegen Leinfelden-Echterdingen. Stephanie Frick setzt sich durch.

Das wäre ein Ding: Der TVP schafft den Sprung nach oben und trifft dann in der kommenden Saison auf Pfullingen mit  seinem jetzigen Trainer Daniel Brack und auf Neuhausen mit seinem jetzigen Top-Scorer Lukas Fischer. Die Aufstiegsregelung  ist ein bisschen merkwürdig, zumindest bei den Männern. Während bei den Frauen wie gehabt die beiden Ersten hoch gehen, schaffen es bei den Männern zehn von zwölf Viertligisten. Kurz gesagt hängt das mit der Reduzierung der 2. Bundesliga zusammen, die nach unten durchschlägt. Wenn die Plochinger auch am Ende der Runde wie jetzt auf Platz zwei stehen, treten sie gegen den Niederrhein-Zweiten an. Gewinnen sie da, sind sie Drittligist. Verlieren sie, haben sie immer noch eine Chance. Auch der Meister muss diese Aufstiegsrunde spielen, wenn ich das richtig verstanden habe.

Wie das ganz genau vonstatten geht, kläre ich spätestens, wenn es so weit ist. Versprochen. Bis dahin heißt es für die beteiligten Teams noch ein paar Wochen lang: kämpfen und hoffen. Es wird noch richtig spannend, bis wir wissen, wie viele Drittligisten es in der kommenden Saison im EZ-Land gibt. Und es stehen ja auch in den anderen Ligen noch viele Entscheidungen an.

So, jetzt feiert aber erstmal schön Fasching. Am kommenden Wochenende sind aus dem EZ-Land nur die Nellinger Bundesligafrauen im Einsatz. Dafür haben die gegen NSU ein wichtiges – ach was, wahrscheinlich das wichtigste Spiel der Saison vor sich.

Mara Seitzer (rechts) in Aktion.
Jana Lorenz beim Wurf.

Derbywochenmeister

In der Frauen-Württembergliga gibt es ein Derby nach dem anderen: Reichenbach gegen Deizisau/Denkendorf… Fotos: Rudel

Frauen-Bundesligist TV Nellingen hat wie erwartet gegen Meister Thüringer HC verloren, die beiden männlichen Top-Teams im EZ-Land, Drittligist TSV Neuhausen und BWOL-Team TV Plochingen, haben dagegen etwas unerwartete Siege eingefahren. Die Neuhausener haben durch das 31:23 gegen die TSG Haßloch einen Big Point im Abstiegskampf geholt, obwohl sie immer noch Vorletzter sind. Die Plochinger haben durch den 34:29-Sieg beim Tabellenführer TSV Blaustein als jetzt Zweiter nur noch einen Pluspunkt Rückstand auf den Spitzenreiter. Aber Hallo, geht da was in Richtung Aufstieg? Der TVP ist dicke dabei und gut drauf, man darf aber auch nicht übersehen, dass es da oben ganz eng zugeht und einige Teams drumrum weniger Spiele absolviert haben.

… Köngen gegen Hegensberg/Liebersbronn…

Superspannend geht es auch in der Württembergliga zu. Bei den Männern und bei den Frauen. Die Plätze drei, vier, zwölf und dreizehn haben bei den Männern die vier Teams aus dem EZ-Land inne. Es lohnt sich aber ganz besonders auch ein Blick zur Frauen-WL, die mit sogar fünf Teams aus der Region ebenfalls eine „EZ-Land-Liga“ ist. 1, 3, 5, 6, 12 lauten beim Blick auf die Tabelle die Glückszahlen „unserer“ Teams.

… Hegensberg/Liebersbronn gegen Köngen…

In der Frauen-WL sind eigentlich immer Derbywochen. Und da steckt viel Interessantes drin. Höhepunkt ist am kommenden Samstag das Spiel des Dritten TV Nellingen II gegen Tabellenführer TV Reichenbach. Vor ein paar Wochen wäre das noch das Duell Zweiter gegen Erster gewesen, aber dann haben beide Teams geschwächelt. Auch in Derbys. Verliert Nellingen gegen den TVR, wäre es die dritte Niederlage in Folge.

Auch hier ist es an der Tabellenspitze eng: 1. TV Reichenbach: 17 Spiele, 27:7 Punkte – 2. HSG Fridingen/Mühlheim: 16 Spiele, 25:7 Punkte – 3. TV Nellingen II: 16 Spiele, 23:9 Punkte. Und auch die Teams dahinter sind nah dran.

Nellingen II gegen Deizisau/Denkendorf…

Es liegt also einige Spannung in dem Spitzenderby am Samstag um 19 Uhr in der Sporthalle 1. Beide Teams wollen unbedingt hoch.  Das Team der Stunde ist aber die HSG Deizisau/Denkendorf. Sie ist sozusagen der Derbywochenmeister: 25:22 gegen Hegensberg/Liebersbronn, 32:31 gegen Köngen, 31:30 gegen Nellingen II und 24:23 gegen Reichenbach lauten die jüngsten vier Ergebnisse. Vier Spiele, vier Derbys, vier Siege, zwei Mal gegen ein Spitzenteam und drei Mal mit einem Tor Unterschied. Was für eine Bilanz! Damit ist DD zwar „nur“ Fünfter, aber der Dritte Nellingen ist gerade mal einen Pluspunkt entfernt.

…Reichenbach gegen Köngen…

Die Kurzzeit-Bilanz des TSV Köngen sieht da etwas anders aus. Das Team steht einen Platz hinter der HSGDD, hat aber schon fünf Punkte weniger – hier liegt die Grenze zwischen der Spitzengruppe und dem Mittelfeld. Drei Derbyniederlagen (Nellingen II, DD, Reichenbach) gab es zum Jahresauftakt, ehe die Köngenerinnen zuletzt Kellerteam TSV Zizishausen mit 33:16 deutlich auf Distanz gehalten haben. Insgesamt können die Köngenerinnen zufrieden sein und sind es auch, wie mir gestern Trainer Tim Wagner gesagt hat. Der Klassenverbleib war das Ziel, und den haben sie seit dem Erfolg gegen Zizishausen auch rechnerisch in der Tasche.

Deizisau/Denkendorf gegen Hegensberg/Liebersbronn

Bleibt noch die SG Hegensberg/Liebersbronn, die am Wochenende spielfrei hatte. 4:28 Punkte und Letzter heißt es da. Und: Aufgeben gilt nicht. Aber das wird ganz, ganz schwer.

Gute Woche allen und freut euch auf die nächsten Spiele!


Württembergliga: Zwei oben, Zwei unten

Nicht aufzuhalten: Simon Kosak erzielt für Deizisau sechs Tore gegen Heiningen – und wechselt im Sommer nach Wolfschlugen. Fotos: Rudel

Bevor ich zu meinem heutigen Thema komme, unsere vier Württembergligisten, möchte ich mich bei meinem Kollegen Sascha Staat bedanken, bei dessen Handball-Podcast ich heute Gast sein durfte. Im zweiten Teil seiner Sendung (so ab Minute 14) geht es um Ralf Bader und die EZ-Aktion „Keine Pfiffe gegen Pfiffe“. Tolle Sache, was Sascha da seit Jahren macht, hört ruhig (öfter) mal rein.

Bei den vier Württembergligisten im EZ-Land heißt es grob: Zwei oben, Zwei unten. Wobei die Entwicklungskurven der Mannschaften interessante Verläufe nehmen. Und beim Blick in die Zukunft gibt es das eine oder andere Fragezeichen.

Dritter ist immer noch der TSV Wolfschlugen, trotz der jüngsten Niederlage gegen Absteiger SG Lauterstein. Die Wolfschlugener scheinen aktuell das Pech gehabt zu haben, dass die ambitionierten Lautersteiner gerade jetzt zu ihrer Form gefunden haben. Der Relegationsplatz zwei – in der Württembergliga gibt es ja noch eine Relegation – ist weiterhin vier Pluspunkte entfernt, dank des Sieges des TSV Deizisau gegen den TSV Heiningen.

Ob die Wolfschlugener den Sprung in die BWOL schaffen, ist also fraglich. Dazu braucht die Mannschaft im Saison-Endspurt jede Menge Konstanz. Der Blick in die Zukunft ist aber in jedem Fall rosig: Die Mannschaft der kommenden Saison wird stark sein, egal, in welcher Liga sie antritt. Durch die Rückkehr von Marcel Rieger und die Verpflichtung von Kreisläufer Simon Kosak aus Deizisau haben die Wolfschlugener einen ohnehin schon starken und breit besetzten Kader nochmal gut verstärkt. Gerade die Kombination Rieger/Kosak klingt vielversprechend. Zusammen mit dem guten Trainer Veit Wager spricht das dafür, dass die Wolfschlugener uns viel Freude bereiten werden.

Auch Patrick Kleefeld verlässt Deizisau – gegen seinen zukünftigen Club Heiningen trifft er neun Mal.

Das tun die Deizisauer jetzt schon, auf jeden Fall mehr, als man es vor der Saison erwarten konnte. Auf Platz vier hat sich die Mannschaft von Trainer Olaf Steinke vorgearbeitet. Richtig stark, wie die Deizisauer die bisherigen Spitzenspielwochen bestreiten: zuerst den SKV Unterensingen geschlagen und von Platz vier verdrängt, dann Spitzenreiter TSV Heiningen besiegt – kommenden Samstag geht es gegen den neuen Tabellenführer TSB Schwäbisch Gmünd.

Man merkt so richtig, dass die Deizisauer nach den vielen Jahren des Abstiegskampfes in der BWOL eins drunter wieder Spaß am Gewinnen haben. Noch sind einige Personalien für die kommende Saison offen – nach Kosaks Abgang unter anderem am Kreis. Aber der momentane Lauf dürfte die Gespräche mit potenziellen Zugängen erleichtern.

Fabian Sokele und die SG Hegensberg/Liebersbronn tun sich gegen die HSG Ostfildern schwer – auch im Rückspiel gibt es eine Derby-Niederlage.

In den Tabellenkeller: Beide Derbys zwischen der HSG Ostfildern und der SG Hegensberg/Liebersbronn habe ich gesehen. Und mir scheint: Ich habe die zwei besten Saisonspiele der HSG und die zwei schlechtesten von HeLi gesehen. Beim 33:27-Sieg der Ostfilderner haben es beide Trainer sehr gut auf den Punkt gebracht. Ostfilderns Frank Ziehfreund über den bärenstarken Auftritt: „Dass wir nach zuvor sieben Niederlagen hier mit so breiter Brust auftreten, ist eine grandiose Leistung, darauf können wir stolz sein.“ Und HeLis Jochen Masching zu der ganz schwachen Leistung: „Es gab überhaupt keinen Grund dafür, mir fällt jedenfalls keiner ein.“

Eine Szene aus dem Derby: Philip Strobel (links) und Arne Helms.

Sehen wir es aus EZ-Land-Sicht mal so: Für HeLi war es ein Rückschlag im Kampf um den Klassenverbleib. Mit einem Sieg gegen Ostfildern hätte sich die Mannschaft ein kleines Polster verschafft. Aber sie müsste stark genug sein, es zu schaffen. Das hat sie davor ja gezeigt. Für die HSG war der Derbyerfolg ein Big Point. Sie bleibt zwar Drittletzter, ist aber einen Punkt an HeLi und Laupheim dran und damit wieder dick im Rennen. Vor allem die Art und Weise des Auftritts dürfte Mut machen: So spielt kein Absteiger.

Heißt: Es wäre schön, wenn beide Mannschaften auch in der kommenden Saison in der Württembergliga spielen. Und bei Wolfschlugen und Deiziau: Wer weiß, vielleicht geht nach oben noch was.

Eine gute Woche allen.