Wenn Handballer Blau sehen

Bei der Männer-WM im Januar gab es den Videobeweis schon, bei den Frauen diesmal nur kurz. Foto: dpa
Bei der Männer-WM im Januar gab es den Videobeweis schon, bei den Frauen diesmal nur kurz. Foto: dpa

Es gibt Leute, die bezeichnen Wasserball als Handball im Wasser. Tatsächlich gibt es einige Gemeinsamkeiten. Bei beiden Sportarten wirft man Bälle auf Tore, es ist eine starke Athletik und eine gute Mischung aus Technik und körperlichem Einsatz gefragt. Ich mag beide Sportarten und beide haben ja eine gewisse Bedeutung in der Region.

Aber es gibt auch viele Unterschiede. Nicht nur, dass man beim Handball nicht nass wird und mehr an hat. Beim Handball sind die Regeln, wenn auch vielleicht nicht bis ins letzte Detail, leichter zu verstehen als beim Wasserball. Auch, weil der Zuschauer mehr von dem sieht, was geschieht. Aber auch, weil die Verbände beim Wasserball in Sachen Regeländerungen ein bisschen – sagen wir mal sprunghafter sind als beim Handball.

Jetzt aber stehen auch beim Handball einige Änderungen an. Ich weiß nicht, ob der ehemalige Bundestrainer Vlado Stenzel sie alle gut findet. Der Mann, der am liebsten alles umkrempeln würde (und mich in einem Gespräch durchaus beeindruckt hat), würde wahrscheinlich noch viel weiter gehen.

Jedenfalls tut sich was im Handball, allerdings nicht sofort. Die Regeländerungen sind beschlossen, werden aber erst Mitte 2017 eingeführt. Mit einer Ausnahme – und auch wieder nicht. Jedenfalls war die Kehrtwende bei der gerade laufenden Frauen-WM spektakulär, als der eben erst eingeführte Videobeweis während des Turniers gleich wieder abgeschafft wurde, weil er im Spiel zwischen Frankreich und Korea zum Gegenteil dessen führte, was er eigentlich tun sollte – nämlich zu einer Fehlentscheidung. Dumm gelaufen. Vor allem, wenn das Spiel 22:22 ausgeht.

Naja, die Handballer im EZ-Land wird das mit dem Videobeweis weniger bewegen, zumindest was ihre eigene Spielwirklichkeit betrifft. Denn hier wird (im Gegensatz zum Wasserball) ja nicht Bundesliga oder Nationalmannschaft gespielt. In der Schelztorhalle wird auch in Zukunft keine Kamera an den Toren hängen. Aber die IHF plant ja noch mehr. Die neuen Regeln habe ich unten mal angehängt, so wie wir sie kürzlich in der EZ hatten.

Einige Änderungen finde ich sinnvoll, einige im Grunde gut, aber schwer zu pfeifen, und einige merkwürdig. Etwa die Sache mit der Blauen Karte. Die wird das Spiel nicht nur bunter, sondern auch verwirrender machen. Feldverweis ist Feldverweis, der Rest sollte dem Fingerspitzengefühl der Unparteiischen überlassen sein. Wie sagte der deutsche Schiri-Chef Peter Rauchfuß, der den Aufschub auf 2017 übrigens gut findet, so schön: „Ich suche noch einen Hersteller von Hosenträgern, damit die Hosen nicht rutschen, bei dem, was die Schiedsrichter alles in den Taschen haben müssen.“

Die anderen Regeln, siehe unten, sind ich eigentlich okay, auch wenn sie teilweise eher zu mehr als zu weniger Diskussionen führen könnten. Waren es bei gehobenem Arm jetzt wirklich sechs oder doch nur fünf Abspiele? Oder schon sieben? Reicht bei Behandlungen nicht ein Angriff zum Aussetzen (ähnlich wie beim Fußball)? Ist die Regelung für die letzten 30 Sekunden so wirklich durchführbar? Ich bin mir nicht so sicher.

Man muss erst mal abwarten, wie sich das im Alltag bewährt. Bin gespannt. Warum man aber bis 2017 wartet, obwohl man ja jetzt zum Schluss kommt, etwas ändern zu wollen, kapiere ich nicht so ganz. WM hin oder her. Erprobungsphase (die es bei der Junioren-EM ja schon gab) hin oder her. Ernstfall ist immer. Wenn man es will, muss man irgendwann damit anfangen.

Man könnte ja mal die Wasserballer fragen – die kennen sich mit neuen Regeln besser aus.

Eines ist jedenfalls sicher: An diesem Wochenende wird in den Hallen im EZ-Land nach den „alten“ Regeln gespielt. Auch am morgigen Sonntag in Wernau, wo die HCW-Frauen die des TSV Wolfschlugen zum Spitzenspiel der Württembergliga empfangen. BWOL-Absteiger gegen Dauer-Aufstiegsanwärter. Das wird spannen.

Hier zum besseren Mitreden die für den Beginn der Saison 2017/2018 geplanten Regeländerungen im dpa-Wortlaut:

Verletzte Spieler: Um Schauspielerei und Verletzungsunterbrechungen einzudämmen, soll die Zahl der Behandlungen auf dem Feld reduziert werden. Nur in berechtigten Fällen dürfen Ärzte und Physiotherapeuten aufs Feld. Wird er dort behandelt, muss der verletzte Spieler drei Angriffe seines Teams auf der Bank pausieren. Für ihn kann ein anderer Spieler aufs Feld. Betritt der Spieler das Feld früher, erhält er/sie eine Zwei-Minuten-Strafe. Ausgenommen sind zwei Fälle: Erstens Behandlungen von Torhütern nach Kopftreffern und zweitens, wenn der Gegenspieler nach einem Foul eine Bestrafung erhält, darf der Spieler/die Spielerin auf dem Feld bleiben.

Passives Spiel/Zeitspiel: Wenn die Schiedsrichter das Zeichen für Zeitspiel geben, darf die angreifende Mannschaft noch sechs Pässe spielen, bevor abgepfiffen wird und der Gegner den Ball erhält. Diese sechs Pässe werden auch dann nicht unterbrochen, wenn die gegnerische Mannschaft einen Wurf abgeblockt hat oder die Angreifer einen Freiwurf erhalten.

Besondere Regelungen für die letzten 30 Sekunden: Bereits in der Männer- und Frauen-Bundesliga wird seit dieser Saison die Neuregelung umgesetzt, die Fouls in den letzten 30 Sekunden betrifft – und nicht, wie 2010 von der IHF beschlossen, in der letzten Spielminute. Begeht ein Abwehrspieler in diesem Zeitraum eine grobe Regelwidrigkeit oder blockiert zum Beispiel einen Anwurf oder Freiwurf, erhält er/sie eine Rote Karte und – das ist neu – die angreifende Mannschaft automatisch einen Siebenmeter.

Blaue Karte: Um allen Beteiligten nach einer Roten Karte sofort klar zu machen, ob ein Zusatzbericht folgt, der dann im Falle der IHF eine Entscheidung der Disziplinarkommission nach sich zieht, werden die Schiedsrichter in solchen Fällen nach der Roten auch eine Blaue Karte zeigen.

Videobeweis: Als einzige Neuerung wird bei der Frauen-WM in Dänemark wie schon bei der Männer-WM im Januar in Katar der Videobeweis eingesetzt. Künftig kann er bei folgenden Situationen genutzt werden:
– Tor oder kein Tor
– Tor nach Ende der Spielzeit oder nicht
– Unfaire Aktionen im Rücken der Schiedsrichter
– Rote Karte gegen einen falschen Spieler
– „Rudelbildung“
– Bei Fragen, ob Spieler eine Rote oder Blaue Karte erhalten sollen
– Falscher Wechsel


Die nächste Derby-Überraschung

Foto: Rudel
Foto: Rudel

Der TSV Deiziau hat gestern Abend das BWOL-Derby gegen den TSV Neuhausen mit 32:24 gewonnen – die nächste Derby-Überraschung in der BWOL. Und dann auch noch so deutlich. Damit sind alle Lokalduelle der Hinrunde rum. Deizisau und Plochingen haben zwei gewonnen und eins verloren, die Bilanz von Neuhausen und Wolfschlugen fällt anders herum aus.

Meine liebe Kollegin Steffi Gauch-Dörre war gestern in der Halle. Auch für sie war es ein besonderes Spiel, wie sie in ihrem folgenden Gastbeitrag schreibt. Danke, Steffi!

Steffis Beitrag:

Und wieder gab’s ne Derby-Überraschung in der BWOL.

Deizisau drehte gegen Neuhausen richtig auf und wuchs regelrecht über sich hinaus. „Uns war klar, dass wir einen Sahnetag erwischen müssen und Neuhausen möglichst keinen guten Tag“, sagte Deizisaus Abteilungsleiter Robert Seifried. Die Neuhausener hatten wirklich keinen guten Tag, aber die Deizisauer haben es ihnen auch richtig schwer gemacht. Schwer zu sagen, wie es ausgegangen wäre, wenn beide Teams ihr Topniveau aufs Feld gebracht hätten. Spannender wär es sicher geworden. Denn bis zur Halbzeit führte Deizisau schon mit acht Toren – so einen Rückstand aufzuholen, ist schwer.

Dass dann auch noch Dominik Eisele mit einer Knieverletzung ausfiel, machte es für Neuhausen nicht leichter. „Deizisau hat einfache Tore geworfen. Für uns hat jeder Treffer viel Kraft gekostet und dann noch das ständige Hinterherlaufen. Deizisau hat es richtig gut gemacht“, zählte Neuhausens Markus Fuchs auf. Deizisaus Dennis Prinz räumte nach ein paar Kaltgetränken ein: „Ich hätte vor dem Spiel keinen Pfifferling auf uns gewettet.“ Das merkte man ihm aber auf dem Feld nicht an.

Die Deizisauer machten in der Abwehr einen richtig guten Job und schlossen vorne konsequent ab. Bei Neuhausen häuften sich hingegen die Fehler und es wurde kein geeignetes Mittel gegen Deizisaus Defensive gefunden. Schade, ich hätte mir ein spannenderes Derby gewünscht.

Auch für mich war es ein besonderes Spiel. Als Deizisauerin war ich als Kind schon regelmäßig in der Halle. Damals noch zu Regionalligazeiten. Seit vier Jahren berichte ich nun regelmäßig aus Neuhausen – und würde nächste Saison gern wieder von der 3. Liga schreiben.

Jedenfalls freue ich mich über den Deizisauer Sieg! Vor allem weil er so souverän war und es wichtige Punkte sind, um sich in der Liga zu etablieren. Ich hätte mich aber auch mit Neuhausen gefreut und hoffe, dass es am Ende zu Platz zwei reicht. Da es in der Liga eng zugeht, ist für die Filder-Handballer noch alles drin. Im neuen Jahr haben sie jedenfalls zu Hause gegen Plochingen und Deizisau etwas gut zu machen…


Der EZ-Land-Clásico

So sah das Derby im September 2005 aus. Zwei dieser Herren spielen noch immer. Einer ein paar Ligen höher, ein anderer morgen Abend in der Ertingerhalle. Schaut genau hin. Fotos: Rudel (2), Bulgrin.
So sah das Derby im September 2005 aus. Zwei dieser Herren spielen noch immer. Einer ein paar Ligen höher, ein anderer morgen Abend in der Ertingerhalle. Schaut genau hin. Fotos: Rudel (2), Bulgrin.

Als ich kürzlich beim BWOL-Derby zwischen dem TV Plochingen und dem TSV Deizisau war, war dort von „der Mutter aller Derbys“ die Rede. Von der räumlichen Entfernung her gesehen mag das stimmen. Aber für mich ist DAS Derby im EZ-Land weiterhin das zwischen dem TSV Neuhausen und dem TSV Deizisau. Zuletzt gab es das in der Liga am 16. Januar 2011 – und nun morgen Abend um 20.30 Uhr wieder in Deizisau.

Deizisau gegen Neuhausen, der EZ-Land-Clásico.

Ich habe heute für die Vorschau mit zwei Leuten telefoniert, die das Spiel schon einige Male gespielt haben. Der eine, Deizisaus Arne Staiger, wird morgen außerhalb des Spielfeldes mitfiebern, der andere, Neuhausens Markus Fuchs, auf dem Feld zwischen den Kreisen hin- und herrennen. Beiden war die Vorfreude anzumerken. „Es war immer richtig Stimmung“ erinnert sich Fuchs. „Es war meistens eng“, sagt Staiger.

Fuchs ist handballerisch damit aufgewachsen, dass die Deizisauer das regionale Aushängeschild waren. Und er hat miterlebt, wie seine MadDogs die Rolle übernommen haben. Staiger ist zwar nach eigenen Worten „auch ein bisschen neidisch“ auf die Entwicklung in Neuhausen. Aber auch er hat erkannt: Die beiden Clubs haben sich wieder angenähert. Neuhausen ist aus der 3. Liga abgestiegen, Deizisau in der zweiten Saison wieder in der BWOL. In der momentanen Tabelle trennen die Mannschaften drei Plätze und sechs Pluspunkte. Neuhausen ist als Zweiter auf dem Weg zurück in die 3. Liga, Deizisau dabei, sich erneut gut zu halten.

Februar 2010: Dennis Prinz stellt sich Markus Fuchs in den Weg. Das wird er morgen wieder tun.
Februar 2010: Dennis Prinz stellt sich Markus Fuchs in den Weg. Das wird er morgen wieder tun.

Auch das hat Staiger festgestellt: Die Neuhausener sind nach schwächerem Saisonstart wieder in der Spur. „Wenn sie ins Rollen kommen, kann sie niemand stoppen. Ich hoffe, dass sie vielleicht den fünften oder sechsten Gang nicht finden“, drückt er sich bildlich aus. Dafür sorgen soll die Deizisauer Abwehr, vor der auch Fuchs Respekt hat. „Aber wir haben uns darauf vorbereitet“, sagt der Routinier selbstbewusst.

Beide sind sich darin einig, dass das Spiel in der Abwehr entschieden wird. Allerdings dürfte auch der Derby-Faktor eine Rolle spielen. Die Halle wird voll sein, mit vielen Fans beider Teams. Staiger aber beruhigt vor allem die Neuhausener Anhänger, die sich Sorgen machen, ob sie überhaupt einen Platz ergattern: „Bisher ist bei uns jeder reingekommen, der reinwollte.“

Rivalität prägt das Verhältnis zwischen den Vereinen. Aber in ihrer positiven Form. Man kennt sich, man schätzt sich, man ist teilweise miteinander befreundet, nach dem Spiel wird man anstoßen und das Geschehene diskutieren.

Das bislang letzte Liga-Derby am 16. Januar 2011: Frieder Gänzle (links),  Jochen Raiser und Markus Stratmann.
Das bislang letzte Liga-Derby am 16. Januar 2011: Frieder Gänzle (links), Jochen Raiser und Markus Stratmann.

Statistisch betrachtet ist der Ausgang völlig offen. Obwohl Neuhausen Favorit ist. Warum? Es ist das letzte Hinrundenderby der vier EZ-Land-Liga-Teams Neuhausen, Deizisau, Wolfschlugen und Plochingen. Keine Mannschaft hat es geschafft, alle drei Nachbarschaftsduelle zu gewinnen – und das wird auch so bleiben, denn sowohl Neuhausen als auch Deizisau haben (als Favorit) in Plochingen verloren, aber (ebenfalls als Favorit) Wolfschlugen geschlagen, das Plochingen besiegt hat. Alles klar? Der Reihe nach:

Deizisau – Wolfschlugen 33:21
Plochingen – Wolfschlugen 28:34
Neuhausen – Wolfschlugen 29:24
Plochingen – Neuhausen 33:27
Plochingen – Deizisau 27:23
Deizisau – Neuhausen ?

So. Zum Schluss noch die Anmerkung: Es war ja nicht so, dass die Neuhausener und Deizisauer nicht gegeneinander gespielt haben, während sie nicht in der gleichen Liga waren. Zuletzt beim Marktplatzturnier, davor regelmäßig beim EZ-Pokal und das meistens im Finale. Früher hat da immer Deizisau gewonnen, zuletzt immer Neuhausen. Vom 4. bis 6. Januar sieht man sich wieder. Was das für morgen Abend bedeutet? Nichts. Viel Spaß allen, die in der Halle sein werden.


43

Dynamik pur (1): Dieses (Archiv-) Bild von Henning Richter von der  SG Hegensberg/Liebersbron sticht in der morgigen EZ-Ausgabe auf der Tabellenseite ins Auge. Fotos. Rudel
Dynamik pur (1): Dieses (Archiv-) Bild von Henning Richter von der SG Hegensberg/Liebersbron sticht in der morgigen EZ-Ausgabe auf der Tabellenseite ins Auge. Fotos. Rudel

Wenn ich in die heutige und morgige EZ schaue und die Handballtexte lese, fallen mit vor allem drei Dinge auf. Ich kann die morgige ja schon sehen und hab auch ein bissle mitgearbeitet – wobei ich nach viel Lokalsport gerade mit einem Leitartikel zum Thema Hamburg beschäftigt war.

In der heutigen Ausgabe sticht mir die Zahl 43 ins Auge. Und daneben die Zahl 37. 37 Tore haben die BWOL-Handballer des TV Plochingen geworfen und trotzdem verloren. Weil sie in Sandweier 43 Kisten kassiert haben. Spielertrainer Daniel Brack sprach von einem „munteren Scheibenschießen“.

Wo der TVP spielt ist also immer was geboten. Diesmal mit negativem Ausgang, davor zweimal in eigener Halle mit positiven Ende bei den Derbysiegen gegen die favorisierten Neuhausener und Deizisauer. Deizisau hat eine Woche nach der Schlappe ebenso in eigener Halle gewonnen wie Neuhausen. Alles gut in der BWOL kann man insgesamt sagen, obwohl auch Wolfschlugen verloren hat. Zwei, fünf, neun, zehn heißt es für die Teams aus dem EZ-Land.

Dynamik pur (2): Neuhausens Philipp Schšöbinger im Spiel gegen Söflingen.
Dynamik pur (2): Neuhausens Philipp Schšöbinger im Spiel gegen Söflingen.

Und am Freitag steht das nächste Derby an: Deizisau gegen Neuhausen. Da wird die Luft in der Ertingerhalle brennen.

Ich glaube immer mehr, dass alle vier Mannschaften ihr Saisonziel erreichen werden: Die Aufsteiger Wolfschlugen und Plochingen bleiben ungefährdet drin, Vorjahresaufsteiger Deizisau macht einen weiteren kleinen Schritt nach vorne und Absteiger Neuhausen steigt wieder auf. Oder?

Es lohnt sich auch ein Blick zu den Frauen: Nellingen spielt in der 2. Bundesliga weiter vorne, wenn auch nicht ganz vorne, mit, die HSG DD ist in der BWOL auch gut dabei. Und in der WL stehen zwei EZ-Land-Teams ganz vorne (Auffälligkeit Nummer zwei). 17:1 Punkte hat Wolfschlugen – nach zwei vergeblichen Anläufen könnte es diesmal tatsächlich mit dem Aufstieg klappen. Härtester Verfolger ist Absteiger HC Wernau, hat als Zweiter allerdings schon vier Minuspunkte mehr (und ein Spiel weniger).

Damit zur morgigen EZ-Ausgabe – und Thema Nummer drei: „Klarer Sieg im Spitzenspiel“ heißt da eine Überschrift auf Seite 17. Gemeint ist die SG Hegensberg/Liebersbronn und der satte 28:20-Erfolg in Weilheim. Auch in der BZL stehen auf den ersten beiden Plätzen EZ-Land-Teams: HeLi ist mit 13:1 Punkten Erster, dahinter schon das Team Esslingen mit 13:5. Schon, denn das Team musste sich nach dem unbefriedigendem Saisonstart erstmal berappeln. Scheint zu klappen. Aber HeLi, da bin ich mir sicher, wird sich auf dem Weg in die Landesliga nicht aufhalten lassen.

Gute Woche allen.


Neuhausen wird es schwerer haben

Um diese Pokale geht es bald wieder. Foto: Rudel
Um diese Pokale geht es bald wieder. Foto: Rudel

Heute lassen wir in der EZ die Katze aus dem Sack – das Teilnehmerfeld für den EZ-Pokal vom 4. bis 6. Januar steht. Und ich finde, es ist ein klasse Feld.

Ich freue mich vielleicht auch deshalb so, weil ich in diesem Jahr den EZ-Macher bei dem Turnier gebe. Wir sind ja immer alle von der Sportredaktion involviert und auch in der Halle – wenn auch nicht alle durchgängig, denn das Sportleben abseits der Neckarsporthalle geht ja weiter und die Nicht-EZ-Pokal-Seiten müssen auch gefüllt werden.

Was mich sehr freut: Mit Ausnahme des HC Wernau, der schon seit ein paar Jahren nicht mehr mitspielt, sind alle unsere Top-Mannschaften dabei. Das heißt alle vier BWOL-Teams und beide Württembergligisten. Das letzt- (eigentlich muss es ja noch heißen dies-) jährige Finale zwischen dem TSV Neuhausen und dem TSV Wolfschlugen ist also wieder möglich.

Aber diesmal wäre es kein Spiel zweier Mannschaften, die zwei Klassen trennt: Neuhausen ist aus der 3. Liga ab- und Wolfschlugen aus der WL aufgestiegen. Ebenso wie der TV Plochingen. Der TSV Deizisau ist schon ein Jahr länger in der BWOL.

Das hat wirklich was: Zum ersten Mal haben wir alle vier BWOL-Teams aus dem EZ-Land in einer Halle. Neuhausen wird es jedenfalls schwerer haben – der sechste Sieg in Folge ist alles andere als ausgemacht. Das wissen die MadDogs auch, in Plochingen haben sie kürzlich ja schon verloren.

Was mich auch freut: Aus der Württembergliga sind nicht nur „unsere“ beiden Teams TV Reichenbach und HSG Ostfildern, sondern auch der SKV Unterensingen (wieder) dabei. Unterensingen ist zwar nicht mehr direktes EZ-Land, für die Teams hier ist das gegen den SKV aber trotzdem ein Derby.

Unterensingen spielt auch mit, weil Trainer Steffen Rost als ehemaliger Deizisauer Spieler und Coach schon x EZ-Pokale hinter sich hat und den Pott auch schon einige Male in die Höhe strecken durfte. Ich habe mit ihm telefoniert, er wollte unbedingt dabei sein und ist voller Vorfreude. Ich hoffe, ihr auch.

Heute das Teilnehmerfeld, demnächst folgen in der EZ dann auch der genaue Spielplan und weitere Details. Und am 4. Januar geht es endlich los.


Derbysieger

 Moritz Friedel stellt sich Alexander Seibold in den Weg.
Moritz Friedel stellt sich Alexander Seibold in den Weg.

Es war ein spannendes Sport-Wochenende. Obwohl ich nicht in Sachen VfB unterwegs war – das Drama musste diesmal mein Kollege Hannes Kern miterleben – haben mich die Wasenkicker bis in die Plochinger Handballhalle verfolgt. Deizisaus Abteilungsleiter Robert Seifried kam mir da vor dem BWOL-Derby beim TVP im VfB-Trikot („Robbi 60“) und leidendem Blick entgegen und erzählte mir, dass einige Leute in der Halle seien, die das Fußballstadion nach 75 Minuten verlassen hatten. Oje, VfB.

„Hoffentlich gewinnen wir dann das hier“ sagte Seifried und zeigte in Richtung Spielfeld, wo sich die beiden Mannschaften warm machten. Es war kein guter Sporttag für Robert Seifried. VfB 0:4 gegen den Letzten, Deizisau 23:27 beim Aufsteiger. Und das verdient. Der TVP dagegen ist schon zum zweiten Mal in Folge Derbysieger. Erst Neuhausen, jetzt Deizisau. Respekt.

Fabian Kehle ist geschlagen.
Fabian Kehle ist geschlagen.

Was TVP-Spielertrainer Daniel Brack wichtiger war: Derbysiege bringen auch nur zwei Punkte – und die Plochinger haben schon eine Bilanz von 12:12 Zählern eingespielt. „Das hätte uns vor der Runde niemand zugetraut“, sagte Brack – so habe ich ihn auch in meinem Text morgen in der EZ auf Seite 21 zitiert. Überschrift: „Der nächste Coup des TV Plochingen.“

Was ich da auch beschreibe: 17 Zeitstrafen und eine Rote Karte gab es in dem Spiel. Deizisaus Trainer Mike Wolz fand, dass es ein bisschen zu viele Zeitstrafen waren, vor allem gegen sein Team. Bei dem einen oder anderen Pfiff muss ich ihm Recht geben und auch die Rote Karte gegen Patrick Kleefeld war zu hart. In der einen oder anderen Szene hätte ich gerne wie auf meinem Pressplatz im Fußballbundesligastadion einen Blick auf die verlangsamte Wiederholung geworfen. Gab’s in Plochingen aber nicht. Aber insgesamt fand ich, dass die Schiris aus dem Badischen in einem schwierigen Spiel einen guten Job gemacht haben.

 Johannes Negwer kurz vor dem Torerfolg.
Johannes Negwer kurz vor dem Torerfolg.

Es bestehen ja viele Freundschaften zwischen den Spielern und Verantwortlichen beider Vereine. Aber vor allem in der ersten Hälfte ging es sehr ruppig zu. Für meinen Geschmack zu ruppig. Vielleicht liegt es ja daran, dass mein Sport zu aktiven Zeiten einer war, in dem es keinen Körperkontakt gibt. Da war sogar ein Netz zwischen den Gegnern. Naja, es war eben ein Derby in Plochingen und wohltuend war, dass bei den Beteiligten nichts zurückblieb – außer vielleicht dem einen oder anderen blauen Fleck.

Alle standen hinterher bei einem Bierchen zusammen. Alles okay also. Und ein interessantes und spannendes Spiel war es auf jeden Fall, das unter dem Strich mir und den meisten der 800 Zuschauern sehr viel Spaß gemacht hat. Mehr morgen in der EZ.

Daniel Brack auf dem Weg nach vorne. Fotos Rudel
Daniel Brack auf dem Weg nach vorne. Fotos Rudel

Und: Ich bin mir sehr sicher, dass beide Mannschaften am Ende der Saison mit ihrem Abschneiden zufrieden sein werden.

Das Wochenende in der BWOL hatte auch sonst interessante Ergebnisse zu bieten: Wolfschlugen hat beim Schlusslicht nur einen Punkte geholt. Naja, wir sollten nicht vergessen, dass die Wolfschlugener auch Aufsteiger sind. Da kann man nicht erwarten, dass die Mannschaft alles abräumt. Aber Tabellenführer Oftersheim/Schwetzingen hat in eigener Halle gegen Kenzingen verloren. Das macht den Sieg der Neuhausener in Bretten umso wertvoller. Als Zweiter steht das Team bei einem Spiel weniger nur noch zwei Minuspunkte schlechter da als der Spitzenreiter. Das lässt auch die Derbyniederlage in Plochingen besser verdauen. Die Deizisauer brauchen dafür noch ein bisschen.


Gulas Derby

Kaum einer lag beim Wurf so schön in der Luft wie Alexis Gula. Egal, ob im Deizisauer Trikot . . .
Kaum einer lag beim Wurf so schön in der Luft wie Alexis Gula. Egal, ob im Deizisauer Trikot . . .

... oder im Plochinger. Fotos:  Rudel
… oder im Plochinger. Fotos: Rudel

In der Bezirksliga spielt die SG Hegensberg/Liebersbronn gegen den TSV Köngen und der TV Altbach gegen den TSV Wolfschlugen II, in der Kreisliga A HeLi II gegen das Team Esslingen II. Ohne die Brisanz dieser Begegnungen schmälern zu wollen, das Top-Derby im EZ-Land steigt an diesem Wochenende in Plochingen: TVP in der BWOL gegen den TSV Deizisau. Morgen, 20 Uhr.

Zuletzt gab es das Duell vor zwei Jahren eine Klasse tiefer. Dann sind zuerst die Deizisauer und dann die Plochinger aufgestiegen. Die Deizisauer haben es in der vergangenen Saison als Neuling gut gemacht und die Plochinger sind mit bislang 10:12 Punkten auch auf keinem schlechten Weg.

Zwei der zehn Zähler hat der TVP im Derby gegen Drittliga-Absteiger TSV Neuhausen geholt. Das war eine echte Überraschung. Die Deizisauer (momentan 13:9 Punkte) sollten also gewarnt sein. Sind sie auch. „Vielleicht ist Plochingen als Heimmannschaft leicht favorisiert“, sagt Pressewart Arne Staiger sogar.

Auf einen Plochinger dürften sich Staiger und einige andere TSV-Verantwortliche wie Daniel Fischer besonders freuen – und die Freude beruht auf Gegenseitigkeit: Alexis Gula. „Die sieben Jahre in Deizisau lassen sich nicht wegschieben“, sagt der TVP-Co-Trainer über die „schöne Zeit“ ein paar Kilometer westlich. „Aber ich bin ein Plochinger“, sagt er noch.

Bis 2008 hat Gula den Deiziauer Kreis beackert und in dieser Zeit unter anderem mit Staiger, Fischer und dem heutigen TSV-Trainer Mike Wolz zusammengespielt. „Mike war mein Mittelmann“ erinnert er sich. „Und mit Daniel bin ich heute noch eng befreundet.“ Dann ging er nach Plochingen zurück, spielte dort noch drei Jahre und wechselte dann auf die Bank.

Dass sich Gula da immer noch aufhält, war eigentlich nicht zu erwarten. Daniel Brack wollte in dieser Saison nicht mehr Spieler-, sondern nur noch Trainer sein, Gula als Koordinator an der Seitenlinie wurde da nicht mehr gebraucht. Also wollte sich der frühere Kreisläufer ganz auf seinen Job im Marketing „und noch so einiges“ im Verein konzentrieren.

Doch es kam anders: Brack merkte während der Vorbereitung, dass es ohne ihn auf dem Spielfeld doch nicht geht – und so ist auch wieder Gula in der Halle gefordert. Der ließ sich leicht überreden und sagt heute mit einem Grinsen: „Den aufwändigsten Teil der Vorbereitung habe ich verpasst.“

Aber es macht ihm Spaß: „Es harmoniert ganz gut bei uns.“ Außerdem ist er einfach froh, dass Brack wieder mitspielt: „Zum Glück hat er es sich anders überlegt. Er ist unser Kopf.“ Wie er fehlt, wenn er fehlt, hat man am vergangenen Samstag in Schwetzingen gesehen, als die Mannschaft ohne Brack mit 18:26 unter die Räder kam – allerdings beim Tabellenführer.

Brack hatte übrigens einen sehr guten Grund für seine Abwesenheit: Er wurde zum zweiten Mal Vater. Gratulation auch von dieser Stelle!

Von Bracks Arbeit ist Gula überzeugt. Deshalb hofft er, dass der ehemalige Bundesligaspieler auch in der kommenden Saison TVP-Trainer sein wird. Für die entsprechenden Gespräche bleibt ja noch ein bisschen Zeit. Spielen wird er dann aber auf keinen Fall mehr, sagt Brack. Auch von „Trainerfuchs“ und Ex-Kamerad Wolz hält Gula eine Menge. Es wird ein interessantes Derby morgen um 20 Uhr in der Schafhausäckerhalle. Es ist auch Gulas Derby.


Guillaume Joli zeigt Flagge

Eigentlich wollte ich nach meiner Urlaubspause morgen darüber schreiben, wie sich die Handballer im EZ-Land am Wochenende geschlagen haben und wie sie dastehen. Aber irgendwie ist an diesem Wochenende alles anders. Mein Kollege Thomas Hain von unserem G14+-Kooperationspartner „Wetzlarer Neue Zeitung“ hat ein Interview mit dem französischen Nationalspieler Guillaume Joli geführt, das ich euch hier gerne zum Lesen geben möchte.

Guillaume Joli ist französischer Nationalspieler und war am Samstag mit der HSG Wetzlar in Göppingen. Foto: dpa
Guillaume Joli ist französischer Nationalspieler und war am Samstag mit der HSG Wetzlar in Göppingen. Foto: dpa

Von Thomas Hain

Guillaume Joli trägt neben dem Trauerflor, den alle Spieler, Trainer und Schiedsrichter übergestreift haben, die Tricolore auf dem Trikotärmel. Der französische Weltmeister des Handball-Bundesligisten HSG Wetzlar zeigt am Tag nach den Anschlägen von Paris Flagge.
„Es war nicht leicht, an das Spiel in Göppingen zu denken“, erklärt der Linkshänder nach dem 29:28-Sieg. „Ich habe die halbe Nacht vor dem Fernseher gesessen und danach nicht gut geschlafen. Das ist alles schrecklich“, schildert der 30-Jährige im Gespräch, wie er die dramatischen Stunden erlebt hat. Und er betont, dass er nie daran gedacht hat, am Tag danach nicht zu spielen.

Guillaume Joli, wie haben Sie die Tragödie in der Nacht zum Samstag mitbekommen?
Joli: Ich habe mit Max Holst (Linksaußen der HSG Wetzlar, die Red.) bei mir zu Hause das Fußballspiel im Fernsehen angeschaut. Die erste Halbzeit auf dem französischen Sender. Niemand hat irgendetwas von Vorfällen außerhalb des Stadions gesagt. Zur zweiten Halbzeit haben wir wie geplant aufs deutsche Fernsehen umgeschaltet, einfach nur, um mal zu wechseln. Und plötzlich hörten wir die ersten Schreckensmeldungen. Dann bin ich sofort auch ins Internet gegangen, um mehr zu erfahren. Ich habe die halbe Nacht vor dem Fernseher gesessen und danach nicht gut geschlafen. Das ist alles schrecklich.

Haben Sie auch nach Hause angerufen?
Joli: Natürlich. Aber meine Angehörigen leben in Lyon, weit entfernt von Paris. Ich hatte keine Angst um meine Familie. Aber es war schrecklich, was in meinen Land mit meinen Landsleuten passiert ist. Wir haben uns in der Gruppe der Nationalspieler sofort gegenseitig Nachrichten geschrieben, um nachzufragen, ob alle von Paris St. Germain okay sind. Alle antworteten sofort. Das waren wenigstens ein paar gute Nachrichten.

Und am nächsten Abend mussten Sie ein Handballspiel bestreiten …
Joli: Mir ist während der Busfahrt natürlich viel durch den Kopf gegangen, was auf dieser verrückten Welt alles passiert. Es war nicht leicht, an das Spiel in Göppingen zu denken. Aber unser Leben muss weitergehen, auch wenn wir in diesem Moment Angst haben. Ich hoffe, dass unser Präsident jetzt gute Entscheidungen trifft, um gegen diese Leute zu kämpfen. Wir dürfen uns ihnen nicht unterwerfen.

Haben Sie darüber nachgedacht, in Göppingen nicht zu spielen?
Joli: Nein. Wenn wir uns nicht mehr aus unseren Häusern trauen würden, unser Leben nicht so normal wie möglich weiterführen, glauben sie, sie hätten gewonnen. Es ist gut, dass die deutsche Bundesliga der Opfer in Frankreich gedenkt. Und ich bin meinem Club dankbar, dass ich neben der schwarzen Binde unsere Nationalflagge auf dem Trikot als Zeichen der Trauer um meine Landsleute und des Mitgefühls mit ihren Familien und Freunden tragen durfte.


Offene EZ-Land-Meisterschaft

Eine Szene vom Finale 2015. Foto: Rudel
Eine Szene vom Finale 2015. Foto: Rudel

Bevor ich mich für ein paar Tage in den Urlaub verabschiede, möchte ich euch auf die Seite 20 der morgigen EZ hinweisen. Ja, der EZ-Pokal wirft schon seine Schatten voraus. Vom 4. bis 6. Januar wird in der Neckarsporthalle sozusagen wieder die EZ-Land-Meisterschaft ausgetragen.

Wobei man die Bezeichnung „offene EZ-Land-Meisterschaft“ wählen sollte, denn es wurden alle Mannschaften aus dem Handball-Bezirk eingeladen, und der geht über das Verbreitungsgebiet der EZ hinaus. Diese Mannschaften haben das Turnier in den vergangenen Jahren immer bereichert (aber nie gewonnen) – und ich kann verraten, dass eine von zwei Anmeldungen, die bereits da sind, von einem Nicht-EZ-Land-Team ist.

Noch 14 Plätze sind damit im Moment frei. Und sicherlich wird auch noch die Mail oder das Fax vom TSV Neuhausen kommen, der in den vergangenen vier Jahren gewonnen hat. Diesmal wird es für die MadDogs aber schwerer, da bin ich mir sicher. Aber darüber zu spekulieren, werden wir hier und im Blatt bis zum 4. Januar noch ein paar Mal die Gelegenheit haben.

Geht in die Halle am Wochenende, aber auch raus und genießt die Sonne. Ich werde das die nächsten Tage machen.


Hart aber fair

Es war voll in der Egelseehalle. Fotos: Rudel
Es war voll in der Egelseehalle. Fotos: Rudel

900 Leute waren in der Halle, das Spiel war hochklassig, es gab einen verdienten Sieger und einen Unterlegenen, der sich nicht grämen muss. 29:24 endete das Derby in der Baden-Württemberg Oberliga zwischen Drittliga-Absteiger TSV Neuhausen und Württembergliga-Aufsteiger TSV Wolfschlugen.

Meine sehr geschätzte Kollegin Steffi Gauch-Dörre war für die EZ in der Halle – und was läge näher als sie um einen Gastbeitrag für den Blog zu bitten. Ich musste sie nicht lange überreden, vielen Dank dafür.

Hier Steffis Zeilen:

Das war ein Spiel! Also die Zuschauer des Derbys zwischen dem TSV Neuhausen und TSV Wolfschlugen sind jedenfalls voll auf ihre Kosten gekommen! Eine super Stimmung herrschte in der Egelseehalle, die ich noch nie so voll – 900 Zuschauer – gesehen hatte. Aber damit war ja eigentlich auch zu rechnen… Das hat auch Wolfschlugens Coach Lars Schwend so gesehen: „Für uns war es ein halbes Heimspiel. Das macht Handball aus, so eine Kulisse ist einfach grandios.“
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Ich habe das Spiel von meinem Stammplatz aus angeschaut. Oben beim Hallensprecher. Vor dem Spiel haben wir noch über das Ergebnis spekuliert. „Ein Sieg mit zehn Toren wäre schön“, hatte mein geschätzer Nachbar Manfred Kull, mit dem ich regelmäßig die Heimspiele der MadDogs verfolge, noch gesagt. Ich hatte zwar auch die Neuhausener als Favoriten gesehen, zehn Tore kamen mir dann aber doch etwas viel vor. Dass es kurz vor Ende sieben Treffer waren (25:18, 27:20;29:22) hat dann aber gezeigt, wozu das Team fähig ist. Und es ist ja nicht so, dass die Wolfschlugener ein leichter Gegner waren. Obwohl sie in Durchgang zwei doch nachgelassen haben. Aber die Neuhausener standen hinten einfach richtig gut – da gab es eben kaum ein Durchkommen.
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Auf dem Feld wär ich gestern weniger gern gestanden. Es ist ja nicht so, dass ich noch nie gefoult wurde oder selbst die Notbremse gezogen habe – aber im Fußball geht’s dann irgendwie doch etwas harmloser zu. So kam es mir gestern zumindest vor. Sicher spielt auch die Liga eine Rolle. Der ein oder andere musste jedenfalls ordentlich einstecken. 16:18-Zeitstrafen sprechen für sich. Obwohl man auch sagen muss, dass die Partie unterm Strich hart aber fair war.
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Ich freu mich jedenfalls auf das nächste Derby – in zwei Wochen beim TV Plochingen: die Neuhausener sind zu Gast!

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Die letzten Szenen des Spiels waren auch noch ganz unterhaltsam. Neuhausens Flügelflitzer Philipp Frey, der wegen seinen Prüfungen zuletzt pausiert hatte, war wieder dabei und trat zum Siebenmeter an. Er wollte Patrick Ehrlich mit einem Lupfer überwinden – Ehrlich roch aber den Braten und hielt. Auf der Gegenseite machte es sein Bruder Dominik dann besser als Frey: mit einem sehenswerten Dreher gelang ihm das 24:29 und der Schlusspfiff ertönte.

So, das war mein erster Gastbeitrag im Blog.